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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-04-14 · 15 (14.4.1911) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
15 (14.4.1911)
Date
1911-04-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Rr. 15 Seite, 244 . Dr. Blocks Wochenschrift NationaltheaLcrs und der königlichen Oprr. Nach einer eindrucksvollen Rede des Rabbiners Dr. Simon Hevefi nahm königlicher Rat Moritz Gellerti im Namen des „Othon"-Klubs und des Budapester Iournalistenvereines ergreifenden Abschied von dem Verstorbenen: Am Grabe sprach dann noch der bekannte Dichter Franz Molnar, in Vertretung des Vereines der Bühnenautoren. Zu Häm len deines ewigen Bettes rufe ich btr", sagte Molnar, „Abschiedsworte zu. Dein Wirken wird uns für immer unvergeßlich bleiben und ich mutz da an den japanischen Maler Hottrsai denken, der auf seine Bilder zu schreiben pflegte: Gemalt von einem alten Narren der Malerei. Auch du warst ein Narr des Theaters, der bemalten Leinwand, des gemalten Lebens und des gemalten Wortes. Du warst auch stets ein Bräutigam der jungfräulichen Kunst. Die trauernde Menge ist immer selbstisch und will erben. Auch wir erben von dir Lehren und eine schwärmerische Liebe zu unserem Handwerk. Wir sahen, datz du, gewissenhaft an deinem Handwerk hängend, starbst, aber selbst im Augenblick des Todes nicht an dein Vaterland vergossest und selbst im Tode dort zu sein wünschtest. An dieser traurigen Stätte, auf diesem unermeßlichen Acker, in den wir den wertvollsten Samen versenkten, stellen wir fest, datz du dein Handwerk und dein Vaterland geliebt hast. Wir werden dein Leben, dein Vaterland immerfort in Ehren halten". Zum Schlüsse sprach noch Emerich Szirmay für den Landes-Schauspielerverein. AckerbmltreibM-e Juden in Algier. . Aus Paris wird berichtet: Eine Gruppe jüdischer Gutsbesitzer in der Gegend von Medea hat sich zu einem Komitee vereinigt, das sich zur Aufgabe gestellt hat, die jüdische Jugend von Algier zum Ackerbau heranzuziehen. Dank der Mithilfe mehrerer Philanthropen gelang es, ein Gebiet von mehreren hundert Hektar in einer sehr fruchtbaren Gegend zu erwerben und als Musterfarm einzurichten. Es wurde bereits mit dem Bau von Wirtschafts- und Schulgebäuden begonnen und auch der Konkurs für Lehrer der gleichfalls zu errichtenden landwirtschaftlichen Schule ausgeschrieben. Der russische Synod und dick Jca. (Eine Erklärung der Jca.) Wie wir bereits berichteten, hat der Präsident der englischen Zionistenfederation die Leitung der Jca in einem offenen Brief aufgefordert. sich über die Behauptung, datz die Jca dem größten Judenfeind in Rußland, Pobjedonoszew, eine Million zur Verfügung gestellt, zu äußern. Die Leitung der Jca erklärt nun im „Jewish Chronicle", daß die Jca mit dieser Spende überhaupt nichts zu tun haben konnte, da sie vom Baron Hirsch selbst, noch im Jahre 1889, gegeben wurde, während die Jca erst im Jahre 1891 entstand. Das Mißverständnis entstand dadurch, daß in dem Bericht des Synods an die erste Duma irrtümlicherweise angegeben wurde, daß Baron Hirsch die Schenkung -im Jahre 1899 gemacht habe. Da der Baron um hiese Zeit bereits tot war,, wurde in uneingeweihten Kreisen angenommen, daß die Spende durch die Jca geleistet worden sei. Sehr interessant sind auch die Mitteilungen, die Arnold White, der bekanntlich seinerzeit im Aufträge des Barons Hirsch die Unterhandlungen mit der russischen Regierung geführt hatte, in dieser Angelegenheit macht. Als Baron Hirsch, so erzählt Mr. White, den Plan gefaßt hatte, eine große Anzahl russischer Juden in Argentinien zu kolonisieren und sich dieseth alben an die russische Regierung wandte, mußte er bald einfehen, daß eine Unterstützung seitens der russischen Regierung zum großen Teile von der Einwilligung des Oberprokurors des Heiligen Synods, Pobjedonoszew abhängig sei. Um die russische Regierung zu überzeugen, daß es sich ihm ohne jeden Hintergedanken bloß darum handelt, den Juden zu helfen, ließ Baron Hirsch Pobjedonoszew durch Arnold White eine halbe Million Rubel zur Errichtung jüdischer Spitäler überreichen. Ein Jahr später erfuhr jedoch der Baron, daß das Geld für Zwecke des Synods verwendet wurde. Hierauf schrieb Baron Hirsch, zusammen mit einem jüdischen Journalisten, an Pöbjedonoszow einen Brief, in welchem er 'die Unterstützung des Oberprokurors bei Besetzung^ russischer Juden in Argentinien erbat. Dieser Brief, der das Datum 7. Mai 1891 trug, wurde Pobjedonoszew durch Arnold White persönlich übergeben, der den Oberprokuror frug, mit'welchem Rechte er das Geld, das ihm für jüdische Kranke übergeben würde, für andere Zwecke verwendet habe. Nach einigen Ausflüchten versprach Pobjedonoszew schließlich,- zu tun, was der Baron von ihm wünsche. Er gab Arnold White Empfehlungsschreiben an .sämtliche Gouverneure, in denen er sie aufforderte, der Jca in ihrer Tätigkeit nicht hinderlich zu sein. Pobjedonoszew hat das Geld niemals dem eigentlichen vom Spender bestimmten Zwecke zugeführt. I Nur ein Pogrom-Andenkckn. In einem Kiewer Leihhause erschien dieser Tage ein Bauer und wollte eine vergoldete Schüssel versetzen. Die Sache kam dem Verleiher verdächtig vor und er verstäntige die Polizei. Nach längerem Leugnen gestand der Bauer, daß die Schüssel aus dem Juwelierladen des jüdischen Juweliers Marschak stamme, der anläßlich der allgemeinen Pogroms im Jahre 1905 von den Huligans geplündert wurde. Der Bauer erklärte nun, er habe sich damals die Schüssel „bloß als Andenken an die große Zeit mitgenommen". Der Bauer wurde freigelassen. Echt russisch. Am 24. März verständigte der Petersburger Stadthauptmann das Organisationskomitee des Kongresses der Mühlenbesitzer, daß den jüdischen Teilnehmern des Kongresses während der Dauer des Kongresses das Wohnrecht in Petersburg bewilligt wurde. Diese.Bewilligung kam jedoch ein wenig zu spät, da der Kongreß schon — einige Tage vorher geschlossen wurde. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Settenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens des sel. Ignatz Eisinger: Vom Verein der Kostler K 10. Anläßlich des Ablebens der sel. Hermine Roth : Von Bertha Löwy X 10, Weißberger.5, H. Gottesmann 5, Hugo Beck 5, Hugo Wolf 5, Albert Roth. Budweis, 5, Leo Osers, Prag, 5. Zusammen X 40. Anläßlich des Ablebens des sel. David Werth eimer Von Wihelm Fried! K 10. Emanuel Kind 6. Zusammen X 16. Anläßlich des Ablebens des sel.: Margit K a l l m a n n: Von Alois Schweinburg X 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Sigmund P o l l a k: Von Jacques Kantor X 10, Karl Deutsch 10, Albert Tauber 6, Eduard Pollak 20. Eannh Lampel 10. Zusammen X 56. Anläßlich des Ablebens der sel. Rosa K at schek: Von Rosa Zwerg X 30. Anläßlich des Ablebens des sel. August Heller: Max Jaiteles X 30. Josef und Eduard Kraus 20, Karl Heller 10. Arnold und Sofie Weishut 15, Heinrich Weishut 10, Rudolf Bäum! 10, Rudolf Pichler 20, Alfred und Ernestine Ernst 20, Sofie und Isidor Ernst 20. Zusammen X 165, Anläßlich des Ablebens des sel. Alexander Korany: Von Sekretär Josef Fuchs X 10, Jenny Weiß 5, Frau Adolf Fuchs, Josef Fuchs, Ignaz Fuchs 50- Heinrich Freund 10, Gusti Kohn 20, Rudolf Goldstein 5, Bernhard Korany 5, Salo Stern 5, Doktor Siegfried Jonas u. Frau 10, Dr. Phlipp Fuchs, Prag, 20, Mikra Korany 5. Zusammen X 145.

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