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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-05-26 · 21 (26.5.1911) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
21 (26.5.1911)
Date
1911-05-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
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«Mraw-..-» -^wy^^aiäiiwtiaigtiw Seite 354 Dl. Blvchs schützt, stehen aber, besonders seit der Zeit Karls IV., zu ihm im Verhältnisse einer entwürdigenden Kammerk'nechtschaft, sie sind seine servi. noch mehr die s e r v i seiner camera, Ausbeutungsobjekte, gut genug, die Finanzen der an ewigem Geldmangel leidenden Fürsten zu kräftigen. Insoweit wäre auch zu berichtigen und zu ergänzen, was d'Elvert in seinem angeführten Werke, an Dudik sich anlehnend, über die Juden Mährens und Brünns sagt. — Von jedem Handwerke und anderem Erwerbe ausgeschlossen, machen sie Geldleihgeschäfte, welche von den kanonischen Gesetzen für Christen verboten waren. Erwerben sie einen Besitz, so ist er unsicher. Unsicher sind auch die Schulden. Wir haben gehört, wie Jodok, gleich seinem Vetter Wenzel, dem Faulen, der dies freilich im gröberen Stile tat, einen Schulderlatz dekretierte. — Das Verhältnis zu ihren Mitbürgern konnte infolge dieser Zustände natürlich kein freundliches sein. So mochte es dem Franziskanerprediger C a p i st r a n o nicht schwer werden, das Volk gegen die Juden zu hetzen. Und das Ende war — Vertreibung aus der Stadt, welche sich der jüdischen Liegenschaften frei und froh bemächtigte. Dr. Mar Grünfeld. Literatur» Wertvolle Novellen und Erzählungen. Mit dem zwölften Bande liegt nun die „Bibliothek wertvoller Novellen und Erzählungen“ (Herder, Freiburg) abgeschlossen vor uns. Diese schon äusserlich durch vornehme Ausstattung, grossen klaren Druck und sehr bescheidenen Preis (12 Bde. Mk. 30 — Einzel band Mk. 2.50) ausgezeichnete Sammlung ist bereits bei Erscheinen der ersten Bände allseitig lebhaft begrüsst* worden. Sie versprach, nicht nur nach der Seite wertvoller Erzähiungskunst hin eine willkommene Ergänzung zu Herders bekannter „Bibliothek deutscher Klassiker“ zu werden, sondern auch jedem Empfänglichen eine selbständige reiche Auswahl aus dem Besten, was die erzählende Prosaliteratur seit der klassischen Blütezeit deutscher Dichtung geschaffen hat, darzubieten. Dieser Erwartung hat der verdienstvolle Herausgeber beider Sammlungen, Gymnasialdirektor Prof. Dr. 0 Hellinghaus, durch die nun vollendete Novellenbibliothek in jeder Beziehung entsprochen. Unter den 50 aufgenommenen Erzählungen und Novellen ist keine, die nicht den lebendigen Eindruck der Meisterschaft erweckte und die ohne nachhaltige Wirkung auf Phantasie, Geist und Gemüt an uns vorüberginge. Düstere Tragik, nachdenklicher Ernst, toller Humor und behagliche Heiterkeit; romantische Sehnsucht und Ironie,realistische Beobachtung und Lebensfreude; Märchenstimmung, Natarfreude, Wanderlust und alle Kräfte und Regungen der Seele spiegeln sich in diesen Werken echter dichterischer Erzählungskunst. Heide, Gebirge, Wälder und Wüste, Stadt und Land, Heimat und Fremde bilden den wechselnden Hintergrund dafür. Die eben so sehr von der Phantasie wie von einem vollkommenen Künstlergeist geschaffenen Novellen Goethes und Mörikes müssen das Entzücken jedes Schönheitsfreundes sein. Wer dramatische Spannung und wuchtig schreitende Handlung aus düsterer Stimmung heraus liebt, wird vor allem in Kleists, Hebbels, Ludwigs und Halms grandiosen Erzählungen kaum zu übertreffende Lektüre finden. Und wer möchte nicht die „mondscheinbeglänzte Zaubernacht“ Eichenderffs und Fouques, die zwischen tiefer Traurigkeit und überschäumendem Humor schwankende, reichbegabte Künstlernatur Brentanos und die abgerundeten Gesellschaftsnovellen Tiecks kennen lernen? Stifter, der in der Sammlung hervorragend vertretene Meister der stimmungsstarken Landschaftsschilderung, ist wohl bekannt genug; aber J. Freys prächtige Gebirgsnoveilen verdienen weit mehr Beachtung, als ihnen bisher im ganzen zuteil wurde. Lange bevor der Ausdruck „Heimatkunst“ populär wurde, haben unsere bedeutenden Erzähler die Heimat künstlerisch verklärt oder mit unübertrefflicher Kleinmalerei das Leben des Bürgers und Bauers dargestellt: Gotthelf, Brentano, Grillparzer, H. Kurz, Kinkl, M. Meyr vertreten u a. diese Literaturform in der vorliegenden Auswahl. Aber auch E. Th. A. Hoffmann mit seinem „Meister Martin“ muss hier genannt werden; dieser vielbegabte Künstler, dessen dämonische Phantasie ihm erlaubte, Traum- und Spukgebilde wie Wirklichkeit darzustellen, kommt in der Sammlung mit drei Erzählungen voll zur Geltung. Es ist nicht nötig, alle weiteren Namen, wie Achim v. Arnim, Chamisso, Annette v. Droste-Hülshoff, Hauff, Nathusius usw., die alle mit Kleinodien ihrer Kirnst die Sammlung zieren, anzuführen, um erkennen zu lassen, in welch hervorragender Weise Hellinghaus seine Aufgabe löste. Aus jedem einzelnen Werke heraus spricht etwas Grosses, das dem Zeitgeschmack, wie sehr er auch wechseln mag, nicht unterliegen W»ch«ischrift Nr. sl kann; und damit ist der unverlierbare Wert dieser vorbildlichen Sammlung bedeutender Novellen und Erzählungen für die Familien-, Vereins- und Schulbibliothek jedem Literaturfreunde fraglos klar. Bei Ullstein u. Co. sind soeben erschienen (ä 1 Mk.): „Sehnsucht“, Roman von Karl Rosner. Die Sehnsucht des Künstlers, der mit suchender Seele um Vollendung ringt, bald in qualvollem Leid, bald in zum Himmel jauchzendem Schaffen. Die Sehnsucht des jungen Weibes, das des Mannes harrt, dem sie ihre Liebe hingeben kann in strömendem Ueberschwang. Und auch die Sehnsucht des einsamen Mannes, der in ehrwürdigem Alter sich um das verlorene Ideal der Jugend müht. Aus solchen sehnsuchtsvollen, stillen, feinen und doch in heftigsten inneren Kämpfen stehenden Menschen setzt sich der Kreis zusammen, den Karl Rosner in seinem Roman schildert. Die Försterbuben, Roman von Peter Rosegger. Ein Roman aus den steirischen Alpen, der die Söhne des braven alten Försters Rufmann in eine peinliche Kriminaluntersnchung wegen einer Mordaffäre geraten lässt. In das Gebirgsdorf gerät ein Original von einem ehemaligen „preissischen“ Professor, der in den Bauernschädeln einiges Rumoren anrichtet. Der wird das Opfer einer grausigen Tat. Ohne jede Sentimentalität erzählt Rosegger die spannende Geschichte. Weniger gelungen erscheint: „Unter heisserer Sonne“ von Wilhelm Je n s e n. Am gelegensten erscheinen die Teile, in denen Jensen die Wunderwelt des Tropenwaldes mit leuchtenden Farben schildert. W. Bachrach, Altona. Ueber die Bedeutung der Jugendlektüre und die Grundsätze für die Auswahl derselben. Ein Mahnruf an jüdische Lehrer und Eltern. Drei Muster billiger Schülerbibliotheken. Viktor Bibi. Die niederösterreichischen Stände im Vormärz. Ein Beitrag zur Vorgeschichte der Revolution des Jahres 1848. Herausgegeben von der Gesellschaft für neuere Geschichte Oesterreichs. Verlag Gerlach u. Wiedling, Wien, I., Elisabethstraste 13. Die Verwaltung der jüdischen Gemeinden in Russland. Historisch und dogmatisch dargestellt. Iuaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Hohen juristischen Fakultät der Universität Bern. Vorgelegt von Moses Silberfarb aus Rowno (Russland). Dr. Armin Abeies. Der kleine Versöhnungstag. Eine liturgische Studie. Im Selbstverläge des Verfassers, Wien, II., Rembrandtstrasse 2. Biographisches Handbuch, der in der k. u. k. öslerr.-ung. Armee und Kriegsmarine, aktiv gedienten Offiziere, Aerzte, Truppenrechnungsführer und sonstigen Militärbeamten jüdischer Nationalität (ca. 1000 Biographien), Preis K 3.—. Im Selbstverläge des Werkes: „Oesterr.-ung. Juden in Heer und Marine“ von Moritz Frühling, Wien, II., Taborstrasse 20. „Die Hilfe“. Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst* Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 20* 18. Mai 19il. Aus dem Inhalt: Friedrich Naumann: Reichsgedanke und Eisass. — Paul Rohrbach: Ruhig Blut in Marokko! — Max Rumpf: Recht und Liberalismus II. — Paul Rohrbach: Egypten V. -- Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. — Hans Vollmer: Kunstkritik und Publikum. — Erich Schlaikj er: Von der Schmiere. — Ernst Lorenzen: Nur Bräutigam! Eine Skizze. — Karl Wilhelm Fritsch: Um Michelburg. Roman. — Theodor Heuss: Der Hausrat des Proletariers. — Büchertisch. — Politische Notizen. — Buchverlag der „Hilfe“, Berlin-Schöneberg. „Jung-Juda.“ Illustrierte Zeitschrift für unsere Jugend. XII. Jahrgang, Nr. 10. Prag, 19. Mai 1911. Inhalt: S. H. Mosenthal: Prinz Mai. — Ben J e h u d a: Jeremiah, Kap. 82. — Ida Böck: Frommer Betrug. (Schluss.) — H. J. Z.: Reh Hirsch Tschelin (Fortsetzung, Illustration). — Dr. Emil Adler: Sumsum (Illustration). — Dr. Adolf Heller: Die Erkältung. — Uebersetzungsaufgabe und Rätsel. Redaktion und Administration: Prag, II., Stephansgasse 630. Le Traducteur, The Translator, II Traduttore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. Zweck dieser Blätter ist es, dem Lernenden eine gründliche Kenntnis der Schrift- und Umgangssprache zu vermitteln. Die Methode führt den Lernenden auf natürlichem Wege in frischer, anregender und origineller Weise zum Verständnis der fremden Sprache und bietet auch dem Fortgeschrittenen noch reichlich Gelegenheit, seine Sprachkenntnisse weiter anszubilden und zu vervollkommnen. In den mit Geschick und gutem Geschmack bearbeiteten Gesprächen nehmen sie die gesprochene fertige Sprache zum Ausgangspunkt und wissen über eine Fülle täglicher Vorkommnisse zu belehren. — Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenfrei durch den Verlag des „Traducteur“ in "La Chaux-de Fonds (Schweiz).

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