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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-09-01 · 35 (1.9.1911) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
35 (1.9.1911)
Date
1911-09-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 578 Dr. Bloch s WochMchirift Nr. 35 und chlten rabbinischen Schriften verwerten, am allerwenigsten aus dem Zusammenhänge gerissene. Sondern hier sei maßgebend die im Januar 1893 von 220 Rabbinern Deutschlands, Vertretern verschiedener Richtungen, unter feierlicher Anrufung des Namens Gottes abgegebene Erklärung über das, was für die Sittenlehre des Judentums (gegenwärtig) bindend sei- Diese Erklärung ist in meinem Schriftchen „Sind die Juden Verbrecher von Religions wegen?" (Leipzig 1900) abgedruckt: und ich überreichte dem Gerichtshof, dem Staatsanwalt und dem Verteidiger je ein Exemplar. Letzterer gab es mir zurück mit den Worten: „Dafür habe ich keine Verwendung!" Ich erklärte ferner, daß der unter Anklage gestellte Artikel allerdings Beschimpfungen der jüdischen Religion enthalte (§ 166 Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches), daß aber die Anklage richtiger auch und zwar hauptsächlich wegen § 130 erhoben worden wäre: denn Aufreizung liege deutlich vor. Für die Richtigkeit dieses meines Urteils kann ich verweisen auf die Erkenntnisse des Schöffengerichts München I vom 14. März 1897, des Landgerichts München I vom 1. Juni 1897, des Reichsgerichts, 3. Strafsenat, 7. Januar 1895, und des Reichsgerichts vom 10. Nov. 1899. Das Landgericht, Berlin I, konnte wohl nur wegen des Paragraphen urteilen, der in der Anklage angezogen war. Da nun ferner der Artikel, aus dem die „Staatsbürger-Zeitung" abgedruckt hatte („Hammer" von Th. Fritsch), ohne Anklage geblieben war, wenn auch nur durch ein Berschen, so hat das Gericht Mar einerseits den objektiv beschimpfenden Charakter des Artikels festgestellt, .andererseits aber auf Freisprechung erkannt, da die Absicht der Beschimpfung nicht nachgewiesen sei. Dadurch ist wenigstens dies erreicht, daß die „Staatsbürger-Zeitung", wenn sie dieselben Beschuldigungen wiederholt, verurteilt werden wird. Groß-Lichterfelde-West, 30. Juli 1911. Prof. Dr. Hermann L. Strack." Dar jüdische Begründer der reichsdeutschm konservativen Martefi. Die Konservativen bchaupten bekanntlich, daß der jüdische Einfluß überall zersetzend wirkt und daß die revolutionäre Gesinnung ein Erbteil des Judentums ist. Demgegenüber erinnert das „I. Wchb.", daß die reichsdeutschen Konservativen die Begründung ihrer Weltanschaunng und ihrer Organisation dem Juden Julius Stahl verdanken. Vor 50 Jahren (10. August 1861) ist der Begründer der heutigen konservativen Partei, Julius Stahl, gestorben. In München, also als Bayer, geboren, jüdischer Abstammung, schien er am wenigsten dazu bestimmt zu sein, Führer der preußischen Adels- und Mi- Märpartei zu werden. Mit 17 Jahren trat er, wie später seine Eltern und Geschwister, zum Christentum über, studierte die Rechte und habilitierte sich 1827 als Privatdozent. Er erregte weit über die Fachkreise hinaus Aufsehen durch sein Werk „Die Philosophie des Rechts nach geschichtlicher Ansicht", in der er seine Rechts- und Staatslehre „auf der Grundlage christlicher Weltanschauung" aufbaute. Jy Erlangen wirkte er als evangelischer Pro- Mor, und 1840 berief ihn Friedrich Wilhelm als Professor der Rechtsphilosophie nach Berlin und machte ihn später zum lebenslänglichen Mitglied der ersten Kammer und des Evangelischen Oberkirchenrats.. Er brachte die Reaktion in ein System und lieferte ihr auf jedem Gebiete das wissenschaftliche Fundament. Seine Philosophie kam zu dem berühmten Schluffe, daß die Wissenschaft umkchren müsse, daß der Staat und Obrigkeit göttliche Institutionen seien, und daß die „Autorität, nicht die Majorität" zu gelten habe. Er trat gegen die Annahme der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. und im Erfurter Parlament gegen die Unionverfassung auf. Die Rückwartsrevidierung der preußischen Verfassung fat er gefördert und in seinen feingeschlisfenen Reden verteidigt. Er ist der eigentliche Urheber der jetzigen Zusammensetzung des Herrenhauses. Auf kirchlichem Gebiet war er entschieden gegen jede Toleranz. Seine gründlichen Kenntnisse sein Gedankenreichtum, seine glänzende Beredsamkeit, die immer einen vornehmen Charakter trug, hatte ihn zum Wortführer und Haupt aller konservativen reaktionären Elemente gemacht, und das blieb er auch, als die „neue Aera" anbrach und er aus dem Oberkirchenrate ausschied. Er blieb auch die Seele des Widerstandes gegen diese und fand dafür in der Schlußsitzung des Herrenhauses 1861 die Worte: „Das Haus werde in feinem Widerstande gegen die neue Richtung der Regierung vielleicht brechen, aber nicht biegen." Bald darauf ereilte ihn in Bad Brückenau der Tod. Judckn im Sport. In einem lesenswerten Artikel über „Sport und Raffe" im Sportblatt des „B. T." kommt Dr. I. Spier auf die sportliche Eignung der Juden zu sprechen: „. . . . Auch daß eine ganze Menge guter amerikanischer Pugilisten mit wunderschön klingenden Pankeenamen deutsches Blut in ihren Adern haben, ist wohl nicht Geheimnis geblieben. Daß aber die jüdische Rasse gute Faustkämpfer gestellt hat, dürfte doch für viele etwas Neues sein. Und hier muß ich erwähnen, daß ein hoher Prozentsatz aller Värieteekraftkünstler Juden ist, vielleicht 40 bis 50 Prozent. Daß Juden hervorragende Drahtseilkünstler und Jongleure stellen; daß viele Zirkusunternehmer, Dompteure, Dresseure jüdischer Herkunft sind, auch im Ringkampfe finden wir hervorragende Vertreter. Ich war erstaunt, in Amerika fast keinem Bortampf beiwohnen zu können, ohne jüdische Pugilisten zu treffen. Berühmt geworden ist in Amerika das Bormatch Abe Atell mit Frankie Burns im Winter 1910. Abraham (Abe) Atell hatte einen Monat vorher in einem bösen Match sein linkes Schlüsselbein gebrochen; einen Monat später sahen wir ihn in Newyork mit kaum verheilten Knochen antreten. In her sechsten Runde brach das Schlüsselbein wieder: sein linker Arm, der Hauptstoßarm im Boren, hing schlaff herunter. Er gab nicht auf, obgleich Burns ihn, den Wehrlosen, furchtbar punchte, und Atell siegte noch durch zwei furchtbare Rechtshänder im neunten und zehnten Gang. Die Newyorker waren ob solchen Heroismus außer sich vor Bewunderung: die Zeitungen brachten spaltenlange Berichte. Joe Chomsky hatte eine Weltmeisterklasse und Jeffries sagte von ihm, daß er nie in seinem Lehm härtere Stöße bekommen habe als in seinem Match mit Chomsky. Kid Herrmann (ein Chicagoer jüdischer Borer) focht ein unentschiedenes Match, obgleich er im ersten Gang seinen Unterkiefer gebrochen hatte. Kid Goodman (ein Bostoner jüdischer Borer) war einer her besten LeichtgewichtsboXer der Welt. Joe Bernstein war der einzige Borer, der den „furchtbaren" Ferry Mc Govern in seinem Siegeszuge aufhalten konnte: Harry Harrys (Chicago) war in seiner Zeit ein „Wunder", eine Klasse für sich in seiner Gewichtsklasse." Die jüdffchen Altertümer der Schweiz. In Zürich hat sich! ein Komitee gebildet zum Lwecke der Sammlung jüdischer Altertümer. Wenn die Samm- . lung einen entsprechenden Umfang angenommen haben wird, so ist beabsichtigt, diese dem schweizerischen Landesmuseum schenkungsweise anzubieten mit der Bedingung, die Sammlung in einem eigenen Ausstellungsraum UNterzubringen. . . ■,

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