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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-04-21 · 16 (21.4.1911) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
16 (21.4.1911)
Date
1911-04-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 16 Dr. Bkochs Wochenschrift Sette 389 men. Demgegenüber steht ein Rechtsschutz-Reseroesond, dessen Saldo gegenwärtig Kronen 7039.30 beträgt. Die Gesamtausgaben des. Vereines im Jahre 1910 belaufen sich auf Kronen 38.647.—. In der anschließenden Diskussion ergreift Gemeinderat Dr. Schwarz-Hill er das Wort, um auf die von ihm erwirkte Entscheidung zu verweisen, daß Kinder, welche aus rituellen Ehen russischer Eltern entstammen. von hen österreichischen Behörden als ehelich anerkännt werden. Redner ersucht, darauf hinzuwirken, daß dieser Entscheidung die weiteste Publizität gegeben werde. Sekretär Fleischer erwidert, daß die „Union" dem Wunsche des Vorredners entsprechen werde, daß aber das Rechtsschutzbureau guch bemüht sein werde, die den Kindern russischer Eltern erwirkte Wohltat auch den aus rituellen Ehen galizischer Eltern entsprossenen Kindern zu erwirken. Die Versammlung beschließt einstimmig, den Bericht zu genehmigen und dem Vereinsvorstande das Absolutorium zu erteilen. Im Namen des Vorstandes der „Union" ergreift sodann Vorstandsmitglied Dr. Felir Hönigsmann das Wort, um anläßlich des bevorstehenden 80. Geburtstages des Präsidenten, Herrn Sigmund Mayer, dessen Verdienste um das öffentliche Wohl, um das gesamte Judentum und insbesondere um die „Oesterreichisch- Israelitische Union" zu -feiern. Wiederholt wurden die schwungvollen Ausführungen des Redners durch lebhaften Beifall unterbrochen, und am Schlüsse derselben bereitete die Versammlung Herrn Sigmund Mayer eine stürmische Ovation. Der von Dr. Hönigsmann gestellte Antrag: „Die Generalversammlung ernennt Herrn Sigmund Mayer in Würdigung seiner Verdienste um den Verein und die jüdische Allgemeinheit zum lebenslänglichen Ehre n p r ä s i d e n t e n", wurde unter anhaltendem Applause .einstimmig zum Veschlusse erhoben. Präsident Sigmund Mayer dankte in bewegten Worten für die ihm erwiesene Ehrung. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder: kaiserlicher Rat Wilhelm Anninger, Dr.,'Felir Hönigsmann, Sigmund Mayer und Dr. I. Samuely wurden mittels Akklamation wiedergewählt und hierauf die Versammlung mit herzlichen Dankesworten des Vorsitzenden geschlossen. Korrespondenzen Die Bezirksratswahlen in der Leopoldstadt. Das fortschrittliche Vezirks-Wahlkomitee Leopoldstadt versendet folgenden Wahlaufruf an die Wähler des ersten und zweiten Wahlkörpers des 2. Bezirkes: Die bevorstehenden Ergänzungswahlen für die Bezirksvertretung sind von ganz besonderer Bedeutung. Nicht nur, weil die Funktionen des Bezirksrates vielfach und tief in die vitalsten Interessen der Bürgerschaft eingreifen, weil in Gewerbe- und Steuerfragen, in Zuständigkeits - und Heimats-Angelegenheiten das Votum der Bezirksvertretung wesentlich in Betracht kommt, nicht nur, weil sich die Gestaltung und Entwicklung des Straßen- und Verkehrswesens des Bezirks auf den Vorschlägen der Bezirksvertretung aufbaut und Ortsschulrat sowie Armenrat von dieser Körperschaft gewählt werden, sondern insbesondere deshalb, weil es von einem glücklichen Ergebnisse der Wahlen abhängt, ob die gegenwärtige r e a k t i o n ä r e Zusammensetzung der Bezirksvertretung eine dauernde sein oder dem christlichsozialen Parieiregiment eine wichtige Position entrissen werden könne oder nicht. Gelingt es, den ersten Wahlkörper dem fortschrittlichen Bürgertum zu erhallen und das Mandat des zweiten Wahlkörpers. welches bei der letzten Wahl nur um weniger Stimmen willen verloren wurde, zurückzuerobern, so ist für die im nächsten Frühjahre vorzunehmende vollständige Neuwahl der gesamten Bezi ksvertretung mit Sicherheit die Wiedergewinnung der Mehrheit und damit die Einsetzung eines fortschrittlichen Bezirksvorstehers zu gewärtigen. Dann wird die Schande, daß die in ihrer überwiegenden Mehrheit freisinnige Leopoldstadt sich ein christ- Hch-soziales Bezirksoberhaupt gefallen lassen muß, ausgetilgt werden können! Die Erreichung dieses gewiß begehrenswerten Zieles hängt aber von der Treue und von dem Pflichtgefühl unserer Gesinnungsgenossen ab. Wenn alle, die zu uns gehören, am Wahltage ihre Schuldigkeit tun. an der Urne erscheinen und für unsere Kandidaten stimmen, und zwar für die unveränderte Liste derselben, so kann der Erfolg nicht ausbleiben. Mit einem Worte müssen wir darauf zu sprechen kommen, daß auch von einer anderen freiheitlichen Richtung im Bezirk Kandidaten nominiert sind und zur Wahl empfohlen werden. Zunächst sei hervorzuheben, daß die in Zeitungsnotizen und Wahlzirkularen behaupteten Schritte des Abgeordneten Baron Hock pnd des Gemeinderates Dr. v. Dorn zur Herbeiführung eines Kompromisses zwischen Liberalen und Freiheitlich-Sozialen in das Gebiet der Fabel gehören, beziehungsweise erfunden und unwahr sind. Es liegt aber auch keineswegs, wie man glauben machen will, ein Kampf innerhalb einer und derselben Partei oder auch nur zwischen zwei Gruppen derselben politischen Partei vor. Wir, die wir das Programm des fortschrittlichen.Bürgertums vertreten, unterscheiden uns wesentlich von den „Freiheitlich sozialen". Wir hallen daran fest, daß der bürgerliche Mittelstand schon aus Gründen der Selbsterhaltung in allen Fragen des öffentlichen Lebens seine eigenen wirtschaftlichen und kulturellen Interessen selbst zu vertreten habe und hierin auch vor dem Kampfe gegen die organisierte Sozialdemokratie nicht zurückschrecken dürfe. Die „Freiheitlichsozialen" aber erblicken das Heil in einem Zusammengehen mit der Sozialdemokratie, als deren eifrigste Lobredner sie imm"r und überall austreten. Dieser grundsätzliche Gegensatz verhindert ein Zusammengehen mit den „Freiheitlichsozialen" und muß zu deren Bekämpfung auf allen Punkten führen. Wer also will, daß die Bezirksvertretung der Leopoldstadt der so arg kompromittierten christlichsozialen Partei entrissen werde, wer will, daß die Geschäfte der Bezirksverwaltung wieder von vorurteilslosen und unparteiischen Männern besorgt werde, und wer nicht dulden will, daß die Schmeichler und Mitläufer der Sozialdemokratie in die Bezirksvertretung eindringen.und daß eine Partei, die durch Aufstellung einer Sonderkandidatur im zweiten — nur bei Eintracht aller Fortschrittlichen dem Gegner entreißbaren Wahlkörper geradezu Verrat an den freiheitlichen Interessen übt. weiterhin im Bezirk ihr frevelhaftes Spiel treibe, der stimme für folgende Kandidaten, und zwar: Mittwoch am 2 6. April 1911 im zweiten Wahlkörper für Anton Rischka, Revident der k. k. Nordbahn. 2. Bez., Große Sperlgasse 26. und Freitag am 2 8. April 1911 im ersten Wahlkörper für Philipp Bak, Kaufmann, 2. Bez., Stuwerstraße 1, Anton Hessenberger, Gastwirt. 2. Bez., Kaiser Iosefstratze 42, Dr. Leopold Brady, Armenrat, 2. Bez., Praterstraße 56. Ernst K l e b i n d e r, Redakteur, 2. Bez., Castellezgasse 25. Wilhelm Zisarsky, Kaufmann, 2. Bez., Praterstraße 13. ' > Mitbürger! Die Einigkeit und Geschlossenheit, die strenge und treue Pflichterfüllung aller wirllich

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