Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 15 (14.4.1911)
- Date
- 1911-04-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Weite ^50 Das ist der Sprmgpunkt. Dieser Zustand, daß viele wie bisher in jüdischen Kreisen verkehren, nachdem sie durch ihren schmachvollen Schütt ihre ganze Gesamtheit beschimpft haben, ist ganz unerträglich. Wir wollen eine ehrliche Scheidung zwischen uns und den charakterlosen Elementen, für deren Vergehen man uns alle verantwortlich macht. „Täufling". Von der. Sorte Täuflinge, wie sie in der .Arbeiter-Zeitung" antifemiteln, erzählt die „Jugend": Kohn und Löw habe» aus Geschäftsrücksichten beschlossen, sich taufen zu lassen; Nohn geht zuerst in die Kirche. Wie er herauskommt, fragt ihm Löw: „Nu. wie. loar's?^ Worauf er, ohne den Frager eines Blickes zu würdigen, knurrt: »Halt'S Maul, Jud!" Rabbiner Dr. S. P. Auf Ihre Anfragen wegen Besetzung des Rabbinerpostens in Marienbad können wir Ihnen nach eingeholter Information bei der Kultusgemeinde Marienbad mitteilen, daß der Rabbinerposteu in Marienbad unbedingt zur Neubesetzung gelangt. Notizen. Jüdisches Theater. Regie: M. Siegler Hotel Stefanie, II/ Taborstraße 12. Sonntag den 16. April und Montag den 17. April zum ersten Male : „I z i o j s M i z r a j e i n", historische Operette von Professor Horowitz — Sonntag nachmittags halb. 4 Uhr: .K un e L e m e l". komische Operette von A. Goldfaden. — Montag nachmittag: „Bar Koch d a" von A. Goldfaden. — Dienstag den 18. April: Ehrenabend der Frau Rosa Siegler. Größter Lachabend der Saison. Zar Aufführung gelangt: 1. Abteilung : ,.B a r K och b a" (Prolog). II. Abteilung: Der" zweite Att aus dem .»Lustigen W eib'l". III. Abteilung: Der erste Akt aus „Ehaim hi Ameri ka', IV. Abteilung: Der zweite Akt aus JKune L^mel". —Mittwoch den 19. April: „Opferung ,, f a f S'# von A. Goldfaden — Donnerstag den 20. April: Mizraiei n" von Professor Horowitz. Wiener Berstchernugsgesellschast. Unter dem Vorsitze des Berwaltungsrütspräsidenten Paul Ritter v. Schneller hat diese Gesellschaft Ihre 80. ordentliche Generalversammlung abgehalten. Dem Jahresberichte ist zu entnehmen, daß das Geschäft in sämtlichen von -der Gesellschaft kultivierten.Verficherungszweigen, mit Ausnahme der HagelverficherungSbranche, die im Jahre 1910 — wie bei den 'meisten österreichisch-ungarischen Versicherungsanstalten — mit einem Verluste schloß, einen günstigen Verlauf genommen und im allgemeinen ein recht befriÄigendrs^Ergebnis geliefert hat. In der Feuerversicherungsbranche wurden Werte im Belaufe von 2.469,951.268 K versichert und eine Prämienemnahme von 18,239.513 E erzielt, wogegen die Schadenzahhmgen unter Berücksichtigung der pendenten Schäden 7,766.985 E betxngen. In der Transportversicherungsbrgnche wurden nach einem Versicherungswerte von 26.608.277 E, zuzüglich der Polizzengebühren, 513.081 E an Prämien vereinnahmt, dagegen beliefen sich die bezahlten und reservierten Schäden auf 320.013 E. Die Versicherungssumme in der tzagelverficherungsbranche betrug 60,438.516 E, die Pramieneiunahme 2,292.427 E, während für Schäden 1,933.146 E erforderlich waren. Das Portefeuille der in späteren Jahren fälligen Prämienscheine bezifferte sich Ende des Jahres 1910 auf 31,030.883 E. Die frei von jeder Belastung für eigene Rechnung Vorgetragene Feuerprämienreserve wurde mit 365.719 E dotiert und beträgt 3,724.971 K. Die Fonds der Gesellschaft betragen mit Ende des Jahres 1910 10,649.531 E und" erscheinen durchweg in erstklassigen Werten plaziert. Rach Eckeilung des Absolutoriums wurde beschlossen, von dem Reingewinne $« 619.289 E nach Kürzung der statutenmäßigen Tantiemen au den Verwaltungsrat und Vorstand a) dem allgemeinen Kapitalsrrservefonds 100.010 E zuzuwenden, wodurch derselbe die Höhe von 1,260317 E erreicht; b) dem Pensionsinstitut der Beamten und Diener der Gesellschaft 70.000 E zuzuweisen, wodurch sich das Vermögen dieses Instituts auf 1,009.951 E erhöht; c) 300.000 E als Dividende zu verteilen^mithiu den Kupon Nr. 30 ab 10. April 1911 mit 30 E, das ist 71/, Prozent, gegen 26 E im Vorjahre, zur Einlösung zu bringen und den Rest von 95.164 E auf die Rechnung des Jahres 1911 vorzutragen. Bei der vorgenommeuen Wahl des Revisionsausschusses wurden die Herren Rudolf Durst und Stephan Ritter v. Galatti wieder-, Herr Hans Edler v. Medinger neugewählt. Rr. 15 berechtigten Parteien zur Verteilung. Die seitens der. Anstalt bisher geleisteten Auszahlungen beziffern sich aüf ründ'60 MllionenKrvneu. Nach Erteilung des Absolutoriums würden die -Vorschläge -bezüglich der Verwendung des Reingewinnes per 403.560 E genehmigt und wird der Kupon Nr. 29 ab 10. d. M. mit 32K eingelöst. Von den nach Abzug der achtprozentigen Dividende per 240.000?E und'der statutarischen Dotationen per 25.107 E verbleibenden 138.452 E werden 40.000 E dem Fonds der mit Gewinnanteil versicherten überwiisen und 25.000 E dem Pensionsinstitute der Mächten,/und Diener der Anstalt zUgeführt, während der verbleibende'RWÜrag von 73:452 E auf Rechnung des nächsten Jahres vorgetragen Md. . Rekonvaleszenten- und Erholungäkeim „Pkilantropia“ für arme judisclle Frauen und Sinder Wien, XIII., Lainzerstrasse 172 Bureau: Wien, VIII., Langegasse 1. Telephon: Hietzing 278. Aufruf! Viele, sehr viele arme jüdische Frauen und -Kinder, von schweren Leiden heimgesucht, liegen in den hiesigen Spitälern darnieder. Bei dem bekannten Platzmangel in allen Spitälern müssen diese Armen oft in kürzester Frist, nach Operationen oder schweren Krankheiten, ihre Heilstätte verlassen, ohne die volle Transportfähigkeit für ihre Heimkehr erlangt zu haben oder auch nur zu wissen, wie Sie sich nun, aller Mittel bar, erholen und kräftigen sollen, um neübelebt den Kampf um eine glücklichere Zukunft aufnehmen zu können. Diesem überaus fühlbaren Uebel abzuhelfen und den Aermsten der armen, kranken Frauen Und Kindern, denen kein entsprechendes Heim Und keine Mittel zur "Verfügung stehen, um sich nach schweren Krankheiten zu erholen, Schutz und Beistand leisten zu können, hat der Verein „Bekonvaleszentenheiin Pliilaj'nt'r opiä" nach jahrelangen Mühen, sein Heim in Wien, XIII., Lainzerstraße 172, eröffnet, in welchem bedürftige rekonvaleszente -jüdische Frauen und Kinder, bis zu ihrer vollen Genesung ein behagliches . Heim, liebevolle Pflege und Wartung, -gute üftd^fäftige ^Verköstigung'finden.' Aber auch jene hilfsbedürftigen Kranken, die nicht in Spitalsbehandlung gestanden und doch — entkräftet und gebrochen unter dem Drucke zahlloser Entbehrungen — sollen nach Maßgabe -der vorhandenen Mittel in unserem Heim Aufnahme, Kräftigung und Genesung finden. Bei dem derzeitigen Stande des Vereinsvermögens wäre es uns jedoch im Hinblicke auf die außerordentlichen 'Kosten, welche eine rationelle, vom Geiste wahrer Humanität erfüllte Verwaltung erfordert, unmöglich, allen Anforderungen nachzukommen, das Haus und seine Pfleglinge zu erhalten, wenn uns nicht großmütige Unterstützung seitens wohltätiger Menschenfreunde zuteil werden würde. Wir appellieren’an die so oft bewährte Humanität edler Menschen und bitten, diesem eminent wohltätigen Zwecke ihre gütige Unterstützung angedeihen zu lassen. Jede Spende wird mit herzlichstem Danke quittiert und ausgewiesen. Stifter sind diejenigen Personen, “welche dem Wereinszwecke einen Beitrag von mindestens Kronen’ 5000.— gewidmet haben Gründer sind jene Personen, welche .-für -Zwecke des Vereines einen Betrag von mindestens K'2Ö0.— gewidmet haben. UnterstiiizendeMitglieder entrichten einen jährlichen Beitrag von mindestens 'K 20.—. Ordentliche Mitglieder entrichten einen jährlichen Beitrag von mindestens K 6.—. Hochachtungsvoll Architekt J. Mod er n Am a 1 i e B'ec-k Schriftführer. Präsidentin.’ Wiener Lebensn«d Rettteuverficherungsauftatt. Die 39. ordenüiche Generalversammlung dieser Anstalt wurde unter dem Vorsitze des VerwaltungSrÄtSprafidenten Paul Ritter v. Schoeller abgehalten. Der Bericht des Vorstandes weist darauf hin, daß sich die Anstatt -auch im Berichtsjahre 1910 in befriedigender Weise writerenttvickelt, ihren Geschaftsstock erheblich vermehrt und die Reserven und Rücklagen um em Bedeutendes vergrößert hat. Die Neuproduktion des JahreS 1910 betragt rund 19 Millionen Kronen versichertes Kapital und rund 50.009 E Rente; der ReinzuwachS beläuft sich auf 6*3 MMonen Kwnen versichertes Kapital, so daß Ende 1910 der GesamtvMcherungSbestand rund 140 Millionen versichertes Kapttal Md rund 410.000 E Rente umfaßt. Die Gewährleistungsfonds der Anstalt betragt Ende 1910 43 Millionen Kronen. Bon dem Gewinnfondr der Versicherten per 514.796 E gelangt ab 15. Juli d. I. ein Gewinnanteil in der Höhe Mn 40 W:itzent der Jahresprämie an die bezugs- Anstattangs-Beiirag, Aus der vom Herrn Adolf Friedmaün gestifteten weiland „Lilly Feldmannschen Mädchanausstattungs-Stiftung“ wird die Temesvarer israelitische Kultusgemeinde am 17. Mai 1911, als am Geburtstage des am 14. August 1906 in seiner Jugendblüte dahingeschiedenen Fräuleins Lilly Friedmann, einer armen unbescholtenen israelitischen Braut, einen Heiratsausstattungsbeitrag von Kronen 400.— zuerteilen, welcher •jedoch erst am Tage der stattgehabten Trauung ausgefolgt wird. , ... : ‘. - Im Sinne des Stiftungsbriefes sollen in erster, Keihe solche Mädchen berücksichtigt’ werden, die ihre Verwandtschaft zur Fa m i 1 i e F r i.e d m an h - F ö rr nach weisen, können. Falls solche Heflektantinnen sich nicht melden, soll