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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-08-04 · 31 (4.8.1911) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
31 (4.8.1911)
Date
1911-08-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 507 Nr- 31 Dr. Blocks Wochenschrift , neten Landstriches ungefähr erkennen, Vorausgeschickt werde, daß das Mischna Kelaim I, 2 erwähnte Wort nso *?i£> (eine Art Hülsenfrucht) im jerus. Talmud zur Stelle erläuternd mit 'DIB nsa wiedergegeben und demnach ausdrücklich betont wird, daß der nördliche Teil Persiens gemeint sei. Aber auch ans der Mischna Bab Bathr III, 8, wo der nsan dVid die der ms entgegengesetzt wird, geht klar hervor, daß 'nsa Nordarmenien und die noch nördlicher gelegene Gegend sein muß, weil ms hier Melilene, Kleinarmeuien und Pontus oder richtiger der östliche Teil des alten Kappadozien bis zum Pontus Euxinus heißt (s. u. w.) Noch deutlicher geht dies aus Mischna Kelim, XVII, 8, hervor, wo überhaupt in allen Angaben ausschließlich die Verhältnisse des Nordens berücksichtigt werden. Hier werden verschiedene, in nördlichen Landstrichen übliche, und zwar wie im Altertum gewöhnlich nach der Größe einer gewissen Fruchtgattung fixierte Maß- und Gewichtseinheiten entsprechend der geographischen Lage dieser. Länder aufgezählt. Sie führt zuerst das Maß rwa in der Größe der Frucht oder des Kernes der Olive, die in mis» d. i. Egeria (Landstrich in Nordkolchis) wächst und dort daher als Maß üblich war, au, ferner rmjHM in der normalen Größe eines Gerstenkornes rmaia rr, der Gegend nordwestlich von den Quellen des Euphrat (s. w. u.), endlich das ntjnya in der Größe einer Erbse nnsa it , Nordarmeniens und;*!j>fr angrenzenden Gebiete. Der jerus. Talmud Kelaim '8, Z und Sab. 5, I, hebt noch hervor, daß nsöjSya auch mS ^genannt werde, weshalb beide identisch sein müßten. Folglich seien auch die in Daniel 8, 43, erwähnten Völker a'ts>i33 im Norden zu suchen, d. h. mit anderen Worten, lxmS habe die Bedeutung von Albanien und die von R. Ujschaja überlieferte, alte Boraitha nnn "i paenS *ps u habe auch auf die Albanier- Bezug. Hieraus'ist n ersichtlich, daß auch Albania unter „Mizraim" verstanden oder mitinbegriffen war. In dem zitierten Kap. 8 des Buches ist die Rede von einem „Könige des Nordens". Es scheint nun sehr annehmbar, daß die daselbst erwähnten „Schätze Mizraims" im Norden und die als seine Hilfstruppen genannten a'tpm omS Albanier und asiatische Aethiopier seien?) Es ist darum auch durchaus plausibel, wenn die Septuaginta zu Jerem 2, 18 rnrnpf? ansa “pn1? no nnjn 3) Aus unzähligen Stellen im Talmud und Midrasch geht hervor, daß die Alten die Gegend Albaniens mit 'Kn*7 bezeichnen u d scheint dies auch tatsächlich der alte Name dieses Landes gewesen zu sein. In der rabbinischen Literatur (Jerus Bab Meg III-2, Ber Rab 33, Pefikta d. R. K. pag. 74) wird variierend über eme Reise Al>xander des G oben nach Scythia oder dem Norden (K'Sp oder xp'-iax) erzählt. Es wurde ihm nach einer Erzählung (Ende Thamid) geraten, zum leichteren Uebergange über die Coroxici montes albanische Maulesel ("Kai*? Klön), die noch heute bei Besteigung des Kaukasus gute Dienste Icifien,. zu verwendcn. Der Talmud läßt solche über Nordarmenien nach Südbabylon bringen (swu.). Dies alles beweist auch, daß Albania in den alten hebräischen Quellen nn^ 'heißt. .Nun erwähnt aber Plinius VI, 11, daß die Lubiener dür westlichen Teil Albaniens bewohnten, was mit unseren Angaben vielleicht nicht ganz stimmen würde, hingegen bestätigt ein Zitat bei Josephus (Altert, X, 11, 1, ausführlich bei Eusebius Evaug. Pr. 41, 9.) aus Megasthenes Werk „Jndica" unsere Ansicht vollständig. Daselbst heißt es, Nebukadnezar sei noch ein größerer Held als Herkules (gewiß eine Anspielung auf Herkules Reise nach Scythicn Herod.VI, 10) gewesen, indem-er nach Unterwerfung Lybiens und Jderiens einen Teil der Einwohner rechts vom Pontus ansiedelte: ,,’Erö xs Atßfyv xac ’lßsptyjv cxpaxeuaat, xaöxa? Se /stpoaajiEvov ’a7cooa§p.ovauxöjv £?S xa Se^taxoö uovxou naxowuaac“. Demnach nennt auch Megasthenes das Land Albania wie die alten Hebräer 'Kn •. Schließlich sei noch erwähnt, daß mit os^ca xou icovxou das südliche Gestade des Pontus Euxinus gemeint ist, wie nach Strabo (XII, 1) die Griechen es nennen, weil es bei der Einfahrt in den Pontus rechts liegt. Nach St. Martin, eines der besten Kenner der Geschichte des Nordostens Memoire hist: 1847, pag 46 beziehen sich die Worte Megasthenes auf die Juden. — Herodot VII, 71, nennt auch albania Lybien. ma *e rrni»^ niwrr ■pnS nai um» *e das Wort um» gleichbedeutend mit '»ia annimmt und es mit wiedergibt, da sie darunter den Araxes, vielleicht auch den Fluß gleichen Namens im Westen des Kaspischen Meeres (beide wurden im Altertume identifiziert; Herodo? IV, 40) versteht, und unter „Miziaim" das im Norden gelegene versteht. In diesem Verse wird Mizra'm mit dem Arax.s antithetisch Assyrien mit dem Euphrat gegenübergestellt. Soweit sich dies beute noch feststellen läßt, ist die Aufstellung dieses erwähntengenealogisch-ethuographischen Syftemes nur in der Thora anzutreffen und nur Juden haben diese Ueberlieferung weiter propagieren können. Was ailso Mizraim aubltrifft, so ist dies, nur ein Teil dieses die ganze damals bekannte Welt umspauneudeu Systems. Herodot kann die in II. 104/5 mitgeteilte Ansicht bezüglich der Abstammung der Kolchier von den Aegyptern nur von Juden während seiner Anwesenheit in Kolchis gehört haben; dies klingt aus seinen Worten hervor, wo er abmehrend als Einleitung bemerkt: „Weil ich es eher selbst bemerkte, als von Anderen hörte (rj cbcouSag a’XXwv). Zur Begründung dieser Ansicht führt er an, daß die Kolchier sich beschneiden, Leinwand erzeugen und überhaupt in der ganzen Lebensweise den Aegyptern ähnlich seien; sie müßten deshalb vom Heere des Sesostris abstammen. Man sieht, wie gezwungen er sich Beweise, die kaum eine ernste Widerlegung verdienen, konstruieren möchte. Die Haltlosigkeit der diesbezüglichen Sage hat bereits Josephus teilweise (Altert VIII, 10) nachgewiesen. Das Heer des Sesvstris kam gewiß nicht nach Colchis und alle von Herodot angeführten Momente sind nur Aeußerlichkeiten, aus denen man keine Schlüsse auf eine Rassendeszendeuz oder gar Identität ziehen kann. Herodot versucht nur in willkürlich gekünstelter Weise, indirekt gegen die Ansicht der Juden polemisierend und diese dennoch bestätigend, sich eine Art System zurechtzulegen, um dann behaupten zu können, er sei selbst darauf gekommen. Seinen Verkehr mit den dortigen Juden verrät er übrigens auch noch mit einem Worte: er sagt, die Kolchische Leinwand werde, „Sardonische" (SapSovtxov, Xivov) genannt. Was ist Sardonikon? Damit dürfte die geklöppelte Leinwand der Bibel yi» ma (Exod. 35, 19), die namentlich auch zur Kleidung der Priester beim Gottesdienste im Tempel verwendet wurde, gemeint sein. Diese hebräische Bezeichnung ist gleich den meisten Namen der vom Nordosten kommenden Warenartikel ins Griechische und später ins Lateinische übergegangen. Behauptet doch eine alte Georgische Chronik, daß man bereits im hohen Altertume sich des Hebräischen in Georgien als Umgangssprache bedient habe. [Brosset, Histoire de la Georgie I, 32]. Dies dürfte auch die in der Mischna Joma III, 80, als Kleidung des Hohepriesters erwähnte Leinwand sein, (pnrn) denn nS'in (Kolchis) wird vom Targum stets (Genesis 2, 11, ec. mit xpm'x (Jndica) wiedergegeben. weil dies mit „Lazika". das den südlichen Teil dieses Landes ausmache, synonym sei. 4) Da wir sehr oft in die Lage kommen, die Mischna als Beleg für die Verhältnisse der Juden im Nordosten anzuführen, können wir nicht umhin, zn bemerken, daß der Urtext der Mischna dort verfaßt wurde. Wir beabsichtigen, diesem Thema eine eigene Monographie zu widmen, um dies ausführlich nachzuweisen. Hier bemerken wir nur kurz, daß Rabbi Jehuda, der als eigentlicher Redactor der Mischna gilt, diese zwar in der uns vorliegenden Fassung redigiert, aber aus älteren Mrschnasammlungen kompiliert hat. wobei er verschiedene Zusätze machte. Die meisten älteren Mischnas sind im Norden verfaßt, wie wir anderweitig ausführlich darlegen werden. Dies bestätigt auch die bisher unerklärt gebliebene Notiz aus Epiphanes (angeführt bei Eusebius Haeres, I 2. 9), wo unter Mischnas des R. Akiba und R. Jehuda auch die xöv Otwv 'Aquovacuv, nämlich die Mischna der Einwohner des Landes Ascham, wie der nordwestliche Landstrich Vorderasiens hieß (s. w. u.). erwähnt wird. R. Meier stellte eine Sammlung der älteren Mrschnas, sowie der seines Lehrers R. Akiba mit seinen eigenen Zusätzen versehen, her, die R. Jehuda größtenteils wörtlich in seine Sammlung aufnahm. Darum heißt es auch Synhedr. 86: ,,-pkö ---> m»a ano " Darauf dürfte auch der Bor-

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