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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-05-12 · 19 (12.5.1911) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
19 (12.5.1911)
Date
1911-05-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Vlochs Wochenschrift Seite 323 für die Nachkommenschaft, ihre Arbeiterinnen bleiben Jungfrauen, und dann und wann schwärmen sie. Damit glauben wir sie zu kennen und fragen nicht weiter. Wir sehen sie von Blume zu Blume hasten, wir beobachten das bebende Kommen und Gehen im Steck, und dieses Leben scheint uns einfach und beschränkt, wie jedes Leben, das instinktiv nach Selbsterhaltung und Vermehrung trachtet. Aber sobald das Auge tiefer eindringt und sich Rechenschaft ablegen will, erkennt es die erstaunliche Komplizierlhüt der einfachsten Erscheinungen, das Wunder des Verstandes und des Willens, der Bestimmungen und Ziele, der Ursachen und Wirkungen, die unbegreifliche Organisation der geringsten Lebenßakte." „Die Hilfe“. Wochenschrift für Politik, Literatur nnd Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 18. 4. Mai 19.1. Aus dem Inhalt: Friedrich Naumann: Masse und Fortschritt. — Johannes Kempf: Akademische Arbeitsunterrichtskurse. — Der Inhalt der Reichsversicherungsordnung. — Paul Rohrbach: Egypten III. — Unsere' Bewegung. — Soziale Bewegung. — Eugen Kalksehmidt: Die Kunststadt München I. — Herbert Eulenburg: Dostojewski. — Paul Zschorlich: Campagne und Champagner II. — Karl Wilhelm Fritsch: Um Michelburg. Roman. — Oskar Matth e s: Eine ordentliche Professur für Pädagogik in Jena. — Bücbertisch. — Politische Notizen. — Buehverlag der „Hilfe“, Berlin-Schöneberg. Gesetz. Ein Drama in drei Akten von Homunkulus und Parazelsus. Verlag Sigmund Pollak, Wien, VI., Stumpergasse 7. Monatschrift für G^schichle und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. Frankel. Organ der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Dr. M. Brann, 55. Jahrgang. Neue Folge. 19. Jahrgang. Jänner-Februar 1911. Heft 1/2. Inhaltsverzeichnis: J. Scheftelowitz: , Die Christusmythe des Professors A. Drews im Lichte der Wissenschaft. — 8. Funk: Die Männer der grossen Versammlung und die Gerichtshöfe im nachexilischen Judentum. — D. F e u c h t w a n g: Das Wasseropfer und die damit verbundenen Zeremonien. (Schluss.) — Simon Eppenstein: Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. (Fortsetzung.) — H. Brody : Fragmente von Gabirols Diwan. — Besprechungen. — Erwidei ungen. — Jahresbericht und Protokolle. — Koebner’sche Verlagsbuchhandlung (Barasch und Riesenfeld), Breslau, Schmiedebrücke 17/18. Krirfkasteu. Dr. L. Sie irren. Gegen ihn haben im Zeniral-Wahlkomitee gestimmt die Herren Fleischer,'^Gemeinderat Frank, P.of. Königstein, Prof. Josef Pollak, Dr. I. Samuely. Also auch derjenige, über welchen Sie angesragt haben. Alter Abonnent, Brünn. Auch als „Alter Abonnent" dürfen Sie nicht den Abdruck einer Zuschrift von uns erwarten, die wir als jüdischen Interessen schädlich ansehen. Ihre Einwendungen und Anklagen gegen den Kandidaten Br. sind in diesem Falle vollständig deplaziert. Auch die „Oesterreichische Wochenschrift" hat ihn jederzeit bekämpft, wird es auch in Zukunft werter tun. Das hindert nicht, daß, wenn es gelingt, den Kriecher vor den Christlich-Sozialen Prof. Dr. Redlich zu Falle zu bringen und dnrd) einen jüdischen Kandidaten, z. B. auch durch Lucian Brunner zu ersetzen, dies einen historischen Ehrentag für das österreichische Judentum bilden würde. „Eliawaf." In Algier wohnen 60.000 Juden, die seit 1870 französische Staatsbürger sind. Die meisten von ihnen sprechen französisch. Mit der Verbreitung der Zivilisation hat eine Abnahme des religiösen Gefühles und des Studiums des hebräischen Schrifttums platzgegriffen. Nur in den Städten mit aus Marokko eingewanderten Juden ist noch jüdisches Leben. — In Tunis, das viel kleiner als Algier ist. gibt es 120.000 Juden, davon in der Hauptstadt Tunis allein 50.000. Bei den tunesischen Juden bestehen jüdisches Gesetz und jüdisches Wissen noch in Ehren, doch strebt die Jugend bereits nach französischer Kultur. So werden die 4000 Zöglinge der Alliance- Schule in Tunis und die 2000 jüdischen Kinder, die die französische Schule besuchen, ganz im französischen Geiste erzogen. Die tunesischen Juden unterstehen der Gerichtsbarkeit des Bey, sind also keine französischen Staatsbürger. L. B. Die älteste Synagoge in Indien befindet sich in Kalkutta. Sie ist über 150 Jahre alt. Die Judengemeinde von Kalkutta beschloß nun, eine neue Synagoge in allermodernstem Stile aufzufühien. Die Kosten des grandiosen Baues wurden von den zwei reichsten jüdischen Familien in Kalkutta, Sassoon und Ezekhiel, gespendet. Vegetarismus- Herr Albert Mandelbaum ist der Sohn eines Kaufmannes und wohnt Wien, I., Franz Josefs-Kai 41. Bruck. Ob konfessionslos oder getauft ist einerlei, in dem Verrat, in dem Hinausschleichen airs den Reihen der kämpfenden Brüder liegt die Schweinerei. Zur Feuersbrunft in Tachau werden wir ersucht, richtig zu stellen: 1. Es ist unwahr, daß der Brand vom 28. April l. I. in der Synagoge ausbrach : wahr ist, daß das Feuer an einer weit entfernten Stelle zum Ausbruche kam. 2. Unwahr ist, daß die Thorarollen und sämtliche kostbaren Tewpelgeräte verbrannten; wahr ist vielmehr, daß die Thorarollen und Tempelgeräte durch Kultusmitglieder gerettet wurden. 3. Unwahr ist, daß die Kultusgemeinde verschuldet ist; wahr ist, daß die Kultusgemeinde wohl arm, aber Dritten gegenüber keine wesentlichen Verpflichtungen hat. Die Angaben über die Verluste des Kantors Schön und Rabbiners Dr. Wohl find dahin richtig zu stellen, daß der in der Korrespondenz geschilderte krasse Notstand in dem dort angegebenen Umfange nicht vorhanden. Hochachtungsvoll Israelitische Kultusgemeinde Tachau p. Strauß, Vorsteher. -i- * * Auirai! Unter dem furchtbaren, niederschmetternden Eindrücke, welchen die in Ergebenheit gefertigte israelitische Kultusgemeinde Tachau schmerzlichst getroffen, erlauben wir uns, an Ihr mitfühlendes Herz zu appellieren. Am 28. April 1. J. wurde duich einen verheerenden Brand der in der Judengasse gelegene, altehrwürdige Tempel bis in den Grand vollkommen zerstört. In tiefster Seele gerührt stehen wir Tacbauer Juden vor den Ruinen unseres im Jahre 1818 erbauten Gotteshauses. Die heilige Stätte, an welcher durch den frommen Sinn unserer Gemeinde noch täglich der Morgen- und Abendgottesdienst abgehalten wurde, ist leergebrannt, eine trostlose Schuttmasse. Allein nicht nur der Tempel, sondern auch die anderen vier Häuser der Gemeinde, in welchen die Wohnungen der beiden Funktionäre, die Schule, das Sitzungslokal und das rituelle Bad untergebracht waren, wurden durch den Brand vollständig vernichtet. Unsere Gemeinde ist sehr arm und dcrch sehr hohe Kultuslasten bedrängt; wir stehen vor einer finanziellen Katastrophe, wenn wir nicht die milde Unterstützung edler Glaubensgenossen in reichlichem Masse finden. Wir klammern uns an diese Hoffnung, dass ea uns gelingen möchte, die sichtbaren Stätten unserer Glaubeusnbung, namentlich das Gotteshaus und das Bad, bei weitgehender Selbstbesteuerung in bescheidener Ausführung wieder aufzubauen. Jede Gabe fördert ein edles Werk zur Ehre Gottes und unseres Volkes. Tachau (Böhmen), am 30. April 1911. Israelitische Kultusgemeinde Tachau: 8. Strauss, Vorsteher. Dr. M. Wohl, Rabbiner. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen naserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhebting derselben von nns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zn wollen. Die Administration. Rekonvaleszenten- und Erholungsheim „Philantropia“ für arme jüdische Frauen und Kinder Wien, XIII., Lainzerstrasse 172 Bureau: Wien, VIII., Langegasse 1. Telephon: Hietzing 278. Aufruf! Viele, sehr viele arme jüdische Frauen und Kinder, von schweren Leiden heimgesucht, liegen in den hiesigen Spitälern darnieder. Bei dem bekannten Platzmangel in allen Spitälern müssen diese Armen oft in kürzester Frist, nach Operationen oder schweren Krankheiten, ihre Heilstätte verlassen, ohne die volle Transpoitfähigkeit für ihre Heimkehr erlangt zu haben oder auch

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