Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 24 (16.6.1911)
- Date
- 1911-06-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 406 Dr. Bkochs WochttMM Nr. 24 Dr. Daniel Pasmanik, „Die Seele I.sraels“. (Zur Psychologie des Diaspora-Judentums.) Jüdischer Verlag, 6. m. b. H., Köln a Eh., Karolingerring 31, XVI. und 111 8. Brosch. M. 2.—, geh. M. 2.80. Die Geschichte der Juden in der Diaspora ist, wie F. Heman in seiner Geschichte des Jüdischen Volkes richtig bemerkt, ein Eätsel der Weltgeschichte. Viele versuchten dieses Eätsel zu lösen. Man stellte Bassenhypothesen auf, Manche versuchten das Problem durch wirtschaftliche Momente aufzuhellen (Sombarts Hypothese vom „altkapitalistischen Geist“, den die Juden in die Fremde mitgebracht haben sollen), aber alle diese Versuche sind als misslungen zu bezeichnen. Der Verfasser des vorliegenden Buches ging von dem Grundgedanken aus: Irgend eine Epoche in der Geschichte eines Volkes kann nur im Zusammenhang mit der ganzen Vergangenheit dieses Volkes und mit seiner mutmasslichen Zukunft begriffen werden. Und da die Geschichte eines Volkes nur eine allmähliche Verwirklichung von Zwecksetzungen ist, so muss vor allem die volkspsychologische Analyse herangezogen werden, um überhaupt Geschichte zu begreifen. Die Diasporagescbichte des jüdischen Volkes stellt sich dem Verfasser als ein fortwährender Kampf zwischen Wert und Würde dar. Den Juden in der Zerstreuung gelang es wohl, ihre alten, historischen Güter und nationalen Werte zu retten, dabei verloren sie ihre Volks- und Menschenwürde. Auch brachte die lange Leidensgeschichte bestimmte Veränderungen in den Werten selbst mit sich, die dahin charakterisiert werden, dass die althergebrachten Werte immer mehr erstarrten Die Schaffenskraft erlahmte immer mehr, denn ein Volk ohne Würde kann keine neuen Werte schaffen. Und als die äussere Lage der Juden am Ausgange des achtzehnten und zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts sich zu bessern begann, da fing ein Teil der Juden au , dem entgegengesetzten Prinzips zu huldigen. Die Juden lechtzten nach Würde — das ist der Sinn der seit Mendelssohn einsetzenden Emanzipationsbewegung. Um aber fremde Würde zu bekommen, mussten die Juden einen Preis bezahlen, sie mussten auf ihre historischen Werte verzichten und somit mit der Emanzipation die Assimilation Hand in Hand gehen. Und damit gelangte das Judentum an den entscheidenden Wendepunkt seines Lebens. Es musste sich entweder ganz auflösen oder aber ein volles Leben schaffen, ein Leben mit eigenen Werten und eigener Würde. Jüdisches Volksliederbuch. Im Verlage des Herrn Meier Hübner in Nadworna, Galizien, der die bekannten Liederbücher jvst in IV. vergrößerter Auflage herausgegeben hat, ist soeben ein „Jüdisches Volksliederbuch“ erschienen, welches eine Sammlung der populärsten jüdischen Volkslieder enthält. Durch den erwähnten Verlag können auch sämtliche jüdische Zeitungen abonniert und Prospekte verlangt werden. Kriefkafte«^ Heinrich Franwirth in Z. I. Der Verein „Mädchenhort" I., Singerstraße 18, ist uns unbekannt und wir sind nicht in der Lage, eine nähere Auskunft zu erteilen. II. Wenn die Frau sich nicht vorher ausgeglichen hat, muß sie die früheren Schulden ohneweiteres bezahlen. Ren. Auch das ist ein Beitrag zur Naturgeschichte des Renegatentums,. daß die jüdische Mutter des antisemitischen Neichsratskandidaten Dr. Kienböck ihren Sohn zur Hetze gegen die Juden aufreizt, weil man damit immer beim goischen Pöbel Erfolge erzielt. „Ungewiß". Der Dichter Karl Gutzkow war der Sohn einer arisch-christlichen Familie. „Familie". Wegen einverständlicher Ehescheidung müssen Sie durch einen Advokaten bei Gericht einschreiten. Die Scheidung wird sodann vor dem Rabbinat vollzogen. Notiz. XXVIII. Militär-Staatslotterie. Die k. k. Lottogefällsdirektion veranstaltet die XXVIII. Staatslotterie für gemeinsame Militär- Wohltatigkeitszwecke, deren Ziehung am 22. Juni 1.1. stattfindet. Der Spielplan dieser populären Lotterie ist ungemein reich ausgestattet und weist derselbe 21.135 Gewinste im Gesamtbeträge von 620.000 Kr. auf, darunter einen Haupttreffer von 200.000 Kr., ferner Treffer zu 50.000 Kr., 30.000 Kr., 20.000 Kr. re. Sämtliche Gewinste werden in barem Gelbe ausbezahlt. Lose ä 4 Kr. sind in Tabaktrafiken, Lottokollekturen, Wechselstuben re. erhältlich. David und Antoinette Schwarzmann-Stiftung, Anzahl 4er Plätze: Einer oder zwei im Be'rage von zusammen K 700 —. — Auf'den Stiftungsbezug haben Anspruch; ä) In erster Linie: Arme israelitische Bräute aus der Verwandtschaft des Stifters David Schwarzmann s. A., oder dessen Gattin Frau Antoinette, geh Fliegelmann, insoferne diese Bräute von den Eltern des genannten Ehepaares oder von diesem Ehepaare selbst abstammen. b) In Ermanglung solcher Bräute: Arme israelitische. Personen aus dem gleichen Verwandtschaftskreise, c) Bei Abgang auch solcher: 1. Mit dem stifterischen Ehepaare nicht verwandte, arme israelitische Bräute oder 2. israelitische verarmte Gewerbetreibende, oder 3 israelitische hilfsbedürftige Witwen nach Gewerbetreibenden. — GßSUChSheilagcn:, Für Bewerber sub a): Geburtsschein, Armutszeugnis, Verwandtschaftsnachweis, Brautstandszeugnis und Sittenzeugnis. Für Bewerber sub b): Geburtsschein. Armutszeugnis, Verwandfschaltsnachweis. Für Bewerber sub c 1: Geburtsschein, Armutszeugnis, Brautstandsnachweis, Rittenzeugnis, Für Bewerber sub c 2: Geburtsschein, Armutszeugnis, Gewerbeschein. Für Bewerber sub c 3: Geburtsschein, Armutszeugnis, Gewerbeschein und Totenschein des Gatten. — Letzter Tag de? Eim elcbungsfrlst: 30. Juni 1911. — Auszatiiungstac : 26 Jänner 1912. (7 Schebat.)— Elnreichstejifc: ]., Seitenstettengaise 4, II. Stock (Einreichungsprotokoii). — Näheres in den von der Einreichstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsblanketten. — Bräute, welche vor der Verleihung heiraten, haben keinen Anspruch auf diese Stiftung — Rssalle Pollak-Wid ung für blinde Frauen, Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von R 78.—. — Bewerbungsberechtigt Sind: Arme*erblindete oder durch schwaches Rehveimögeu erwerbsunfähige Frauen oder Mädchen. — GßSUChSbeila en : Geburtsschein, Armutszeugnis und ärztliches Zeugnis über die Erblindung oder die durch schwaches Sehvermögen hervorgerufene Erwerbsunfähigkeit. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 30. Juni 1911. — E nreichstelie : I., Seitenstettengasse 4. ii Stock (Einreichungsprotokoll). — Näheres In den ven der Einreichsteiie unenißellich zu beziehenden ßesuchsblanketten. Wien, I. Juni 1911. Der Vorstand der israel. Kultusgemeinde Wien. Brüder Skrainkasche Stipendien f. 2 Mittelschüler in Holleschau. Am 7. Ab (I. August 1911), als Sterbetag des Herrn Moses Skrainka, gelangen zwei Stipendien ä 70 Kronen an zwei brave, arme Mittelschüler aus Holleschau zur Verleihung und werden Verwandte mit den Stiftern, Herrn Simon und Adolf Skrainka s. A., bevorzugt Bewerber haben ihre Gesuche mit der Nachweisung der Zuständigkeit, der Armut und der Fortgangsklasse „mit Vorzug“ bis 15. Juli 1911 bei dem gefertigten Kultusvorstande einzubringen. Holieschau im Juni 1911. Der Kultusvorsteher: Carl Beer. Simon Skrainkasche Stiftung. Am 29. Juli 1911 (4. Ab) gelangen aus obiger Stiftung 4 Stipendien ä 200 Kronen an arme würdige Hochschüler aus Holleschau zur Verleihung. Diejenigen Bewerber, welche eine Verwandtschaft mit dem sei. Stifter oder dessen Ehegattin Frau Amalie Skrainka nachweisen, werden in erster Reihe bevorzugt. Gesuche mit den Nachweisen der Mittellosigkeit, Würdigkeit, der Zuständigkeit nach Holleschau und der abgelegten Kolloquien sind bis 15. Juli 1911 bei der israel. Kultusgemeinde Hoilesshau einzubringen. Später eingelangte Gesuche werden nicht berücksichtigt. " Holieschau, Juni 1911. Der Kultusvorsteher: Carl Beer. Adolf Skrainkasche Wohltätigkeits-Stiftung, Holieschau. Am 22. Elul (15. September 1911), als dem Sterbetage des sei. Herrn Adolf Skrainka, gelangen aus obiger Stiftung zwei Stipendien ä 20 > K, abzüglich der Insertionskosten, an 2 würdige und bedürftige Hochschüler der Universität oder der technischen Hochschule ans Holleschau zur Verleihung. Verwandte der Familie Skainka werden in erster Linie berücksichtigt. Bewerber um diese Stipendien haben ihre mit den Nachweisen der Verwandtschaft, beziehungsweise der Zuständigkeit nach Holleschau, der Würdigkeit, Bedürftigkeit und der ordnungsmäßig zurückgelegten Kolloquien oder Prüfungen belegten Gesuche bis 15. August 1911 beim gefertigten Kultusvorstande zu überreichen, Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche finden keine- Berücksichtigung. Holleschau im Juni 1911. Der Kultusvorsteher: Carl Beer.