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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-05-19 · 20 (19.5.1911) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
20 (19.5.1911)
Date
1911-05-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. SO Dr. Blochs Wochenschrift Seite 331 Sofern sich aber keine Parallelen in Otioth di R. Akiba finden, sucht M. durch die Anwendung des h* den alten Midrasch zu rekonstruieren. Hierdurch ist also die Quelle des Ambrofius Nicht nur als alter Midrasch aufgezeigt, sondern auch die Frage über das Alter der Otioth neuerlich zur Diskussion gestellt. Mag die Redaktion und die Vereinheitlichung der zerstreuten Buchstabendeutungen erst im 9. Jahrhundert erfolgt sein, die einzeln bei Ambrofius sich findenden Auslegungen zumindest gehen doch auf eine ältere Zeit zurück. Korrespondenzen Aus den Plenarsitzungen des Kultnsvorftandes vom 2. und 14. Mai 1911 unter dem Borsitze des Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern. Im Einlaufe wird berichtet, daß die neu errichtete Mikwah am 2. Mai 1911 der allgemeinen Benützung übergeben wurde. Die neue Mikwah befindet sich im 2. Bezirk, Floßgasse 14. Die Projektierung und der Bau dieses Bades erfolgte in ritueller Beziehung im gemeinsamen Zusammenwirken des Rabbinates der Wiener Kultusgemeinde und der Rabbiner des Vereines ,>Adaß Jisroel" und entspricht in hygienischer Beziehung allen Anforderungen. Der Betrieb der alten, seit vielen Jahren im „Wolfenbade", II., Obere Donaustraße 81, bestandenen Mikwah wurde eingestellt. Im Einlaufe befindet sich weiters die Mitteilung, daß der Kultusgemeinde die Gebührenbegünstigung im Sinne der T. P. 75 b des Gebührengesetzes aus Anlaß des Ankaufes eines neuen Friedhofgrundes zuerkannt wurde. Das Vertreterkollegium berichtet, daß die Freiherrliche Familie Rothschild das an das Spital der israelitischen Kultusgemeinde anstoßende Haus, XVIII., Währingergürtel 99, schenkungsweise in das Eigentum der Wiener israelitischen Kultusgemeinde übergeben habe. Das Haus ist dazu bestimmt, das bisher in einer Privatwohnung untergebrachte Kaiserin Elisabeth-Krankenpflegerinnen- Institut aufzunehmen, hauptsächlich aber durch Schaffung von Wohnräumen, welche bisher im Spitale untergebracht waren, den Krankenbelagraum des letzteren zu erhöhen. Behufs Vornahme der erforderlichen Adaptierungen wird den derzeitigen MieHrarteien des genannten Hauses im Mai pro August 1911 gekündigt. In Anerkennung der hervorragenden Verdienste, welche sich der verewigte k. k. Hofrat Dr. Leopold O s e r in nahezu 40 jähriger Wirksamkeit als Primarius und Direktor des Spilales der israelitischen Kültusgemeinde erworben hat, wird die Aufnahme des Namens des Verstorbenen in die Haskarah des Stadt- und Leopoldstädter Tempels beschlossen. Die seit vielen Jahren im Zuge befindliche Regelung der Mohelim-Frage wird in dem Sinne erledigt, daß der Vorstand, wie bisher, zur Vornahme von Beschneidungen bei mittellosen Parteien auf Kosten der Kültusgemeinde nur Aerzte bestellt und' itt der diesbezüglichen Kundmachung nur diese zur Vornahme von Beschneidungen empfiehlt. Die seinerzeit für eine 4bezw. 5jährige Dauer ins Leben gerufene Lehranstalt zur Ausbildung israelitischer Religionslehrer für Volks- und Bürgerschulen ist mit dem Schuljahre 1910/11 abgeschlossen. Nach eingehender Beratung wird beschlossen, in Anbetracht des Umstandes, daß durch die Zahl der in dieser Lehranstalt ausgebildeten Kandidaten auf längere Zeit hinaus für den Bedarf von israelitischen Religionslehrern für die Wiener Volks- und Bürgerschulen in entsprechender Weise vorgesorgr ist, zu Beginn des Schuljahres 1911/12 einen neuen Kurs nicht zu eröffnen. Die Beschlußfassung über die eventuelle Wiedereröffnung dieser Kurse bleibt einem späteren Zeitpunkte Vorbehalten. Verliehen wird die Elise Herz-Ausstattungsstiftung, 1 Platz mit einem Betrage von 780 Kronen, ferner die Jakob Josef- und Fanny Schnabl-Armenstiftung im Betrage von 400 Kronen. Cs werden weiters eine'Reihe von Subventionen, Steuer- und Personal-Angelegenheiten erledigt. Vor Eingang in die Tagesordnung der Plenarsitzung vom 14. Mai dankt Herr Vorsteher Dr. Jakob Engel, als Präsident des isr. Tempelvereines für die Gemeindebezirke Mariahilf und Neubau, dem Herrn Präsidenten Dr. Alfred Stern, sowie den Herren Vorstandsmitgliedern für ihr Erscheinen bei dem vom genannten Tempelvereine für seinen Obmann-Stellvertreter. Herrn Friedrich Pollak, aus Anlaß dessen 80. Geburtstages veranstalteten feierlichen Gottesdienste und spricht, gleichzeitig im Namen des Jubilars, kür das Gratulationsschreiben des Kultusvorstandes den Dank aus. Feier des 89. Geburtstages des Vizepräsidenten Friedrich Pollak im Mariahilfer Tempel. In überaus würdiger und erhebender Weise beging der Mariahilfer Tempelverein am vergangenen Samstag in dem festlich geschmückten Tempel in der Schmalzhofgafie den 80. Geburtstag seines verdienstvollen Vizepräsidenten und allgemein verehrten Seniors Herrn Fabriksbesitzers Friedrich Pollak. Zu dieser FeiepEhatte sich der ehrwürdige Präsident der Kultusgemeinde, Herr Dr. Alfred Stern, persönlich eingefunden; als offizielle Vertreter der Kultusgemeinde waren die Herren G.-R. Max Frank und Kultusvorsteher Karl Sem* b'e rger erschienen, ferner der Präsident der Chewra-Kadischa, Herr Kultusvorsteher Salo Cohn, Herr Vizepräsident Dr. Markus Spitzer, die Kultusvorsteher Sam. Steiner und Em. Grünwald; man sah ferner Herrn kaiserlichen Rat Sekretär Dr. Lieben, die Präsidenten H o f m a n n und Straßberg und Vertreter fast sämmtlicher Wiener Tempelvereine, den Gesamtvorstand des Mariahilfer Frauen-Wohltätigkeitsvereines unter Führung der Präsidentin Strauß, den Vorstand des Humanitären Vereines mit den Präsidenten Dr. Karl L ö w y, sämtliche Vorstandsmitglieder und zahlreiche Vereinsmitglieder des Tempelvereines u. v. A. . Nach dem Vortrage des „Hallelujah" von Sulzer durch Oberkantor Dünmann mit dem verstärkten Tempelchor wurde der Jubilar in feierlicher Weise vor die Thora gerufen, wobei ihm sämtliche Vereinsvorsteher, Herr . Präsident Doktor Stern und die Vertreter des Kultusvorstandes das Geleite gaben, und rezitierte mit lauter, eine erfreuliche Rüstigkeit bekundender Stimme die Broche, worauf ein vom Oberkantor D ü n m a n n verfaßter und für Solo, Chor und Orgel komponierter Mischeberach zum Vortrage kam und von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Taglicht ein stimmungsvolles, deutsches Gebet verrichtet wurde. Der Jubilar und die anwesenden Familienmitglieder spendeten bei diesem Anlaffe bedeutende Summen für wohltätige Zwecke. Nach Schluß des Gottesdienstes versammelten sich die Festgäste im blumengeschmückten Zeremoniensaale des Vereines, in welchen Herr Vereinspräfident Kultusvorsteher Dr. Jakob Engel nach schwungvoller Begrüßung des Herrn Präsidenten Dr. Stern, dem er für die Ehre seiner Anwesenheit im Namen des Jubilars und des Vereines wärmstens dankte, und der übrigen Festteilnehmer folgende Ansprache an den Gefeierten richtete : „Hochgeehrter Herr Vize-Präsident! Liebwerter Freund und Kollega! — leb erscheine vor Ihnen nicht nur als Ihr Freund, nicht nur als Präsident unseres Vereines, sondern auch als Rechtsfreund, nachdem mir seitens des Vorstandes der ehrenvolle Auftrag zuteil wurde, mit Ihnen einen Vertrag zu schliessen, welcher Sie auf weitere 20 Jahre an diesen unseren Verein bindet. Da der Sabbat es verbietet, schriftliche Aufzeichnungen zu machen, so

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