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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-05-19 · 20 (19.5.1911) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
20 (19.5.1911)
Date
1911-05-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 2Ö $)r. Dlochs Wochenschrift Sette 337 Ans dem Leben eines berühmten Antiquitätenhändlers. Aus London wird uns geschrieben: Dieser Tage starb hier an den Folgen einer Operation im Alter von 69 Jahren der in den Kunstkreisen zweier Weltteile wohlbekannte Antiquitätenhändler Charles Wertheimer. Ec war ein Sohn des zu Ende der Z vansigerjahre des vorigen Jahrhunderts aus Amsterdam nach England eingewanderten bekannten jüdischen Ant'gritätenhäudlers Samson Wertheimer u.d zeichnete sich gleich seinem Vater und Bruder durch eine eminente Kenntnis des AntiquUätenhandels aus. Das Britische Museum und ausländische Kunstinstitute holten in strittigen Fällen nicht selten seinen Rat ein, da sein Urteil im Handel und in der Forschung als autoritativ galt. Wertheimer betrieb seinen Handel in einem seigneural eingerichteten Prioathause; seine Kuustschätze konnten nur von geladenen Gästen besichtigt werden, unter denen sich die hervorragendsten Persönlichkeiten Europas und Amerikas befanden. So mancher Besitzer wertvoller Antiq litäten. der diese an den Mann zu bringen wünschte, bediente sich zu diesem Zwecke des diskreten Drawmgrooms Wertheimers, das sich zu privaten Veräußerungen vortrefflich eignete. Welheimer besaß eine unschätzbare Kollektion von Reynolds, Gamsborough. Hoppners, Romneys und anderer älterer englischer Meister, wobei er aber die modernen durchaus nicht vernachlässigte. Vor einigen Jahren wurde in einem Palais ein Einbruchsdiebstahl verübt, wobei das berühmte Gemälde Kainsborough Nancy Parsons und Reynolds Porträt von Hon. Mrs. Jork aus dem Rahmen geschnitten und im Vereine mit einigen seltenen evelsteingeschmLckcen antiken Schnupftabakdosen von großem Werte geraubt wurden. Die Einbrecher, unter denen sich auch ein italienischer Kunsthändler befand, wurden ausfindig gemacht und euch alle gestohlenen Objekte, mit Ausnahme der beiden Gemälde, die bis zur Stunde nicht eruiert werden konnten, zustande gebracht. Wertheimer war ungewöhnlich schlau und erfindungsreich, wenn es sich darum handelte, ein seltenes und wertvolles Objekt unauffällig an sich zu bringen. Eines Tages ging der Händler in Brighton spazieren und sah durch ein offenes Fenster im Zimmer eines unscheinbaren Hauses eine große chinesische Vase, in der er sofort ein Kunstodjekt von unschätzberem Werte erkannte. Er ging ins Haus unter einem angenommenen Namen und stellte dem Besitzer des Hauses den Antrag, ihm das Haus samt der Einrichtung so wie es „liegt und steht" abzukaufen, da er die Absicht habe, sich in Brighton niederzulassen. Wertheimer erstand das Haus mit der Vase und der übrigen Einrichtung um 19 000 Pfund Sterling. Die Vase selbst verkaufte er bald danach um 35.000 Pfund Sterling. Wertheimer hinterläßt außer seiner mit einer Million Pfund Sterling bewerteten Kunstsammlung ein bedeutendes Barvermögen. In feinem Nachlaffe befindet sich unter anderem der berühmte Rospigliosi Cellini-Pokal im Werte von 1'2 Millionen Kronen. Der Verstorbene hat 500.000 Pfund Sterling für Wohltätigkeitsanstalten, hauptsächlich für Spitäler, testiert. 250.000 Pfund vermachte er der jüdischen Board of Guardians. Atrratirr. Biographisches Handbuch, der in der k n. k. Österr.-ung. Armee und Kriegsmarine aktiv gedienten Offizieie, Aerzte, Truppenrechnungsfahrer und sonstigen Militärbeamten jüdischer Nationalität (ca. 1000 Biographien), Preis K 3.—. Im Selbstverläge des Werkes: „Oesterr.-ung. Inden in Heer und Marine“ von Moritz Frühling, Wien, II., Taborstrasse 20. Gesamtwörterbuch der alt- und neuhebräischen Sprache von Eüeser Ben Jehuda in Jerusalem. Soeben erschienen Vol. II, fase. 9—12, Vol. III, fase. 1, 2, in der Verlagsbuchhandlung Langenscheidt (Prof. G. Langenscheidt) Berlin-Schöneberg. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden, Berlin 0. 2, An der Spandauerbrücki 15. Begründet von Dr. Arthur Rnppin.— Redigiert von Dr. Bruno Blau. 7. Jahrgang. Heft Nr. 5, Mai 1911. — Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Anin, Maxim: Immigration. — Arbeiterkonkurrenz. — Arbeite - Protektionismus. — 2. Dr. oec. publ. Jacob S e g a 11, Berlin : Die wirtschaftliche und soziale Lage der Jaden in Deutschland (Fortsetzung). — II. Statistisches Archiv. Ergebnisse der Volkszählnng vom 31. Dezember 1910 in der kgl. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. Organ der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle. XI. Jahrgang. Heft 5. Mai 1911. Inhalt: L ector: Wir und unsere Lehre. — Paul Barchan: Der Strich (Tschertä). — Karl Schwarz: Stanislaw Bender (mit 7 Illustrationen). — Dr. Max Steif: Einiges über Auffassung von Würden und Ehren im Judentum. — Mexiko, Das gelobte Land: Präsident Diaz und die Juden. — Ernst Altkireh: Im Lande Spinozas. Ein Nachtrag. (Mit 6 Illustrationen.) — Bruno Lessing: Kann ich Lea heiraten? — Adolf Friedemann: Jüdische Kunst in Palästina (mit 4 Illustrationen). — Mitteilungen ans dem Deutschen Bureau der Alliance Israelite Universelle. — D e Alliance-Expedition nach dem Yemen (Schluss). — Notizen. — Dr. Emanuel L a s k e r : Schach. — Literarische Rundschau. — Inserate. — Verlag Ost und West Leo Winz, Berlin-Charlottenburg, Knesebeckstrasse 32. Briefkasten. 55. Fritzberg. Nein. X. A Bronislaw Hubermann ist als Jude geboren. K. Herr Dr. Bernhard Friedmann hat sich als einer der hervorragendsten Verteidiger in dem sensationellen Tisza-Eszlarer Ritualinordprozesie einen bedeutenden Namen gemacht. Ing. Wttter Eidlitz Bezugnehmend auf den Artikel vom 12. d. Nt. über der: „neuen jüdischen Vizekönig in Egypten" weisen Sie mit Recht auf Mommsen's „Römische Geschichte", V. Band, S. 566 (Kapitel Egypten) hin: „So hat Tiberius Julius Alexander (übrigens ein Verwandler Philos), ein al-xandrinifcher Jude, rn den letzten Jahren Nero's diese (egyptffche) Statlhalterschaft geführt; allerdings gehörte er einer sehr reichen und vornehmen, selbst mit dem kaiserlichen Hanse verschwägerten Familie an und hatte im Partherkricg sitz als Generalstabschef lorbulos ausgezeichnet, welche Stellung er bald nachher in dem jüdischen Kriege des Titus wieder übernahm. Er muß einer der tüchtigsten Offiziere dieser Epoche gewesen sein." B. 100. Oesteir.-Jsraelltische Union, Wien, IX, Universirätfstraße 8. L. B. Geza P o l o n y i hat im ungarischen Reichstage die F h le des Antisemitismus entfaltet. Es war hohe Zeit und der Mann hat sich lange genug darauf vorvereitet. Vor vier Jahren hat ihn ein Journalist im Wege der Presse folgendermaßen apostrophiert: Herrn Geza Polonyi, königlicher ungarischer Justizminister! Ich wünsche folgende Straftaten zu beweisen: 1. Sie haben Hehlerei begangen. 2. Sie waren Teilhaber am Diebstahl. 3. Sie haben unter Eid falsch ansgesagt. 4. Sie waren Agent für Bordelllizeuzen. 5. Sie haben E Pressungen begangen. 6. Sie haben die Abgeordneten- und Stadtrepräsentantenwücde unrechtmäßig und unanständig zum Vermögenserwerb benützt. All dies wünsche ich zu beweüen. Ich fordere Sie auf, mich vor Gericht zu belangen. G. P. hat sich nicht zu erkennen gegeben. Er, wie kein zweiter, ist zum Antlsemttenführer prädestiniert. Zur gefälligen Beachtung! Wirersucheu diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhebung derselben von uns versendeten Fostaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration. Ettel Goldschmidt-Stiftung für Schüler dar Wiener höt:.en Gewerbeschulen. Anzahl der Plätze: Zwei im Betrage von je K 20 c —. — Bewerbungsberechtigt sind: israei. Schaler der Wiener teeren Gewerbeschulen. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Aimutszeugnis, letztes Schulzeugnis. — Letzter Tag der Elnriitungsfrlst: 31. Mai 1911. — Einreichstelle: I. Seitenstetten asse 4, II. Stock (Einreichungsprolokoii). — Näheres ln den v a der Elnreicbstelie unentgeltlich zu beziehenden Gesuchshlan Nen. L. G. Goldsteln’sche Hairats-Ausstattungs- $tif;u:g. Anzahl der Plätze: Einer im Betrage von K s::.—- — Bewerhungsberechtlgt sind : arme verwaiste israelitische M;.dihea. — Bevorzugt: Verwandte des Stifters L. G. Goldsteiu, L.ei.orcu zu Altstadt in Böhmen (ehemaliger Kreis Tabor), oder seiner Gattin Katharina, geh. Landauer, bis einschliesslich des 3. Grades. — Verleihungstag: 4. August 1911. — Gesuchsbeilagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, Verlobungsnachweis, Sittenzeugnis, Nachweis der Verwaisung (Totenschein etc.), eventuell Verwandtschaitsnachweis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Mai 1911. — Elnreicbstelie: I., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll.) — Gesuchsstellerinnen, welche vor dem Verleihungstage heiraten, haben keinen Anspruch auf die Stiftung. — Näheres in den von de? Einreichstelle unentgeltlich zu beziehenden Gesuchs bianketten. Albert Gansi-Stiftung für Israelitische Arme. Anzahl der Plätze: Unbestimmt im Betrage von zusammen K 370.—. — Bewerhungsberechtlgt: arme würdige Israeliten. — Bevorzugt: Bewerber, welche mit der Familie Albert Gansl oder mit den Heinrich und Regina Kohn’schen Nachkommen verwandt sind. — Verleihungstag: 24. Juli 1911 (28. Thamus). — Gesuchsbellagen: Geburtsschein, Armutszeugnis, eventuell Verwandtschaftsnachweis. — Letzter Tag der Einreichungsfrist: 31. Maimi. — Eioreichstslle: 1., Seitenstettengasse 4, II. Stock (Einreichungsprotokoll). — Näheres ln den von der Elnreicbstelie unentgeltlich zu beziehenden Gesuchsbögen.

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