Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-31 · 13 (31.3.1911) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
13 (31.3.1911)
Date
1911-03-31
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021927-3021941--20077-3045096
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 13 Dr. Blochs Wochenschrift Seite 207 19 Gemeindebezirke sich verteilen. Diese Erscheinung kann allerdings nicht wundernehmen, da ja notorisch die jüdische Armenklientel hauptsächlich' aus den Bezirken Leopoldstadt und Brigittenau sich rekrutiert. Eine andere hochwichtige Feststellung aus der Statistik ist die. daß nahezu 22%' aller jüdischen Wöchnerinnen in Wien die HilfStätigkeit des Verbandes in Anspruch zu nehmen genötigt sind, wobei jene armen jüdischen Frauen, welche das Gebärhaus oder das Wöchnerinnenheim „Lucina" aufsuchen, zum großen Teile außer Anschlag bleiben. Dieser erschreckende Prozentsatz eröffnet uns einen traurigen Einblick in das Anwachsen des jüdischen Pauperismus und bildet zugleich einen beredten Beweis für die Notwendigkeit der Existenz des Verbandes selbst. Jüdische Frauen und Mütte'r! 'Gedenket Eurer armen Glaubensschwestern zur Zeit ihrer schweren Stunde! Helfet den Armen in dem Momente, da sie hilflos in bedrängter Lage fremden Beistandes bedürfen! Geldspenden und für die Wöchnerinnenpflege geeignete Naturalien — außer Verwendung gesetzte Bett-, Leib- und Kindwäsche in hygienisch unbedenklichem gebrauchsfähigen Zustande — werden erbeten an den Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen, I., Seitenstettengasse 2. Diese Gaben wollen mit Namensnennung oder anonym gewidmet werden. Naturalien werden über Wunsch auch abgeholt. Vom ZabrmarKt des Lebens. Englischer jüdischer Frauen-Berein. (Union o f Jewish Women.) Seine Zwecke und Ziele. Von Ellen, Gräfin Desart. Wir entnehmen dieser interessanten Schrift der Gräfin Desart. geb. Bischofsheim, nachstehende Daten: Der Verein englischer jüdischer Frauen ist im Jahre 1902 gegründet worden, um Jüdinnen ein leicht erreichbares Zentrum für ihre Betätigung zu verschaffen. Es gibt überall jüdische Frauen, die es für eine ihrer größten, heiligsten Pflichten gehalten haben, den vom Schicksal weniger begünstigten Frauen zu helfen. Die Gründer des Vereines fanden hier eine große Betätigungskraft gewissermaßen brach liegen und außerdem eine Menge Talent, Aufopferung und Fähigkeit verschwendet, sowohl durch überflüssigen Kraftaufwand, durch Vernachlässigung, als auch durch vollkommene Ausschließung. Man empfand das Bedürfnis nach einer Art Auskunftsbureau, in dem sich jeder Rat und Auskunft über alles und über jeden, der seine freiwillige Hilfe angeboten hatte, holen könnte. Der Verein jüdischer Frauen ist gegründet worden, um diesem Mangel abzuhelfen. In seinem Hauptbureau werden Informationen gesammelt, registriert und aufbewahrt, um jedem> der sie (verlangt, davon Mitteilung zu machen. Das Unternehmen an sich war ein großes, aber es bediente sich anfangs kleiner Mittel: dadurch war es dem Verein ermöglicht, sich langsam und normal zu entwickeln, um endlich bte. Höhe zu erreichen, auf die er hinarbeitete. Er fing sehr bescheiden an. Seine Gründerin, Mrs. N. L. Cohen, wurde erste Vorsitzende, und begeisterte Mitwirkerinnen machten eine Anzahl Statuten-Entwürfe für seine Verfassung und Leitung. ’ J Die Hauptzwecke des Vereins jüdischer Frauen sind zwei: erstens Annäherung und Bekanntmachung derjenigen, die Stellen suchen mit denen, die Stellen zu vergeben haben, und zweitens Vermeidung jener vielfachen Verwendung, deren Folge Verlust von Mt, Arbeitskraft und Geld ist. Der Ehrgeiz des Vereins ist es. Vertreterinnen an jedem Ort zu haben, wo Jüdinnen leben und sich betätigen, so daß es in absehbarer Zeit keine Gemeinde geben wird, sei sie noch so klein, die dem Verein nicht mit praktischem Rat helfen kann. Wie viele Mädchen, ja sogar erfahrene Frauen haben eine intuitive Scheu, an einen Ort zu gehen, den sie nur vom Hörensagen kennen, wo ihnen niemand bekannt ist? Welch ein Unterschied ist es, wenn dem Bewerber um eine Stelle in einem fremden Lande gesagt werden kann: Sie werden die oder den drüben kennen lernen, der es sich zur Pflicht machen wird, Ihnen entgegen zu kommen, an den Sie sich um Rat wenden können. Wie leicht wäre es. Einsicht in die Zustände zu bekommen, wenn in jeder Gemeinde eine Vertreterin wäre. Der Vertreterin selbst würde es nicht viel Mühe machen, da voraussichtlich Nachfragen und Arbeit für den Verein nur in geringem Umfange nötig sind. Aber die Mühe und die Unbequemlichkeit, die der Verein dadurch anderen ersparen würde, sind sehr groß. Der König von England Wer diü Bibel. Anläßlich des 300 jährigen Jubiläums der englischen Bibelgesellschaft überreichte eine Deputation, unter Führung des Erzbischofs von Canterbury. König Georg von England ein Exemplar der Gesamtbibel in Prachtausgabe. Auf die Ansprache des Erzbischofs erwiderte der König: ..Es freut mich sehr, daß die englisch sprechende Welt sich der Bibel freut, die im Jahre 1611, unter der Aufsicht meiner Urahnen, ins Englische übersetzt wurde. Die Bibel kam zu ihnen, wie das große Licht in der Finsternis. sie gab dem englischen Volke die Kraft, die Wahrheit selbst zu finden. Es ist meine sichere Hoffnung, schloß der König, daß meine Untertanen niemals aufhören werden, das erhabene Erbgut, die Bibel, hochzuhalten. Sie ist der wichtigste nationale Schatz und das teuerste Geschenk, das in dieser Welt gegeben werden kann." Der letzte Stabsoffizier mit der goldenen Tapferkeitsmedaille. Dem „Heeresverordnungsblatt" zufolge wurde der Oberstleutnant Gustav Morgenstern von Sachegy des 68. Infanterieregiments über fein Ansuchen in den wohlverdienten Ruhestand (Domizil Eisgrub in Mähren) versetzt und zugleich mit dem Titel und Charakter eines Obersten ausgezeichnet. Oberst von Morgenstern war der letzte aktive Stabsoffizier des Heeres mit der goldenen Tapferkeitsmedaille, die er sich 1878 als Kadett des 23. Infanterieregiments in Bosnien erwarb. Im Heere sind jetzt nur mehr zwei aktive, derart dekorierte Gagisten: Hauptmannrechnungsführer Josef Schubert in Cattaro und Artilleriezeugsoffizial Josef Szukits in Graz. („Militär-Kameradschaftsblatt" vom 25. März.) Der Vizepräsident des Rasfenksngresfes. Der Chief Rabbi of England, Dr. Adler, wurde zum Vizepräsidenten des im Monate Juli d. I. in London stattfindenden Rassenkongresses ausersehen. Dr. Adler hat in einer Zuschrift an die Kongreßleitung die Ehrenstelle bereits..angenommen. Die älteste Synagoge in Indien. Die älteste Synagoge in Indien befindet sich in Kalkutta. Sie ist über 150 Jahre alt. Die Judengemeinde von Kalkutta beschloß nun. eine neue Synagoge in allermodernstem Stile aufzuführen. Die Kosten des grandiosen Baues wurden von den zwei reichsten jüdischen Familien in Kalkutta, Sassoon und Ezekhiel, gespendet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.