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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-09-08 · 36 (8.9.1911) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
36 (8.9.1911)
Date
1911-09-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 598 Dr. BMs WotzMchrstt Nr. ss zum Ausdrucke gelaugt. Die Ebene um Ani ist noch heute au Fruchtbarkeit und reicher Kultur iu ganz Vorder- und Kleinafien unübertroffen. Die Festung iw, von der hier die Rede ist, also Caesarea, dessen Westleite so bezeichnet wird, waS auch, wie oben ausgeführt, der Lesart des Aruch 11m (Ebene) gleichkommt. Dagegen würde die zweite Le-art w ganz Am bezeichnen, da der Name AnaitiS vier Kybele bei de« Rabbiuen mit jr5DSmon* umschrieben wird. Ferner bemerken wir, daß Armenien im Lltertnme auch Chui genannt wurde, (Joseph Alterth 1,6,4 und Judith S, 23, rc.) wohl uach Chul, einem Sohne Arams (Genes. 10, 23). Dazur näheren Bezeichnung der Lage dieser Festung hinzügefügte mbinn s'2 naw» dürfte soviel wie .zwischen beiden Armenien", nämlich Groß- und Klemarmenien, liegend bedeuten. Die sprachlichen Schwierigkeiten dieser Stelle sind also behoben, biauf den Nachweis der geschichtlichen Tatsache, daß die ASmouäer dort eiugegriffeu haben, um den Juden daselbst Hilfe zu bringen. Wie verlockend eS auch wäre, diese Exkursion weiter fortzusetzen, um die iu der zitierten Stelle konform init der Notiz iu Meg. Taanith eap. Ill, übermittelte historische Nachricht, betreffend eine Intervention der HaSmonäer zu Gunsten der dortigen Juden zu erklären, müssen wir leider hier hievon absehen, da dies uuS zu weit von unserem Thema wegführeu müßte. S. Spinner, Wien. * * ’ 1 * Berichtigung: Iu Nr. 31, Seite 806, zweite Spalts Zeile 6 von unten ist nach dem Worte NiphateS eine Zeile ausgefallen: NitaS bedeutet in Pehlewi Feuer (Kl. Ill, 193) und deshalb heißt es auch iu dem im Norden verfaßten Midrasch Tadsche Kap. XVI. mt v22. (Fortsetzung folgt.) Korrespondenzen. Dsc LI. Geburtstag des Kaisers Franz Joseph in Jerusalem. Wie alljährlich wurde auch Heuer am 18. August der Geburtstag des Kaisers Franz Joseph in Jerusalem festlich begangen. In allen Synagogen, Bethäusern und Schulen der österreichischen und ungarischen jüdischen Kolonie in. Jerusalem wurden Festgottesdienste abgehalten, an welchen der österreichisch^ungarische Konsul und andere offizielle Persönlichkeiten teilnahmen. gegeben über Sabug (jrna'D), welche Stadt zwischen beiden obenerwähnten Orte« lag, befördert wmde, des Inhalts: „Komme nach Srez Zisroel <s. w.«.); stehe da, Sbbahut vom Diglath (n*rnbn, Tigris) erhielt die Weihe, während Simon vom Euphrat (Kr«?, armenisch Neprat, ein Ausdruck, der auch sonst dafür gebraucht wud s. w.; diese Gegend wurde der reineu Abstammung wegen hoch geschützt) fit bis mm nicht erhalle« konnte." Dieses DaScusa wurde nämlich — veil rechts am Euphrat gelegen auch als Ausland betrachtet (Jerus. Moed Kat. Ill, 11). Obwohl diese Beweise schon genügen dürsten, wollen wir noch einige mißverstandene Stellen bezüglich R. Abohus Stellung am Hofe ins richtige Licht fetzen, die diese Annahme noch mehr bestätigen. R. Abah« war eia Günstling am Hofe TiridateS (Synh 14, Keth 17a rc.); als man sich an ihn wendete, er möge eine Begünstigung bei Hofe durchsetzen, antwortete er lakonifch wie stets (Jerus. Mag. Ill, 1) er habe die drei Würdenträger gesprochen und nennt: ns?' 2iv, womit er auf deu damaligen Reichskanzler Agathos Angelus («^«66^ adlig, Tow jeJed) anspiell, indem er zur nähere» Bezeichnung seiner Würde noch D'pn — an — archi-baj hinzusügt; mit nab aiv meint er Gregorius, den Erlenchter (gto-djp Illuminator), der das Christentum in Armenien etusührte, — deshalb nennt er ihn auch pra —- an, Apostel — und der auf TiridateS in politischen Angelegenheiten großen Einfluß hatte; endlich dürste mit «rann (eS ist dies, wie ber^S ««-gewiesen, der Rame der Gegend bis zum PontvS) der Statthalter von Kleinarmenien bis zum Norden, wo sich der Fall gewiß «eignete, gemeint fein, weshalb erklärend hinzugefügt wird varfen -«Xckaatog »am Meere gelegen", wie dieser Landstrich na' PontnS geomntt wurde. Zum 8V. Geburtstag Dr. Alfred Stertts. Unserem vorwöchentlichen Berichte wäre noch nachzutragen, daß der Deputation des Kultusvorstandes auch Kultnsvorsteher kais. Rat Sigmund Kauders, jener des Bethausvorstandes auch Dr. Hermann L ö w i angehörte und daß in der Deputation der Bezirkskommissioue« auch der XII.—XV. Bezirk vertreten war und auch der Bethausvorstand und die Chewra-Kadischa dieser Bezirke unter den Gratulanten sich befanden. Weiters find dem Präfidenten Dr. Alfred Stern anläßlich seines 80. Geburtstages nachträglich noch zahlreiche Glückwunschdepeschen und -Briefe zugekommen, u. zw. von den Kultusgemeinden: Holleschau, Horitz, Neunkirchen, Olmütz, Reichenberg, Straßnitz, Teplitz und Tulln. Sektionschef Dr. Ludwig C w i k l i n s k y schreibt. ..... »Es war mir durch eine Reihe von Jahren vergönnt, Ihre eifrigen Bemühungen um das Gedeihen der israelitischen Kultusgemeinde Wien genau zu verfolgen, und erlaube ich mir daher dem Wunsche Ausdruck zu geben, daß es Euer Hochwohlgeboren beschießen sein möge, noch lange Zeit mit gleich glänzendem Erfolge für daS Wohl Ihrer GlaubenSgenoffen zu wirken". Ferner gratulierten: Ministerialrat Sigismund Pi lat, Präsident der n.-ö. Advokatenkammer Dr. Karl Ritter v. F e i stur a nt e 1, Hermann v. Golds ch m i d t aus Kent (England), Bürgermeister, ReichSratSabgeordneter Bernh. Stern, Bnczacz. Die Gemeinderäte Her old und M e l ch e r, die ehemaligen Gemeinderäte Dr. Richard G o l d m a n n, H e l b i g und Dr. August NechanSky, Generalstabsarzt Dr. Zuckerm a u n, Kammervirtuose Alfred G r ü n f e l d. Hofrat Professor Dr. Adam Politzer, Professor Dr. Zucke rkandl, Akad. Maler Koch, Baronin Jella Oppenheim, Sophie Grosmann (übermittelte gleichzeitig in Würdigung seiner Verdienste ihre unter dem Titel »Alpenblumen" Sr. Majestät gewidmeten Dichtungen). Schriftstellerin Frau Basch-Maler, techn. Sekretär der Assvc. Generali Dr. Julius G r a f, die Advokaten Dr. Auerbach, Dr. Daniel B a ch r a ch, Dr. Adolf Daum, Dr. Elias Münz, Dr. Kaspar Singer, (ein Altersgenosse Dr. Sterns), k. k. Komm.-Rat Emil C z e c z o w i c z k o, Fabrikant Heinrich Mendl, kais. Rat Gewrtsch, kais. Rat Rusiczka, Dr. Schalit, Ober-Ingenieur Mannaberg, Ing. Hermann Müller und Emer, Michael G l og a u, Rabbiner Dr.- Beck aus Bukarest, Direktor L ö w i t, Schulleiter Jakob Fink aus Budzanow und viele andere. Oberkautor Bela Guttmann gestorben. Kurz vor Schluß des Blattes erhalten wir die traurige Nachricht, daß der gefeierte Oberkantor der Wiener Kultusgemeinde, Bela Guttmann, nach langem, schweren Leiden in einem Privatsanatorium in Tulln gestorben ist. Die Nachricht wird weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus mit tiefer Erschütterung gelesen werden, denn mit Bela Guttmann scheidet einer jener Chasanim aus dem Leben, wie fie jetzt immer seltener in die Erscheinung treten. Bon der Vorsehung mit einer kräftigen, volltönenden Baritonstimme gesegnet, hat B6laG u t tmann ein tiefes hebräisches Wissen, ein geradezu kindlich-gutes Gemüt und eine ideale Auffassung von dem kantoralen Berufe besessen, die eS ihm ermöglichten, aus dem Bollen zu schöpfen, seinen Rezitationen etwas Persönliches zu verleihen und auf diese Weise die Zuhörer gefangen zu nehmen und mit sich emporzuheben in jene Höhen, in denen fich seine synagogalen Vorträge stets bewegten. BÄa G u t t m a n n war kein N a ch b e t e r. Er war selbst ein unerschöpflicher Born der herzerquickendsten Interpretationen unserer Liturgie. Er war eine Individualität, die aus fich heraus schöpfte und mit seiner mächtigen Stimme nicht nur das letzte Eckchen in dem großen Leopoldstädter Tempel ausfüllte, sondern in die verborgensten Winkel der Herzen drang und dort die schlummernde Andacht weckte. Wenn Guttmann vor dem Altar eine jener herrlichen Hymnen sang, deren unsere Liturgie so viele hat, so jubelten wir alle mit ihm und vergaffen die Sorgen des Alltags. Und wenn er eines jener Klage- und Trostlieder, an denen unsere Gebete, ach, so über-

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