Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 22 (2.6.1911)
- Date
- 1911-06-02
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 870 Dr. Mochs Wochenschrift Nr. 22 ein kümmerliches Leben, da es heule nicht mehr so leicht ist, in der Diamantenschleiferei dauernde Arbeit zu finden, wie ehedem. Auch in Antwerpen zeigt sich, wie in anderen größeren Einwanderungszentren, das Bestreben, daß die Juden der einzelnen Länder sich gruppieren und gewissermaßen je ein eigenes Ghetto bilden. Wenn m Rußland ein Jude Erfinder ist. Ein junger jüdischer Techniker in Warschau, namens Israel Keller, hat eine bedeutungsvolle Erfindung gemacht. Es ist ein Apparat, der das Telephonieren vom fahrenden Zug ermöglicht und alle bisherigen ähnlichen Versuche bei weitem übertrifft. Die Direktoren des Petersburger Elektrotechnischen Instituts und der Petersburger Telephonzentralen, die von dieser Erfindung Kenntnis erhielten, begannen sich für dieselbe lebhaft zu Interessieren und luden Herrn Keller ein, nach Petersburg zu kommen und den Apparat zu demonstrieren. Herr Keller war jedoch gezwungen, in einem Antwortschreiben an die Direktoren zu erklären, daß er zu seinem großen Bedauern nicht in der Lage sei, der ehrenvollen Einladung Folge zu leisten, da er Zude ist und als "solcher kein Recht habe, nach Petersburg zu kommen. Die bisherigen Versuche, dem Erfinder eine Aufenthaltsbewilligung zu erwirken, blieben erfolglos. Russisch-jüdische Künstler in der Kunstausstellung in Rom. Unter den wenigen Werken der Bildhauerkunst im russischen Pavillon in der römischen Weltausstellung nimmt die Büste des französischen Chemikers Berthelot, ein Meisterwerk des aus Rußland stammenden, in Paris lebenden jüdischen Bildhauers Leopold Bernstamm, den hervorragendsten Platz ein. Bernstamm, der einem Besucher des russischen Pavillons mit Stolz zurief: „Ich bin Jude, Jude aus der Tiefe meines Herzens!" wurde sowohl dem italienischen Königspaare als auch dem russischen Großfürsten, anläßlich ihres Besuches der Ausstellung, als der „bedeutendste russische Künstler" der Gegenwart präsentiert. Bernstamm hat die Büsten mehrerer Monarchen und selbst die Büste des Papstes Leo XIII. und des Kardinals Rampolla geschaffen. Auch Li-Hung-Ehang, der Bismarck des fernen Ostens, wollte seine Büste von Bernstamm haben. Außer dem Bildhauer Bernstamm zeigt der russische Pavillon zahlreiche Werke russisch-jüdischer Künstler, auf welche Rußland in Italien stolz ist, während ihnen zuhause nicht einmal die Freizügigkeit gewährt ist. VermLscbles. Krauzablöfuugsspeuden zugunsten der Chewra-Kadlscha in Wien I., Eeiteustetteugasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sei. Rosa N a s s a l: Von Jg. Simon R 10, Ernst Ehrenfeld 10, Eduard Schwarz 10. Blanko Schwarz 10, Georg Grün 10, Gusti Eißler 20,. S. Roth 20. Zusammen K 90. Anläßlich des Ablebens der sei. Justine Hirsch: Von S. Wafferthal R 10, Dr. Karl Großmann 10, Fanni und Jacques Feitlcr 20, Dr. Moriz Hellmann 10, Vilim v. Reiner 30. Zusammen R 80. Anläßlich des Ablebens des sel. Emil Granichstätten: Von E. B. R 10, Max Großmann sen. 10, Rudolf Lackenbacher 20. Betty Großmann 10, Therese Lackenbacher 10. Zusammen R 60 Anläßlich des Ablebens des sei. Albert Beck: Von Dr. Karl und Emil Beck R 10, Dr. Hugo Beck 10. Zusammen R 20. Anläßlich deS Ablebens des sel. Ludwig K o w a n i tz: Von Emil Pinell R 10. Josef Kowanitz 10, Julius Blech 10, Arnold Kohn 5, Adolf Friedländer 6, Max Kowanitz, Prag, 10, Heinrich Kowanitz 10, Sigmund Kohn 5, O. M. 6. Zusammen R 70. Anläßlich des Ablebens der sel. Olga Schreiber: Von Dr. Adolf Adler R 20, Geschwister Pick 20, Fran Fanny Wolf 20. Zusammen R 60. Anläßlich des Ablebens des sel. Anton W i l h e i m: Von Leo Kronau R 5. Ed. Blum 2, H. Werner 2, Isidor Aglar 10 Hofmann u. Komp. 10, Leo Rillward 6, Griß 6, Albert Fürst 2 Zusammen R 41. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosalie Tauber: Von Dr. Schrupp R 10, Joh. Glaser 10. Zusammen R 20. Anläßlich des Ablebens der sel. Emma Jmmergut: Von Hugo Straschnow R 10, Edmund Jmmergut 50, Olga Jmmergut 30. Hans und Waller Jmmergut 20, Moriz Ritter, Leipnik 20, Emanuel Jndermann 10, Julius und Olga Grünbaum 50, Adolf Ullmann 10, E. Luzatto 30, Max Luzatto 30, Dr. Josef Löwenthal 20. Zusammen R 280. Anläßlich des Ablebens des sel. Jakob L ö w y: Von Moriz Lowy R 20, Sigmund Linzer 5, Ernst Linzer 5. Zusammen R 30. Anläßlich des Ablebens des sel. Max D i t t e l: Von Eugen Ernst R 10, Max Makler 5, Emil Beck 5, Friederike Eurant 10. Zusammen K 30. Israel. Bethausverein „Am Volkert" Kaiser Franz Joseph I. Huldigungs-Tempel. A u s r u s. Die ärmste jüdische Bevölkerung der Leopoldstadt entbehrt schon seit langem eines würdigen Gotteshauses. Von Jahr zu Jahr wiederholen sich die berechtigten Klagen, daß an den hohen Feiertagen der Gottesdienst in einigen Bezirksteilen in Lokalen abgehalten wird, die durch ihre sonstige Verwendung unwürdig erscheinen, zur Stätte des Gottesdienstes zu dienen. Diesem, dem Ansehen der Wiener Judenschast abträglichen Zustande will der gefertigte Bethausverein abhelfen, indem er nunmehr daran geht, auf einem in unmittelbarer Nähe der Kaiser Josefstraße gelegenen, bereits erworbenen Baugrunde ein würdiges Gotteshaus zu errichten, das mit. Allerhöchster Genehmigung den Ehrennamen „Kaiser Franz Joseph I. Huldigungs- T e m p e l" tragen soll. Der gefertigte Bethausverein geht an diese große Aufgabe in dem vollen Bewußtsein, daß er ein gottgefälliges nud menschenfreundliches Werk vollsührt, das der Förderung aller Glaubensgenossen würdig ist. Denn mehr als dem Kranken die körperliche Heilung, ist oft dem armen Inden, dem fast nichts geblieben ist, als sein Gottesglaube, eine Andachtsstätte; stärkender als manches Heilmittel das Gebet, aus dem er die Kraft schöpft, schier alles zu ertragen. Und so richten wir denn an alle unsere begüterten Glaubensgenossen die innige Bitte, dieses im wahrsten Sinne des Wortes wohltätige Werk durch Spendenbeiträge zu fördern. Der israel. Bethausverein „Am Bolkert". Adolf Schramek, Obmann. L Verzei chnis der eingelaufene n Spenden für den Tempelbau. Von: S. M. von Rothschild R 26.000, Adolf Schramek 10.000, Gebrüder Gutmann 4000, Samuel Adler 3000, Friedrich Allina 2000, Elkan Bauer 1000, Dr. Max Landau 1000, Moriz Edlen v. Kuffner 1000, kais. Rat Leopold Langer 1000. Moriz B. Eißler I960, k. f„ Hofrat S. Ritter von Hahn 1000, Ferdinand Bloch 1000, Brüder Boschan 600, Julius Wolf 500, A. Herm. Frankl Söhne 600, Alfred Pollitzer 500, David Allina 600, Betty Spitzer und Bruder 600, Brüder Fischer 500, Dr. Felix Katzau 500, kais. Rat Leopold Sachs 500, kaiserl. Rat Adolf Wenger 500, Michael Glogau 500, Bardach L Neumann 500, kais. Rat Oskar Berl 600, Carl Lemberger 300, Josef Bruckner's Söhne 300, Wilhelm Deutsch 300, Moriz Waldmann 300, Hermann Ehrenfeld 300, Jakob Singer 300, Gottlteb Bettelheim 300, Herm. Bäck 300, Friedr. Karbach 300, Ernst Hirsch 300. Geldsendungen werden erbeten an die Adresse des Obmannes Herrn Adolf Schramek Wien, II., Nobaragaffe 21, oder durch die Postsparkaffa (Konto Nr. 56048).