Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 30 (28.7.1911)
- Date
- 1911-07-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 491 Mitglied Hohenheim, der als Präsident der Kommission für Militärangelegenheiten die Erklärung abgab, daß ihm noch niemals eine Klage wegen schlechter Behandlung der Juden in der Armee Zugekommen sei. Demgegenüber erklärte das Kongreßmitglied Cohen, daß er im Besitze untrüglicher Beweise sei, wonach sowohl in der Armee, als auch bei der Marine die Juden ostentativ zurückgesetzt werden. Er fordert deshalb, daß Offizier^ die sich so etwas zu Schulden kommen ließen, sofort aus der Armee ausgeschlossen werden. In gleichem Sinne sprach das Kongreßmitglied Edwards, der gerade diesem Umstande es zuschrieb, daß die Juden Nicht in dem Maße den Militärischen Beruf wählen, als es ihrer Neigung entsprechen würde. Nach Schluß der Debatte wurde, wie oben erwähnt, eine parlamentarische Kommission behufs Studiums der ganzen Frage eingesetzt. Verzeichnis getaufter jüdischer Kurärzte. In Karlsbad: Die Herren Dr. Ludwig Ritter von Aldor, Dr. Gustav Aranyi, Dr. Adolf Charmatz, Dr. Franz Fokschauer, Dr. Edgar Ganz, Dr. Emil Goldscheider, Dr. Hugo Guth, Dr. Stefan K e l e n, Dr. Rudolf Ko lisch, Dr. Alexarder Komaromy, Dr. Friedrich Kraus, Dr. Arnold Lorand, Dr. Heinrich Munk, Dr. Gustav Töpfer, Dr. Ignaz W e r m e r, Dr. Leo Zupnik. Herr Dr. Eugen F r a n k ist konfessionslos und hat seine Kinder taufen lassen. Herr Dr. Defiderius Sipos ist konfessionslos. In Marienbad: Dr. Emil Loewy, Dr. Leo Marten s, Zahnarzt, Dr. Julius Schuetz. In Ebensee: Dr. Nobel. In Bad Ischl: Kais..Rat Dr. Herzka, Dr. Stefan Jsor Stein, Inhaber der mechanotherapeutischen Anstalt (im Winter in Abbazia). In Baden bei Wien: Dr. Wilhelm Altmann. In Meran : Dr. B i n d e r, Besitzer des Sanatoriums Stefanie, Meran-Obermais. Dr. Träger, Zahnarzt. In Franzensbad: Dr. Josef S t e i n b a ch, Dr. Gustav Egger, Dr. Bruno Fellner, Sohn des in Franzensbad praktizierenden kais. Rates Dr. L. Fellner. In Bad Nauheim: Die Söhne des Herrn Professors Dr. Isidor G r ö d e l: Dr. med. Theo G r ö d e l, Dr. med. Franz G r ö d e l, Prof. Dr. Schott. In Kolb erg : Medizinalrat Dr. B e h r e n d, Dr. M a r g u l i e s, Dr. Fabian. Hermann Struck als Radierer. In einer Besprechung des jüngsten Buches: „Die Kunst des. Radierens", von Hermann Struck, schreibt Dr. Oskar Rosenfeld (Wien) in einem Budapester Blatte: Als Selbstschaffender zählt der fünfunddreitzigjährige Hermann Struck zu den markantesten Persönlichkeiten der deutschen Kunst. Daß er sich neben gelegentlichen Ausflügen ins Malerische auf das Gebiet der Radierung beschränkt, beweist seine tiefe Einsicht und die Strenge seiner künstlerischen Aufgaben. Gerade darin ruht seine Kraft, daß er das Begrenzte in seinem Radiernaturell organisiert, zu einer geschlossenen Einheit macht und die objektive Fülle der Natur durch die subjektive Fülle seiner Linien ersetzt. So gelangt er zu einer Form, die für sich selbst dasteht, die nicht Szene, sondern Bild bedeutet und die gerade wegen ihrer unkonventionellen, von allen Vorgängern unabhängigen Struktur zu seinem Typus wird. Darum wird man Strucks Blätter, wenn man sein Wesen einmal erfaßt hat. auf den ersten Blick erkennen: Die Grunewaldlandschaften, die neben den ornamentalen Leistikowes und dem luministischen Lesser Urys ihre oft bizarre Kontur erkennen lassen: die zarte Architektonik der italienischen Lagunen: die verwitterte Iemenitenkopie und die sottndurchtränkten, in flimmerndem Lichte badenden Silhouetten Jerusalems, s> daß man diese Panoramen mit seinen Augen sehen Mutz, wie Venedig mit den Augen Whistlers: und n-.cht zuletzt die lange Reihe seiner radierten Porträts, von denen einige so populär sind wie die Originale, wie die Köpfe von Hauptmann. Herzl, Bebel. Man kann sie Dokumente der Radiernadel nennen, wenn man bedenkt, daß die Vorstellung der Zeitgenossen von diesen Menschen sich in seinen Blättern erschöpft. Die Ketettignng der Jude« am Kerrsche« Welthandel im Altertum. (Nachdruck verboten. Uebersetzungsrecht Vorbehalten.) (Fortsetzung.) 2) wo Aethiopien. Bei keinem einzigen geographischen Ortsnamen der Bibel ist die bei der Lokalisierung überhandgenommene Konfusion so leicht zu konstatieren, wie bei diesem hier. Trotzdem die Lage dieser Gegend (Genesis II, 13) klar und deutlich umschrieben ist: -bz ns amn s\n L">2 ps, der Geon, der „das ganze Land Cusch umkreist", wird dieser Fluß sogar von Josephus (Altert. I> I, 3) nach Aegypten verlegt und für den Nil ausgegeben,- da Aethiopien allgemein für das in Afrika gelegene genommen wurde. Anstatt sich an den nicht mißzuversteh enden Wortlaut zu halten und bestrebt zu sein, Aethiopien im Norden zu suchen, versteigen manche sich sogar zu der unqualifizierbaren Behauptung, daß die alten Hebräer hiedurch eine Unkenntnis der Geographie offenbaren. vo bedeutet wie und auch der heutige Name Karagisen soviel wie „sonnverbrannt" oder das von Menschen mit dunkler Hautfarbe bewohnte Land. Nun unterscheidet schon Homer (Odys. I, 30—25), wenn auch noch dunkel . . . AciKotoxs . . . so^axoc. ctvoptov, öl Soaopivoo TTteptovo?, ol 8' avlovxo?* zwischen den Aethiopiern im Osten und denen im Westen, ganz deutlich bereits aber Herodot (VII, 70), der sogar die Merkmale der Aethiopier im Osten und der in Afrika lebenden anfzählt, wobei er die ersteren „asiatische", letztere „afrikanische Aethiopier" nennt. Auch erwähnt der Talmud (u. a. Meg. 11 a) beide Aethiopien, indem er bei dem nördlichen Aethiopien noch erläuternd hinzufügt, es grenze an Indien: (ia"p mr? tai wi2i nn)- Mit dem obenerwähnten Fluße Geon ist also offenbar der Araxes der Alten (jetzt Oxus), im Orient heute noch Gchon genannt, gemeint, der damals noch in das Südende des Kaspischen Meeres mündete. Es sind demnach in der Bibel die Grenzen des nördlich von diesem Strome gelegenen Gebietes „Cusch", übereinstimmend mit Herodot, genau bezeichnet. Will man ein altes Buch wie die Bibel verstehen, so