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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-09-08 · 36 (8.9.1911) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
36 (8.9.1911)
Date
1911-09-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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eetu 6961 Dr. Blochs hierauf zu den Waffen, sprengte die von. den Räubern von innen Verschlossenen Ghettotore und befreite die Juden. Damals beschlossen die Juden von.Gumuldschina, dieses Ereignis am 22. Ellul eines jeden . Jahres durch ein freudiges Erinnerungsfest. zu feiern.. > Nationale' Wiedergeburt der Karäer. Unter den Karaern macht sich in den letzten Jahren eine Art nationaler Renaissance bemerkbar., Das erste kräftigere Lebenszeichen. gaben die. Karaer vor einigen Monaten, als sie in einem Kongresse in Eupatoria verschiedene. die Erhaltung und EntnüLfung ihrer Sekte bezweckende Beschlüsse faßten. Die Moskauer karaitischen Studenten haben bald darauf die statistische Erforschung der Karäer der. ganzen Welt in Angriff genommen und nun ist auch die erste Karaerzeitschrift erschienen Dsie erste Nummer dieser Zeitschrift.enthält sehr interessante Aussätze über diese. Sekte. In einem Artikel über die Anthropologie der Karaer unternimmt der Autor den Nachweis, daß in den Adern der Karaer mehr kasarisches Blut fließt, als in denjenigen der Juden. Die Zahl der Karäer in. Rußland beträgt nach einer aus dem Jahre 1897 stammenden Statistik im Ganzen-12,890 Seelen, die sich in. zwei . Gruppen teilen: in Krimer und in Manische Karüer. DieKrimer Karaer sind im Twaxer Gouvernement konzentriert. Die meisten von Ihnen-wohnen in Eupatoria (1565 S^len), dann folgt Feodoria (mit 1233 Seelen), Odessa (1649), Sebastopol (813), Simferopol (709), . Nikolajew (554). usw. In den Mittelrussischen Städten finden sich in Moskau 332 und in Petersburg 310 Karäer. Bloß 60 Prozent der Karäer ist des Lesens und Schreibens kundig^ 21 Prozent gab als Mutteüfprache russisch der Rest tatarisch, yn. Seit 1897 hat die Zahl der Karäer nicht zugenommen, sie. sind in Abnahme begriffen und die karaitischen Studenten an der Moskauer Universität haben es sich, wie. oben erwähnt, eben zur Aufgabe gemacht, über den heutigen Stand der Karaer genaue statistische Daten zu sammeln und in ihrer Zeitschrift zu veröffentlichen. Honorable Oskar Straus und der Gouverneur von Jaffas Der gewesene omerikanische Botschafter in Könstantinopel, Honorable O-kar Straus, veröffentlicht jetzt in einer amerikan schen Revae einige Reminiszenzen aus seiner Botschaft-rkarneie. Straus war bekanntlich zw rmal Botschafter in der Türkei; das erste Mal unter der Präsidentschaft Cuoetanvs. Aus dieser Zeit datiert die folgende Epr-ode, weiche das in Lawre c (MaffachuseiiS) erscheinende „Jvu nal' jetzt ausfrischt. Mr. Sr aus machte damals iu Begleitung feiner Frau eine Reefe durch Palästina. Der damalige Gouverneur von Jaffa, ein bekannter Judenfttsfer, bot dem Botschafter und seiner Frau seine Karosse an. „Gerne würde ich die Ehre genießen, in ihrer Karosse zu fahren und iu Ihrem Palais empfangen zu werden", antwortete Mr. Straus, aber vor einer Stunde erfuhr ich, daß in Ihren Gefängnissen Hunderte von Juden unschuldig schmachten, ich würde noch schämen, mit Ihnen, Gouverneur, durch die Straßen zu fahren, solange diese nicht befreit sind". Die Gefangenen wurden befreit, erst dann machte Mr. Straus seine Visite beim Gouverneur. Die KrleiLigrrug der Jude» am Kerrschen Welthandel im Altertum. (Nachdruck verboten. Hebers tzungSrccht Vorbehalten.) (Fortsetzung.) 4. 211« und 2-rr Trotzdem diese zwei Völker, bezw. Länder rief m die Gichrchte der Juden nngreifen, herrscht über ihre Lage, insbesondere hillsichttich der elfteren, eine Wochenschrift ^^36 derartige Unklarheit, daß kaum eine diesbezügliche Annahme einer ernsten kritischen Ueberpiüfung Stand halten kann. Eoom wird durchqehends als Jdumaea,. südlich von Palästina, genommen und da die Hibel es sehr., oft als synonym mit Aram (Syrien) hin stellt^ mußte selbst von ernsten Forschern zu dem sehr probaten.' Mittel der- Emendalion gegriffen werden, indem man sich,.hie Lsärt^je nachdem es paßte, zurechtlegte und einmal Ehpm, das and'eremal Aram las. Daß dies Verfahren mir ein^Nolbehelf, ist. der ktiueswegs über alle Schwi rlgkeiten hinweg hilft, Muß jedem, der das einschlägige Material kritisch sichtet, klär, werden. Denn nicht alle Bibelverse. in denen Edomvorkommt. können auf Jdumaea passen, geschweige denn die späteren rybbimschen Aussprüche aus tanauijcher Z-'it. obwohl man letztere wiederum auf Rom anwenden möchte. Wenn wir da-egen unserem einmal aufgestellten Prinzipe getreu aus 'der Bibel selbst an der Hand der Interpretation der Rabbineu, denen auch der historische Teil der Bibel noch ein in Fortentwicklung begriffenes Stück lebendiger, teils sogar aktiver Weltgeschichte war, die Läge Edoms zu ermitteln suchen, können wir auch hör den richtigen Weg nicht verfehlen. Gen. 32, 2, gibt als Wohnsitz Eiaus das Lund Seir, Ehom genannt, an, das. nach fehler Lage, „südlich voü Kanaan" Jdumaea' ist:' In Gen^ 36, ' 6, -wirb wiederum, erzählt, daß Es.au, als' Jakob aus..Mesopotamien nach Kanaan zurückkam. von seinem Wohnsitze auswandert. - - Der Name des Landes, ln das er übersiedelte, erfcheint hier ausgefallen oder, weWals bekannt vorausgesetzt, nur augedeutet. Es ist dies nämlich Mesopotamien, w >hr Jakob eben gekommen war und' wo.Esau sich nun ntederließ, weshalb dasselbe nach ihm Edom und' Seir benannt wurde. Ebenda 'werden (V. 26) hie Fürsten der Nachkommen Seirs in dem südlich von^'Palästina gelegenen Jdumaea, das nach seinen früheren Eivwohne.ry auch '.i.lffri benannt wurde, aufgezählt undihnen in ' V. 31. die Könige Edoms. des neu°rworbenen nördlichen Landes entgegengestellt. In D ut. - 2, 22, wird. von der Besitzergreifung des Landes Seir (Jdumaea) nach Ausrottung der. früheren Bevölkerung der Hachori, bis „auf den heut'gen Tag" gesprochen und ferner in der Parenthese V. 33 hinzugefügt, daß sie, die Nachkommen Esans, auch oie Avaer 2'iy und Kappadozier d'iidd^ ausrl treten und deren Land okkuplerten. Mag sein, daß kleme Bruchteile bieft-r Völker schon früher nachdem Süden ausgewandert stad, ihr Gros hatte aber jedenfalls nach wie vor in der oberen Euphratg geud und den noch nördlicher gelegenen Gebieten seinen Sitz. „KapNtorim"'wird allgemein, auch von -Ulen Uw'rs'tzin, als Kapp l^vzieN genommen'und auch die Avier (q^) ivaren -ent'chltd n, wie aus II. Reg. l7. 31, hervvrg y', ein Volk des No dvstensßss den Tartak (G semus: Im Pehlev', Var — taL. Finsternis) oder Kyr.-le anbeteie. Dle^ Septuaginta wied ergibt mit „Gugal.a" und ebenso be^ichuet der jerus. Talmud, getviß hievon abgeleitet, Jebam I, 3, die Gegend von Kolchis und Jberien mit (Vergl. Klapprots Mitteilung aus einer Georgischen Eh onck, daß die Georgier von Awanän, einem Nachkommen Japhets, ab st am men sollen; Reisen, p§. 64), wobei diese Gegend als äm Fuße des Kaukasus zwischen Sunia am Schwarzen Meere (Plinius VI, 5, 6) und Albanien («"piiz) am Kälpischen Meere (Aghavans bei Mos Khorene 111, eap. 54) verlaufende Grenze Babylons gesetzt wird. Was hier nur vag ängedeutet ist, bestätigen dielalmudischen Q ollen und die noch öiel älteren Ueders tznngen mit voller Klarhell. Dadurch erscheinen nun viele auf Edom bezügliche Bibelstellen in ein anderes Licht, gerückt und ihr wahrer Sinn erst voll erschlossen, da. sie nicht auf Jdumaea, sondern nuv aüf ein nördlich gelegenes Land mit Namen „Edom" Bezug haben können. Schon zwei der hiefür anzuführenden'Talmudstesten dürften bei g. uauer kritisch r Untersuchung zur beiläufigen Eruierung der Grenze des von ihnen genannten nordwestlich

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