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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-05-19 · 20 (19.5.1911) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
20 (19.5.1911)
Date
1911-05-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 20 Seite 329 Dr. Blochs Wochenschrift bensgenossen geben könne, die in diesen schweren Zeilen nicht wenigstensden Mindestbeitrag non 6 Kronen jährlich zu.zahlen bereit sind, unr sich in die Listen der Allianz als Mitglieder einzutragen. (Großer Beifall.) Ueber Antrag des Herrn Dr. Josef S. Bloch wurde von der Verlesung des umfassenden Jahresbericht tes, der sich bereits seit mehreren Tagen in den Händen der Mitglieder befand, Abstand genommen. Herr kais. Rat Lichten st adt sieht sich trotz Anerkennung der Emigrantenfürsorge seitens der Wiener Allianz zu der Erklärung veranlaßt, daß nach dieser Richtung noch immer allzuwenig geleistet werde. Er habe im vorigen Jahre auf einer Studienreise durch die Vereinigten Staaten Gelegenheit gehabt, wahrzunehmen, wie unzulänglich die Fürsorge sei, die von staatlicher Seite den österreichischen Auswanderern zuteil werde. Er habe auch in Hamburg gesehen, wie die unerfahrenen jüdischen Emigranten und Emigrantinnen auf mannigfache Weise ausgebeutet wurden. Man könne nicht genug tun, um das unglückselige Agentenwesen, namentlich an der östlichen Grenze in Galizien zu bekämpfen und Redner appelliert an die Leitung der Allianz, daß sie, wenn, wie beabsichtigt, eine Aktion zur Regelung des Emigrationswesens eingeleitet wird, dieselbe nicht nur unterstützen, sondern sich an die Spitze der Aktion stellen,, möge. Dr. Martin Imalis erwidert darauf, aus einem genauen Studium des Jahresberichtes habe er mit großer Befriedigung entnommen, daß die Allianz den geäußerten Wünschen zuoorgekommen sei und gerade auch auf diesem Gebiete eine ausgezeichnete Organisation, die sich über ganz Europa erstrecke, geschaffen habe. Herr Wilhelm Pappenheim bemerkt, daß mit dem Hinweise auf das Agentenunwesen tatsächlich der Nagel auf den Kopf getroffen wurde. Es seien vielfach leider unsere eigenen Glaubensgenossen in der Nähe der Grenze an der Ausbeulung der unerfahrenen jüdischen Auswanderer beteiligt. Die Schutzkomitees der Allianz, sowie die mit denselben korrespondierenden zahlreichen Informationsstellen in Rußland tun ihr Möglichstes, um dem Uebel entgegenzuwirken und die Allianz werde sicherlich jede ernste Aktion zur Regelung des Emigrationswesens unterstützen. - Die Herren M. B a u m, S. D e i ch e s und I. K l e i n wünschen Aufklärungen zum Berichte, welche ihnen vom Präsidenten erteilt wurden. Herr Baum beUagt die viel zu geringe Beteiligung weiter Kreise, namentlich in den Prövinzstädten am Hilfswerke der Allianz, den geringfügigen Eingang an Tempelspenden und den Umstand, daß der Beirat, der statutarisch aus 15 Mitgliedern bestehen sollte, nur vier Mitglieder zähle. Sekretär Herr Dr. Kaminka bemerkt darauf, daß die Bildung eines besonderen Propagandakomitees in Aussicht genommen wurde. Eine Ergänzung des Beirates, dessen Wirksamkeit sich übrigens statutarisch nur auf Beratungen über eine eventuelle Inanspruchnahme des Vereinskapitales erstrecke, fei aus dem Grunde derzeit undurchführbar, da nach den Statuten in den Beirat nur Mitglieder gewählt werden können, welche Stifter, Gründer oder Mitglieder des Vereines auf Lebenszeiten sind (d. h. die einen einmaligen Beitrag von mindestens 4000, 1000, bezw. 200 Kronen zum Stammvermögen geleistet haben). Herr Prof. Ant'scherl sprach seine besondere Freude darüber aus, daß der Jahresbericht diesmal die weitverzweigte Tätigkeit der Allianz nicht nur in Worten, sondern auch in beigefügten Bildern zeige, was zur Popularisierung des Vereines viel beitragen werde. Er regte an, daß der Verein im Winter auch Vorträge veranstalten möge. . v ' '! ' 1;!?i#| Der Vorsitzende Herr David R. v. Gutmann hielt hierauf den im Berichtsjahre verstorbenen Vorstandsmitgliedern der Allianz, den Herren Fritz Singer und Hofrat Siegmund T a u s s i g, einen warmen Nachruf. Er gedachte ferner des Verlustes, den die Allianz durch das Hinscheiden des Frh. Albert v. Rothschild erlitten, der die im Verlaufe der Jahrzehnte eingeleiteten Hilfswerke der Allianz mit großer Freigebigkeit gefördert hatte, sowie des Hingeschiedenen Baron David Günzburg, Präsident des Zentralkomitees in St. Petersburg, und des Lord Swaythling. Präsident des mit der Allianz ln Verbindung stehenden Russo Jewish- Comitee in London. Der Nachruf wurde von der Versammlung stehend angehört. Sodann wurden der Jahresbericht und die Bilanz einstimmig genehmigt und, über Antrag des Herrn Josef B e e r, der Vereinsleitung der Dank der Versammlung ausgesprochen. Die turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren David R. v. G u 1 m a n n, Oberrabbiner Dr. M. Güdemann, Wilhelm Pappenheim, Michel Benies und Ferdinand Bloch, wurden per acclamationem wiedergewählt und die Kooptation der Herren Moritz B. Eißler und Richard Bettelheim genehmigt. Mit Dankesworten an die Erschienenen und einer warmen Bitte, im weitesten Kreise für die Allianz wirken und dieser zahlreiche Freunde und Förderer zuführen zu wollen, schloß der Präsident die Sitzung. In der Versammlung wurde von vielen Seiten mit besonderer Anerkennung der überaus reichhaltige Inhalt des diesjährigen Jahresberichtes hervorgehoben, der eine sehr eingehende und anschauliche Darstellung über die Schulen und Kindergärten der Allianz in Galizien, ferner eine ausführliche Schilderung der Verfolgungen der Juden in Rußland und in Rumänien und der zu Gunsten der Verfolgten eingeleiteten Hilfswerke, der vielseitigen Emigrantenfürsorge, der Aktion für die Opfer der Unruhen in Persien und der sonstigen Hilfswerke enthält. Wir haben aus dem Berichte bereits interessante Auszüge gebracht. Unter den dem Vereine in jüngster Zeit zugegangenen Widmungen ist besonders ein otifterbeitrag des Herrn k k. Obrrfinanzrates Dr. Julius Petfchek in Prag auf den Namen Dr. Julius und Frau Bertha Petfchek, im Betrage von 4000 Kronen, zu erwähnen. Wie uns vom Bureau der Allianz mitgeteilt wurde, ist der Bericht an die außerhalb Wiens wohnenden Mitglieder durch Vermittlung der Leitungen der Filialen oder der Vertrauensmänner versandt worden, an welche eventuelle Reklamationen zu richten sind. Vom Zabrmarkrt des Lebens. Eine Leopold Loew-Gafsr in Szegedm. Am 22. Mai werden es 100 Jahre sein, daß "Rabbiner Leopold Loew, der hervorragende Vorkämpfer ungarisch-nationaler Idee unter den Juden Ungarns, geboren wurde. Aus diesem Anlasse hat der Magistrat der Stadt Szegedin in Ungarn, wo er viele Jahre hindurch als Rabbiner fungierte, das Andenken des berühmten Mannes, der auch im ungarischen Freiheitskampfe im Jahre 1848 eine Rolle gespielt hat und zweimal kriegsgerichtlich verurteilt wurde, beschlossen, eine Straße in Szegedin Leopold Loew-Gasse zu benennen. Die Szegediner Judenscha^t veranstaltet aus diesem Anlasse am 4. Juni eine solenne Gedächtnisfeier, bei welcher außer dem Bürgermeister der Stadt Szegedin noch Universitätsprofessor Dr. Moritz Karman aus Budapest und der Sohn des Verewigten, der gegenwärtige Oberrabbiner von Szegedin, Dr. Jmanuel Loew, Gedächtnisreden halten werden. Leopold Loew

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