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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-06-09 · 23 (9.6.1911) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
23 (9.6.1911)
Date
1911-06-09
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Sette 390 Ar. 9*3 T^. Blochs WoGMhlvffi Mcine-eutscheBibelüberfetzuntz, Ausgab-e für Schule und Hans, wird in der nächsten Zeit in einer neue« Auflage erscheinen. Da das Buch neu gesetzt wird, so kann ich das Ganze einer eingehenden Revision unterziehen. Ich bitte die Herren Rabbiner, Schulleiter und Lehrer, die sich für diese Schulbibel intereffieren, mir freundlichst Aenderungs- und Berbessernngsvorschläge möglichst bald zu machen. Sie werden von mir mit großem Dank entgegengenommen und, soweit sie mit Plan und Anlage des Buches in Einklang zu bringen sind, nach Möglichkeit beKckfichtigt werden. gA)r. B e r n f e l d, Charlottenburg, Goethestraße 81. Jüdinnen. Ein Roman von Max Brod. Verlag Axel Juncker, Berlin-Charlottenburg. Preis brosch K 4 80, eleg. geb. K 6-—. Der Realgymnasiast Hugo Rosentbal, ein junger Mann offenen Herzen* und von wohl angelegtem Charakter gerät allzufrüh in ein Liebesverhältnis mit einem raffinierten, ihm an Alter und Erfahrung weit überlegenen Mädchen, namens Irene Popper, das ihn durch ihre Intelligenz ebenso 'anzieht, wie sie ihn dur< h ihre Seelenlosigkeit abstösst. Seine tiefen Kämpfe und verzweifelten Versuche, sich losszareissen, sein endlicher Sieg nnd Aufstieg in eine höhere, fröhlichere Lebenssphäre einerseits und das Schicksal unserer „gebildeten“ Mädchen im Mittelstand, ihre Leiden und Abenteuer andererseits bilden den Inhalt dieses aktuelle^, in Teplitz spielenden Romanes, der überdies dichterische Ausblicke auf die politischen Kämpfe unserer Zeit eröffnet. — Wer die früheren Prosaschriften Dr. Brod’s gelesen hat, wird den Autor, auch ohne einen Blick auf das Titelblatt gemacht zu haben, in seinem neuen Werke sofort wiedererkennen; denn seine eigene Art, zu erzählen und zu beschreiben, verleugnet sich auch in diesem Buche nicht Der Name des Dichters sowie der Umstand, dass dieser bedeutsame Roman bereits wenige Tage nach dem Erscheinen die fünfte Auflage erlebte, machen eine weitere Empfehlung unnötig. — Die gediegene Ausstattung des Buches verdient Anerkennung. M. /, Interessante Kriminalprozesse von kulturhistorischer Bedeutung. Aus Gegenwart und Jüngstvergangenheit. Nach eigenen Erlebnissen dargestellt von Hugo Friedländer. Eingeleitet Von Justizrat Dr. E. Seilo, Berlin (Verlag vom Hermann Barsdörf In Berlin W. PO.) Preis: Eleg. brosch. M. 3—. In Originalband M; 4*—. Von dem bekannten Gerichtsberichterstatter Hugo Friedländer, der in den letzten Jahrzehnten allen bedeutenden Prozessen im Deutschen Reich und den Nachbarländern in seiner Berufseigenschaft beigewohnt hat, ist soeben der dritte Band seines Werkes unter obigem Titel erschienen Die Bedeutung auch dieses Bandes für den Kuilurhistoriker ist nicht gering anzuschlagen. Er enthält erstmalig die zusammenfassende, authentische Darstellung des Tarnowskapirozesses in Venedig (mit dem Porträt 3er Gräfin), der s. Z. alle Welt in hochgradige Spannung versetzte, ferner „Die Ermordung des Gymnasiasten Ernst Winter in Könitz“, welcher Prozess die alte unsinnige Mär von dem zu Ritualzwecken vergossenen Christenblute auffrischte und zeigte, wie tief wir9 trotz aller Kultur noch im finstern Aberglauben stecken! Endlich den Moltke-Harden-Prozess, den der Berliner Stadtkommandant Generalleutnant z. D. Graf Kuno v. Moltke gegen den Herausgeber der „Zukunft“, Maximilian Harden wegen angeblichen Vorwurfes der Homosexualität augestrengt hatte! Wohl konnte sich Graf Moltke von jeglichem Verdacht reinigen, aber seinen Herzensfreund, Fürst Eulenburg und die um ihn, hatte Harden nur zu richtig bewertet, und es gewährt dieser, trotz aller Beschränkung noch über 200 Seiten Elende Skandalprozess einen geradezu erschreckenden Einblick: in das Leben und Treiben jener exclusiven Kreise. Nur drei Prozesse bietet dieser dritte Band, aber er dürfte noch lehrreicher für jeden Richter, Anwalt, Arzt, überhaupt für jeden, der sich für Kriminal-Psychologie interessiert, wirken, als seine beiden Vorgänger. Er ist eingehend, lebhaft, anschaulich und fesselnd geschrieben, so dass er für jeden Mann und jede Frau eine hochinteressante, spannende Ldäüre bildet. Dem lesenswerten Buche ist umsomehr ein grosser. Ei folg zu wünschen, als es das Bestreben des Verfassers ist, mit seinem Werke zur Verdrängung der der Schundliteratur beizutrag n. Weitei e Bände erscheinen in zwangloser Folge. Die Aussattnng ist eine vornehme. Deutsch-österr. Klassiker-Bibliothek. Herausgegeben von Doktor Rommel. Teschen 1911, Karl Pr och aska. In dieser ausgezeichneten Sammlung sind drei neue Bänddien erschienen;r. Adolf;Bäuerle (Der Fiaker als Marquis. Die falsche Primadonna. Die schlimme Lisei) erinnert uns wieder daran, wie so vieles in unserem volkstümlichen Sprachschatz aus der guten Biedermeierzeit und gerade aus weicher Bäuerle stammt. Wem von uns hat die Mutter nicht von der „Catalani“ erzählt, welcher Student sang nicht auf Bierreisen mit abwechselndem Ulk „Was ich des Tags verdient auf meiner Leier?“ Auch der Jude bei Bäuerle ist ein Stück Kulturgeschichte. Das gleiche gilt Von Küihbefgets „Opfern der Börse“. Eine gediegene Lektüre, die zumal bei dem billigen Pi eis überall Eingang finden sollte. Carinen Sylva, Mein Penatenwinkel. 6.Auf?. Bd. I. Frankfurt a. M. 1911. Herrn. Minjon. Das Buch hat seinen Weg durch die Welt und bei der Presse fast ohne Ausnahme lebhaften Beifall gefunden. An dieser Stelle muss dies darum unterstrichen weiden, weil das Kapitel „Bernäys“ Über die Juden nnd ihren Glauben Ui teile'fällt, die in einem anderen Munde, als dem einer Königin, entschiedener Ablehnung aller Offiziösen begegnet wären, vielleicht dem ganzen Buch das Schicksal eisigen Verschwiegenwerdens bereifet .hätten. Da liest und. staunt man (8. 66): „Wir leben und zehren alle von 4 der Bibel und gestatten uns, das Volk zu verachten, welches das Buch der Bücher hervorgebracht. Aber warum lernien die Christeh nicht von ihnen? Wir sind ja aus dem Judentum hervorgegängen, warum wenden wir uns ab und verleugnen unsere Herkunft.?“ Schwerlich werden allerdings die Versuche, die Barbarei Rumäniens gegen seine Juden in milderem Lichte zu zeigen (8. 61), als zureichend bezeichnet werden dürfen. Sie sind aber in eineih Buche aus dieser Feder sehr begreiflich. Und schon die sich unmittelbar daran schliessende Zurückweisung des christlichen Judenhasses ist geeignet, uns auch damit einigermassen auszusöhnen. Alles, was hier über das Judentum gesagt wird, ist sehr beachtenswert. Wien in Buchform. Soeben ist die zweite verbesserte Auflage des „Bezirks-Taschen-Plan und Führer von Wien in Büchtorm“ (Verlag Moritz Stern, Wien, VI., Mariahilfersüasse i) erschienen. Dieses bandliehe Taschenbuch, welches das Oisffneu dös grossen Planbogens auf'der Strass' vermeiden lässt,;„hat jetzt eine Überraschend schöne Äusffihrtfng erfahren, verbunden mit einer Neuerung, die bisher kein Plan von Wien gebrächt Fat. Es sind die Signalzeichen der elektrischen Strass eubahu auf deh Bezirksplänen derart praktisch eingezeichnet, dass man im Augenblick über jede Linie der Strassenbahn orientiert ist. Bei dem umfangreichen Strassenbahnnet'z mit den dadurch unvermeidlichen vielgestaltigen Signalisierungen ist es selVst für den ‘Wiener schwierig, sich zurechtzufinden, weshalb diese gelungene Anbringung Her Signale nur zu begrüssen ist. Die neue Auflage des gedMeAh Planes bringt noch die ungemein .lobenswerte Anbringung. Der Häuseruumerierung, weiters eine Karte der Umgebung von Wien nnd auf dem Uebersichtsplan, der zur Orientierung über die I7aHc der Bezirke angeführt ist, eine deutliche Anbringhüg der Städtbahnstationen und Fernbahnböfe. Der beigegebene Führer durch die Sehenswürdigkeiten etc. mit vollständigem Strassen- und Gassen Verzeichnis enthält als wertvoll für den Gebrauch die Ergänzung mit allen, speziell in letzter Zeit so zahlreichen neuen Namen von Strassen und Gassen, desgleichen eine kurze Beschreibung des Stadtzentrums und der Umgebung von Wien. Das mit dem Preise von K 1.60 angesetzte Buch ist wohl das Beste, was bis jetzt auf diesem Gebiete erschienen ist. Ost and West, Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der .Deutschen Konferenz -Gemeinschaft der Alliance Iörafilite Universelle. Heft 6. XI. Jahrgäng. Juni löll. Inhalt: Zu den Wablefi des Zentrdl-Komitees der Ä. I. U! — Dr. Felix Perl es, Königsberg i. Pr.: Soziale Gerechtigkeit im alten Judentum. — Karl Bayer: Julius Obst (mit 6 llloktiationen). — Dr. Bamberger : Die jüdische Abteilung der internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden. — Alfred Wolmärk (mit 3 Illustrationen). — Michael Würm brau 3: Die Alten (Drama). —„Jacob Beyinel: Sa^batgesänge. I. Saböatänfäng (Noten), - Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der Alliäbce Israfelite Universelle: Briefwechsel zwischen dem 0. 0. und der D. 0. G. der A I U. — Die Israeliten tü Rüsälä’nd. — M. A. Klausner (Denkstein-Enthüllung),— Notizen. — Schäch. — Jüdischer Volksverein (Saumeich Nauflim) mit Porträt. — Jahresbericht der jü tischen Emigrations-G esell Schaft (Ito) in Kiew. — Inserate. — Verlag Ost und West Leo Winz, Berlin- Chariotteuburg, Knesebeckstrasse 32. Monatschrift für Beschichte und Wissenschaft {des. Äidentqms. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, HeirausgegebCn Von Dr. M. Braun. 55. Jahrgang, Heft 3/4. Neue Folge. 19. Jahrgang. März-April 1911. Inhaltsverzeichnis : M. G üdemann : Kürzen und Längen in der Bibel. — Ludwig Levy : Die Ecke mit der Garbe. — M, Freimann; Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum? (S&luss.) V. Auf ö- - witz er.: Die talmudische Literatür der letzten Jahre. Fortsetzung.) — Adolf Büchler: Die Strafe des Ehebruchs in der nachexilischen Zsit. — Simon Eppehsteih: Beitrage zur Geschichte und Literatur iffi gaönäiächeü Zeitalter. (Portsetzüh'g^ — W. Bacher: Die ^WortvertäusMiugen“ im KÄäb äl-Luma des Abülwalid. — G. Walter: Der; Streit um die jüdische GArküche in Bromberg am Beginne des 19.JahJ-htinderts. — G.Rtilf: Ein Nachtrag zu „Wilhelm Rabe und die Juden“. — Notizen. — Besprechungen. — Koebncr'sChe Verlägöbüchhandlüng (BärAsch und Riesenfeld), Breäteü, Schmieäebiücfce 17/iö.

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