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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-08-11 · 32 (11.8.1911) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
32 (11.8.1911)
Date
1911-08-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Sk. 33 Dr- Blochs Wochenschrift für Deutschland also nicht, wie die Antisemiten behaupten : Wann wird Juda Deutschland unterjocht haben? Sondern sie lautet: Wann wird das deutsche Judentum sich so verringert haben, daß es für die deutsche Kultur überhaupt belanglos geworden sein wird? Korrespondenzen Die' Konstantinopler Vrandkatastrophe und die Israelitische AMam ZU Wien. Gleich nach Einlangen der ersten Nachricht von der großen Vrandkatastrophe, welcher auch ein großer Teil des jüdischen Viertels' von Konstantinopel zum Opfer fiel, hatte sich das Sekretariat der „Israelitischen Allianz zu Wien" mit dem Großrabbinate der Türkei in briefliches Einvernehmen gesetzt Und um Informationen über den . Umfang der Katastrophe, sowie über die eventuell notwendig erscheinende Hilfsaktion zugunsten der vom Brandunglücke betroffenen Elaubensbrüder. ersucht. Das .Schreiben an das Großrabbinat enthielt auch die Anfrage, ob die in der Türkei selbst eingeleitete Hilfsaktion auch die hilfebedürftigen Juden in entsprechendem Maße berücksichtige. In einem^ schreiben, des Großrabbiners Chaim Rahum vom 6. Dh an den Sekretär der Allianz!, Herrn.Dr. Armand Kaminka, wird nun mitgeteilt, daß infolge der verheerenden Katastrophe 300 jüdische Familien obdachlos geworden sind und im Freien kampieren und rascher Hilfe bedürfen. Der Großrabbiner zollt dem lebhaften Interesse, das die Wiener Allianz für die unglücklichen Glaübensbrüder in Konstantinopel bekundet, Dank und dankt allen österr. Glaubensgenossen, die sich an den verschiedenen interkonfesswneffen Samm- . lungen zugunsten der von der Vrandkatastrophe Betroffenen mit ihren Spenden beteiligten. Schließlich konstatiert der Großrabbiner mit besonderer Genugtuung, daß sowohl die Hilfsaktion der türkischen Regierung, wie auch diejenige des auf Initiative der Regierung geschaffenen Hilfskomitees ihre Hilfe allen Betroffenen, ohne Unterschied der Konfession und der Nationalität, in gleichem Maße zuwendet. Auf Grund dieser Mitteilung, hat die Wiener Allianz von der Einleitung einer besonderen jüdischen Hilfsaktion abgesehen. Da jedoch, wie aus dem Briefe des Großrabbiners hervorgeht, zur Linderung der Not der von dem Brandunglücke heimgesuchten Glaubensbrüder sehr große Mittel notwendig erscheinen und demnach weitere Spendensammlungen erforderlich sind, wäre es angezeiat, daß unsere Glaubensgenossen ihre für die Opfer der Konstantinopler Katastrophe zu widmenden Säenden im Wege der Israelitischm Allianz zu Wien überreichen lassen, damit auf diese Weise der Anteil der Juden an^der Hilfsaktion klarer zutage trete. -4. * . * * Das Zentral-Komitee der Alliance Israelite Universelle hat von dem Mitglied des Zentral-Komitees, Herr I. Fernande?, über die Brandkatastrophe in Konstantinopel nachstehenden Bericht erhalten: Konstantinopel, 27. Juli 1911. Verehrter Herr Präsident! Soeben habe ich Ihnen das Telegramm bestätigt, das ich Ihnen vorgestern zu schicken die Ehre hatte, und in /dem ich Ihnen von den beiden fürchterlichen Unglücksfällen Mitteilung machte, die im Zeitraumvon 24 Stunden unsere Hauptstadt heimgesucht und die ganze Bevölkerung der Stadt in Schrecken und Bestürzung verhetzt Haben. Zwei überaus heftige Brände haben in ver- -' schiedenen Stadtteilen an zwei aufeinanderfolgenden Ta- Seite 527 gen gewütet. Am Jahrestage der Proklamation-, der Verfassung, am 23. Juli, hat das Feuer in einem stark bevölkerten Teil von Stambul innerhalb zehn Stunden über dreitausend Hauser zerstört und hat Tausende von mohammedanischen, meist zur ärmsten Bevölkerungsklasse gehörende Familien obdachlos und eristenzlos gemacht. Die zweite Feuersbrunst ist am 24. Juli in der jüdischen Vorstadt Balata ausgebrochen und hat von 1 Uhr mittags bis 9 Uhr abends gedauert. Das Feuer entstand im Waschhaus des Hospitals Or Ahajim, das selbst wie durch ein Wunsoer vom Unheil verschont wurde. Ein stürmischer Wind trieb die verzehrenden Flammen über den ganzen Stadtteil Balata am Goldenen Horn entlang, alle Holzbauten am Wege wurden im Nu vernichtet. Die amtliche Untersuchung hat ergeben, daß 485 Häuser, 72 Kaufläden, vier Synagogen und 5 Schulen verbrannt sind, darunter unsere Knaben- und Mädchenschulen. Die Regierung hat sofort vorläufige.Maßregeln getroffen, um eine gewisse Anzahl der Betroffenen unterzubringen, die alle ihre geringen Habseligkriten verloren haben: die jüdische Gemeinde bemüht sich ebenfalls» das unermeßliche Unglück der israelitischen Familien zu lindern. die gänzlich mittellos zurückgeblieben sind, aber die Summen, die wir hier an Ort und Stelle zusammenbringen können, werden nicht ausreichen, das Elend unserer so schwer betroffenen Glaubensgenossen wirksam zu bekämpfen. Deshalb Rechnen wir bei diesem schmerzlichen Ereignis besonders auf die wohlbekannte Großmut unserer Brüder im Abendland, deren Herzen mit uns für die Hunderte von Familien fühlen werden, die die furchtbare Katastrophe plötzlich in das größte Elend gestürzt hat. Wir wenden uns mit der dringendsten Bitte an ihre milden Herzen, unseren vom Unglück verfolgten Glaubmsgenossen Beistand zu leisten. Sie selbst strecken ihre klebenden Hände den wohlwollenden Brüdern entgegen und sind mit uns überzeugt, daß die in Israel jederzeit vorhandene Solidarität sich auch dieses t Mal bewahren wird. Sie wird es uns ermöglichen. 'Brot für die Hungernden und Kleider für die Aermsten anzusch affen, die ihre armseligen Lumven verlogen haben. Später hoffen wir, auch einen Teil der Wohnstätten wieder aufzubauen, die ein Raub der Flammen geworden sind. Der offizieile JKatalog der Motorischen Abteilung der Dresdener Ausstellung über Hie Bedeutung der Indischen 'Hygiene« Der soeben in prachtvoller Ausstattung erschienene Katalog der Historischen Abteilung der Internationalen Hygiene-A-nsstellung Dresden 1911. verzeichnet in den beiden Gruppen TTIund XXIX (Biblische und jüdische Hygiene) «her 800 Nummern, darunter die altisraelitisohen Wasserleitungen, Backöfen, Kochherde; Bauernhaus, Gräber, ’Kommflblen n. a. ans Palästina, Xnochenkisten, Sarkophage, Bibelsprüche von hygienischer Bedeutung, die jüdischen Katakomben In Rom und Venosa insbesondere, diferam Monteverde in Rom; Sabbatstube, Sabbatlampen, Mahl am Pesach- und am Laubhüttenfeste; Ofen zum Wärmen des Sabbatessens; Beine und unreine Tiere; Jüdische Fleischbeschau ,* Gruppe einer Schachtung; Zubereitung von jüdischen Speisen; Entbindung, Wochenstnbe, Wickelkind; Bescbneidnnsr: Darstellung, Instrumente, Mohelbflcher; Leichenwaschung, Beerdigung, Friedhöfe, Grabsteine, SterblichkeitstabeUen. Krankenhäuser, Herzpräparate die das Entbluten des geschächteten und des geschlagenen Viehes veranschaulichen; das Aussalzen des Fleisches vor der Zubereitung; Behandlung der Aussätzigen; Wiener Ghetto mit Oachschutz an den Häusern, durch das Gesetz vorgeschrieben; verschiedene deutsche und ungarische Indengassen und Interieurs; Versorgung der Fäkalien, gesundheitliche Sprüche aus dem Talmud und Schulchan-Aruch, Judenbäder in Offenburg, Friedberg, Worms (Modelle), italienische Ghetti; Originalgemälde, Kranken-

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