Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 17 (28.4.1911)
- Date
- 1911-04-28
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3020846-3021927-3021945--20159-3045182- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 17 Dr. Vlochs Wochenschrift Sette 285 Frau Siegfr. Fleischer, Direktorin Regine U l l m a n n, Direktorin Hermine Strakosch, Frau kais. Rat. Jeanette S ch n e k; Präsident Dr. Alfred Stern, die Vizepräsidenten Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, Hofrat Dr. R a p a p o r t, die Kultusvorsteher S. B r o d, Salo Cohn, Dr. Jakob Engel, Max Frank, Prof. E h r m a n n, Architekt Jakob Gärtner, Em. H o f f m a n n, Dr. Felix K a tz a u, kais. Rat S. K a u d e r s. Dr. Arth. K u r a n d a, Wilh. K u s s n e r, Karl Lemberger, Dr. Hch. Schreiber, S. Steiner. Die Sekretäre kais. Rat Dr. Theodor Lieben, Dr. Emil Adler. Die Rabbiner Dr. Feu ch tw a n g, Dr. Rosenmann, Dr. K n öp f m a che r, Vereinsvorsteher F l a n d r a k, kais. Rat Josef Singer, Dr. Bela T a u s s i g, Herr Albert Mayer und Gemahlin, Frau Jacob Kann, kais. Rat Alex, von Engel, Doktor S ch o r st e i n, Herr Leop. Klein, Frau Elisab. Bruckner, Vorsteherin des Elisabetheims; Stadtbaumeister, Gemeinderat Eduard Melcher, Dr. Philipp T ü r k l. Rabbiner Doktor David F e u ch t w a n g, die Herren Direktor Fischer, Direktor Hecht, Direktor Friedberger, Oberlehrer Jacob K o h n, Jnsp. Prof. K a n i tz, Jnsp. Jul. Braun, Dr. K a p r a l e k, Prof. Dr. P o l l a k und Dr. Armin K a m i n k a. A. Frau Julie Fialla. Julie Fialla ist dahingegangen! — Mancher Name ausgesprochen, gehört, gibt für.sich das Charakterbild einer Persönlichkeit. So war es, wenn wir den Namen Julie Fialla aussprachen oder hörten. Der Name allein bedeutete den Inbegriff einer edlen Frauengestalt, und das war Julie 'Fialla. Eine Frau von Herz und Gemüt, feinstem Takt, voll Edelsinn und in jener vornehmen Weise wohltätig, bei der die linke Hand nicht wissen durfte, was die rechte gegeben hat. Als Gattin, als Mutter, Erzieherin ihrer Kinder, als Hausfrau vornehmen Stils war sie mustergiltig und vorbildlich. Diese Frau, in deren Hause sich die beste Gesellschaft zusammenfand, hatte keinen Feind, sie selbst war bei ihrer scharfen Beobachtungsgabe. ihrem feinen Humor die treueste und verläßlichste Freundin. Zehn Jahre hindurch war Julie Fialla Vize-Präsidentin des Ferienkolonien-Vereines „Ferienheim" und die anmutige, liebreizende Frau war auch nach dieser Richtung eine Zierde des Vorstandes. Bei ihrem Austritte wurde sie zum Ehrenmitglieds des Vereines ernannt. Wenn Julie Fialla ihrer Familie, ihren Freunden, allen die sie schätzten und liebten, durch ein unerbittliches Schicksal entrissen worden ist, so wird das Bild dieser Frau, das Gedenken an diesen musterhaften Frauencharakter nicht verblassen und die Erinnerung an sie wird in den Herzen derer, die ihr nahe gestanden, fortdauern. Antonie Graf, Ehrenmitglied des Vereines „Ferienheim". Das Leichenbegängnis. Eine kaum‘ übersehbare Freuudesschar gab der hochsinnigen Gattin des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Hermann Fialla am Montag den 24. d. das letzte Geleite. Auf mancher Lippe schien die düstere Totenklage zu schweben: „So ist denn wiederum ein edles Herz gestrandet, Kalt eine Stirn', die glühend für uns sann, Und eine Quelle wiederum versandet, Aus der so mancher frische Trank uns rann". Als Tochter eines vornehmen Hauses (der Vater P. Rebenwurzel, der an der Spitze bedeutender Unternehmungen stand, bekleidete jahrelang die Bürgermeisterstelle in seiner Heimatsgemeinde Straßnitz) hatte die im allzufrühen Alter von 56 Jahren Verblichene mit verschwenderischer Hand nach allen Seiten Liebe gesät und dafür Liebe in Hülle und Fülle geerntet, so daß sie innig verehrt wurde von ihrem eine hervorragende soziale Stellung bekleidenden Gatten, von ihren hoffnungsvollen Kindern, denen gleichwertig der Schwiegersohn sich an die Seite stellt, von ihren Verwandten und ihrem großen Freundeskreise. Und diese Verehrung, deren sich die Verblichene überall erfreute, kam auch sichtbar zum Ausdruck in der tiefen Ergriffenheit aller Trauergäste, die ihr Herz und ihre Sympathien zu der erhebenden Leichenfeier führten, welche durch die kantoralen Leistungen des Oberkantor Don Fuchs und durch die ergreifende Trauerrede des Oberrabbiners Doktor Güdemann überaus würdig gestaltet wurde, — und nicht minder in den nach vielen Hunderten zählenden schriftlichen Kondolenzkundgebungen an die trauernden Hinterbliebenen, welche aus dem Gatten Dr. Hermann Fialla, den Söhnen Advokat Dr. Erwin Fialla und Konzipient Dr. Alfred Fialla, sowie der Tochter Frau Stephanie Forchheimer und deren Gatten Großindustriellen Karl Forchheimer in Frankfurt am Main bestehen. In der Zeremonienhalle und an der Grabstätte bemerkten wir unter anderen Trauergästen, richtiger Freunden: Die Barone Edmund und Laczi von Gutmann-Gelse mit Gemahlinen, kais. Rat Julius Stern, kais. Rat Arnold F öhlich und Frau, kais. Rat Wilhelm Stiaßny und Frau, Kommerzialrat Alexander Munk mit Frau und Tochter, Konsul Felix Stiaßny Baron Berthold Popper v. Podhragy, die Direktoren Hermann Neumann und Ernst Adler, die Frauen Alfred Pollak von Radin, Joses Simon, Direktor Chavanne und Regina Lewit-Goldscheider. Direktor Ernst Hahn aus Frankfurt, Kommerzialrat Leop. Harpner und Gattin, Lajos Kriser und Frau, General Ulrich von Trenkheim, Major im Generalftabe Oskar Slamezka, Rittmeister Oskar von Glaser, die Hofrätinnen Julie von Kogerer und Prof. Sofie Mcaczek, Maler Isidor Kaufmann und Frau, Regierungsrat Wismoyr, die Prokuristen Fritz Ehrenfest und Fritz Spitzer, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Marcell Hoffmann, Dr. Josef Schnabel, Dr. Robert Janowitz und Dr. S. Lewit, Prof. Maximilian Sternbera, Dozent Dr. Katz, Dr. Max Kopetzky, Doktor Sziga Pollitzer, Frau Elizza-Kopetzky. Charles Weinberger, die Schriftstellerinnen Marie von Glaser und Frau Antonie Graf, die Schriftsteller Moritz Renda, Ignatz Schnitzer, kais. Rat Johann Lichtenstadt, Rabbiner Dr. Gelbhaus und Frau, Dr. S. Bloch und kais. Rat Josef Singer. Als Deputation des Kaiser Franz Josefs-Ferienheim, dessen Ehrenmitglied die Verstorbene war, Frau Sofie Grünfeld, Frau Dr. Zins und Frau Dr. Peter Friedmann; von den Vorstandsmitgliedern der Kultusgemeinde die Herren Salo Cohn, Karl Lemberger, Sal. Steiner und S. Brod; der Vorstand des Berhausvereints Vöslau, vertreten durch die Herren Dr. Brösler und Max Schwarz; von der Kommerz- und Diskonto-Gesellschaft die Herren Brüder Bardach, Kommerzialrat Dupal, Dr. Leopold Grünfeld, Josef Mandl u. v. a. Rabbiner Aron Friedman» gestorben. Fallen seh' ich Zweig auf Zweig von dem ehrwürdigen Stamme unserer Schule. Nur wenige Wochen erst schläft unser unvergeßlicher ehemaliger Oberlehrer Ignatz L ö w den ewigen Schlaf und heute haben wir wieder einen Kollegen zu Grabe getragen,'standen wir trauernd an der Bahre des Herrn Aron Friedman n. Beide sind sie heimgegangen, die fast ein Menschenalter neben und miteinander zum Wohle der jüdischen Jugend gewirkt, der große, unübertreffliche Lehrer und der große unübertroffene Gelehrte, jener eine weiche, kindliche Natur, dieser ein herber, verschlossener Charakter, ein goldener Kern in rauher Schale. Seine Herbheit hatte ihren Grund in seinem Schicksal. Aron F r i e d m a n n war zweifellos einer der größten Talmudgelehrten der Gegenwart. Die von ihm publizierten