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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-08-04 · 31 (4.8.1911) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
31 (4.8.1911)
Date
1911-08-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 506 Dr. Blocks WochMchkift Nr. 31 Hie Keteiligung der Juden am Kerrschen Welthandel iw Altertum. (Nachdruck verboten. Uebersetzungsrecht Vorbehalten.) : (Fortsetzung.) ä’Hsb' Zur Konfusion bei der Lokalisierung von Cusch und anderen umliegenden Ländern hat das Wort „Mrzraim" nicht wenig beigetragen, da letzteres ausschließlich als Aegypten in Afrika hingestellt wurde. Von dieser als ausgemacht geltenden Tatsache als einer sicheren Prämisse ausgehend, sucht man nun alle im Zusammenhänge mit diesem Lande Mizraim erwähnten Länder und Völker unbekannter Lage wie um einen Kreismittelpunkt zu gruppieren. Allein „Mizraim" hat in der Bibel keineswegs immer diese ihm beigelegte Bedeutung, wie man dies aus den Quellen des Altertumes mit unzweifelhaster Sicherheit konstatieren kann. Daher können die aus dieser Prämisse gezogenen Schlüsse auch nicht immer stichhältig sein. Ihrem ethnographischen Systeme, treu bezeichnet die Bibel mit dem Namen „Mizraim" sowohl das Stammland iM/Morden, non dem dieses Volk ausgegangen, als auch das Land in Afrika,, das von diesem später besetzt worden fein soll. Schon die Beibehaltung der Dualform bei dem Namen dieses Landes allein zeigt, daß es zwei Landstriche dieses Namens gegeben Haben muß. Dies läßt sich auch tatsächlich feststellen. Wenn wir bei der Führung des Beweises hiefür von der Bibel selbst vorerst abstrahieren werden, so geschieht es aus dem einfachen Grunde, um uns nicht in eine weitläufige, doppelte Deutungen zulassende Würdigung der Bilelstellen eiuzulasseu. Wir zieheil es vielmehr vor, uns auf die ältesten, ebenso glaubwürdigen Schrift-Denkmäler des jüdischen Altertums zu beschränken, die ^zweideutige und klare Beweise liefern. , In dem wähvend des Feldzuges Trajans gegen die Pgrther in Vorderasien in Nordosten verfaßten Buche Tobit, dessen Endhandlung zu Ragae in Medien spielt, heißt eE(Kap. L, 3), daß das auf Raphaels Anempfehlung dem Dämon Vorgesetzte Mittel seine Wirkung nicht verfehlt habe und daß letzterer nachdem „oberenAegypten" (dvwTara AlyÜTTcou) geflohen sei, wo ihn der Engel band. Daraus allein dürfte mit Sicherheit hervorgehen, daß diese Gegend um Ragae „Aegypten", heißt, was auch andere Qullen bestätigen. Wenn der Dämon also noch höher, zum Käukasus oder über denselben hinaus, floh, so wird demzufolge diese Gegend das „obere Aegypten" genannt. Sollte an der Richtigkeit, dieser Annahme noch welcher Zweifel obwalten, so läßt diese sich auch aus einer anderen Stelle belegen. Im Buche Hennoch (Kap. 10, 14) erhält Äaphael den Auftrag: „Feßle den Asasel an Händen und Füßen und wirf ihn in die „Finsternis" j^apniöi nn mache ein Loch in der Wüste Dudael (o':*m) und wirf ihn hinein.^ Hier werden die geographischen Namen nur mit anderen Bezeichnungen, wie „Finsternis" und „Dudael" wiedergegeben, die aber, wie bereits ausgeführt, nur ein und ^iesäbe Gegend bedeuten. *) *) Der hier in Frage kommende Ort der Handlung wird zweifellos festgestcllt, wenn wir noch eine Erklärung dieser auf den ersten Blick dunkeln Zitate beifügen, die nicht nur die Handlung an einem und demselben Orte sich abspielen lassen, sondern auch Asasel und Asmodai identifizieren, was auch eine Würdigung verdient. Schon aus Herodot IV, 83, 7«, sieht man. daß der Kult der Göttermutter Kybele vom Norden nach Griechenland kam, wie ihr Name Kybele Osi^ap) und Amma (j?ÖJS) zeigt. Nach seinen Angaben (II, 105, 131) ist sie identisch mit Urania, bei den Assyrern Aphrodite Mylitta, bei den Arabern Alita und bei den Persern 'JJiitra (Mi'xpa, vielleicht von Mutter?) und Annaitha genannt. Eine Notiz des Berosus bet Clemens Alexandrinus (MLller, Fragm. hist. Graec. II, pag. 508, Nr. 16) nennt diese Göttin, deren Kult überall eingeführt wurde, ausdrücklich 'AtppoSt'nj Tavai'oog, was unsere Annahme vollauf bestätigen dürfte. Ein berühmtes Heiligtum dieser Göttin, der Ziehen wir auch noch einen Fall aus der Geschichte als Beleg heran. Eine alte Mischna Para 3, 5, nennt einen Hohepriester aus der Zeit Herodes I. mit Namen n hrr'vin Josephus (Altert XV 2, 4) nennt ihn auch richtig Ananel aus „Babylon", wie denn auch dieser Name schon in der Bibel (Esra 5, 13 u. a) auf das ganze östliche Vorderasien bis zum Kaukasus übertragen wurde, und fügt noch (I e 3, 1) hinzu: „Dieser Ananel war kein Hohepriester aus unserer Gegend, sondern einer von der großen Masse der Priester, die jenseits des Euphrats im Exile leben."?) Josephus (idiä II 3) läßt auch den von den Parthern gefangenen Hyrkan nach „Babylon" führen. Nun erzählt auch Mo'es von Khoreue (I, II, Kap. XIX) aus alten Archiven, daß Hyrkan nach Semiramacerta (unweit von Van) exiliert war, bis er auf Verwendung des jüdischen Kronkavaliers in Armenien, Namens Ananel, befreit wurde. (Kapitel XXIV.). Da sämtliche, austzverschiedenen Quellen herstammenden Berichte sich bis in alle Details vollständig decken, kann der Ansicht, daß mit '->2v die Gegend Nordarmeniens gemeint sei,'wohl keinerlei begründetes Bedenken entgegenstehrck Ziehen wir hierüber die Mischna zu Rate, so finden wir nicht nur diese Behauptung vollauf bestätigt, '-'sondern man kann aus ihren Angaben die Grenzen dieses so bezeiP insbesondere die hohen Berge geweiht waren, befand sich nach Strabo (XI) seit ältester Zeit am Phasis am Fuße des Kaukasus. Nun hieß' die westliche Gegend Vorderasiens bis über, den Kaukasus LM (swu>), welcher Namen von den östlich wohnenden Juden in Zusammensetzung mit dem persischen Worte „Dewa" (Dämon oder Äcau$, divus) zur Bezeichnung dieser Göttin »Ni—i7 also Dämon odet 'Göttin von Ascham, gebraucht wurde. 'Der TMrnüd Gittim 68 spricht von rr-NL. (d. h. der Kaukasus) und von mittü nSm D'ttfl nös Uly»1? (d. i. der Phasis). Die Kybele heißt auch weil, sich in ihrer Begleitung Kabiren (Herodot II, 51) (fn*22), Korybanten vergh die Anspielung Menach. 410), rc. befunden haben.sollen. In. ihr erscheint „hie^mütz?xljMMtuk(s pHlssMWrtz-hqM wz^heyr^ Asmodai und. der Lilith 5,^^, gleichbedeutend mit (Kybele), dieselbe Rolle, nur im bösen Sinne Übertragen, weil der Kybele auch solche Eigenschaften wie die Entmannung des Jünglings.AttH beigelegt. wurhssn. ,. . ... Die hem Asmodai im Buche Tobit zugewiesene Rolle ist daher jetzt leicht verständlich, ebenso die Erzählung (l. e. 8, 3), daß: er nach dem „oberen Egypten", d. ch.-zum Kaukasus sioh, da dort sein m-. sprüntzlicher Sitz war. Ju diesem Kulte spielt, auch ein- Sühngebrauch mit Widderblut eine Rolle. Zflgsel dürfte aus (der Tanais. hieß nämlich bei der Bevölkerung des Nordens „Silis" sPlinius VI, 16, 4); von dort breitete dieser Kult sich nämlich aus) gebildet fein. Der babyl. Talmud Joma 67a zitiert eine Baraitha. üDV nti>3?Ö Der Asasel fand ja sein Ende, indem man ihn von der Spitze euies Berges in die Tiefe stürzte; der Ort, wo^ dies vor sich ging, wird in der Mischna Joma 6, 8 (richtig in der des jerus. Talmuds) gleich dem im Norden än den Pylae cäucasicae gelegenen snin ri'2 genannt. Dies zeigt, daß die Juden schon sehr früh in Jberia lebten es wurde daher dieser Kult des obermähnten Rituals in den Gottesdienst zu Jerusalem ausgenommen, um ihn symbolisch zu verurteilen und zu. verdammen.. Diese Zeremonie dürste nach der erwähnten talmudischen Tradition eine Sühne für etwa in dieser Richtung begangene Verfehlungen bezweckt haben. Jedenfalls erhellt hieraus. auf welchen Ort das Buch Hennoch-mit dem erwähnten Namen anspielt.- Ueber den historischen Hintergrund deyHage von Asmodai un.tzü sein Verhältnis zu König Salomon kommen wir noch..weiter unter sprechen. •■-*) Schon Esra V, 15/16 gibt den Wohnort der Priester im Exile mit Caspia (u'Svv) an, wie auch Herodot (III, 92, VII, 86). die Gegend südlich des Kaspischen. Meeres nennt. .In Jerus«. Kiduschin IV, 2, wird von der Masisgegend in. Nordarmemen.gesprochen und. dabei hervorgehoben dbh 0-2,"12, was beweist, daß ein großer-Teil der - dortigen Bewohner aus. Priestern bestand. Nach einer Tradition (Jer. Schekalim VII, 1 Tosifta; II Babyl Joma 5, 4) soll die Lade nach Babylon ins Exil mitgeführt worden sein. Makk. II, 1, 19, 36, will auch das Feuer des Altares von Priestern nach Persien mitnehmen ' lassen und davon die Bedeutung des Namens ,)Niphates" (Niphates montes, unweit vom Masisgebirge), wo das Feuer angeblich verborgen wurde, ableiten.. Der in der Mischna Kethub 13, 1 erwähnte . Richter, pn heißt auch im Babyl. Talmud, z. St«, weil vom östlichen Nördarmenien stammend, ■nmT pn und wird dort auch gleichzeitig eine'. Widerlegung seiner Ansichten von den D'bru -CSTD 22 dieser Gegend angeführt.

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