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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-09-22 · 38 (22.9.1911) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
38 (22.9.1911)
Date
1911-09-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Dr. Wachs WoWMrfft Seite 631 Nr. 38 alle einen gemeinsamen Willen des Guten und eine gemeinsame Hoffnung im Herzen tragen, bekannt zu machen? Weshalb sollte man nicht sorgep, daß die-jüdischen jungen Leute Italiens, die sich noch als Juden fühlen, in ihrem eigenen Herzen ihren Glauben durch die Gewißheit, vereint zu sein und nicht vor Entmutigung und Vtreinsamung sterben zu müssen, befestigen? 'Wir haben daher an ein Projekt gedacht, das uns wahrhaft gut, originell und notwendig scheint. Wir haben gedacht, die Idee einer Zusammenkunft von jüdischen jungen Herren in irgend einer Stadt Italiens zu lancieren, um endlich die jugendlichen Gemüter zu mustern, auf welche die religiöse und moralische jüdische Idee rechnen kann. Und diese Idee möchten wir heute weitergeben. Vor allem ein Vorwort und eine Aufklärung! Das Programm dieser Zusammenkunft haben wir noch nicht zusammengestellt. Wir wünschen, daß das Programm von der Versammlung selbst zusammengestellt werde, die eben eine schlichte, freundschaftliche und herzliche Zusammenkunft bilden soll und keinen akademischen, dureaukraüschen, offiziellen, feierlichen Kongreß. - Die jungen Leute sollen sich dort vor. allem kennen lernen und begeistern. Au8 verschiedenartigen Schulen hervorgegangen, von verschiedenartigen Gebieten des Studiums önd Schaffens herbeigeeilt, sollen - sie dort die Muße finden, auf herzliche Weise ihre Gedanken über ihre Religion, über ihre jüdische Auffassung und ihr jüdisches Empfinden auszutauschen, abseits von irgendwelchem offiziellen Zwang, irgendwelcher antagonistischen oder persönlichen Voreingenommenheit. Die Diskussionen müßten sich um zwei oder drei bedeutsame Referate bewegend vargetragen von zwei oder drei Teilnehmern, die eine arößere PMtigung im jüdischen Leben aufzuweisen haben und für die Materie des Judentums eine größere intellektuelle Reife besitzen. Als Ort der Zusammenkunft könnte eine der Ausstellungsstädte gelten, Rom," Turin oder Florenz. Dke-Mnzelheiten der Versammlung könnten von einem-provisorischen Komitee nach Eingang der ersten Zustimmungen zu. dem Vorschläge beschlossen werden. Für jetzt ist es das Wichtigste, blfe' größtmögliche Anzahl Zustimmungen zu erhalten. Demnächst werden wir sagen, welche Ahemen uns für die Behandlung bei der Zusammenkunft wesentlich scheinen; wir erwarten, aber vorerst Ratschläge und nicht nur Zustimmungen. Wer immer die Schönheit .der Idee begreift — rum ersten Male die intelligentesten und denkendsten jüdischen jungen Leute Italiens vereinigen! den Aufbau der neuen jüdischen Generation als homogenes Ganze beginnen! — schreibe uns und sende uns nicht allein Zustimmungen, sondern auch Ratschläge: Alle jungen Leute, die an der Zusammenkunft teilzunehmen wünschen, mögen uns ihren Namen Mitteilen und! ihre Gedanken und Wünsche aüssprechen. Das Projekt könnte so einer schnellen Verwirklichung entgegengehen. Wir wenden uns an die jüdische italienische Jugend, in der Hoffnung, daß sie'unseren Appell anhören und aufnebmen-werde, und vertrauen auf den aufrichtigen, schnellen und standhaften Beistand derer, die sich für die Zukunft des Judentums interessieren und es fühlen, daß diese Zukunft von der neuen Generation abhängt. Wir wiederholen es. Keine Spaltungen nach Partei, Schule oder Gemeinde. Wir wollen Zustimmungen von allen. Mögen uns auch unsere Mitbrüder der Preffe unterstützen. Wir müssen alle vereint sein in diesem guten Werke und wir fühlen schon die Gefolgschaft derer, welche unter den Tüchtigsten die ersten Stellungen einnehmen. Unser Freund, Herr Dr. David Dlsegni aus Verona, hat zum Beispiel schon mit Wärme unsere Ideen ausgenommen und ist ein begeisterter Wortführer derselben geworden. Wir hoffen auf viele Organisatoren der Versammlung, die sein Beispiel nachahmen und es ihm gleichtun an Eilfertigkeit und Mut." Korrespondenzen Wien. Wir erhalten folgende Zuschrift: Z. 830/11. I. Rathaus, am 15. September 1911. An die Redaktion von Dr. Blochs „Oester« reichische Wochenschrift". Mit Berufung auf § 19 des Preßgesetzes fordere ich Sie auf, in der nächsten Nummer Ihres Blattes folgende Berichtigung der auf Seite 599, Jahrgang 28, Nr. 36 Ihrer Wochenschrift enthaltenen Notiz „Wien" von „einem Verehrer Ludwig Aug. Frankls" aufzunehmen. Es ist unwahr, daß die Bibliothek Dr. Ludwig August Franklsder Direktion der Wiener Städtischen Sammlungen geschenkt worden ist und daß sich diese der Bibliothek in pietätloser Weise entäußerte. Wahr ist -vielmehr, daß im Jahre 1895 die Erben des Dichters eine von diesem angelegte Sammlung von Druckschriften zur Geschichte des Jahres 1848 der Gemeinde Wien verkauft haben, wobei seitens der Gemeinde mit dem Umstande gerechnet wurde, daß durch den Verkauf der voraussichtlich vorhandenen Doubletten die Ankaufskosten zum Teile ihre Deckung finden werden. Wahr ist weiters, daß bloß die bei der Bearbeitung der Sammlung im Jahre 1907 Vorgefundenen Doubletten der Frankt'schen Sammlung gemäß des im städtischen Amtsblatte vom 12. November 1895, Seite 1910 abgedruckten einstimmigen Beschlusses des unter Vorsitz des k. k. Bezirkshauptmannes Dr. Hans von Friebeis tagenden Beirates zugunsten der Bibliotheksdotation verkauft worden find. Unwahr ist, daß die Sache dadurch klar wird, daß sich unter den Objekten vor allem die fast vollständige Sammlung aller auf die Wiener Juden im Jahre 1848 bezüglichen Bücher, Broschüren, Flugblätter befindet, die viele Unika enthält. Wahr ist dagegen, daß der Verkauf her Doubletten bereits seinerzeit vorgesehen war und in den von der Gemeinde veräußerten Bruchteilen der Sammlung Frankls keine Unika, sondern nur solche Schriften enthalten waren, die entweder in der Stadtbibliothek bereits vorhanden gewesen sind oder sich in der Sammlung Frankl selbst in zwei oder mehr Exemplaren vorgefunden haben, so daß der größte für die Stadtbibliothek wertvolle Teil der Druckschriften unter der Bezeichnung „Sammlung Frankl" im Besitze der Gemeinde Wien geblieben ist. Die Direktion der Städtischen Sammlungen: Probst. Was versteht das „Salzburger Volksblatt" unter einer „Judeuschule"? Aus Salzburg wird uns geschrieben : In der vorigen Woche brachte das „Salzburger Volksblatt" unter der Spitzmarke : „Erheiterndes vom sozialdemokratischen Parteitage" einen längeren Bericht, dessen einleitende Zeilen zur schärfsten Zurückweisung herausfordern. Nicht mit dem Meritum dieses Berichtes über den Parteitag von Jena 'wollen wir uns hier beschäftigen, das möge die sozialdentokratische Partei mit dem zitierten Blatte ausfechten. Aber ein anderes. In den einleitenden Zeilen heißt es nämlich : „Auf dem sozialdemokratischen Parteitage geht es zu, wie in einer Judenschule, Beschimpfungen persönlichster Natur fliegen hin und her und von einem politischen Ernst ist nichts zu verspüren." Bislang war man der Meinung, das „Volksblatt" sei ein streng freisinniges Blatt — und man hatte niemals Grund zum Zweifel —, daß es seine Sprache nicht aus dem berüchtigten Schimpslexikon der Radauantisemiten hole. Aber siehe da, wir wurden eines anderen, traurigeren belehrt und der gute Glaube an die vornehme Schreibweise dieses Blattes ist gründlich erschüttert worden. Was stellt sich eigentlich das gute „Bolksblatt" unter einer „Judenschule" vor? Man greift sich an den Kopf, wenn man derlei in einem seriösen, deutschfreiheitlichen Organ liest! In welcher Judenschule fliegen denn Beschimpfungen persönlichster Natur hin und her? Oder sollen wir zur Ehrenrettung des betreffenden Redakteurs annehmen, daß er sich beim Niederschreiben dieses unsäglich gehässigen Wortes gar nichts gedacht, sondern ein sonst nur der blöden Menge geläufiges Wort gedankenlos niedergeschrieben hat? Jedenfalls aber sollte das führende Blatt in der auf den Fremdenverkehr so stark angewiesenen schönen Salzachstadt derlei häßliches Geschreibsel aus seinen Spalten verbannen. Die Friedhof-Steuer. An die geehrte Redaktion der „Blochschen Wochenschrift" Wien. In Ihrem gesch. Blatte der vorletzten Nummer finde ich eine Notiz über „Mattersdorfer Friedhofbesuche"; Sie brauchen nicht so weit gehen, ich bin in Stockerau bei Wien geboren, meine Großeltern von Seite meines Vaters, so auch meiner Mutter waren in Stockeran angesehene jüdische Familien, mein Bater selbst, der leider dort begraben liegt, war Friedhofsgründer und 30 Jahre Mitglied der Stockerauer jüdischen Gemeinde, kurz gesagt meine Verwandtschaft bis in die ersten Jahre des

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