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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-05-12 · 19 (12.5.1911) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
19 (12.5.1911)
Date
1911-05-12
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 314 Dr. Blochs Wochenschrift E 19 chassidischen Kreisen in Gebrauch stehen. Der Obmann des Ortsschulrates hielt eine Ansprache an die Kinder, in der er sie zum eifrigen Weiterbesuche der Schule aufforderte und sie ermahnte, auch ihre jüngeren Geschwister und Freunde zu veranlassen, sich in die Allianz-Schule einzuschreiben. Der Leiter der öffentlichen Schule hob hervor, daß er solche Erfolge von den die Landesschule besuchenden Kindern nach einem einjährigen Unterrichte nicht aufzuweisen in der Lage sei, was um so höher .einzuschätzen sei, als die Kinder mit Rücksicht auf die erst im Dezember erfolgte Eröffnung der Schule eigentlich nur ein halbes Jahr Unterricht genossen hatten. Im ersten Jahre besuchten die Schule 15 Knaben.. In den Abendkurs für Erwachsene waren 27 Zöglinge eingeschrieben. Mit Anfang des Schuljahres 1910/11 wurden 18 Schüler eingeschrieben, und zwar 5 in hie erste und 13 in die zweite Klasse. Der Abendkurs wurde im heurigen Jahre von 20 Hörern frequentiert, von denen 9 Analphabeten waren. Vudzanow. (Bez. Trembotvla, 8436 Ew., 1696 Juden.) Die zweite der rm Jahre 1909/10 begründeten Schulen, diejenige von Vudzanow, konnte, wie aus unserem vorjährigen Berichte hervorgehl, sich gleich vom Anfang an der vollen Sympathie der Ortsbevölkerung erfreuen. Im ersten Jahre waren 68 Schüler eingeschrieben worden, deren Alter zwischen 6 bis 15 Jahren schwankt. Die Schule wurde zweimal vom k. k. Schulinspektor visitiert, der bei seinem zweiten Besuche folgendes Urteil ins Visitationsbuch eintrug: „Ich habe di; Schule inspiziert und habe mich überzeugt, daß die Schüler zum Aufsteigen in die Zweite Klasse gut vorbereitet sind und daß der Lehrer seine Pflichten eifrig und gewissenhaft erfüllt." Zu Beginn des heurigen Schuljahres wurden in die erste Klasse 28, in die zweite Klasse 43 Knaben eingeschrieben. Auch in diesem Jahre hat der Herr k. k. Bezirksschulinspektor die Schule besucht und gab hierbei folgende Erklärung ab: „Ich habe am 16. März 1911 die erste und zweite Klasse dieser Anstalt visitiert und traf daselbst Ordnung und einen geregelten Unterrichtszustand, was ich mit Anerkennung hervorhebe." Außerdem wurde die Anstalt regelmäßig von Herrn Kreisschulinspektor N. Sperber in Stanislau beaufsichtigt. Der Abendkurs wurde im ersten Jahre von 40 Hörern besucht: von diesen waren nur 22 des Lesens und Schreibens mächtig. Das Alter der Abendkursschüler bewegte sich zwischen 14 und 21 Jahren, einer, der der Klasse der Analphabeten angehörte, war 40 Jahre alt. Dem Berufe nach waren 2 „Belfert 10 Handwerksgesellen, 7 Lehrlinge. 4 Handelsgehilfen. 37 bei ihren Eltern, 1 selbständiger Handwerker und 1 Aufkäufer. Die Schüler des Tageskurses wurden vom Lehrer zu gesundheitsfördernden Gartenarbeiten herangezogen, die bei den Knaben bald sehr beliebt waren. Ueber Bitten der Schüler haben viele der Eltern, die ein eigenes Haus bewohnten, die Hofflächen, die bisher Ablagerungsstätten für Unrat waren, in Gärten verwandelt. Der Schulleiter hielt ferner regelmäßig Elternabende ab, um die Eltern über die Grundsätze einer rationellen häuslichen Erziehung aufzuklären. Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden in die erste Klasse 28 und in die zweite Klasse 43 Knaben eingeschrieben. Der Abendkurs wurde von 42 Frequentanten besucht. CManow. (10.170 Ew. 5504 Juden.) Der Kindergarten in Ehrzanow, den wir vor zwei Jahren im Verein mit der Baron Hirsch-Stiftung ^begründeten, hat in der kurzen Zeit, seines Bestandes unter der jüd. Bevölkerung Chrzanows bereits festen Fuß gefaßt. Sein Fortbestand kann als gesichert gellen, ja es ist Aussicht vorhanden, daß er in absehbarer Zeit von der Ortsbevölkerung aus Eigenem wird erhalten werden können. Es waren zu Beginn dieses Schuljahres 162 Kinder angemeldet, sodaß viele wegen Mangel an Raum zurückgewiesen werden mußten. Die Marimalzahl der Frequenz betrug an manchen Tagen 122 und war, wie es in derartigen Anstalten zu geschehen pflegt, großen Schwankungen unterworfen. Der orthodore Kultusvorstand verbreitete im Februar d. I. unter der jüdischen Bevölkerung ein! Flugblatt mit hebräischen Lettern, in der die Eltern auf den Wert dieser Anstalt für die Erziehung ihrer Kinder aufmerksam gemacht wurden. Ein uns erst vor kurzem zugekommener Bericht der Frau Dr. Helene Berggrün, die im Vereine mit der Gattin des orthod. Rabbiners von Ehrzanow, Frau Serl Jgra, sich in dankenswerter Weise der Leitung des Gartens annimmt, gibt ein anschauliches Bild über die erfreuliche Entwicklung des Kindergartens. Es heißt in diesem Berichte: „Auf Ersuchen des Herrn Reichsratsabgeordneten Dr, Adolf Groß in Krakau gestattete ich einer Oberlehrerin und einem Lehrer aus Krakau, während eines Unterrichtstages den Spielen, Arbeiten und dem Unterrichte im hiesigen Kindergarten beizuwohnen. Sie fanden alles so zweckmäßig eingerichtet, daß sie, nachdem sie die meisten galizischen Kindergärten besichtigt hatten, einem Krakauer Verein, der in Krakau einen Kindergarten^errichten will, empfahlen, diesen nach dem Muster unserer Anstalt in Ehrzanow einzurichten. — Zu Purim habe ich hier eine Prüfung, mit einem Kinderfest verbunden, veranstaltet. Obwohl der Saal mehr als hundert Personen faßt, mußte die Prüfung wiederholt werden. Man ersuchte mich auch, die Veranstaltung. nur für Männer als Zuschauer "zu wiederholen, damit auch die Chassidim die Fortschritte ihrer Kinder sehen können. Von der Talmud Thora will man uns nach Ostern die jüngsten Schüler übergeben. Es scheint also, daß der Kindergarten doch bei der hiesigen Bevölkerung Vertrauen findet." Der Unterricht wird gegenwärtig von einer Lehrerin, einer Hilfslehrerin und einem Religionslehrer erteilt. Die Anstalt hofft, daß sich die Zahl der Knaben, die ja in erster Reihe ohne Beeinträchtigung des Religionsunterrichtes dem gesundheitsschädlichen Aufenthalte in den Cheders entzogen werden sollen, zu Beginn des nächsten Schuljahres verdoppelt werde. Frequenztabelle unserer Anstalten im Jahre 1910/11. Schule Abendkurs Zusammen Nikmirow . . . 26 35 61 Potok zloty . . 61 36 97 Olesko ... . , 18 20 38 Vudzanow . . . , 71 . . 40 111 Ehrzanow . . , . 122 — 122 Zusammen. , 298 131 429 Eine dankenswerte Neuerung ist es, daß dem Jahresberichte diesmal Illustrationen (Bilder von verschiedenen Schulen) beigegeben sind, wodurch die Darstellungen an Lebendigkeit gewinnen. Zur Naturgeschichte des Wiener Zionismus. Sehr geehrter Herr Redakteur! . Sie haben wiederholt deutlich genug in Ihrer geschätzten „Oesterreichischen Wochenschrift" bednt, daß. Sie zwischen der zionistischen Partei und ihren derzeitigen Vertretern in Wien streng unterscheiden und Sie haben auch wiederholt an das Arteil der zionistischen öffent-

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