Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 28 (14.7.1911)
- Date
- 1911-07-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 46S Literatur. „Die Deutung der hebräischen Buchstaben bei Ambrosius." Sehr geehrter Herr Redakteur! Zu den in Ihrer geschätzten Wochenschrift über obige Schuft des Hofrat Müller erschienenen Notizen bezüglich der Deutung der hebräischen Buchstaben des Alphabeth möge hier noch die Bemerkung hinzugefügt werden, daß das Evangelium der Jesukindheit selbst manchen arabischen Schriftstellern des zweiten Jahrhunderts der Flucht bekannt war. So erzählt Al Kiski in seinem Buche „Kisas-ul-anbija“ („Geschichte der biblischen Propheten"), das sich zur Zeit unter der Presse befindet, in der Jesulegende folgendes: Im sechsten Lebensjahre wurde Jesus von seiner Mutter zu einem Lehrer geführt, damit er einen jüdischen Unterricht genieße. Der Lehrer trug Jesus die Buchstaben des Alphabets vor und dieser fragte dann seinen Lehrer, was für Bedeutung eigentlich die Buchstaben haben. Der Lehrer versetzte, daß ihm der Sinn der Buchstaben unbekannt sei. Jesus sprach: „So laß mich deinen Platz einnchmen und ich offenbare dir den Sinn der Buchstaben." Der Lehrer überließ Jesus seinen Sitz und dieser deutete darauf jeden der Buchstaben auf Gott und dessen Werke. Z. B. Alif: Gott ist einzig und kennt keinen Genossen u. s. w. Der Lehrer stimmte allen seinen Deutungen zu und übergab ihn seiner Mutter mit ben Worten zurück: Dein Sohn braucht keinen Lehrer mehr, da er mir Erklärungen mitteilte, die mir völlig unbekannt waren. — Diese Erzählung, sowie einzelne Deutungen der Buchstaben rühren gewiß vom Jesu-Evangelium her, geradeso wie alle übrigen von der arabischen Legende überlieferten Wundertaten Jesu christlichen Quellen entstammen. Näheres darüber in meinen Anmerkungen zum arabischen Text. Dobtisch. Dr. Eisenberg. Ohrislian Geyer und Friedrich Ritteimeyer, Leben ans Gott. Predigten. Verlag von Heinrich K er ler in Ulm. 614 S. Preis geb. M 7.50.; Unter den protestantischen Predigten der Gegenwart nehmen die beiden Nürnberger Pfarrer Geyer und Ritteimeyer zweifellos den ersten Rang ein und die vorliegende Predigtsammlung bietet das Zeugnis, dass der Ruf ein wohlbegründeter ist. Nicht allein die künstlerische Form, die poetische Darstellung, noch mehr der Reichtum der Ideen verleiht dieser Sammlung hohen Wert. Schon die Ueberschriften lassen den reichen Inhalt erkennen. Wir nennen einige von den interessanten Themata, die da behandelt werden: Heine Zeit, Unsere Uhr, Unser Gedankenleben, : Unser Arheitsleben, Was wir sind und was wir werden sollen, Nachfolge und Nachahmung, Frühling, Gibt es ein Wiedersehen nach dem Tode? Was ist wahre Bildung? Die Sorge, Der Tod als Freund. Die Durchführung des Themas ist immer spannend, die Darstellung klar und anschaulich. Zur Vertiefung der Erkenntnisse, zur Befestigung der Willensentschlüsse, zur Veranschaulichung religiöser und sittlicher Wahrheiten steht den Verfassern ein fabelhafter Reichtum an Kenntnissen der Natur und Geschichte, der Literatur und Kunst zu Gebote. Da werden Aussprüche von Naturforschern, Dichtern, Malern, Philosophen und Staatsmännern zitiert. Es werden Bilder beschrieben von Rsthel, Richter, Böcklin und Thoma. Auch jüdische Leser werden diese Sammlung mit Nutzen für sich und mit Dank für die gelehrten Autoren lesen. Seid dankbar. The Jewish Review. Edites by Norman Bentwich. And Dr. Josef Hochman. Contents: Editor al Notes: The Situation in Russin; The Work of the Alliance Israeüte; The Conference of Anglo-Jewish Ministers; The Universal Rases Gongress — A Literary Note: The Very Rev. the Chief Rabbi, — S. Rosenbaum: The Jewis Question in England. — Charles S. Myers: Is there a Jewish Race? — M. Novomejsky: The Jews in Siberia — C. M. Kohan: Arbiter Elegantia'um. — Selig Brodetsky: Astronomy in the Babylonian Talmud (Concluded). — Rev. Dr. Joseph Hochman: Rabbi and Minister. — Reviews of Books. — Vol. II. No. 8. July 1911. London: Geo Routledge & Sons. „Die Hilfe.“ Wochenschi ift für Politik, Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nr. 27. 6. Juli 1911. Aus dem Inhalte: August Zinsser, Friedrich Naumann: Glaube und Absetzung. — Ludwig Hey de: Der Dresdener Gewerksschaftskongress. — Julius G m e 1 i n : Die. Lotteriefrage in Württemberg. — — Paul Rohrbach: Syrien V. — Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. — Eluard Engel: Vom schlichten Stil. — Paul Schubring: Sizilien II. — Jetty Freiin v. Wolfskeel-Reichenberg; Im Afrikanerdorf. — Helene Christaller: Der Wolf von Gubbio. — Büchertiscb. Politische Notizen. — Buchverlag der „Hilfe“, Berlin-Schöneberg. Ost und West. Illustrierte Monatschritt für das gesamte Judentum. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Israölite Universelle. XI. Jahrgang, Heft 7. Juli 1911. Inhalt: B. Samuel: Volkswohlstand und Volksaufklärung. — Dr. Schmärja Le vin : Das Ende der „Externen“. — Gruppenbild. — Max J. Köhler, Newyork: Die amerikanischen Einwanderungsgesetze in ihrer Beziehung zu den Juden. — Paul Barchan: Amerikafahrer. — Karl Schwarz: Die Berliner Sezession 1911. (Mit 9 Illustrationen.) — Rabbiner Doktor Samuel: Glaube und Heimat. — Dr. M. Bamberger Scbönlauke: Hygienisches aus der rabbinischen Literatur. — Dr. 8. M. Melamed: Psychologie des jüdischen Geistes. — Dr. Max Steif: Der Minjonär. — Echo-Melodie. Singweise der „Klagelieder Jeremias“ (Noten). — Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der Alliance Israeüte Universelle: Landwirtschaftliche Schulen der Alliance. — Muselmanische Allianceschüler. — Notizen. — Schach. Israelitisches Pensionat München. — Inserate. — Verlag Ost und West, Leo Winz, Berlin-Charlottenburg, Knesebeckstrasse 32. La Lumiere du Maghreb Histoire des Israßlites du Maroc- Depuis leur etablissements dans ce pays jusqu’ ä nos hours. D’äpiess des Docnmentes authentiques. Ecrite por la premi&re fois par Ie Rabbin Jacob Moise Toledano de Tiberiade. Jerusalem 1911, Imprimerie de A. M. Luncz. Dr. Joachim Jacob Unger, Rabbiner der israel. Kultusgemeinde zu Iglau. Hebräische Dichtungen. Jubelausgabe. Verlag R. Löwit, Wien, I., Rotenturmstrasse 22. Dr. i. Taglicht. Rabbiner in Wien. Juden und Judentum in der Darstellung Werner Sombarts. Verlag Moriz Waizner & Sohn, Wien, IX., Kolingasse 11. §ritfkafktVL S. Adler in Basel. Ihr Anerbieten müssen dankend ablehnen. Wir haben vereits einen Schriftsteller mit der Berichterstattung betraut und das Konareßbureau davon verständigt. D. W. in Wien. Das offizielle Organ der Wiener „L uz ionisten" erzählt, daß die „Oesterreichische Wochenschrift" und deren Herausgeber Dr. Bloch für die Bestellung des Oderrabbiners Dr. Jmanuel Löw aus Szegedin, zum Rabbiner der Wiener israelitischen Kultusgemeinde mit dem Amtssitz in der Leopoldstadt, fich mit Eifer und Energie eingesetzt habe. Diese Mitteilung ist selbstverständlich vollständig aus der Luft gegriffen. Die „Oesterreichische Wochenschrift" hat die Geschehniffe lediglich registriert, ohne zu ihnen Stellung zu nehmen. Dr. Bloch wurde um seine Meinung über die Kandidatur Dr. L ö w s nicht befragt und hatte keinen Anlaß, ungefragt ein Gutachten abzugeben. Daß die Wiener Rabbiner und zwar sowohl die bei der Gemeinde als auch die bei den Vereinstempeln amtierenden, dem Herrn Dr. Löw ebenbürtig sind, hat er in Gesprächen oft genug betont. Es war aber kein hinreichender Grund gegen jene Bestellung eineZeitungSkampagne zu eröffnen und alte Geschichten in der Erinnerung aufzufrischen und neu zu „enthüllen". Es war die Methode Ehams uns jederzeit widerwärtig; wir halten unverbrüchlich an der Tradition Sems fest. L. V. Unter den 4800 Matrosen der amerikanischen Eskadre, die vor kurzem die Hauptstadt des Zarenreiches mit ihrem Besuche beehrte, befanden fich 440 Juden, und zwar, mit geringen Ausnahmen, — Emigranten aus Rußland. Von den Offizieren waren nicht weniger als 20 Juden, darunter Kapitän Mevell, deffen Eltern seinerzeit aus Samara ausgewiesen wurden und nach Amerika auswanderten. — Die jüdischen Matrosen besichtigten die Petersburger Hanptsy ragoge. Auf mehrere Zuschriften, Marieubad. Den W-ltkurplatz Marienbad zu diskreditieren, liegt nicht in unserer Absicht; das wäre eine Schädigung seiner jüdischen Bewohner. Allein auch die arischen Bürger MarienbodS sollten ihrerseits Bedacht darauf nehmen, den guten Ruf dieser Heilstadt nicht in Mißkredit zu bringen. Ein Weltkurplatz von solchem Range kann sich den Luxus nicht gestatten, jeder politischen Narretei und Extravaganz nachzulaufen und fich vor der gebildeten Welt zu blamieren. Gerade die Bürger eines Weltkurortes haben die Aufgabe. Humanität zu pflegen, die Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen nicht bloß aazuerkennen. sondern auch durch ihr Wirken zu betätigen. Ein Weltkurplatz ist eine Heilstadt der gesamten Menschheit, ohne Unterschied der Raffe, der Abstammung, der Nationalität. der Sprache und der Konfession. Je mehr diese Ideen in einem Weltkurort zur Geltung gelangen, desto mehr wird er prosperieren und. gedeihen und der Wohlstand seiner Bürger zuuehmen. Wir persönlich wünschen den Marienbadern alles Gute und jeden Fortschritt, gedenken auch nicht, diese Publikation von Listen weiter fortzusetzen — in der Hof fnung, daß von nun an solche Publikationen von antisemitischen Listen in der „Oesterreichischen Wochenschrift" vollständig überflüssig sein werden. Soeben erschienen! Biographisches Handbuch der in der k. u. k. österr.-ungar. Armee u. Kriegsmarine aktiv gedienten Offiziere, Aerzte, Truppen-Rechnungsfübrer u. Militärbeamten jüdischen Stammes von Moritz Frühling. — Preis inklusive Porto K 4—. Zu beziehen vom Verfasser: Wien, II., Taborstrasse 20.