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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-04-07 · 14 (7.4.1911) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
14 (7.4.1911)
Date
1911-04-07
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 330 Dr. Bkochs WochenWM. Nr. 14 Oberkautor Don Fuchs. Die Feier des zehnjährigen Jubiläums des Oberkantors Don Fuchs findet Donnerstag den 20. April statt und erweckt in oll:n Kreisen das lebhafteste Jntereffe. Das Komitee besteht aus den Herren: Kaiserlicher Rat Dr. Lichtenstadt; Dr. Josef Wiuternitz, Hof- und Gerichtsadvokat; Professor Ludwig Mahler; Simon Sieingraber, Prokurist der Firma Gebrüder von Gutmann: Isidor Schwarz. Disponent der Firma Clayton u. Schutleworth; Dr. Adolf Kapralek; Oskar Tonello; Theodor Schur, Großfabrikant; S. Horsetzky, Inhaber eines Informations-Bureaus. Wien. (Vortra g.) Samstag den 8. d. M, 11 Uhr vormittags, hält Herr Lektor Dr. S. Rubin im Bet- Hamidrasch-Lokale, II., Ferdinandsstraße 23, einen Vortrag. Thema: „Die Pessach-Haggadah kritisch und historisch beleuchtet." Wien. (Goldene Hochzeitsfeier.) Samstag, den 25. März, fand im Tempel des IX., Bezirkes die Feier der goldenen Hochzeit des Ehepaares Herr und Frau Alois Diamant statt. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz von Andächtigen gefüllt. Sohne, Tochter und Enkel des Jubelpaares waren erschienen. Herr Diamant, welcher als Kohen seit vielen Jahren in diesem Tempel an Fest- und Feiertagen die Priesterfunktionen vor der Bundeslade ausübt, wurde als Erster zur Thoravorlesung berufen und sprach das Sckehechjanu mit lauter und feierlicher Stimme. Herr Oberkantor Kläger rezitierte einen selbstverfaßten Mischeberach. Der Tempelchor sang den 149. Psalm. Hierauf trat Herr Rabbiner und Prediger Dr. Gelbhaus vor und hielt eine Festrede, welche die ganze Gemeinde stehend anhörte, und erteilte dem Jubelpaar den Segen. Die Predigt machte auf alle Zuhörer einen erhebenden feierlichen Eindruck. Das Jubelpaar wurde von allen Seiten herzlichst beglückwünscht. Nach Schluß des Gottesdienstes richtete Herr Obmannstellvertreter Dr. Schuepp eine feierliche Ansprache an die Jubilare, in der er ihre Verdienste pries und ihnen namens des Bethausvereinsvorstandes die herzlichsten Glückwünsche darbrachte. Das Jubelpaar sowie alle Anwesenden waren von dieser Rede sichtlich gerührt. KVieu (Sinm.) Im Beihause Beth-Hamidr asch „Ohel Abraham", IX., Grüne Thorgasse 28, 1. Stock, findet Mittwoch den 12. d. M. Präzise 7 Uhr früh ein S i u m statt. Gäste willkommen. Wien. (Sium.) Wie alljährlich findet auch Heuer durch Se. Ehrwürden Herrn Gemeinderabbiner Reich am Erew-Pessach den 12. d. M. beim Morgengottesdienste um 7 Uhr, im Tempelgebäude des Kaiser Jubiläums - Tempels, V., Siebenbrunnengasse 1, ein Sium statt. Wie«. (Dienstjubiläum.) Am vergangenen Mittwoch feierte der städt. Oberlehrer Herr Max Grünspan« sein 25-jähriges Jubiläum als Lehrer. Der riesige, mit Teppichen und Blumen geschmückte Turnsaal der städt. Knabenschule, II., L e o p o l d s g a s s e 3, war von einem distinguierten Publikum bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Herr Lehrer Aufwerber, der sich im Vereine mit Herrn Lehrer Karpfen um die Einleitung und den glänzenden Verlauf des Festes besonders verdient gemacht, begrüßte die erschienenen Schulfunktionäre sowie die Eltern der Schüler und sonstigen Festgäste. Die Knabenchöre, mit feinem Verständnis von Herrn Lehrer Böhm geleitet, setzten ein und ernteten stürmischen Beifall. Sodann hielt Herr Lehrer Adolf Roseufeld die Festrede, in der er die Leistungen und Verdienste des Jubilars mit warmen und anerkennenden Worten beleuchtete. Die nach Form und Inhalt gleich glänzende Rede fand reichen Beifall. Hierauf ergriff der Obmann des Ortsschulrates, Herr Gemeinderat Carl Mor Mayer, das Wort und begrüßte im Namen des Ortsschulrates den Jubilar auf das Herzlichste. Herr Religionsinspektor Professor Kunitz feierte den Jubilar in herzlichen Worten. Die sachliche und doch voll warmen Gefühls gehaltene Rede fand lebhafte Zustimmung. Im Namen der Eltern begrüßte Herr Dr. Nadel in formvollendeter, geistreicher Rede den Jubilar. Dann folgten Ansprachen der Schüler und der Dank des Gefeierten. Mit dem Absingen der Volkshymne schloß die schöne Feier. L. Wien. Der Verein „Tomech Ewjonim" zur unentgeltlichen Ausspeisung und Unterstützung armer Israeliten in Wien veranstaltete am 26. März eine Wohltätigkeitsakademie im Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, welche einen glänzenden Verlauf nahm und war. der Erfolg des Abends der besonderen Tätigkett des Jugendkomitees zuzuschreiben. Beth Haam (Jüdisches Volksheim). XVII., Hormayergaffe 7 a. Mittwoch den 25. d. M. gab es ein großes Abschiednehmen. Zwei Schüleriunen der Frau Funk-Freund, Fräulein Auny Glücksmann und Ella L ö w i t, erfreuten das überaus zahlreich erschienene Publikum mit schönen Gesangsvorträgeu. Fräulein Glücksmann sang die Arie aus „Samson und Delila" mit ihrem gut durchgebildeten, schönen Mezzosopran, dramatisch und musikalisch gleich vorzüglich, während Fräulein Löwit mit der Aennchen-Arie aus „Freischütz" und einer Arie aus „Fledermaus" ihre Anwartschaft auf eine gute Soubretten-Karriere bewies. Mit einer Abschiedsrede des Herrn Jork-Steiner schloß der letzte Abend in dieser Saison, die für den Verein „Beth Ha'am" von großer Bedeutung war. . Die Einrichtung der Vortragsabende hat sich eingelebt und der zahlreiche Besuch, für den die Halle viel zu oft zu klein war, hat bewiesen, daß diese Institution einem wirklichen Bedürfnis entsprochen hat. Während des Sommers wird fleißig geturnt werden. HerrenTurnen: Montag und Donnerstag um 7 Uhr 45 Minuten abends. Damen-Turnen: Dienstag um 7 Uhr 45 Minuten abends. Anmeldungen am Turnplatz, Hormayerg a s s e 7 a. Das Schauturnen am 1. April war vorzüglich besucht und die Leistungen entsprachen dem Besuche. Abordnungen der drei jüdischen Turnvereine, die Honoratioren der beteiligten Bezirke, sowie das zahlreiche Publikum überboten sich in Beifallsbezeigungen für die junge Turnerschar, die erst seit vier Monaten zusammen arbeitet. Sowohl das Stabturnen, wie auch die Hebungen am Barren und Hochreck gaben Zeugnis von eifrigen Arbeiten, die von Herrn Dr. Gottlieb Stern und Herrn Pasternak geleitet wurden. Ein fröhliches Tanzkränzchen schloß den schönen Festabend. Wien. (Bethausverein „Ad aß Jeschurun", IX., Pfluggasse 5.) Donnerstag den 13. April 1911, vormittags 1I210 Uhr, findet im Vereinsbethause ein Vortrag des Herrn Rabbinatskandidaten Bola Fischer statt. Wien. (Kinder-Tanzprüfung des Tanzin st itutes I. Heimann.) Sonntag den 2. April fand die diesjährige Tan-Prüfung der Jugend- und Kinderkurse des Tanzinstitutes Heimann im großen Festsaale des „Hotel Continental" statt, wozu sich ein vornehmes Publikum einfand. In der ersten Abteilung wurden die gymnastischen Körperübungen, Entstehung der Tanzschritte, Armbewegungen und alle üblichen Ronde- und Konversationstänze ausgeführt und fanden lebhaften Beifall durch ihre Ausführung. In der zweiten Abteilung wurden viele Phantasie- und Nationaltänze mit Chik und Grazie ausgeführt. Nach Schluß dieser Abteilung scharten sich die Zöglinge um ihren Meister Herrn Rudolf Heimann. dankten ihm für die Mühe und überreichten ihm Lorbeerkränze, Blumen und sinnige Ehrengeschenke. Die Eltern der Zöglinge lebten besonders die ausgezeichnete Methodik und die liebevolle Behandlung der jugendlichen Schüler seitens des Herrn Rudolf Heimann, denen der große Erfolg des Unterrichtes zuzuschreiben ist. In bewegten Worten dankte Herr Rudolf H e i m a n n für das Vertrauen und Wohlwollen, welches ihm allseits entgegengebracht wurde und es wurde herzlich Abschied genommen. Als dritte Abteilung folgte eine 8oires äansaule, bei welcher bis spät in die Nacht hinein flott getanzt wurde. Erster Wiener Jüdischer Turnverein. IX., Liechtensteinstraße 20. Samstag, den 25. März, fand in den Sofiensälen unter Leitung des Herrn Emil Popper das diesjährige Schauturnen statt. Der Abend verlief gegen jede Erwartung glänzend. Der Eröffnung der der Herrenabteilung mit Hantelübungen folgten: die Freiübungen der Damen, allgemeines Riegenturnen an Geräten, Zöglingsriege am Tisch, Musterriege am Barren mit elastischem Sprungbrett. Das allgemeine Turnen bestätigte auch diesmal die kontinuierliche Progression des Vereines in turnerischer Beziehung. Den Clou des Abends bildeten die graziös ausgeführten Freiübungen der Damen, sowie die Zöglingsriege am Tisch (Vorturner Wilhelm Ullmanu), welch letztere durch die gleichmäßige, exakte Arbeit und stramme Haltung Aufmerksamkeit erregte. Nach einer kleinen Pause eröffnten ca. 50 Turnerpaare das Tanzkränzchen, das in überaus herzlicher Stimmung bis zur späten Morgenstunde dauerte. Der starke Besuch bewies es deutlich, daß auch in Wien die jüdische Turnerschaft festen Boden faßte und Anhänger fand, aber auch die jüdischen Turner bekundeten, daß bei gutem Willen sie vieles Mustergiltiges zu leisten vermögen. Wien. (Leichenbegängnis.) Heute vormittags fand auf dem Zentralftiedhofe das Leichenbegängnis der Frau Adi Flandrak, geb. Ehrenstein statt. Groß war die Zahl derer, die herbeigeeilt waren, um die Dahingeschiedene, welche ihres lauteren Charakters und ihrer Gottesfürchtigkeit wegen bei Jung und Alt geschätzt war, auf ihrem letzten Wege zu begleiten.

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