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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-31 · 13 (31.3.1911) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
13 (31.3.1911)
Date
1911-03-31
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 13 Dr. Bkochs WochenWift Seite 213 teljahrschrift für Bibelkunde, patristische und talmudische Studien", für die es ihm gelungen war, eine Reihe der hervorragendsten Mitarbeiter aus den verschiedensten Lagern zu finden, die wenigen Hefte der „Nonnmenta judaica“,bte Bände des „Orbis Antiquitatum“ genannten Werkes legen Zeugnis ab, von den großen und edlen Absichten, mit denen er sich getragen hat, und werden, seinen Namen in der Wissenschaft erhalten. Was das Leben ihm schuldig geblieben ist, möge der Nachruhm, den er sich gesichert, wellmachen, und im Grabe möge er die Ruhe finden, die die Stürme des Lebens ihm Leider versagt haben. M. H. Wie». (Leich en beg än g ni s H ei n ri ch Go ld sch mi ds.) Freitag fand unter großer Beteiligung das Begräbnis des langjährigen Mitgliedes des Tempelvereines im IX. Bezirke, Herrn Heinrich Goldschmid statt. Auf dem Friedhofe hatten sich der Gesamtvorstand des Tempelvereines im IX. Bezirk, Delegierte sämtlicher Bethausvereine Wiens , Vertreter der Chewra-Kadischa und des Vereines „Bikur Cholim", dem der Verblichene gleichfalls viele Jahre angehört hatte, eingefunden. Nachdem die kantorale Funktion in ergreifender Weise von Herrn Oberkantor Kläger unter Affistenz des Kantors Pekarnik durchgeführt worden war. pries Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus in formvollendeter Rede die seltenen Eigenschäften des Verstorbenen, seine Verdienste um das Judentum und speziell um den Verein „Chewra Beth tzatfilah". Namens des Vorstandes des Tempelvereines im IX. Bezirk sprach der Obmannstellvertreter Herr Bezirksrat Dr. M. Schuepp und nahm in bewegten, zu Herzen gehenden Worten Abschied von der irdischen Hülle des Verblichenen. Nachdem noch Herr Witrofsky für den Verein „Bikur Chölim" der Trauer des Vereines Ausdruck gegeben hatte, wurde Herr Heinrich Goldschmid in der eigenen Gruft bestattet. Wie«. Der humanitäre Verein zur Unterstützung jüdischer Kurbedürftiger, (Wien, II/l, Große Stadtgutgaffe 7) veranstaltete am 18. März 1911 im Festsaale des „Hotel Central" seine diesjährige Wohltätigkeitsakade'mie, die einen glänzenden Verlauf nahm. Ein zahlreiches, distinguiertes Publikum füllte den Festsaal. Allgemeinen Beifall fand der von Hermann Stein verfaßte Prolog, den die zwölfjährige Ella Bergner meisterhaft vortrug. Stürmisch applaudiert wurden Herr Karl Ziegler, sowie Fräulein Petko von der Volksoper und Fräulein Spieler vom Trianontheater in Berlin. Sehr gut gefiel Herr Fleischmann von „Max und Moriz". Auch die übrigen Programmnummern wurden beifällig ausgenommen. Die artistische Leitung hatte Herr Josef Mohr, der weder Zeit noch Mühe scheute, um dem Publikum einen genußreichen Abend zu bieten. Volle Anerkennung gebührt Herrn Bankbeamten Richard Bruck, der als Komiteeobmann viel zum Gelingen des Festes beitrug. Die Damen des Komitees haben sich in anerkennenswerter Weise Mühe gegeben, durch regen Kartenverkauf den Vereinsfond zu starken. Ein großes Verdienst um das Zustandekommen des Abends gebührt dem V.reinsobmann Herrn Dr. Isidor L. Braun, sowie den Herren Professor Salzmanu, Dr. Max Jaeobsohn, Waisenrat S. Kulka, Max Wagner, Heber, Sperling. Leo und Hugo Heller. 8. Purimfeier des Kinderhortes. XV., Herklotzgasse 21. Am 18. März nachmittags beging diese Anstalt ihr Purimfest. Die Unterrichtsräume waren recht anheimelnd festlich geschmückt, um ihre Gäste würdig zu empfangen. Das Schutzdamenkomitee des Hortvereines war nahezu vollständig vertreten und auch zahlreiche auswärtige Gäste beehrten diesmal wieder die festliche Veranstaltung. Wir sahen zu unserer größten Genugtuung recht viele neue Gönner der Anstalt, welche der bisherige Erfolg dieser musterhaft geleiteten Pflegestätte für arme Kinder angeworben hatte, und wir hoffen mit Recht, daß diese, wieder vollauf befriedigt, den wohlverdienten, ausgezeichneten Ruf des Hortes weiter verbreiten werden. Die Leiterin des Kinderhortes, Fräulein Lina Sachs, begrüßte die Anwesenden mit einer herzlichen Ansprache. Herr Lehrer David Huschak erläuterte die Bedeutung des Festes und ermahnte besonders die heuer in größerer Anzahl austretenden Zöglinge, sich an Esther ein Muster kindlicher Dankbarkeit zu nehmen und sich im Leben durch Tüchtigkeit, Fleiß und unerschütterliche Charakterfestigkeit der Horterziehung würdig zu erweisen. Nach ernsten Purimgedichten folgten heitere Einzelvorträge, dann besondere wirksame, humoristische Einlagen, lustige Kinderszenen, die Herr Lehrer Huschak seinen Zöglingen gewidmet hatte. In diesen Darbietungen zeichneten sich die meisten Vortragenden Kinder, Knaben und Mädchen, durch äußerst verständnisvolle Deklamation aus. Die schwierigen Pointen der launigen Kindergedichte wurden von den Kleinen trefflich zur Geltung gebracht. Besonders gelungene Deklamationen („Entwicklungs-Grenzen", „Frauenbetätigung", „Alles kann die Frau, alles trifft die Frau, nur das Eine nicht — vom Wagen einer Straßenbahn korrekt nach vorne abzuspringen!", „Schulexamen", plattdeutsch — „Kindermünd", „Papa war Advokat", „Exzellent, Knödel und Powidel — mein liebstes Element —", Sprichwörter, „Jeder sein Prinzip", „Ende gut — alles gut") entfesselten wiederholten, rauschenden Beifall der Festversammlung. Ein außerordentlich gelungenes Lustspiel „Der gefoppte W i r t", in welchem die mitwirkenden Kinder unverkennbares Talent und tüchtige Vorbereitung aufwiesen, hatte geradezu epochalen Erfolg durch seinen bestechenden Schluß echter Kinderkomik: „Sagt, was Ihr wollt, ist Einerlei, der Haken ist ja doch dabei!" Den Schluß der Aufführung bildete ein schönes Singspiel „Ein Spinnabend bei Frau Holle" unter Leitung und Klavierbegleitung der Leiterin des Hortes, Fräulein Lina Sachs. Es war tatsächlich eine seltene Freude, diese 13jährige Greisin und ihre noch jüngere Mädchenschar bei fröhlich frischem Gesang flott tanzen zu sehen. Die sieben Schwarzwälder Spinnerinnen und „Frau Holle" spielten ganz allerliebst. Sichtlich gerührt dankte der Präsident des Vereines „Eintracht", Herr Dr. Löwy, im Namen seines Vereines für den seltenen Genuß, welchen ihm alle gebotenen Leistungen der Kinder bereitet hatten. Er belobte den Fleiß und die Ausdauer der Kinder und würdigte mit wärmster Anerkennung die außerordentliche Geduld, liebevolle Mühe und pädagogische Gewissenhaftigkeit der Lehrkräfte. Dem Schutzdamenkomitee sprach Herr Dr. Löwy namens der „Bnei Brith"-Vereinigung seinen tiefstgefühlten Dank für das mütterliche Wohlwollen aus, welches alle Mitglieder des Komitees der leiblichen und geistigen Pflege der armen Kinder widmen. Zum Schluffe wurden die Kinder vom Schutzdamenkomitee mit einer reichlichen Jause bewirtet. Anwesend waren: Fr. Wilhelmine Steiner, Präsidentin. Fr. Paula Singer, Vizeprästdentin, Fr. Dozent Rott, Fr. Wantoch, Fr. Simon. Fr. Schmidt, Fr. Winterstein, Fr. Mühlhofer, Fr. Leeb, Herr S. Steiner, Herr A. Pick und viele andere Gäste aus allen Stadtbezirken, welche sich voll Lobes über diese Musteranstalt äußerten. Wien. Sonntag, den 2. April 1911, findet im großen Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 4, die Schlußfeier der Jugend- und Kindertanzkurse des Tanzinstitutes I. Heimann statt. Beginn: Präzise 5 Uhr. Nach Schluß der Feier Schülertanz-Reunion. Karten für Kinder HK, für Erwachsene ä 2 K sind im Institute erhältlich. Wien. (AkademischerVerein„JüdischeKultur".) Die Chargenwahlen für das laufende Sommersemester des Studienjahres 1910/11 ergaben folgendes Resultat: cand. Ing. Leon Hader. Präses; cand. ing. Julius Engler, Vizepräses; eauä. log. Josef Klinger, Schriftführer. Jüdischer Handlungsgehilfen-Berband, Wie«. Sonntag den 2. April 1911 findet im Festsaale des „Hotel Post", I., Fleischmarkt 16, das I. Gründungsfest unter freundlicher Mitwirkung folgender Kunstkräste: Fräulein Hilda Goldner, Mitglied des Klagenfurter Stadttheaters; Fräulein Mimi Marlow. Mitglied des Wiener Bürgertheaters; Fräulein Elise Weintranb. Mitglied der „Jüdischen Bühne"; Herr Benno Lie, em. Mitglied des Kabaretts „Fledermaus"; Herr Oberkantor Matyas usw., statt. Die Festrede hält Herr Reichsratsabgeordneter Prof. Dr. Artur Mahler. Nach Schluß der Vorträge: Tanzkränzchen. Borverkaufskarten find erhältlich bei sämtlichen KomiteemÜgliedern, ferner im „Cafe Mocca", 1., Schottenring 12, „Cafe zur Börse", I.. Wipplingerstratze 35, Cafe Brammer, IX., Liechtensteinstraße 1. „Cafs Jägerhof", IX., Porzellangaffe 22, sowie (täglich ab 7 Uhr abends) rm Verbandsheim, 11., Taborstraße 20. Austritte aus dem Judentum Vom 19. bis inkl. 25. März 1911. Brill Leone, geb. 21. April 1890, Wien, III,, Hohlweggasse 40. Grünwald Bertha, geb. 1. August 1885, Wien, II., Springergasse 22. Guttmann Jakob Gyula, Zimmermaler, geb. 7. Juli 1883, Wien, XVI., Thaliastiasse 31. Kantor Marie, Kontoristin, Wien, III., Matthäusgasse 6. Kleinmann Helene, Dr., geb. 9-, März 1884, Warzyce, Galizien, Wien, XVI., Hasnerstrasse 144. Kurzweil Jankel, geb. 9. Mai 1883,?, wohnhaft Bruch a. d. L. Loewy Isidor, Geschäftsdiener, geb. 11. August 1880, Gmünd V. 0., Wien, II., Miesbachgasse 14. Mayer Margarethe, geb. 7. Juni 1889, Wien, XVI., Grundsteingasse 35. Reissmann Eduard, Hilfsarbeiter, geb. 14. August 1881, Wien, XII., Bendlgasse 16. Trost Elisabeth, Erzieherin, geb. 7. Juli 1891, Wien, II., Novaragasse 36 a. Zweigenthai Therese geb. Abeies, geb. 27. Oktober 1880, Wien, I., Werderthorgasse 4. Lemberg. Am 17. d. M. ist hier Fran Adele Buber, die Gattin des verewigten Gelehrten Salomo« Bnber, nach schwerem Siechtum verschieden. Die Verblichene war eine überaus kluge, feinsinnige Frau, die moderne Anschauungen mit warmer Anhänglichkeit an die jüdische Tradition vereinigte. Sie hat die schönsten Stunden

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