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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-08-18 · 33 (18.8.1911) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
33 (18.8.1911)
Date
1911-08-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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6eilc 548 Dr. Blochs Wochenschrift Nr. 33 große Oeffentlichkeit von -er zionistischen Arbeit mit Hochachtung sprechen würde. Präsident W o l f f s o h n, stürmisch begrüßt,' nimmt das Wort zur Erwiderung auf die am Berichte des Aktionskomitees geübte Kritik. Es sei vor allem unrichtig, daß die im Palästina geleistete praktische Arbeit der Leitung abgetrotzt wurde. Man habe gesagt, man müsse den Mut haben, auch schlechte Arbeit in Palästina zu machen. Dagegen erkläre er, man müsse vielmehr Mut haben, die Arbeiten, die sich als schlecht erweisen, einzustellen. Lieber wenig und gut, als viel und schlecht. Präsident Wolsfsohn wendet sich auch dagegen, daß manche zionistische Landesorganisationen es für möglich halten, sich mit der Landespolitik abzugeben. Sie müssen in erster Linie für die zionistischen Ideen arbeiten und nicht ihre Kräfte zersplittern. Auch sei zu beachten, daß die Landespolitik in den verschiedenen Ländern verschieden sei, und so könne es Vorkommen, daß Zionisten gegeneinander kämpfen. Wenn im Namen der palästinischen Arbeit hier verlangt wird, daß man mehr darauf hinarbeiten soll, mit arabischen Kreisen sich zu verständigen, so sollten in erster Linie die Arbeiter für die Verständigung sorgen. Es wurde Herrn Kann daraus ein Vorwurf gemacht, daß er Kritik an einem' Mitglied des engeren Aktionskomitees geübt hat. Da müsse er bemerken, daß er den Standpunkt des Herrn Kann teilt, und meint ebenfalls, daß es besser wäre, Prof. Marburg nicht mit kaufmännischer Arbeit zu, belasten. Er, Kann, Katzenelson, sie alle seien ohne Vertrauenswürdigkeit für Marburg. Sein kaufmännisches Vertrauen besitze nur ein gewisser Awadiowitz. Das wäre doch mindestens eigenartig. Indem er die Leistungen des Herrn Kann, insbesondere seine fleißige langjährige Mitarbeit an der Finanjzinstitution der Bewegung hervorhebt, der auch gearbeitet habe, als Herzl ihn aus der Leitung ausschloß, richtet er an den Kongreß die Bitte, mit der neuen Leitung milder zu verfahren, als mit der alten. (Stürmischer, minutenlang anhaltender Beifall.) Samuel Da ich es (London) beantragt die Erteilung eines Vertrauensvotums. Dr. Osias Thon (Krakau) stellt folgenden Antrag: „Der Kongreß spricht dem engeren Aktionskomitee für seine vierjährige fruchtbare und erfolgreiche Arbeit sein Vertrauen und seinen Dank aus, dankt aber insbesondere Herrn Präsidenten Wolffsohn, daß er das große Erbe Herzls nicht nur erhalten, sondern gemehrt habe." Ein Antrag Prof. Weitzmann, den Antrag in zwei Teilen abzustimmen, wird abgelehnt. Der Antrag wird sodann unter stürmischem Beifall und nicht endenwollendem Jubel mit allen gegen 7 Stimmen angenommen. Präsident Wolffsohn spricht dem Kongreß seinen Dank für diese Kundgebung aus und gibt in seinem Namen und im Namen des Herrn Kann die Versicherung, daß sie, obgleich sie von der Leitung zurücktreten, auch weiter für die zionistische Sache arbeiten Meiden. Schluß der Sitzung um 7 Uhr. Dritter Tag. Freitag, 11. August, 10 Uhr. -Vorsitzender Dr. Nord au. Der Vorsitzende gibt Kenntnis von einem Telegramm desGroßveziersHakkiPascha an d en Präsidenten Wolffsohn, in welchem der Chef der türkischen Regierung für die Sympathiekundgebung, aus Anlaß der Brandkatastrophe in Stambul, sowie für die Geldspende von 5000 Francs hem Kongreß den Dank ausspricht. Der Präsident des iüdischen Nationalfonds, Herr Dr. Bodenheimer, berichtet über die Sammlungen und die Verwaltung des Ratio nakf o n d s. Die Sammlungen bewegen sich in einer aufstzeigenden Linie und haben den höchsten Stand im vorigen Jahr erreicht. Die Verwaltung habe die Oppenheimersche Siedelungsgenossenschaft, welche vom vorigen Kongreß beschlossen wurde, ausgebäut und habe die Hoffnung, hierdurch ein großes soziales Problem und gleichzeitig die wichtige Frage der Schaffung eines jüdischen Ärbeiterstandes in Palästina der Lösung näher zu bringen. Die Verwaltung sei bestrebt, die gegenwärtigen Einrichtungen auszubauen, ehe man an neue Unternehmungen herantrete. Der Grundzweck/auf dem man bestehen müßte, sei die Erwerbung von Boden in Palästina für das jüdische Volk zum Zwecke der Ansiedelung einer jüdischen Bauernschaft. Hievon dürfe man nicht abgehen, und deshalb spreche sich Redner gegen eine etwaige Besteuerung des Nationalfonds aus, durch welche ein wenn auch nicht erheblicher Teil der Mittel dieses großen nationalen Fonds seinem Zweck entzogen werden könnte. Zum Schlüsse berührte Redner die Schwierigkeiten, welche durch Beschwerden der gesetzestreuen Juden entstanden und die in keiner Weise begründet seien. Wenn auch der Nationalfonds keine religiöse Polizei über seine Arbeiter ausüben könne, da diese dem Prinzip der Gewissensfreiheit widerspreche, so sei er bestrebt, alle Einrichtungen so zu schaffend daß auch der allerfrömmste Jude ohne Beeinträchtigung seiner Ueberzeugung auf den Ländereien des Nationalfonds arbeiten könne. Redner schloß mit einem Appell, indem er darauf hinwies, daß der Fonds, wenn überhaupt so eifrig und' energisch gearbeitet würde wie in Belgien und Südafrika, eine Iahreseinnahme von mindestens 12 Millionen Mark ergeben müßte, Dr. R. K a tz e n e l s o h n, Vorsitzender des Direktoriums der jüdischen Kolonialbank, erstattet einen Bericht über die Tätigkeit der Kolonialbank und ihrer Töchterinstitutionen: Anglo-Levantino Banking Company und Anglo Palestine Company. Die Entwicklung dieser Banken sei recht befriedigend. Die Operationen auf verschiedenen Gebieten haben gute Erfolge erzielt. Die Investierung des Kapitals in Palästina erreicht bereits ca. acht Millionen Franken. Im allgemeinen sei die Tätigkeit der Banken nach vielen Richtungen hin erweitert worden, die Aussichten für die Zukunft seien günstig. Dieser Bericht wurde von dem Kongreß mit Beifall ausgenommen. Herrn. Struck verliest im Namen der orthodoxen Federation Misrachi eine Erklärung und fordert im Hinweis auf ein Schreiben des Oberrabbiners Kuk in Jaffa, daß die religiösen Gebote des Judentums auf den Ländereien des Nationalfonds respektiert werden sollen. Doktor Jakob Thon (Jaffa) erklärt, daß auf den Besitzungen des Nationalfonds kein einziger Fall der Entweihung des Sabbats oder der jüdischen Feiertage bekannt sei. Auch der vorliegende Brief Kuk's an die Nationalfondverwaltung sei an diese nicht gelangt.. Zuckermann verlangt Toleranz, in religiöser Hinsicht auch für die nichtorthodoxen Arbeiter, die sich für das Volk opfern. Rabbiner Schmelkel, von allen Parteien lebhaft begrüßt, mahnt zur Rücksichtnahme auf die Religion und die religiösen Elemente im Judentum. Der Zionismus bedeute die Einheit des ganzen Israel und müsse bestrebt sein, keinen Anlaß zu geben, der dieser Einheit Abbruch tun könnte. Ussischkin führt in längerer hebräischer Rede aus, die jüdische Religion sei m'it der jüdischen Nationalität aufs engste verbünden. Aber man dürfe nicht gewaltsam und durch äußere Momente die Religion zu erhalten suchen. Pon der liberalen Jugend sei der Zionismus ausgegangen. Wir Konservativen seien erst später nachgekommen. Die Arbeiter seien ihrer freien Initiative gefolgt, als sie als .Pioniere ins Land kamen. Sie würden durch den national-historischen Geiste der vom Lande ausginge, von selbst konservativer werden. An Stelle des unfruchtbaren Kampfes sollte Misrachi bestrebt sein, durch positive Arbeit für eigene Kulturinstitute

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