Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 30 (28.7.1911)
- Date
- 1911-07-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 492 Dr. Vlochs Wochenschrift Nr. 30 kann mau es nur aus einer Zusammenstellung aller auf das konkrete Thema bezüglichen Stellen und durch Eindringen in den Siun derselben, somit subjektiv aus dem Buche selbst heraus, interpretieren, wie es Spinoza im siebenten Kapitel seines theol.-polit. Traktats sehr richtig als Hermeneutisches Prinzip aufsteüt. Dieser Grundsatz soll denn auch bei Lösung unserer Aufgabe volle Geltung Haben. Bei genauer Betrachtung der Völkertafel in Genesis X findet man bei Aufstellung der Genealogie der Völker gewissermaßen ein ethnographisches System entworfen. Den Ausgangspunkt der Völker bildet nämlich die Gegend südlich vom Kaukasus. Von hier ausgehend ergreffen sie Besitz von einem Lande, das nach ihnen benannt wird. Dieses Gebiet teilt sich alsdann bei den Nachkommen der ursprünglichen Okkupanten in kleinere Teile, die wiederum die Namen der Bischer erhalten. Wandert so ein Teilstamm von diesem seinem Urspruugssitze aus, so überträgt er entweder den Namen des Landes seiner Herkunft auf das nun in Besitz genommene Landgebiet oder er nimmt oft auch^en Namen des Landes, wohin er einwandert und sich niederlößt, an. — In der Folge werden wir dies an der Hand eklatanter Beispiele bestätigt sehen, jetzt jedoch nur das .ffir unser Problem, betreffend Cusch und dessen Nachkommen, Notwendige betrachten. Als Nachkommen Cusch's (Genesis X, 7) werden Saba, Chawila Rama etc. und als solche des letzteren wieder p3i 83V aufgezählt. Nach Aufteilung der einzelnen Gebiete. fi»>den wir (V 28—29), daß die Söhne Joktans, Schaba, Ophir und Chawila, Landgebiete, gew ß Teile des odenerwähnten Landes annektieren. Später lassen sich daselbst wiederum die Söhne der Ketura (Genes. 25, 3) nieder und führen denselben LandeInamrn „Schaba und Dedan". Josephus (Alterth. I, 4, 2) läßt den Söhnen Cusch's Land in her Umgebung des Casp. Meeres zuteilen, ebenso Jerusch. Meg. c l,die jerus. Thargumim und die Midraschim. Der babyl. Talmud (Jom. 10 a) bezeichnet aber diese Gegend deutl ch mit dem Namen '8fi"->2 fnD'poi 8rr*3 jrcpo ,nvp3 8n3D *)'D3a 8Q^8 .3B'p.3i'D3B rat» 833*? 83n j'3, d. i. das innere und äußere Land der Saken, zwischen denen die Entfernung hundert und deren Gesamtumfang 1000 Meilen beträgt. Damit ist der Landstrich zwischen dem Schwarzen und Casp. Meere und das östlich von letzterem gelegene Gebiet gemeint, das die Griechen Turan, gleichbedeutend mit dem heutigen Türkestan, nannten. Herodot VII, 70 bezeichnet die Umwohner des Caspischen Meeres als Aethiopier (l. c. 64), und die weit östlicher, bei den Baktriern wohnenden amgyrlschen Scythen als „Saken", wobei er hinzufügt, daß die Meder die Scythen gewöhnlich Saken neunen. Das Wort „Sacae" ist semitischen Ursprunges und hat dieselbe Bedeutung wie „Aethiopier", d. i. „verbrannt", <p?>, von dunkler Hautfarbe. D^r Talmud setzt Bechoroth 45 . . . jp’7 für 'V13 in der Pärallelstelle Mit Bezeichnung „innerhalb" und „außerhalb" ist gewiß innerhalb und außerhalb des Taurus gemeint, wie die Griechen sie nach Angaben Strabos (VI) einteilten. Demnach heißt der gegen Süden der Mäotis liegende Teil Asiens ^außerhalb" des Taurus. Deshalb nennt dev Talmud die Tiere dieser. Gegend (Chul. im Kap. 43) '/T'33 '1V7 (vergl. die. Lesart des Aruch), die er daselbst (80 a) unter 8^833 87p erwähnt, wie auch Moses Khorene (CLXXIV) das Gebiet der Arsakideu Bahla nennt. Es ist aber auch leicht möglich, duß der Talmud mit „außerhalb" das Land Sacasene, nördlich Don Armenien umd Medien meint, wo in sehr alter Zeit nach einer Mitteilung Strabos (XI) sich ein versprengter Teil der Saken, ein Konklave bildend, niederließ. Dies dürfte in der B'bÄ mit Aschkenas, gebildet aus Sacanas und 8 prostheticns, 73378, gemeint sein. Die jerusalemische Literatur gibt hiefür 8O8 5H<ds Osten, wie diese Gegend im Talmud richtig genannt wird (s. w. u.). Die Lage von Aschkenas würde demnach auch zu der Reihenfolge, in der iuJerem.51, 57 Mini, Ararat und Aschkenas aufgezählt werden, paffen. Berach 58. Die Meder belegten gewiß nach den ihnen zunächst wohnenden dunkelhäutigen Nachbarn alle nördlichen Bewohner Scythiens mit dem Namen „Saken". Die Bezeichnung des Talmuds „Sakastan" für das Land mit Einwohnern von dunkler Hautfarbe ist daher viel richtiger als die Herodots, der den Sinn des Wortes nicht zn kennen scheint und darum die Bevölkerung dieses Landstriches in Aethiopier und Saken teilt. 2) Nach Aufstellung der genealogischen Völkertafel und Erwähnung der Nachkommen Joktans am Ende, nämlich Schaba, Ophir, Chawila etc. etc., wird hinzugefügt: vri 5)D3p,3 in 4) 33DD .33813 3) 8PÖÖ 33V1V, was wir wie folgt *) Ein Beweis wird genügen, aus dem deutlich zu ersehen ist, daß die Namen Saken und Aethiopier identisch waren, ferner auch, daß das Gebiet des kaukasischen Isthmus unter Sakastan und Aethiopien mitinbegriffen war. Der Talmud (Chulin 49) erwähnt einen Benjamin aus 8P'333, der aus der Hauptstadt der Lesgier, Khandzukhi (Journal Asiat''que, V. 1830, Pag. 27) war. In Joma 10 a deutet der Talmud 8'33p 3 313 weil die Lesgier bei den Georgiern und Armeniern auch „Gheg" genannt wurden (ibid Pag. 365). In Moed Kat. 20 und Ab. Sar. 14 wird auch dieser Ort pl33 geschrieben, zu unterscheiden von Ghazaka in Medien, das '3v bw p733 heißt. Es ist ein und derselbe Ort und beruht die verschiedene Schreibart dieses Namens auf der.verschiedenen Aussprache der Buchstaben C und D bei den Orientalen. Nun erwähnt Jerusch Berachoth II. 6 diesen Benjamin aus 3"3733 und die Parallel st>lle Bab Nld a,65 jetzt hiefür 83Dpo, „aus Sakastan". Derselbe Ort wird in d?r Apostelgeschichte 8. 27, als Kandake in Aethiopien ,.ävhp Afth'otjj eövoöxos Suvaaxrj^ KavSaoorjs Tfjjg ßaatXiaayj? AftkÖTWüv** angeführt. Hieraus erhellt die Jdeurrtat von Aethiopien und Sakastan/ b) Der Talmud nennt (u. A. Jerus. Kiduschin IV. 1) die Bewohner der Gegend des Masisgebirges, wie wir-anderweitig ausführlich Nachweisen werden, 8Vv '33. N. Meier, der von Artaxata am Fuße des/ Masisgebirges war, wird daher Erubin 13 5 auch .3V8v genannt (S. w. u.). ^) Gewiß war der ursprüngliche Name dieses Ländergebietes am Schwarzen und Kaspisch« n Meere 3&D Küstenland, wie denn auch der Name des westl-chiN Striches in „Sper",von den Griechen Saspires und HlSparites genannt, noch erhalten ist. Herodot nennt (I, 104, VII, 79) ein Volk Saspires oder Sapiris nach einem zwischen Kolchis und Medien gelegenen Lande. Auch Lazica und Calarzene hat diesen Namen führen müssen, denn dies allein kann eine Lösung dafür bieten, warum die Alten den Lapis Lazuli eben nach der Gegend, in der er gefunden wurde, „Saphir" nannten (s. w. u.). So wurde ein Gebiet des kaukasischen Isthmus mit der Dualform, der zweifachen Küste wegen, ll'iiBP genannt. Uebrigens habm wir dies im ersten Artikel auf andere Weise bezüglich Tharschisch rc. auch nachgewiesen. — Herodot III, 92, erwähnt ein Gebiet von Baclrien bis Aiglen (odytaloq, Küstenland), welch letzteres gewiß der Küstenstrich 3LO am Kasp. Meere sein dürfte. Midr. Rab. «37 fügt erläuternd zu 3DO hinzu '3OL3' Tapuri, die deü Westen Hyrcaniens^ bewohnten. (Pliu. VI, 18, .1) 5) Moses Khorene (L I, Kap. 8) gibt an, daß die Gegend um N.sibis ungefähr die Grenzscheide zwischen Ost und West in einer Luftlinie, bis zum Norden gezogen, bilde. Diese Angabe kann als Schlüssel zur Erklärung der alten Literatur dienen, wie wir anderweitig ausführlicher Nachweisen werden. Hier wollen wir nur kurz gefaßt einiges als Bestätigung anführen. Nach der Aufstellung der Völkertafel in Gen. X heißt es XI, 2: i"3i D3po qj?D33 \3’i> Dieser Vers findet seine Erklärung nur bei der Annahme, daß diese Gegend „Osten" genannt wurde. Ebenso übersetzt die Sepruaginta äv«xo)ch, Sonnenaufgang, Osten. Die Talmudisten erwähnen die Parther unter dem Namen cd3ö und in den Parallelstellen als N37v '33- Dagegen heißen die