Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 19 (12.5.1911)
- Date
- 1911-05-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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-™*it».»4fisHKn*jrr*%m*ca'}*titiii><-aae'i9rq*m‘ jüTSU Seite 312 Dt. Mochs Fattoren, die allerdings innig miteinander verwoben sind, so daß es schwer hält, sie gesondert zu behandeln. Bei allen kriegerischen Völkern der Erde nämlich finden wir eine besondere Wertung des Kriegers schon im Volksglauben selbst vorhanden, der namentlich die im Kampfe gefallenen Krieger mit besonderen, nach der betreffenden Lehre verschiedenen Ehren bedenkt. So sitzen nach der heidnischen Götterlehre der alten Deutschen die gefallenen Krieger bei Metbechern in Asgard, nach der mohammedanischen, die mtt ihrer Lehre von Fatum eme Soldatenreligion par oxesUonco ist, kommen die Soldaten nach dem Schlachtentode m das Paradies, wo sie von reizenden Houris bedient werden. Nach dem Volksglauben der Japaner erlangen alle in der Schlacht gefallenen Soldaten den Kriegeradcl für ihre Person, sie werden den Waffenfrirstcn (Samurai) gleichgestellt, man setzt ihre Namen in goldenen Lettern auf die Ahnentafel und opfert ihren Manen. Und den christlichen Helden endlich reißt St. Petrus die Himmelspsorte weit in ihren Angeln auf. Finden wir nun im Glauben der Semiten eine ähnliche Auffassung? Oder will man behaupten, daß die Semiten, als Nation betrachtet, ein kriegerisches Volk darstellen? Wohl hörten wir von Kämpfen der streitbaren Makkabäer in grauer Vorzett, die sich allerdings dem Auge der Kritik entziehen, seitdem aber schweigt die Geschichte von kriegerischen Taten der Semiten, die n^ch allen Richtungen der Windrose sich zerstreuend, über die Erde zogen und sich fast bei allen Völkern der Erde niederließen, denen sie sich, ihre nationale Eigenart bewahrend, entweder überhaupt nicht oder nur sehr schwer assimilierten. Schon daraus kann der objektive Beurteiler den Schluß ziehen, daß die Semiten kein kriegerisches Volk und darum keine geborenen Soldaten sind." Dieses Hinüberschweifen ins religionsgeschichtliche Gebiet paßt so schlecht zu einem Thema, welches doch mit Religion und Nationalität nichts Gemeinsames hat. Aus der Eigentümlichkeit, daß die Semiten keine ähnliche, auf die Ehrung ihrer Krieger abzielende Auffassung aufweisen, wie die übrigen Völker, folgert die „Militär- Zeitung", daß sie minderwertig sein müssen. Der Autor dieses Artikels dürfte doch im Leben eine Bibel in der Hand gehabt haben und wissen, daß solche Auffassungen schon in dem jeder Aeußerlichkeit abholden jüdischen Monotheismus keinen Platz finden konnten, daß das jüdische Religionsgesetz die Errichtung von Denkmälern. die Verherrlichung in Bildern verbietet, daß der Jude seinen Gott nur abstrakt verehrt, ihn weder in Stein darktellen, izoch im Bilde malen darf und da,ß das Grab des größten Juden aller Zeiten bis auf den heutigen Tag unbekannt bleiben mußte, damit mit demselben kein verehrender Kult getrieben werde. Jedes Volk ehrt eben auf seine Weise seine Helden. -Ehrungen, wie die angeführten, sind dem Begriffe des Juden fremd. Die größte Ehrung erfährt jüdisches Heldentum, jüdisches Verdienst usw. durch Aufnahme in das dem Wesen des Judentums Rechnung tragenden, aller prunkhaften Aeutzerlichkeiten entbehrende Pan- Heon — Jüdische Chronik. Seit den Makkabäerkämpfen soll die Geschichte von kriegerischen Taten der Juden geschwiegen haben! Sollten die Jahrhunderte später geführten Kämpfe gegen die römischen Zäsaren, die nach einwandfreien geschichtlichen lleberlieferungen nicht unbravourös ausgefallen sind, der gewaltige, wieder Jahrhunderte später erfolgte „Bar- Kochba"-Aufstand dem Autor ganz unbekannt sein? Aber wozu in weite Fernen schweifen, wo doch als wertvollster Belog die vaterländische Kriegsgeschichte gelten kann! Der Autor des Artikels blättere einmal in der ersten besten österreichischen Regimentsgeschichte. So wird er beispielsweise erfahren, daß die jüdischen Soldaten der österreichisch-ungarischen Armee, seit ihrer Aufnahme in dieselbe, ca. 800 Tapferkeitsmedaillen, dar-, unter an die 30 goldene, sich erkämpften. Er wirb weiters erfahren, daß nur in den Kämpfen der verflossenen zweiten Jahrhundertshälfte mehr als 1200 jüdische Krieger gefallen sind und daß es endlich ca. .50 durch die Gnade Sr. Majestät geadelte jüdische Familien gibt, die sich ihre Standeserhöhung als Offiziere auf dem Felde der Ehre verdienten. Wochenschrift Nr io Nur eine ganz kleine Blütenlese der letzteren: Major Wolf Bardach Edler von Ehlumberg, goldene Tapferkeitsmedaille für 1866. Generalmajor Alexander Ritter von Eiß, $igmun laiulis für 1859; Eiserner Kronen-Orden für 1866. . Früherer Oberstleutnant Wilhelm Hartmann Ritter von Wartenschild, Eiserner Kronen-Orden für 1878. Oberst Israel Herschkowitz, Militärverdienstkreuz für 1878. Major Theodor Jerusalem Edler von Salemfels, Eiserner Kronen-Orden für 1659. Dessen Bruder, Oberleutnant Edmund von Salemfels, Militärverdienstkreuz für 1866 und gefallen im Feldzuge. Feldmarschalleutnant Eduard Ritter von Schweitzer, Eiserner Kronen-Orden für 1878. Oberst Bernhard Teltscher, Militärverdienstkreuz für 1866; Franz Josefsorden für 1878. Oberst Georg Winternitz Edler von Veljenegg, Militärverdienstkreuz für 1882. Oberstleutnant Leonhard von Frank, silberne Tapferkeitsmedaille für 1864. Major Rudolf Deutsch, silberne Tapferkeitsmedaille für 1849; goldene für 1859, Militärverdienstkreuz für 1878. Major Josef Kohn, Militärverdienstkreuz für 1866. Major Jakob Schoßberger, silberne Tapferkeitsmedaille für 1866. Rittmeister Adolf von Gottesmann, Militärverdienstkreuz für 1848/49. Hauptmann Ignaz Wetzlar Freiherr v. Plankenstern, Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens für 1815. Hauptmann Ignaz Ziffer, goldene Tapferkeitsmedaille für 1849. Leutnant Joachim Pollak, silberne und goldene Tapferkeitsmedäille für' 1349. Leutnant Berthold Gams, Militärverdienstkreuz für 1878. Leutnant Ignaz Goldstein, Militärverdienstkreuz für 1866. Leutnant Gustav Lustig, Militärverdienstkreuz für 1878. Leutnant Jakob Strauß, silberne Tapferkeitsmedaille für 1864. Major Friedrich Ehorin, Militärverdienstkreuz für 1866. Kontre-Admiral Tobias Freiherr von Oesterreicher, Leopoldsorden für 1866. Linienschiffskapitän Moritz Ritter von Funk, Eiserner Kronen-Orden für 1866. Linienschiffskapitän Friedrich Pick Edler von Seewart, filbenie Tapferkeitsmedaille für 1864; signum laudis für 1866. Wie oben bemerkt, ist dies nur eine kleine Blütenlese., Ueber die Qualifikationen des Juden als Offizier urteilt ein hoher General der österreichischen Armee, dessen Namen zu nennen ich erst die Autorisation einhölen müßte, fügend: „Im übrigen teile ich Ihre Anschauung: die Zahl israelitischer Offiziere war und ist relativ auch jetzt noch keine große; umso erstaunlicher ist die Menge hervorragender Waffentaten, für welche solche Offiziere mit allerhöchsten Dekorationen begnadet wurden. Ich habe in meiner ganzen Dienstzeit keinen israelitischen Offizier kennen gelernt, welcher seinen Platz nicht ganz ausgefüllt hätte; sie verbinden durchwegs mit viel Wissen großen Eifer und höchstes Pflichtgefühl, — letzteres vor dem Feinde bis zur Selbstaufopferung." Ueber die jüdischen Soldaten des Mannschaftsstandes lese man in der Geschichte des Infanterie-Regiments Nr. 55 (letzte Seite) nachstehendes Gutachten: