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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-31 · 13 (31.3.1911) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
13 (31.3.1911)
Date
1911-03-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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neue Serie 206 Dr. Blochs Wochenfchrist Nr. 13 Ich habe Ihre Geduld schon allzulange in Anspruch gerommcn und wage es nicht mehr, Sie mit ausführlichen Berichten über die Kaffagebahrung zu okkupieren, beschränke mich also darauf, Ihnen Mitzuteilen, daß unsere Einnahmen für Spesenzwecke im vergangenen Jahre K -840.02, die Ausgaben L 5237.29 betrugen, so daß ein Saldo von K 2602 72 in unserer Kaffa verblieb. Indem ich meiner wohlwollenden Zuhörerschaft bestens danke, bitte ich Sie,, diesen Tatigkeits- und Kassabericht genehmigend zur Kenntnis zu nehmen. (Lebhafter Beifall.) Zehnjähriges Kestandjubiliinm des Uerdnndes zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen. Der Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen hat am 21. Mürz l. I. in der im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde unter dem Vorsitze her allverehrten Präsidentin Frau Baronin Charlotte Königswarter abgehaltenen General- und Festversammlung sein zehnjähriges Bestandjubiläum begangen. Diese Versammlung, zu welcher die Vorstandsmitglieder der Wiener israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereine nahezu vollzählig sich eingesunden hatten, die auch das Interesse von Vertretern befreundeter Wohltätigkeits-Institutionen, von Ehrengästen und Privatwohltätern in hohem Grade erweckte und durch die Anwesenheit des Präsidenten Herrn Dr. Alfred Stern und des Vizepräsidenten Herrn k. k. Hofrat Dr. B. Rappaport, als offiziellen Vertreters des Kultusvorstandes, ausgezeichnet war, gestaltete sich zu einer glänzenden und erhebenden Manifestation der Zentralisierung sbestrebungen in der Wiener jüdischen Armenpflege. Die Vorsitzende Frau Baronin Königswarter eröffnete die Versammlung mit einer Vegrüßungsansprache und widmete, vor Eingang in die Tagesordnung, den dahingeschiedenen Mitgliedern des Exekutivkomitees, den Vizepräsidentinnen Frau kais. Rat Berta Krüger und Frau Rosa Z i f f e r e r, und den Delegierten des Kultusvorstandes, k. k. Baurat Theodor Ritter von Goldschmidt und Arthur Edler von Mises, in einem Nachrufe, welchen die Versammlung, zum Zeichen der Trauer stehend anhörte, tief empfundene Worte des Gedenkens. Nach Erstattung der Berichte des Erekutivkomitees, und zwar des Tätigkeitsberichtes für das Dezennium 1900—1910, und des Finanzberichtes, hielt der Vertreter des Kultusvorstandes, Herr Vizepräsident Hofrat Dr. Rappap o r t, eine längere Ansprache, in welcher er die Notwendigkeit und den Wert des Zusammenschlusses der Wohltätigkeits-Institutionen erläuterte und den Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen als einen — wie aus' seinen Erfolgen ersichtlich — mustergiltigen Typus eines glücklich gelösten Zentralisierungsproblems bezeichnete. Herr Hofrat Dr. Rappaport gab in beredten Worten der Anerkennung, dem Vertrauen und der Wertschätzung Ausdruck, deren sich der Verband .seitens des Kultusvorstandes erfreut, und schloß seine beifällig aufgenommene Ansprache mit dem Wunsche, daß der Verband nach weiteren zehn Jahren eine ebenso gedeihliche Entwicklung aufzuweisen haben möge wie bisher. Anschließend hieran richtete Herr Präsident Dr. Alfred Stern Worte der Begrüßung an die Versammlung, an das Exekutivkomitee, speziell an die Präsidentin Frau Baronin Königswarter. Der Präsident bemerkte, daß, wiewohl' er zur selben Stunde durch eine wichtige Beratung im Kultusvorstande in Anspruch genommen sei, er es sich nicht habe versagen können, in dieser Versammlung zu erscheinen. Nach den eingehenden Ausführungen des Herrn Hofrates Dr. Rappaport beschränke er sich nur auf die Konstatierung, daß die Erwartungen und Hoffnungen, die in den Verband bei seiner Gründung gesetzt worden sind, dank dem ausgezeichneten, hingebungsvollen und unermüdlichen Wirken des Erekutivkomitees, welchem die vortreffliche Präsidentin Frau Baronin Königswarter vorstehl, geradezu übertroffen wurden. Dieses und den herzlichsten Dank im eigenen Namen, im Namen de? Präsidiums, des Kultusvorstandes und der Gemeinde zu bekräftigen, sei er hier erschienen. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Hierauf ergriff der Initiator der Reformaktion für die Wöchnerinnenpflege und ärztliche Beirat des Erekutivkomitees, Herr kais. Rat Dr. S. Krüger das Wort und besprach die segensreichen Ergebnisse der Verbandstätigkeit vom sozial-hygienischen Standpunkte. Herr kais. Rat Dr. Krüger führte auch einige Reminiszenzen aus der Gründungsgeschichte des Verbandes an und zog hieraus lehrreiche Konklusionen für die von der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen in anderen Zweigen der Armenpflege zu bewältigenden Aufgaben. Nach abgeschlossener Debatte wurden der Tätigkeits- und der Finanzbericht des Exekutivkomitees einhellig genehmigt. Sohin wurde die Neuwahl des Exekutivkomitees vorgenommen, und wurden per acclamationem gewählt: Präsidentin: Frau Baronin Charlotte von Königswarter: Vize-Präsidentinnen: Frau Johanna Fröhlich, Frau Mathilde Herzl: Schriftführerin: Frau Therese Geisenheimer: Beirätinnen: Frau Selma Bachstez, Frau Marie B ä r ä n t), Frau Amalia Brüll, Frau Jda Fjgdor, Frau Emilie Weiß: ärztlicher Beirat: Herr kais. Rat Dr. S. Krüger. Die Vorfitzende, Frau Baronin Königswarter, sprach der Versammlung namens des soeben neugewählten Exekutivkomitees den Dank für das durch die Wahl bekundete Vertrauen mit der gleichzeitigen Versicherung aus, daß das Komitee bemüht sein werde, den in dasselbe gesetzten Erwartungen auch fernerhin zu entsprechen. Hierauf schloß die Vorsitzende die Versammlung mit bestem Danke für die rege und ausdauernde Beteiligung an derselben. Ueber die Leistungen des Verbandes im Dezennium 1900—1910 seien aus dem in Druck gelegten Tätigkeitsberichte folgende markante und interessante Daten Wiedergegeben : Die Gesamtzahl der vom Dezember 1900 bis einschließlich Dezember 1910 unterstützten armen Wöchnerinnen beträgt 6157, also pro Jahr durchschnittlich 611. Der Gesamtkostenaufwand in dieser Zeit für die Verabreichung von Geldunterstützungen, van Bett-, Leib- und Kindwäsche, von geburtshilflichen Utensilien, sowie für die Honorierung von Aerzten, Hebammen und Wartepersonen, einschließlich der Regiespesen beläuft sich auf 222.107 79 Kronen und zuzüglich der vom Kultusvorstande überwiesenen mit 6823 78 Kronen sich beziffernden Erträgnisse der in der Verwaltung der Kultusgemeinde befindlichen, zur Beteilung armer Wöchnerinnen bestimmten Stiftungen und Widmungen auf 228.931 57 Kr. Es entfällt demnach im Durchschnitte auf ein Jahr der Ausgabenbetrag von 22.893 16 Kronen. Die effektiven Kosten der Unterstützung einer Wöchnerin stellen sich im Durchschnitte auf 34 Kronen. An die oberwähnten 6157 Wöchnerinnen wurden von den verschiedenen Arten der Hilfeleistungen bewilligt: 1. Geldunterstützungen an ... . 6873 Petentinnen 2. Wäsche an. 3668 3. Geburtshilfliche Utensilien . . . 3404 „ 4. Bestellung von Hebammen an . 4495 „ 5. Veistellung von Aerzten an . . 1240 „ 6. Beistellung?vonWartepersonen^an 401 „ Bemerkenswert ist die aus den statistischen Zusammenstellungen sich ergebende Feststellung,. daß die sämtlichen Unterstützungsfälle mit 36«/o auf den 2. Bezirk, mit 37o/o auf den 20. Bezirk und mit 27°/o auf alle übrigen

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