Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 35 (1.9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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'-JUL OftEi .•ariWRE^MBJ^ Nr. 35 Der ehemalige Präsident der Akademie der Wissenschaften Eduard Sueß („dem verehrten Altersgenossen"), Dr. Alfons Freiherr von Rothschild, Louis Freiherr von Rothschild, Baron und Baronin Mayer-K etschendorf, Dr. Albert S eligmann, kais. deutscher Konsul Dr. v. V i v e n o t, Herrenhausmitglied Hofrat Prof. Dr. Grünhut, Hofrat Dr. M a r e s ch, das Mitglied des Staatsgerichtshofes Dr. Julius M a g g, Reichsratsabgeordneter Ministerialrat Camillo K u r a n d a, die ehemaligen Reichsratsabgeordneten Konstantin N o s k e, Dr. Ludwig Vogler und Karl Wrabeh, Hofrat Dr. Benjamin Rappaport, Generalmajor Ritter v. E i ß, die Oberlandesgerichtsräte Dr. Spitzkopf und Schaumann. Oberstabsarzt Dr. Oswald Byk, Oberfinanzrat Dr. Berstl, Sektionsrat- Alfred Ritter v. Pfeiffer, Regierunasrat Freund, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Geiger. Berlin, Obmann des fortschrittlichen Parteiverbandes im Wiener Gemeinderat Dr. v. Dorn, Gemeinderäte Max Frank, Dr. Alfred Mittler, Ernst Neust a d t l und Josef Stein, die ehemaligen Gemeinderäte Dr. Reisch, Dr. Hackenberg, die Negierungsräte Archivdirektor Dr. Schlag, Kustos Dr. S. Frankfurter, Direktor E h s e r t, Schulrat Prof. Baß, Oberinspektor F. R. Engel, kais. Rat Sachs, Sekretär der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Emil A tz l e r, Bad Gastein. Die Damen: Frau Basch-Mahler, Baronin Charlotte Königswarter, Baronin Julie S ch e y, Mathilde von G n t t m a n n, Hermine von Mautner, Hofrätin Emilie v. Pfeiffer, Hofrätin Amelie O s e r, Frau Dr. Theodor Lieben, Rachel Marmarosch, Sofie Grünfeld, Julie Zer ner. Aus der Gelehrtenwelt: Rektor Prof. Bacher. Budapest, die Professoren Dr. Benedikt. Dr. Braun, Dr. E h r m a n n, Professor E p st e i n, Hofrat Professor Theodor v. G o m p e r z, Dr. S. Klein, Dr. Josef Pollak, Dr. Rosenblatt, Krakau, Dr. R. v. Weilen, Rektor der theolog. Lehranstalt in Wien Dr. Schwarz, die Direktoren: Esraim Cohn. Lämmelschule, Jerusalem, Dr. Friedeb e r g e r, Heller, die akademischen Maler Isidor Kaufmann, Lazar Krestin und David Kohn, Julie Menzel, akademischer Bildhauer Prof. Stefan Schwarz. Die Schriftsteller und Journalisten: Vom Herausgeber der „Neuen Freien Presse". Moritz Benedikt, langte das folgende Telegramm ein: „Im Namen der „Neuen Freien Presse" beglückwünsche ich Sie zu dem heutigen Feste und freue mich über den menschlich so schönen Tag, der mir den willkommenen Anlaß bietet. Ihnen für die vortrefflichen Beiträge zu danken, mit denen Sie die Leser der „Neuen Freien Presse" als Gemeinderat und Finanzreferent der Stadt Wien und als Vertreter großer öffentlicher Interessen erfreuten. Diese Artikel sind ein Zeugnis Ihrer Gesinnungstreue. Ihres tiefen Verständnisses, Ihres Darstcllungsvermögens und Ihres Mutes. Sie waren der letzte Fivanzreferent der liberalen Majorität und diese Reihe konnte nicht würdiger eine so ehrenvolle Vergangenheit abschließen." Kaiserlicher Rat Basch, Doktor I. S. Bloch. Doktor Heinrich F r i e d j u n g, Leo H e r z b e r g - F r ä n k e l, Leopold Jacobsohn, Ernst Klebinder, Brüder Klinenberger, kaiserl. Rat Lichtenstadt, Regine Neisser, Breslau, Siegmund Schlesinger, Alexander S ch o r r, Heinrich Sternfeld, Louis Strauß, kaiserlicher Rat Ignaz und Richard Wilhelm, Heinrich?) o r k - S t e i n e r. Die Advokaten: Geheim. Justizrat Dr. B a ch r a ch, Doktor B a u m g a r t e n, Doktor Alfred Berger, Notar Dr. B e r m a n n, Drs. Hermann und Immanuel B r ü ch, Dr. Felix K a tz a u, Dr. Leopold K o h n, Doktor Ignaz Kornfeld, Dr. Camill Kraus, Dr. Karl Kraus, Teplitz- Schönau, Dr. Albert Kuh, Dr. Artur Kur and a, Dr.Nirenst e i n, Dr. Josef P i ck, Dr. Josef Schornstein, Doktor Alfred S k r e i n, Dr. Markus Spitzer, Negierungsrat Dr. Sieger, Dr. Adolf Stein, Dr. Josef Stern. Die Industriellen: Handelskammerpräsident Bloch, Brody, Moritz E i ß l e r, Guido E l b o g e n. Moritz von Enge l, Gustav Frankl, Arnold Fröhlich, David Ritter von G u t m a n n, Max von G u t m a n n, Hans von Gutmann, Ernst Hirsch, Ern st Klinge r, Rudolf Kohn, Moritz von K u f f n e r, Wilhelm K u f f n e r, Leopold von Lieben, Richard Lieben, Gremialrat Heinrich Neurath, Gremialpräsident Leopold P o l l a ck von P a r n e g g, kaiserlicher Rat Bernhard P o l l a ck von P a r n a u, Alfred Pollak von R u d i n, kaiserlicher Rat Alois Reick, Friedek-Mistek, Julius R e i t l i n g e r, Kammerrat Naumann S ch e f t e l, S. S ch e i n, die Kommerzialräte Schulhof, Max Schweiger, Leopold Simon. Aus der Finanzwelt: Generalrat Adolf von Wiesenburg, Lucian Brunner, Salo Cohn, die Direktoren Koritschoner. Kux und Popper, Börsenrat Leopold Langer. Louis L o e b, Direktor Alois W e i s h nt, Sekretär des Hauses Rothschild Richard Bettelheim. Die Rabbiner: Dr. Frank, Köln, Dr. Frankl-Grün, Kremsier, Friedmann, Linz, Dr. Funk, Preßburg, Dr. Goldschmidt, Proßnitz, Dozent Dr. H e r z o g, Graz, Dr. Lazarus, Göding, Dr. Immanuel Löw, Szegedin, Dr. Niemirower, Bukarest, Dr. Adolf S ch m i e d l, Wien, Dr. Schweiger, Erlau, Dr. Ziegler, Karlsbad. Die Vorsteher von Kultusgemeinden, Bethäusern und jüdischen Vereinen: Moreno Adutt, Anton Beck, Jak. Kann, Theodor Kohn. Dr. Simon Schaff, Lemberg, Anton S ch n e i d e r, Baden, Dr. T i l l e s, Krakau, S. A. W a s s e r v o g e l. Ehrung für den Präsidenten der Wiener isr. Kultusgemeinde in der Synagoge in Preßburg. Wie uns berichtet wird, hielt Samstag Dr. Funk über Dr. Alfred Stern, anläßlich seines 80. Geburtstages einen erbauenden Känzelvortrag, welcher für die weiteren Kreise Preß- Seite 585 bnrgs auch darum Interesse hat. weil nach den Ausführungen des bervorragenden deutschen Kanzelredners Dr. Alfred Stern einer berühmten Preßburger Familie Ahron L. L e i t e r s d o r f entstammt. Alfred Stern gehörte lange Jahre hindurch dem Wiener Eemeinderate an als eine hervorragende Stütze der freiheitlichen Richtung gegenüber der christlichsozialen Majorität.^ Als die'e keinen Juden mehr in den Verwaltungsdienst der Stadt Wien auszunehmen beschloß, hielt er es mit seinem persönlichen Ehrgefühl als Jude und als damaliger Vizepräsident der Kultusgemeinde nicht vereinbar, dem Gemeinderate weiter anzugehören und gab seine Demission. Seine im Gemeinderate gehaltenen Reden liefern ein hervorragendes Bild seiner Charaktergröße. Anläßlich seines 50 jährigen Dokto.-Jubiläums wollte, der damalige Rektor der Universität Wien sich nach Baden begeben, wo er zum Somiirerausenthalt war. um ihm das erneuerte Doktordiplom zu überreichen. Dr. A. Stern ging aber dieser Ehrung aus dem Wege. Anläßlich des Beginnens der antisemitischen Bewegung über gab er dem Ministerium Taasfe eine bedeutende Denkschrift im Interesse des österreichischen Judentums. Anläßlich des Hülsner- Proze'ses hielt er in einer von tausenden besuchten Protestversammlung eine gewaltige Rede und seiner aller Welt imponierenden Stellungnahme für die moralischen Interessen des Judentums wird es auch hoffentlich gelingen, eine Revision dieses Proz-'sses zu veranlassen. Als Präsident der Wiener jüdischen Gemeinde hat er den Einfluß der Seelsorge auf das religiöse Leben ungemein gehoben und im Religionsunterrichte der hebräischen Sprache eine ausschlaggebende Bedeutung gesichert. Er ist ein Mitbegründer der israelitischen Allianz in Wien und in den 80 er Jahren, anläßlich der großen Judenverfolgungen in Rußland. verbrachte er viele Wochen an der österreichischen Grenze, um das Rettungswerk zu studieren. Als der berühmte Freiheitskämpfer Dr. Adolf F i s ch h o f auf dem Wiener jüdischen Fried- Hose bestattet wurde, wollte die Fischhos-Denkmalkommission. zu welcher auch Eduard S u e ß gehörte, nur eine deutsche und keine hebräische Aufschrift auf dem Denkmal zulassen, und die isr. Kultusgemeinde Wien hatte auch keinen bindenden Punkt im Bestattungsstatute, daß auch hebräische Aufschriften an den Grabsteinen angebracht werden sollten. Dr. Alfred Stern wollte aber um jeden Preis auch eine hebräische Aufschrift, damit die zukünftigen Generationen erfahren sollen, daß F i s ch h o s. der große Freiheitskämpfer. Jude sei. Der hier in Pozsony seit einem Jahre wohnhafte große Talmudgelehrte und Grundbesitzer Adolf Freund, ein Busenfreund Fischhofs, übergab Dr. A. Stern mehrere von Fischhof an Freund gerichtete, im klassischen Hebräisch geschriebene Briefe, woraus Dr. A. Stern die hebräische Aufschrift durchsetzte. Emr! Rundfrage über d'e Freizügigkeit der Juden. 'Aus Anlaß der Einbringung eines Antrages in der russischen Duma über die Freizügigkeit der Juden in Rußland richtete der Wiener Vertreter der „Odeßkia Nowosti" an eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten eine Rundfrage über den Einfluß der Freizügigkeit der Juden in Oesterreich-Ungarn und Deutschland auf das wirtschaftliche soziale und kulturelle Leben der Völker. Unter anderem sind folgende Antworten eingelaufen: Ministerpräsident a. D. v. Koerber erklärt, daß nach aller Erfahrung Ausnahmsgesetze nur selten zum Ziele führen und den Zweck, der dabei vorschwebt, erreichen. Um so unwirksamer werden solche Gesetze in einem Zeitalter, in welchem die Abschließung der Völker und Menschen -immer mehr und mehr schwindet. Ministerpräsident Freiherr v. Gautsch: Ich bedauere, mit Rücksicht auf meine amtliche Stellung als Chef einer Zentralstelle mich der Abgabe von Erklärungen für publistische Zwecke enthalten zu müssen. Der frühere Statthalter von Niederösterreich Gras Kielmansegg bedauert, über die Verhältnisse der Juden in Oesterreich sich aus dem Grunde nicht äußern zu können, weil ihm die zur Beurteilung der Verhältnisse erforderlichen amtlichen Daten nicht zur Verfügung stehen. Der ehemalige ungarische Ackerbauminister Ignaz v. Daranyi erklärt: Die Freizügigkeit der Juden in Rußland kann für uns auch nicht ohne Belang fein, denn es scheint uns, als ob, falls den Juden in Rußland die Freizügigkeit gesichert würde, es zu erhoffen wäre, daß die Auswanderung, beziehungsweise die Einwanderung über Galizien und die Bukowina nach Ungarn sich verringern würde. Vom humanitären Standpunkt aus kann die Einräumung des Rechtes nur gebilligt werden. Ministerpräsident a. D. Freiherr v. Fejervary schreibt: Wie Ihnen vielleicht bekannt, habe ich mich seit dem Frühjahre 1906 vollkommen jeder politischen Meinungsäuße Dr. Bkochs WochMschrift