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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-04-14 · 15 (14.4.1911) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
15 (14.4.1911)
Date
1911-04-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Sette 249 Nr 15 Dr. Klochs Wochenschrift HmWeis auf die — ja bekannte — Tatsache verdeutlicht, -ab zahlreiche Juden durch die Taufe die ihnen sonst versagte Beförderung erlangt haben. Den Schlich der Broschüre bilden die Reichstagsverhandlungen über den Gegenstand von 1904 bis 1910, aus denen vielleicht die bemerkenswerteste Einzelheit ist, daß selbst ein Zentrums-AbgeordNeter (30. März 1908), wie der Abgeordnete GröWr^Zentrum) hervorhüb, die Abhängigkeit der Beförderung vom religiösen Bekenntnis gemitzbillig t hat, deren Vorkommen Herr von Einem nach Prüfung, der ihm 1908 überreichten Fälle (19. März 1909) unumwunden zugab. Da» Leben und Wirken der Juden in Oesterreich in vormärzlicher Zeit. Ein Beitrag zur Kultur- und Sittengeschichte. Von Dr. M. H. Friedländer, Wien, 1911. Verlag von M. Waizner & Sohn. Wien, IX/1. Wahrlich ein ungemein bescheidener Titel für die überreiche Fülle, die das Büch des unermüdlichen greisen Gelehrten auf verhältnismäßig geringen Räum komprimiert darbietet, (das nicht bloß, wie. der Titel besagt, in halbvergangene Zeit, sondern sogar tief in das frisch pulsierende religiöse Leben des Altertums zurückgreift, um ein lückenloses Bild der religiösen Entwicklung des Judentums bis auf den heutigen Tag zu liefern, das, zumal in unseren Tagen, wo die Kenntnis der Geschichte unseres Volkes abhanden gekommen, allenthalben mit vieler Befriedigung begrüßt werden wird. Insbesondere der Gemeinden und der jüdischen Jugend empfehlen wir eindringlich dieses Buch. Die ersteren werden daraus lernen, wie man Altes und Neues, Konservativismus und Liberalismus harmonisch miteinander verbindet; die letzteren werden daraus den unverfälschten Geist der ewig fortentwicklungsfähigen Religion des Judentums in sich aufnehmen. Wahrhaft erhaben und informierend ist das Kapitel: „Erziehung und Unterricht.“ Welch eine Fülle von Belehrung und von Winken für unsere Zeit! Der Verfasser, dbr schon in; seinen zahlreichen früheren Werken gesunde talmudische und profane Gelehrsamkeit zeigte, ist wie kaum ein anderer befähigt, Theorie und Praxis zu verbinden, das Geschaute auch plastisch darzustellen. Möge das Buch zürn Nutzen und Frommen des heranreifenden Geschlechtes die weiteste Verbreitung finden. H. R. Die neue Heine-Ausgabe des Insel-Verlages, Leipzig. Den höchsten Begriff vom Lyriker, so bekennt Nietzsche im Ecce Homo, habe ihm Heinrich Heine gegeben. Umsonst habe er in allen Reichen der Jahrtausende nach einer gleich süßen und leidenschaftlichen Musik gesucht. „Er besaß jene göttliche Bosheit, ohne die ich mir das Vollkommene nicht zu denken vermag, — ich schätze den Wert von Menschen, von Rassen darnach ab, wie notwendig sie den Gott nicht abgetrennt vom Satyr zu verstehen wissen.“- Es ist gut, sich an ein solches Bekenntnis zu Heines Kunst in einer Zeit zu erinnern, wo sich viele, wie Walzel in seiner tiefgehenden Einleitung zur vorliegenden Insel-Ausgabe ausführt, vom Dichter des »Buches der Liederc hinwegzuentwickeln scheinen. In Wahrheit ist aber Heine, wie Walzel glänzend nachweist, vielmehr der echte Typus eines modernen Menschen und Künstlers: sein Ich hat, um nur einiges zu erwähnen, die starke ■ seelische Beweglichkeit des Impressionisten; er ist Relativist im Sinne jüngster Weltänschauungsformen. So begrüßen wir das Fortschreiten dieses billigen und schönen Heine des Insel-Verlages, und insbesondere rühmen wir die Arbeit O. Walzels und J. Fränkels, die in diesem Bande Heines Hauptwerk, das „Buch der Lieder“, vorlegen. Früher erschienen von dieser zehnbändigen Ausgabe die Bände, 7 und 9; die weiteren werden schnell folgen. Märimäe P., Lokis-Tamango. (Kürschners Bücherschatz). Preis j20 Pfg. Hern}. Hi 11ger, Leipzig. 'Eine grausige Phantasie beherrscht M.’s Lokis. Zahmer klingt Tamango ans. Beide Erzählungen zeigen seine erste Meisterschaft. x. Peter Michel von-Friedrich Huch. Verlag von Martin Mörike, München, M. 2, geh. 3. Das Buch des Verfassers von „Pitt und Fox“ verdient in volkstümlicher Ausgabe einer breiteren Oeflentlichkeit zugänglich gemacht zn werden. Mit dem Humor eines Th. Th. Heine wird ein zu Hohem aufstrebendes Dasein, das schliesslich aber ins 'Philistertum versinkt, ergreifend geschildert. Es ist ein modernes Buch im besten1 Sinne. „Die Hilfe“. Wochenschrift für Politik,. Literatur und Kunst. Herausgegeben von Friedrich Naumann, M. d. R. Nummer 14. 6. April 19.1. Aus dem Inhalt: Friedrich Naumann: Das Rüstungssyndikat. — Alfred Fischer: Wenn sie aber nicht gesprochen hätten . . . .? — Georg Gotheim, M. d. R.: Kalischmiergelder. — Richard Ch arm atz: Der Liberalismus und die Neuwahlen in Oesterreich. — Unsere Bewegung. — Soziale Bewegung. — Georg Muschner: Ein Appell an Italien. — Bertha Gering: Der Erfurter Dom. — Abraham a S a n c t a Clara: Eine Blutenlese. — Karl Wilhelm Fritsch: Um Michelburg. Roman. — Paul W e s t h e i m : Der Garten. — Büchertisch. — Politische Notizen. — Buchverlag der „Hilfe“, Berlin-Schöneberg. Ost und West. Illustrierte Monatschrift für das gesamte Judentum. Organ der deutschen Konferenzgemeinschaft der Alliance Israelite Universelle. Heft 4. XI. Jahrgang. April 1911. Inhalt: (Lear H. Schmitz: Lord Beaconsfield. I. Familie. II Die Juden in der Geschichte. III. Der jüdische Konflikt. — Ernst A 11kirch: Holländische Künstler (II) Martin Xonnickendam (mit 9 Illustrationen). — Dr. S. M. Melamed: Briefe aus England (II). — Thekla S k o r r a: Etwas über jüdische Sprichwörter. — Berthold F e i w e 1: Der Tod des Propheten, Legende. — Josef Lin: Ein Jubiläum der hebräischen Presse. — Mitteilungen aus dem Deutschen Bureau der Alliance Israelite Universelle: Persien. Das Schulwerk der Alliance. Die Cholera im Orient. Die Alliance- Expedition nach dem Yemen (Fortsetzung). — Notizen. —.Schach. — Literarische Rundschau. — Inserate — Verlag Ost und West Leo Winz, Berlin Charlottenburg, Knesebeckstrasse 52. Das freie Wort. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Gegründet von Carl Sänger. Herausgegeben von Max Henning. XI. Jahrgang, Nr. 1. Erstes Aprilheft 1911. Inhalt: Steht Deutschland vor einer neuen Hochkonjunktur? — Philalethes: Das ultramontane Gaukelspiel mit dem Modernisteneid. — Reay: Demokratisierte Tories. — Arth. Böthlingk: Priester und Professor. — Ernst Häckel: Das Phyletische Archiv in Jena. — Politicus: Die Stiftung für wissenschaftliche Forschung. — Kleine Mitteilungen. — Beilage: Der Sissident, Nr. 1. — Neuer Frankfurter Verlag G. m. b. H., Frankfurt am Main. gfmfbaftati S. I , Klosterueuburgerstraße 50. In der Verwalfung drs Jiidischen Museums vollziehen sich durchgreifende Veränderungen; nach Vollendung der Reorganisation wird das Museum wieder zugänglich werden. B. V. in Wien. Unsere Antwort nach Karlsstadt im Briefkasten Nr. 13 wurde offenbar mißverstanden. Nicht alle Bewerber um den Kantorenposten, weiche bei inr Vorprobe, wenn auch mit Erfolg, gesungen haben, können eine Einladung zu dem Probevortrage vor der Gemeinde beim Sabbathgottesdienste erhalten. Wenn an ein m Donnerstage drei oder vier Kantoren zur Probe singen, so kann nur ein einziger derselben die Einladung erhalten, beim Sabbathgottesdienste zu fungieren. Aus der N-chtberücksichfigung der Anderen allein ist ein Schluß auf ihre Minderwertigkeit kaum zulässig. * „Liberal". Die Ursachen des Scheiterns der zwischen den „Deutschfreiheitlichen" und Christlich - Sozialen gepflogenen Kompromißverhandlung verriet Dr. Weidenhoffer in der Versammlung von Stockerau am 7. d. M. Er sagte wö.tlich: „Was den Antisem'- tismus anlange, könne man ihnen ruhig die Hand reichen zum Bunde; aber der Klerikalismus, der bekämpft werden muß, fei das Trennende." Z. in R. R. Die nächste Sitzung des großen Aktionskomitees der zionistischen Organisation ist nun endgiltig für den 27. April und die folgenden Tage nach Köln einberufen würden. „Jüd. Landwirt. Juden haben auf dem Gebiete der Agrikultur nichts Geringes - geleistet. Das Internationale Institut für Ackerbau, das vor einigen Jghren unterdem-Protektorat des Königs von Italien in Rom begründet worden ist, verdankt seine Entstehung der Initiative eine? jüdischen Landwirtes, des Amerikaners Labia. Die bedeutendste und segensreichste Erfindung, die im letzten halben Jahrhundert auf dem Gebiete der Agrikulturchemie überhaupt gemacht worden ist, die Nutzbarmachung der sogenannten Abraumsalze, also die Gewinnung von Kali, hat die Landwirtschaft dem jüdischen Chemiker Prof. Dr. Adolf Frank zu verdanken. Das Kali ist heute das wichtigste und wertvollste Düngemittel der Landwirtschaft. Dr. A.. F. in Brnn». Sie .verkennen den Zweck der Publikation. Die Taufliste wird gewiß keine Verringerung der Zahl der Renegaten erzielen. Darüber find wir uns hier in Wien wie in Berlin klar. Gegen 'olches Strebertum unh gegen Gesinnungslosigkeit ist noch kein Kraut gewachsen. Aber die Verwirrung in unserer eigenen Mitte wollen wir verscheuchen,. Wir wollen klar sehen, wer zu uns gehört. »Halone ata in. lezorenu?«

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