Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 30 (28.7.1911)
- Date
- 1911-07-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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- Homer 1× ep/1025156
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Dr. Blochs WocheMM Sette 493 Nr. 30 übersetzen: „Ihre Stammsitze waren vom Masis an — wo man ins Küstenland gelangt — dem Berge des Ostens". Hier werden genau die Stammsitze als vom Masisgebirge im Osten bis weit hinaus in das , Küstenland" (so wird nämlich Nordarmenien und die Umgebung des Schwärzen und Caspischen Meeres bei ihnen genannt; die Einwohner bezeichnet der Talmud auch ixnrr [}• w. u.] „Küstenlandbewohner") reichend lokalisiert. Kommen wir jetzt noch zu den sogenannten „Söhnen der Ketura" p*n xair» (Gen. 26, 3) so heißt es auch (V. 25, 6), daß sie nach dem Osten (nanp) auswanderten. Wo uns die Bibel mit weiteren Nachrichten hierüber im Stiche läßt, setzt die Tradition ergänzend ein, die auch anderweitig ihre Bestätigung findet. Der Talmud (Synhedr. 59 K) spricht von den „Söhnen der Ketura", die sich beschneiden, und bezeichnet sie anderweitig (Abad, Sar. 37, Ned. 31) auch mit ^1.12 'a'aaa als beschnittene Hochlandbewohner. Nun wird nicht nur schon in I. Chr. 5, 26, diese Gegend am Cripischen Meere K-n „Bergland" genannt, sondern, führt auch im Talmud st»ts den Namen oder 'saia,' was dasselbe bedeutet. Nur zwei Belege hiefür wollen wir anführen, aus denen dies klar und unzweifelhaft hervorgeht. Im babylonischen Talmud Chulin, Ep. 59. wird vom 'rr^'p '21 rr'irr dasselbe wie in der Parallelstelle jerusal. Talmud Bab. Bath. II. 3, vom 'Dia -na erzählt, womit doch sicher nur der Hyrkanische Tiger, der als Bild außerordentlicher Wildheit gebraucht wird (Vergil. Aen. IV, 367, «Hyrcanae admörunt ubera tigris>), gemeint ist. Ebenso berichtet eine für die Geschichte der Juden des Nordens sehr wichtige Notiz in Mischna Sota IX, 17, (Vergl. hiezu jerusal. Talmud z. St.): nmn ian N*a a*a"tsn nat^a womit auf den Einfall der Alanen nach Medien und Armenien angespielt wird, der nach Josephus (Jüd. Krieg VII, 7, 4) sich während der Belagerung Jerwalems unter Vespasian im Jahre 67/8 ereignete, richtig aber wohl in das Todesjahr R. Simon b Gamaliels fallen dürfte. Schon dlese Beweise allein lassen keinen Zweifel mehr übrig, daß die Bewohner der Gegend um das Kaspische Meer „Hochlandbewohner" genannt wurden, umsomehr, als selbst die Geschichtsforschung den Namen „Alanen" vom aramäischen Worte 'sS'y ableitet und mit „Hochlandbewohner" erklärt. °) Demnach kann mit voller Sicherheit an- Bewohner der oberen Euphratgegend aip. (Jerem. 25, 20, 50, 37, E>eck. 30, 5), bei Homer ’Eps[ißos und nennt T nophon diese Geg°nd (Anav IX, 4) App.svl« irj upo? earepav; desgleichen der Talmud Nedarim 40 a me nai mno rraixaa *n»e und so werden auch diese Gegenden in der jüdischen Literatur bis spät ins Mittelalter genannt. Die talmudische Literatur bezeichnet auch deshalb die hier erwähnte Ostgegeud mit rr'Drr ('8w^ Osten), was z. B. aus Ab. Sara 30 a klar hervorgeht. Da wird eine von Juden hergestellte Weinsorte to’ip erwähnt und wird erklärend beigefügt, daß es ein süßer Wein aus rr'DX, Epurone. also jener westlichen Landschaft Hyrkanieus sei, in der nach Strabo XI die Traube ausgezeichnet gedeiht und deren Wein allgemein allbekannt war. Deshalb nennt auch der babylonische Talmud daselbst diesen Wein aisa »o oder Pia )" weil Hy t kamen in der Zendsprache Verkaya (Wolfsland, deshalb im Talmud 2"m) hieß (s. w. u.) b) Im Talmud werden noch die südlich des Kaspischen Meeres wohnenden Parther von den nördlich wohnenden 'Wa (in Zusammensetzung mit uepi) als pma unterschieden, d. h. die am Vorgebirge wohnenden Hochlandbewohner. Daß damit die Parther gemeint sind, geht klar aus der P rrallel stelle Jerusch Eurub III, 5 hervor, wo dafür 'rraapv xo^oxac, Bogenschützen, gesetzt wird. Da sie gute Schützen waren, führten sie als Wappen auf ihrem Gelde einen Bogenschützen und hießen manche ihrer Münzen xo^oxat. In Jerusch Chala genommen werden, daß mit ^^a die Bergbewohner Turans (rriiv) und des östlichen Kaukasus (j6ap rriiv Coraxiei montes) um das Kasp. Meer, also die bei den alten Schriftstellern erwähnten „Daer" gemeint find, deren Sitze nach Strabo (XI. 9) sogar hinter die Mäotis und den Tanais reichten, die D'arn der Bibel. * * * * * 7) Im Talmud werden sie mit den „Bnei Ketura" identifiziert. Im Einklänge hiemit steht auch der Bericht Moses' von Khorene (L II CLXVIII), daß die Arsakiden, die bekanntlich Daische Parner sind, Abkömmlinge der Ketura seien. Ob nicht auch der in mancher Hinsicht willkürlich entstellte Bericht Herodot's (II, 104) von der Beschneidung der Kolchier, die er, verschieden von der heutigen dortigen Bevölkerung, als von schwarzer Gesichtsfarbe schildert), auf derselben ethnographischen Grundlage der Bibel basiere und ein Seitenstück, wie auch eine Bestätigung der alten jüdischen Tradition bilde, ebenso wie die ebenda mitgeteilte Ansicht bezüglich der Abstammung der Kolchier von Juden, von welch/ letzteren Herodot während seiner Anwesenheit in Kolchis dies gehört haben dürfte, wie wir im nächsten Kapitel Nachweisen werden, wollen wir jetzt dahingestellt sein lassen. Der Vollständigkeit wegen wollen wir die als unttr den Söhnen Javans (X, 4) wohnend aufgezäblten Dedanim erwähnen. Steht es fest, daß Dedanim Daer sind, die, wie oben zitiert, auch hinter der Mäotis wohnten, fällt es nicht schwer, auch diesen Namen zu erklären. Der Verfasser des Aruch (s. v. obvt ) hatte als Erklärung zu Dedanim d. i. Sardes, im £argum und Midrasch die Lesart, nsmo vor sich. Dort wohnten die Mäonier, die nach einem von Plinius aus älteren Schriftstellern exzerpierten Bericht im Altertume von ihren Sitzen hinter der Mäotis nach Kleinasien eingewandert sein sollen. Die Bibel belegt daher auch diesen Landstrich um Sardes mit dem Namen ihres Stammlandes oder -Volkes, wie sie es oft in solchen Fällen tut. Ist mit Dedanim „Daer" gemeint, so dürfte ^3^ östlich von diel er Gegend liegen und bezeichnet Joel 3, 8 es dann mit Recht als pim na. „weitentferntes Volk". Nach der Reihenfolge, in der der Namen „Dedanim" gewöhnlich aufgezählt wird, und nach den von dort importierten Handelsartikeln zu urteilen, dürfte derselbe den fernen Osten bezeichnen, wie etwa Baktrien oder Transo- IV, 9, heißen sie auch einfach pan — Bogenschützen und wird erklärt, daß damit die x'a'aa-iB, Turkmenen gemeint seien. Bemerkenswert erscheint, daß Plin. VI, 19. eine Ansicht der „Alten" zitiert, wonach die Meder, die ihnen zunächst wohnenden Saken „Aramäer" nennen. 7) Jeruich. Rasch. Hasch. II, 2, erklärt das Wort fatP "2p mit pan und wird zum besseren Verständnisse hinzugefügt satpa s'i na, womit die Gattung der Coniferen gemeint ist, die im Altertume das Kienholz für Fackeln lieferte. Die meisten Wälder mit diesen Bäumen wurden nach den Mitteilungen alter Schri'tst,ller im Norden des Kaspischen Meeres vorgefunden. Der Name dieser Baumgattung rat Talmsd dürfte von dem Namen dieser Gegend stammen. Möglicherweise ist die Bezeichnung „taeda“ Fackel hiefür davon entlehnt. b) Schon aus der Benennung des Land s „Albania" allein geht hervor, daß im hohen Altertume im Norden nur Bewohner dieses Landstriches von weißer Haülsarbe waren (Strabo XI, 41). Daselbst liegt auch der Landstrich Gremi (Journ. As. ibid pag. 20) und davon rührt das Sprichwort (Br. Rab. 54) ltpia "ia'a "aoia her. Bezüglich der Abstammung der Kolchier gehen die Ansichten M. Müllers und BoppS auseinander. Die heutigen Einwohner find jedenfalls eine gemischte Rasse. Aus M,dr. Rab Schemoth, Kap. 43, scheint hervorzugehen, daß im frühen Mittelalter dort noch sowohl weiße als auch schwarze Völkerrassen wohnten, denn es heißt: poin^'p i» (Kargiseu) pranp nay.