Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 15 (14.4.1911)
- Date
- 1911-04-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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beite246 Nr. 15 Dr. Blochs Wochenschrift bemittcltenjüdischeu Volksgenossen und hauptsächlich dafür, daß der Verein ,Einheit" der erste war, der die seit Jahren vielfach besprochene Idee einer „dkenSa acaäemicajudaica", wenn auch nur im Rahmen vorläufig bescheidener Verhältnisse, in die Tat umgesetzt hat. Er ist gepfte bereit, wie er es bisher getan, die Intervention zur Befestigung der zwischen der Htudenschaft und der Vereinsleitung etwa noch obschwebenden Mißverständnisse zu übernehmen, wobei er allerdings den guten Willen und das Gerechtigkeitsgefühl auf beiden Seiten vorausfetzt. Herr Phillipp Bat spricht seine Freude darüber aus, daß er Gelegenheit hatte, in die Gcbahrung eines Vereines Einblick zu gewinnen. dessen humanitäre und soziale Tätigkeit ein wahrer Segen ist. Dr. Krenbergtzr als Schöpfer nnd unerschrockener Verfechter der Weufa-Jdee gibt eine ausführliche Schilderung über die Entstehung der Mensa des Vereines „Einheit" und erklärt namens des Vorstandes, daß derselbe trotz einiger unliebsamer Vorfälle auch in Zukunft olles ausibieten werde, um die „Mensa academica judaica" auf eine feste Grundlage zu stellen. Unter großem Beifalle ergriff hierauf Kultusvorsteher S. Brod das Wort, um zunächst festzustellen, daß der Kultukvorstand, wenn auch naturgemäß nicht ausreichendes, so doch immerhin sehr vieles für die jüdischen Studenten leistet. Was den Verein „Einheit"'betrifftso habe er aus eigener Wahrnehmung die Ueberzeugung gewonnen, daß der Verein in seiner jüdischen Volksspeisehalle nicht nur den Hanger der armen Glaubensgenossen stillt, sondern auch auf ihr Herz und Gemüt wohltuend einwirkt, indem er alles aufbietet, daß die Besucher der Speisehalle sich dort in des Wortes wahrstem Sinne an einem jüdischen Tische zuhause fühlen. Nachdem noch Sr. Ehrst ürdcn Herr Rabbiner S. Fürst für dessen Beaufsichtigung und Förderung der Volksspeisehalle, ferner dem Vorstande der Kultusgemeinde sowie allen Förderern und Gönnern des Vereines und nicht zuletzt dem unermüdlichen Oekonom des Vereines, Herrn Adolf Fischer, dessen geradezu beispielloser Mühewaltung und Fachkenntnis das heutige Mveau und die hervorragende Leistungsfähigkeit der Küche zu danken ist, der Dank der Generalversammlung ausgesprochen wurde, machte Schriftsteller Jakob Srmt# die Mitteilung, daß die Lotterie-Verwaltung des Vereines «Einheit" mst dem Versand der Lose bereits eingesetzt hat und sprach die Hoffnung aus, daß die Vereinsmitglieder, ihre Damen und hauptsächlich die jüdischen Studenten sich an der Propaganda und au dem Verkaufe der Lose tatkräftigst beteiligen worden, damit das große Werk auch von dem gewünschten Erfolge deglettet sei. Hierauf wurde die Versammlung geschloffen. SBieg. (Jüdischer Portier- und Hausbesorgerve re in.) In der vor einigen Tagen abgehaltenen Vollversammlung dieses BereiueS. war die Vereinsleitung bereits in der Lage, mitzuteilev, daß der Verein seit seiner vor einigen Monaten erfolgten Gründung zahlreiche jüdische Kleingewerbetreibende als Portiere, Hausbesorger, Geschäfts- und Bureaudiener untcrgebracht und daß die betreffenden Chefs nud Hausbesitzer diesen jüdischen Angestellten das beste Zeugnis ausstellen. Es find lauter arbeitsame, nüchterne Familien, den«! eine anständige Existenz geschaffen wurde und ° die ein Gewdiu für Hausbesitzer sind. Mit Recht hoben unsere Versammlungsredner hervor, daß diese authentische Mitteilung der beste Beweis daflr ist, daß der Verein eine große Mission zu erfüllen hat, die ihm natürlich nur dann vollauf gelingen kann, wenn ihm die moralische Unterstützung der jüdischen Hausbesitzer zuteil wird: Beifällig ausgenommen wurde die Mitteilung, daß das Präsidium der israelitische» KultuSgemeinde die Bestrebungen des Vereines bei jeder fich darbietenden Gelegviheit fördere und daß auch die jüdischen Vereine und Organisationen sich bereit erklärt haben, dem jüdischen Portier- und Hausbesorgerverein die gewünschte moralische Unterstützung angedeihen zu lassen. So sei denn zu hoffen, daß auch die jüdischen Hausbesitzer ihre Vorurteile oblegen und im Bedarfsfälle stch an den Verein behufs Beistellung jüdischen Personales wenden werde«. Tüchtiges Personal steht immer zur Verfügung. Zum Schluffe wurde der Vereiusleitung, sowie Herrn Schriftsteller Jakob Kraus für ihre selbstlose Mühewaltung der Dank der Versammlung ausgesprochen. Zuschristen und Anmeldungen sind an den Vereinsobmann Karl Zerkowitz, Portier, Wien, I., Seitenstettengasse 4, zu richten. Wien. (Spenden.) Für den alten herzkranken Mann sind eingegaugenr Bon Frau Regine Thenen K 10, Siegmund Hermann (Sammlung), 10, Si gmund Hermann (Sammlung! 10, Josef Mautner: 2, L. Stern 2, unter Chiffre „ein Jude^ 2, Rosenfelds Erben 3, unter „Gelübde" 10, B. F. 6, Alois Sachs im Damboritz 2, Erich Rehberger in Belovar 5. A. Deutsch in Zimony 2. Austritte aus dem Judentum Vom 2. bis inkl. 8. April 1911. Bfligh Clarisse, Kleidermacherin. geb. 29. August 1879, Veszprem, IX., Porzellangasse 24. Brun Robert, Fabriksbeamter, geb. 12: November. 1881, Wien, IX^ Liechtensteinstrasse 81. Czech Jeanette, Private, geb. 11. Juli 1889. Hohenau. Gomperz von Deata, Paul Natfaaniel, Student, geb. 9. März 1887, Budapest, IX., Frankgasse 2. Glück Therese geb. Sohweinburg, Privat, geb. 5. September: 1888, IX , Peregringasse 1. Knitdl, Hermine, Kontoristin, geb. 5. Oktober 1878, Wien, IX., Nusedorferslrasße 4. Lustig Emilie, Vertreterin, geb. 24. Dezember 1867, Wien, IX., Boten Löwengasse 19. Pollatsek-Allinger Leopold, Instrumentenmacher, geb. 2. November 1884, Wien, III., Cieusaugasse 49 Schüller Lili, Arztensgattin, geb. 14. Juni 1883, Wien, IX., Schwarzspanierstrasse 18. Wittner Dr. Otto, Schriftsteller, geb. 18. Jänner 1878, Leipzig, XVIII., Schindlergasse 46. Zlusewski Hugo, Prokurist, geb. 14 Oktober 1858, Posen, Preussen, IX., Prechtlgasse 17. Zwillinger Otto, geb. 13. September 1877, Kontorist, IX., Liephtensteinstrasse 56. Bade». Der Kultusausschuß der isr. KultuSgemeinde Baden bat in seiner Sitzung am 30. März 1911 den Beschluß gefaßt, ihrem Ehrenmitgliede und Gönner Herrn David Ritter b. Gutmann anläßlich der Vermählung seines Enkelkindes Herrn Willy v. Gutmanu mit Fräulein Hedi Edle Friedman« von Prawy, eine Glückwunschadreffe zu überreichen. Zu diesem Zwecke wurde am 5. April die Abordnung der isr. KultuSgemeinde Baden u. zw. Ew. Hern Rabbiner Wilhelm Reich, die Kultusvorsteber Herren Moritz Lettner und Anton Schneider vom Herrn David v. Gutmann empfangen. Bei Ueberreichuno der prachtvoll ausgestatteten Adresse, hielt Se. Ew. Herr Rabbiner Reich an Herrn v Gutmann eine sehr erhebende Ansprache, worin er betonte, daß die isr. KultuSgemeinde Baden jede Gelegenheit zum Anlaß zu nehmen sich verpflichtet fühlt, um ihren Gönner, welcher auch die Z erde des Judentums ist, sich dankbar zu zeigen. Auch die Herren Leitnev und Schneider gaben dem Wunsche Ausdruck, daß Herr v. Gutmaun auch ferner der Kultusgemeinde Baden gewogen bleiben möge. Herr v. Gutmaun von dieser Ehrung ans das Tiefste gerührt, dankte hiefür in der herzlichsten Weise, mit der Versicherung, daß ihm Baden, in deren Mitte er so viele Jahre schon verbringt, sehr am Herzen liegt und sein Augenmerk stets auf dasselbe gerichtet hatte. Herr v. Gutmann war auch sehr erfreut, zu erfahren, daß zu der einen Tag später statifindenden Vermählung des Herrn Willy von Gutmaun für die israelitische KultuSgemeinde Baden die Herren Ehrw. Wühelm Reich, Moritz Lettner, Anton Schneider, für den israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsverein Baden Frau Julie Lettner und Frau Marie Schreiber ersckenen werden.. Am Tage nach der Vermählung sandte Herr David Ritter v. Gutmann an die Kultusgemeinde Baden eine Spende van K 600.— zur sofortigen Verteilung an Badener jüdische Arme, Pöfiyeu. Sonntag den 9. d. M. hielt der berühmte Bakteriologe, Leiter des Pasteur-Institutes, Professor Doktor Alexander Marmorek, in Paris im „Grandhotel Royal" einen Bortrag über „Die Entstehung und den Weck'^e§ Zionismus". Das zahlreiche, distinguierte, aus Kurgästen und. der Intelligenz der Pöflyener Bevölkerung bestehende Publikum nahm die geistvollen und überzeugenden Ausführungen des berühmten Gelehrten mit Beifalls- und Zustimmungs-Kundgebungen auf. Sopro«. Der Verein „Tiferes Bachurim', Israelitischer Jugendverein, der seit zwei Jahren besteht, hat am 2. d. DL seine Generalversammlung abgehalten. Herr Leopold Schlesinger erstattet in kurzen Worten den Bericht über das ersprießliche Wirken des Vereines im vergangenen. Jahre,, der den Beweis erbracht hat, wie unentbehrlich für die Ausbildung der Oedenburger Jugend im jüdischen Sinne unser Verein geworden, der allem Anscheine nach nur gute Früchte tragen wird. Bei den Neuwahlen wurden gewählt: Präses: Leopold Schlesinger; Vizepräses: Heinrich Müller; Kontrolor. und Bibliothek Verwalter: Jakob Löwiuger; II. Bibliothekar: Max Rosenberger; Kassier: Sigmund Rosenberger; Sekretär: Adolf Breuer sen.; Aufsichtsrat: Gustav Schlesinger; Beiräte: Adolf Breuer jun. und Josef Hirschl. Bagujhelh. .Am 6. d. M. wurde hier Frau Charlotte Weisse, Oberrabbinerswitwe, an der Seite ihres ihr vor Jahren im Tode vorangegangenen Gatten, des unvergeßlichen Oberrabbiners Josef Weisse s. A>, zur ewigen Ruhe gebracht. Seit dem Tode ihres großen Gatten lebte sie in Wien, von ihrer jüngsten Tochter, Frau Profeffor Auguste Antscherl, mit aufrichtiger Kindesliebe betreut, bis sie in deren Armen in der Nacht vom 3. zum 4. d. M. ihre fromme Seele aushauchte. Sie stand im 91. Lebensjahre und war von Allen, die sie gekannt, besonders geliebt und verehrt. Das zeigte sich auch, als ihre sterblichen Ueberreste von Wien hieher gebracht wurden. Alles beteiligte sich an der letzten Ehre, die der frommen und sehr wohltätigen, an den Liebeswerken ihres verewigten, edlen Gatten regen Anteil nehmenden Rabbinerin galt. Kinder, Enkel und Urenkel umstanden das Grab, Groß und Klein unserer alten Gemeinde erwiesen dieser wahren „Eches chajil" die letzte Ehre. Als man in Wien vom Sterbehause den Sarg zur Bahn brachte, gaben diesem . außer der Familie auch der Vertreter der Wiener Kultusgemeinde Herr Dr. Markus Spitzer und Freunde der Familie das Ehrengeleite. Erfreute sich doch die Verewigte allgemeiner Beliebtheit und hoher Wertschätzung. Am Friedhofe sprachen der Sohn, Herr Dr. Samson Weisse-Berlin, Oberrabbiner Herr