Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 31 (4.8.1911)
- Date
- 1911-08-04
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Sette 518 Dr. Blochs WvcheMM m. 3i gtUtatuv* H. Blaufuss, Götter, Bilder and Symbole nach den Traktaten über fremden Dienst (Aboda Zara). Jahresber. Nürnberg 1910.(Dr. Hans Blaufass. k. Gym.- Prof., Nürnberg.) Dass die Angaben der talmndischen Schriften immer mehr in den Rahmen der vergleichenden mythologischen Forschung hineingezogen werden, ist nur mit Freuden zu begrüssen. Die vorliegende Probe zeigt wiederum, dass dadurch'nicht nur die Talmoderklärung Förderung erfährt, sondern auch Zusammenhänge in der fremden Mythologie, die bisher nicht bekannt oder unklar waren, beleuchtet werden. Auch die von so Vielen abgelehnten, rabbinischen Erklärungen zur Bibel kommen hier zur gebührenden Ehre. Einzelne Identifikationen sind ganz neu und überzeugend. Nur die gründliche Beherrschung der einschlägigen weitzerstreuten Literatur ermöglichte die Ergebnisse. Kent-Lehmann The Junior Bible. Bloch Publish, Comp., Newyork. Eine Probe eines an sich sehr dankenswerten Versuches, die Geschichte der Bibel samt Nutzanwendung dem Kleinen zu Herzen zu führen. Bilder unterstützen die Anschauung. Doch stört schon auf der ersten Seite der Gottesname. Y.. h. Lesslng’s Briefe. In Auswahl, heraus», von Jul. Petersen. Leipzig 1911. Insel-Verlag. Es ist wahr, Lessing kennt nicht, wer seine Briefe nicht gelesen hat. Das, was Goethe mit Recht am meisten an ihm rühmt, sein Charakter, tritt hier in der gewinnendsten Form vor unser Auge. Man braucht nur die Briefe an Mendelssohn zu lesen mit ihrer traulichen Anrede („Liebster Freimd“, „Bester Freund“) und man blickt in die Seele eines Menschen, der weit über sein Jahrhundert hinaus Allen ein Muster bleiben wird, die aus Kampf und Not zum menschlich Höchsten ringen. Nlaur. Maeterlink, Daß Leben der Bienen. Auswahl (Wissenschaftl. Volksbücher für Schule und Haus. Herausg. von F. Gansberg.) Hamburg 1911, Alfr. Janssen. Ausser Bölsche hat wohl noch Niemand so über das Tierleben, wie'es hier Maeterlink tut, geschrieben. Eine neue Welt erschliesst sich dem Leser. Denn selbst der, dem das Leben der Bienen nach Büchern und eigener Anschauung nicht ganz unbekannt war, wird diese Bienenpkilosophie nicht nur als Neuland begrüssen, er wird von nun an zu'verständnisvollerem Stadium dieser seltsamen Wesen sich angeregt fühlen. Karl Ritter von Landmänn, Prinz Eugen. (Die Begründung der Grossmachtstellung Oesterreich - Ungarns.) München 1905, Kirchheim’sche Verlagsbuchhandlung M. 4.—. Das Buch ist so übersichtlich, klar und fliessend geschrieben und mit einer solchen Pracht ausgestattet, dass wir es als eine hervorragende Lektüre, besonders für die Jugend Oesterreichs empfehlen können. Es ist aber durchaus nicht etwa ein „Buch für die Jugend“, sondern auch für das reife Alter. Die prächtige Gestalt des Titelhelden kommt in -ihrer Bedeutung zur vollen Geltung. Ehrlicher Patriotismus, der vielleicht hie und dä ein wenig idealisiert, durchglüht das ganze Buch. Meinhold und Lietzmann, Der Prophet Arnos. Hebr. und griech. Bonn 1905. Marcus u. Weber. M. 1. Es ist ein glücklicher Wurf, zur Anleitung textkritischer Arbeiten in theologischen Seminarien den hebr. und den Septuägintatext nebeneinander abzudrucken und durch Noten den Anfänger au diese Art philologischer Forschung zu gewöhnen. Gerade dieser Prophetentext bietet dazu die beste Probe. In derselben Sammlung-„Kleine Texte für theologische Vorlesungen und Hebungen“ erschien auch 1904: ^Die Himmelfahrt des Mose“, herausgegeben von 0. 01 emen. (M. 0.30), das Muster einer derartigen Edition, zum Schlüsse eine Zusammenstellung aller Zeugnisse über die „Assumptio Mosis“. Herrn. Adler, Angl o-Jewish Memories andotter Sermons. London. 1911, George Roudledge & Sons. Diese gediegenen Reden sind zum grossen Teile Kasualien, Festreden, die die Königin Viktoria, Monte Lore, dem Vorgänger im Londoner Oberrabbinat, F. D. Mocatta, die Opfer des Pogroms, Synagogen weihen, den südafrikanischen Krieg und anderes zum Gegenstände haben. Die Festreden zeichnen sich durch Reichtum der Gedanken, wie durch Wärme der Empfindung aus. Biichler A., The Political and the Sozial Leaders öf the Jewish Community of 8 epphöris ian the Second and Third Centuries. Daicbes F., Th e Jews in Babylonia in the Ti me of Ezra and Nehemia according to Babylon eh Inscriptions. London, Jnwish College. Zwei Publikationen des Londoner Jewish College, die uns über die politischen und sozialen Verhältnisse unserer Altvorderen in weit zurückliegenden Zeitepochen an zwei besonders interessanten Kulturzentren unterrichten. Die erste beweist, wie das Differenzieren nach dem Lokale, ähnlich wie das nach der Person bei Bacher und Andere, vieles Bekannte im ganz neuem Lichte zeigt, und wie aus einein so oft dnrchpflügten Boden noch immer neue Saaten zu. erzielen sind. Die zweite versteht es, aus den Eigenamen der Juden in babylonischen Urkunden Kapital zu schlagen. Sie bietet ein wertvolles Pendant zu den Arbeiten Aber Syene. Fr. Bloch, Die Juden in Deutschland. Von einem jüdischen Deutschen. Berlin 1910. Carl Curtius. Das Buch wendet sich im ersten Teile an die Juden und. verlangt Selbsterziehung des Einzelnen zum Deutschtum, Assimilation durch Mischehe, doch mit Festhaltung der Produkte im Judentum, Abschliessuug gegen das . Eindringen der osteuropäischen Elemente, die den deutschen Juden auf seinem Wege zum Deutschwerden hemmen. Dass das Ziel erreichbar, sollenlbeweisen Bielschowsky, der beste Goethe-Biograph, Sternberg, der Wagner- Forscher, die Juristen Laband und Dernburg. Hinzufügen könnten wir noch die Erinnerung an Treitschke’s Urteil über Mendelssohn und andere deutsche Juden. In dem zweiten Teil wendet sich der Verfasser an die nichtjüdischen Deutschen, Sie sollen den Juden gegenüber ihre Front wechseln. Das Ganze ist eine wohlgemeinte Utopie. Der Verfasser selbst verkennt das nicht. A. Sperlich, Praktische Winke zur. Bereitung von schmackhaften Bäckereien. Sternberg (Mähren) 1911. A. Hirschfe 1 d. M. 1.20. Enthält unter anderem einige Rezepte, die der jüdischen Küche von altersher als speziell jüdisch geläufig sind. Herrn. Sudermann, Es war. Roman. 150. Aufl Stuttgart 1911. J. G. C o 11 a. '' •■ii" Herrenmoral im Kampfe mit Herdenreligiön, Verwerfung der Reue in der Absicht und aufreibende Gewissensbisse in der Praxis, so rin?t es und wühlt es in der trotzigen Brust Leos von Solenthin. Zwischen Liebe und Freundschaft hat er zu entscheiden. Die Treue zu dem-Gefährten seiner Kindheit und reiferen Jugend triumphiert. Alleshöchst spännend, wenn auch, in dem mit neuen Ehrbegriffen von Uebersee heimgekehrten Edelmann und dem geldleihenden- Juden uns aus früheren Werken Sudermanns’ wohlbekannte Figuren? begegnen. Dass dieser Jude aber noch heute mauscheln muss, will uns nicht einleuchten. Ed. König, Die Religion unserer Klassik er oderdie Klassiker'unserer Religion? Stuttgart 1905. Max Kielmann. Im ersten Teil eine Polemik gegen das Streben, Lessin?, Goethe, Schiller zu Religionsaposteln zu stempeln. Ihnen, hält König,,,pi^^r^d^((fcten5|^e ^tejK^siker des Glaubens entgegen, unter denen er dem einzigen Jesaja eine Darstellung widmet, die das Herz jedes Juden entzücken muss. Der Mensch aller Zeiten Allgemeine Verlagsgesellschaft, Berlin, Friedrichstrasse 289. Zirka 40 Lieferungen zu-je M. il,—. Dieses' grossangelegte und verschwenderisch ausgestattete Lieferungswerk, das Händen, wie H. Obermaier, -F,. Birkner und anderen - Fachautoritäten an vertraut ist, führt sich mit den vorliegenden Lieferungen sehr günstig ein. Ungemein sympathisch berührt die gerechte-uBebandlung dei biblischen Schöpfungsgeschichte, ihre-Schätzung*Can der Hand der antiken Schöpfungsmythen. Diese Hefte leiten den ersten Band, ein, der den „Menschen der Vorzeit“ behandelt. Thomas und Felix Plätters und Theod, Agrlppa d’Aubigne’s Lebensbeschreibungen. Herausg. von Otto Fischer. München 1911. Martin M ö r i k e. Die Olaubenskämpfe des 16. Jahrhunderts, insbesondere in der Schweiz und in Frankreich, bilden den Hintergrund und zugleich das Bindeglied zwischen diesen Selbstbiograiphien. Die beiden ersten bieten Einblick in das weniger von Stürmen durchbrauste Bürger- und Gelehrtenleben, die letzte hingegen erscheint wie eine Vorlage für Dumas’ „Drei Musketiere“. Was an dieser Stelle aber besonders interessiert, sind die neuen hier sich bietenden Belege für den ausserordentlichen Eifer, dem damals alle Welt den Studien der jüdischen Literatur widmete. Thom. Platter lernt bei Mysonius in Zürich hebräisch und lehrt es mit ausgezeichnetem Erfolg _ (21.) Er kauft eine der Bibeln, die sich Pellicanus aus Venedig kommen lässt. Einer seiner Schüler will noch mit 80 Jahren hebräisch lernen. Die Königin von Navarra, schickt eigens einen Gelehrten aus, das Hebräische gründlich zu erlernen; der bei Platter und den gelehrtesten Rabbinern „in Creta, Asia und Arabia“ studiert. (86 f.) Auch d’Aubign6, Grosavater der.Maintenon, sagt von sich (304) : „Ich las geläufig die Rabbiner ohne Punktation.“ Sehr bemerkenswert ist, was Felix Platter über den Professor der Medizin in Montpellier, Catalan, berichtet (210), der ein Marrane war, auch damals, wie die Marranen pflegten, nur rituelle Speisen genoss. »Die Quelle.« Die letzte Doppel Nummer des IV. Jahrganges der wiederholt empfohlenen Monatsschrift „Die Quelle“ (Herausgeber : Dr. Robert Reinhard) gilt in erster Linie dem Prager Dichter und Arzt Hugo Salus, der mit dem innigen Märchen „Wo kommen die Kinder her?“, mit einer Selbstbiographie und zahlreichen ungedruckten Gedichten nebst Porträt vorgeführt wird. Herma von Skodas Märchen „Das Feuer“, Stephan Milo ws