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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-05-05 · 18 (5.5.1911) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
18 (5.5.1911)
Date
1911-05-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seit« 804 Dr. Mochs Wochenschrift Nr. 18 Das zehnjährige Amtsjubiläum des Oberkantors Don Fuchs. r DaS Jubiläum der zehnjährigen Wirksamkeit des Oberkantors^ Do« FuchS als Funktionär der Wiener israelitischen KultusgemeindeM gestaltete sich für den Jubilar reich an Ovationen und Beweisen derI Wertschätzung. s Für das Jubiläum hatte sich ein Komitee aus folgendere Herren gebildet: Kais. Rat Joha«« Lichteustadt, Dr. Josef Wiuternitz, Profeffor Ludwig Mahler, Simon Steiugraber, Isidor Schwarz. Dr. Adolf Kapralek, Oskar Touello, Theodor Schur und Direktor Gustav Horsetzky. Dasselbe ließ eine mit dem wohlgetroffenen Bilde des Jnbilars gezierte Festschrift erscheinen, in der sein künstlerischer Werdegang verständnisvoll geschildert wurde. In allen Kundgebungen des Tages wurde Don Fuchs sowohl als Meister des kantoralen Gesanges, wie auch als edler Mensch und überzeuguugStreuer Jude gefeiert, der feine bedeutende Künstlerschaft stets gerne und willig in den Dienst der Humanität gestellt bat. Es war daher auch eine Anzahl Humanitätsvereine unter jenen Korporationen vertreten, die dem Jubilar die rückhaltlose Hochschätzung an seinem Zubeltage oft in ergreifender Weise zum Ausdrucke brachten. Als eine der ersten Abordnungen erschien eine Vertretung des OesterreichischenFachschriftstellerverbandes, dessen Mitglied Don Fuchs ist. Dieselbe bestand aus dem Vizepräsidenten Viktor Steiner und den Vorstandsmitgliedern Profeffor Ludwig Mahler und Direktor Horsetzky. Die Deputation Lberbrachte eine kunstvoll ausgestattete Adresse. Vizepräsident Steiuer hob in seiner eindrucksvollen Ansprache hervor, daß in dem Wesen des Jubilars begnadetes Künstlertum und Seelenadel sich zu einem harmonischen Charakterbilde vereinigen und er wünschte ihm, er möge immer volle Befriedigung in seinem gottgeweihten Berufe finden. Der österreichisch-ungarische Kantorenverein widmete durch eine unter Führung des I. Vizepräsidenten, Oberkantor I. Bauer, erschienene Deputation ebenfalls eine überaus geschmackvoll ausgeführte Adreffe, Oberkantor Bauer feierte in seiner Ansprache den Jubilar als berufstreuen Kollegen, der für den Kantorenstand tief und wahr empfindet. Der Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israel. Konfession war vertreten durch seinen Obmann Schwarz und Vorstandsmitglied Kaplau, die eine sehr schön ausgeführte Adresse überreichten. Der Verein „Tomach Ewjonim" zur Unterstützung armer zugereister Juden entsandte eine Deputation aus 6 Personen unter Führung des Obmannes Weiß. Glückwunschschreiben kamen von dem Zionistischen Zentralverein mit der Mitteilung, der Ausschuß habe beschlossen. dem Jubilar eine Oelbaumspende im Heiligen Lande auf seinen Namen zu widmen. Fenier von dem Zionistischen Distrtktsverein für Jnuerösterreich, dem akademischen Verein spanischer Juden in Wien „Esperanza", dem Kaiserin Elisabeth Lehrmädchen- und Arbeiterinnenheim u. v. a. Ueberaus groß ist die Zahl der mündlichen, brieflichen und telegraphischen Gratulationen einzelner Persönlichkeiten der besten Gesellschaftskreise und der Kunst und alle diese Kundgebungen bewiesen, daß Oberkantor Do« Fuchs eine wirkliche und weite Schichten durchdringende Popularität genietzt.Z Prof. Ludwig Mahler. Wien. (Todesfall.) Freitag am 28. April haben wir auf dem Döblinger Friedhof einen Mann zur Ruhe gebettet, der in weiteren Kreisen Verehrung und Freundschaft genossen hat und dessen Hinscheiden aufrichtige Teilnahme erregt. Der Hausbesitzer Herr Eduard Blau hat vermöge seines Charakters und seines Wirkens vielfache Sympathien sich erworben, welche ihren Ausdruck gefunden haben in der zahlreichen Teilnahme seitens Mer Freunde und Bekannten an dem Leichenbegängnisse und in dem Nachrufe, welchen dem Verblichenen der Oberrabbiner Dr. Moritz Güdemann gewidmet hat, der das Leben und Wirken dieses ausgezeichneten Mannes würdigte. Die kantoralen Funktionen versah Herr Oberkantor Don Fuchs mit Chorbegleitung. Den Kindern des Heimgegangenen sind aus Anlaß dieses Trauerfalles zahlreiche Kundgebungen der Teilnahme zugekommen. Wie«. Am 21. April d. I. starb hier die Hauptschuldirektorswitwe Frau CüeMe Grünspan« im Alter von 71 Jahren. Ihr Mann, der in der Boskowitzer Gemeinde als Direktor gewirkt, ward ihr 44 Jahre vorher durch den Tod entrissen und sie blieb 5 unversorgten Kindern zurück. Gar manch schweren Kampf hat es gekostet, bis sie ihre Kinder zu tüchtigen Menschen erzogen und ihr das Glück zuteil wurde, im Kreise der Ihren ein sorgenfteies Alter zu genießen. Friede ihrer Asche. Wie«. Der österreichische Damenschwimmklub „Wien" hielt Sonntag deu 23. April im Dianabade das letzte inter- «atiouale Wettschwimm-Meeting der Klubsaison ab. Es war nicht um ein sportliches Fest, sondern auch von pädagogischer Bedeutung mit Rücksicht auf die Tendenz, auch der körperlichen Erziehung der Schuljugend durch deren sportliche Betätigung das Augenmerk zuzuwenden. Es waren u. a. erschienen: Landesschulinspektor Regierungsrat H. Januschke, die Realschuldirektoren Regierungsrat Prof. E. Schiffner und Prof. A. Hruschka, Bürgerschuldirektor Jg. Hüber, kaiserl. Rat Dr. S. Krüger. Ferner Feldmarschall-Leutnant Ritter von Grünzweig, Oberstleutnant Baron von Motusz, Graf Coudenhove, deutscher Ordenskomtur Major Holler, Major Rößler, und viele andere Personen. Es wurden interessante sportliche Leistungen geboten: Frl. Fini Stricker gewann die Rückenmeisterschaft über 100 m in 1:46’6, sie stellte auch beim Plunging mit 17 64m einen neuen österreichischen Damenrekord auf. Die Damenmeisterschaft von Oesterreich im Brustschwimmen über 100 m gewann die Meisterschwimmerin Frl. Klara Milch vom Damenschwimmklub „Austria" in 1 Minute 44°8 Sekunden. Vor Beginn des Meetings begrüßte die Präsidentin Frau Antonie Graf die Gäste und wies in ihrer Ansprache auf die Bedeutung des hygienischen Schwimmsportes für die lernende Jugend Wiens hin. Wien. (Bethausverein „Ad aß Jeschurun", IX., Pfluggasse 5.) Samstag den 6. Mai 1911, nachmittags 6 Uhr findet im Vereinsbethauie ein Voxtrag des Herrn Rabbinatskandidaten Bela Fischer statt. Thema: „Lebensphilosophie im Talmud". (Vortrag II.) PW- Wien. (Sabbatnachmittag-Vorträge am Bet- Hamidrasch „Talmud Thora". II., Malzgasse 16.) Samstag den 6. Mai d. I. Herr Rabbiner H. Schenk: „Die Sprüche der Väter". Beginn 724 Uhr. Austritte aus dem Judentum “Vom 24. bis inkl. 29. April 1911. Benedek Josef, geb. 23. Februar 1875, Wien, XIX., PoKornygasse 10. Czukor Dr. Moriz Nikolaus, Kurarzt, geb. 15. Juni 1875, Budapest, VII., Neustiftgasse 38. Fischer Wilhelm, Philosoph, geb. 19. April 1885, Wien, VIII., Tulpengasse 5. Finkeistein Marie, geb. Tarle, geb. 15. Dezember 1880, Odessa. IV., Favoritenstrasse 11. Flor geb. Thom Chaje Reisei, geb. 19. September 1849, Lemberg, 111., Reisgasse 3. Frunkin Melanie, geh. 16. Juli 1882, Warschau, I., Landesgerichtstrasse 18. Glaser Franziska, Damenschneiderin, geb. 20. November 1885, Saswart, Ungarn, II., Pazmanitengasse 24. Glück Moriz, Privat, geb. 15. November 1832, Ungvar, IX., Peregrinigasse 1. Jakobsohn Dika Sobel, Apothekergehilfe, geb. 3. Juni 1874, Odessa, 11., Hotel Continental. Kohn Isidor, geb. 23. April 1882, Wien, II., Stadtgutgasse 34. Maeker Gustav, Maschinenschlosser, II., Untere Augartenstrasse 34. Platovsky Bozena, geb. 24. Oktober 1887, Sedlitz, Böhmen, II., Czerningasse 6. Rechen Lotti, Private, 20. Dezember 1885, Wien, VIII, Metternichgasse 7. Schick Olga, 28. August 1889, Brünn, IX., Berggasse 27. Schwarz Max, Buchbindergehilfe, 20. November 1892, Wien, XX., Kluckygasse 12. Schwarzbart Amalie, geb. 18. Mai 1881, Pullitz, Mähren, XX., Kluckygasse 1. * . * * Leo Pomeranz, Bäckerlehrling in Pöbring, Bezirk Pöggstall in Nied.-Oest., geb. am 24. März 1897 in Wien, hat seinen Austritt aus der israelitischen Konfession und seinen Uebertritt zur röm.-katholischen angezeigt. Dukla. Nichts Frohes kann ich heute verkünden. Unsere alte ehrwürdige Synagoge geht dem Verfalle entgegen. Die Mauern und Wölbungen zeigen große Risse, die Grundmauern sind angefault, fast morsch, und wenn nicht bald, bald Hilfe kommt, steht sie in einigen Jahren als Ruine da. Zwar hat sich ein Komitee gebildet, bestehend aus den Herren Moritz Goldhammer, Moses Chaim Ehrenreich, Josef Bader, Moses I. Z i m m e tz. I. B. U n g e r, Elias U n g e r, Moses Hilel R o s e n t a l, Abe U n g e r, Z. B e r g e r, das sich zur Aufgabe gestellt hat, die Synagoge zu renovieren und zu restaurieren. Leider aber fehlt es an dem Wichtigsten, nämlich an Geld. Unser Städtchen, vor Jahren eines der wichtigsten Handelsplätze, ist jetzt verarmt und kann die hohen Kosten der Wiederherstellung der Synagoge, man spricht von 12—15.000 Kronen, nicht aufbringen. Wir hoffen aber zuversichtlich, daß uns unsere Brüder nicht im Stiche lassen, und bitten deshalb alle, die ein Herz für ihre Brüder und für unsere altehrwürdigen Bethäuser haben, uns materiell zu unterstützen. Jede, auch die geringste

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