Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 12 (24.3.1911)
- Date
- 1911-03-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sitte 194 ffic. »ochs «oVsttschM nt. 12 Festesfreuden, und dessen ttlhrige Gattin, die an seiner Seite eifrig die Pflichten des Gastgebers erfüllt. Willig folgen sie seinem Winke und mäuschenstille wird es, wenn er zur „Versammlung" spricht. Ein kleiner Knirps als Regisseur verkündet die einzelnen Nummern des künstlerischen Programmes, das durchwegs von Kindern bestritten wird. Da gab es am Sonntag eine vierjährige Pianistin, einen zehnjährigen Geiger, ernste und heitere Deklamationen und Duoszenen, die treffliche Aufführung eines Purimfestspieles, einen Tanzreigen u. dgl. Wie herzlich, wie stürmisch brauste nach jeder Darbietung der Beifall durch den Raum. Dann kam die Jause: Kakao mit Zuckerstutzen, trefflich mundend. Der Abend war schon hereingebrochen, als die Kleinen heimgingen, jedes mit einem Päckchen Zuckerwerk und einem Geschenk beteilt, zumeist auch mit Anweisungen für die Kleider- und Wäschebeteilung ausgerüstet. Und Me blickten so glückselig darein und freuten sich des Purimfestes und des schönen Nachmittags. Der kleine Kreis Erwachsener, der dies alles mitangesehen, teilte die Freude der Kinder und insbesondere das Gefühl tiefer Dankbarkeit för den Veranstalter. F. B. 2. Elternabend des jüdischen Schrrlvereines für de« IX. Bezirk. (IX., Seegaffe 16, Montag den 20. d. M.) Vorstandsmitglied Dr. Halberstamm eroffnete den Abend mit der Begrüßung der erschienenen Ehrengäste, speziell des Ehrenpräses. Landesschulrat und Vizepräses der.Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn, Rabbiner Dr. Abeles, Inspektor Julius Brauu, Ortsschulrat, Profeffor Autscherl, Vertreter des Schulvereines „Adaß Jisroel", u. a. Das Referat erstattete Herr Gemeinderabbiner Dr. Feuchtwaug, besten von edlem Schwünge getragene Ausführungen die Notwendigkeit der Kenntnis unseres Schrifttums nach seinen Quellen betonten, wenn aus derselben eine Wirkung und Kräftigung des jüdisch-religiösen Gefühles geschöpft werden soll. Herr Gemeinderabbiner Doktor Abeles erörterte eingehend die große Bedeutung der jüdischen Elternabende, als deren überzeugter Anhänger er sich bekannte, weshalb er dem jüdischen Schulvereine für den IX. Bezirk für diese seine segensreiche und erfolgverheißende Initiative den Dank aussprach. An diese Ausführungen schlossen sich noch in eindrucksvollen Reden mehrere Herren Religionslehrer und vielseitig wurde der Wunsch geäußert nach einem dritten Eüernabend, welchem Wunsche der Vereinsvorstand bereitwilligst entsprechen wird. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschule? in Wien. IX., Müllnergaste 35, Bei der am 15. März 1911 stattgefundenen XXXIV: ordentlichen Generalversammlung wurden nachstehende Kollegen in den Ausschuß für das Sommersemester 1911 gewählt: Präses: Cand. phil. Berthold Hirsch!; I. Vizepräses: Med. Leon Kolb; II. Vizepräses: Exp. Ernst Rosenberger; I. Schriftführer: Phil. Simon Brannstei«; II. Schriftführer : Jur. Hermann Klopper; I. Kassier: Arch. Hans Sobelsoh«; II. Kassier: Jur. Alfred Autal: Zeitungsverweser: Exp. Georg Roland Frank; Hausverweser: Jur. Chaim Willner; Bibliothekar: Jur. Heinrich Fleiß. Wie«. (Spende.) Für Herrn Heinrich Hofstädter, II., Große Pfarrgasse 16, Tür 6, der, wie wir in Nr. 10 unseres Blattes ausführlich berichteten, unschuldig zu einer Kerkerstrafe verurteitt und dann im Jrrenhause, gleichfalls unschuldig, interniert war und sich jetzt im größten Elend befindet, sind von Herrn Gustav Pach X 20.—, Arnold Blaß, II., Czerningaste 17, K 10.—, unter „D. A." X 1.— (in Briefmarken), unter „Ungenannte" X 4.— (in Stempelmarken) beim Artikelschreiber eingelaufen. Bei der Administration sind' eingelaufen: Von Jakob Grünfeld, Budapest X 10.—, von A. A., Prag X 6.—. von Jakob Pick, Nachod X 10.—. Ueber dessen Wunsch wird gebeten, weitere Spenden an Heinrich Hosstadter, II., Große Pfarrgasse 18, Tür 6, direkt gelangen zu lassen. Austritte ans dem Judentum Vom 12. bis inkl. 18. März 1911. Bleier Ladislaus, Handlnngsangestellter, geb. 29. Okt. 1888, Budapest, II., Valeriestrasse 8. Carda Franziska, früher Steinhardt, Kleidermacherin, geb. 27. November 1887, Wien, XVI., Gaullachergasse 8. Faltin Robert, Schauspieler, geb. 5. März 1887, Jungbunzlau, VI, Magdalenenstrasse 62. Felenko Oskar, Disponent, geb. 3. April 1875, Wien, IX., Porzellangasse 53. Ktepetai Sophie, geb. Ehrlich, geb. 1867, Pilsen, V., Vitt ersteig 16. Korn Adrienne, Private, geb. 1. Oktober 1890, Wien, VIII. Florianigasse 46. Uebesny Valerie, Arztensgattin, geb. 30. Mai 1883, Heiligenstadt, Wien, VI., MariahUferstrasse 162. Selci Amelie Malvine. Private, geb. 23. Dezember 1879, Versecz, VI., Ufergasse 68. Sternbach Sofie, geb. Aldor, Private, geb. Februar 8.1876, Wien, I., Nibelungengasse 15. Linz. (Todesfall.) Montag den 6. d. M. verschied in Linz der allseits geachtete und wegen seines Biedersinnes und lrebenswürdigen Wesens allgemein beliebte Fabrikant Herr Siegmund Kafka. Durch nahezu 40 Jahre war er im Kultusvorstand als Vorstandsmitglied und Vorsteherstellvertteter eifrig tätig. Mehr als 25 Jahre wirkte er als Direktor des israelitischen Frauenvereines unserer Kultusgemeinde. Die massenhafte Beteiligung am Leichenbegängnisse seitens aller Kreise unserer Stadt gab ein beredtes Zeugnis für die Beliebtheit dieses Mannes, besten Heimgang tief betrauert wird. Nachdem Herr Oberkantor Bernhard Löwensohn das Hazur Tomim in ergreifender Weise rezitiert, hielt Herr Rabbiner Friedmann eine tief durchdachte, zu Herzen gehende Abschiedsrede, in. welcher er die Tugenden des Verblichenen als Jude, als Familienvater und als Freund schilderte. Am offenen Grabe dankte Kultusvorsteher Benedikt Schwager dem Verstorbenen für sein Wirken im Interesse der Gemeinde, worauf Herr Kultusvorsteherstellverlreter Dr. Herm. Schneeweiß namens des Frauenvereines warme Worte des Abschiedes an den Leichnam richtete. B. S. Toynbeehalle in Brünn. Mit einem Vortrage des Herrn Schulrates Direktor Josef Baß aus Wien über: „Die Geschichte Egyptens mit Berücksichtigung und Hervorhebung der Beziehungen zum jüdischen Volke" wurde die heurige Vortragssaison geschlossen. Herren, welche bereit wären, in der kommenden Saison gegen Ersatz der Reisespesen in dieser Toynbeehalle Vorträge zu halten, belieben ihre gesch. Mitteilungen an den Präsidenten der Toynbeehalle in Brünn zu richten. Königsfeld, Mähren. (P u r i m f e i e r.) Königsfeld mit seiner geringen Anzahl von Juden weist seit kurzer Zeit viel mehr jüdisches Leben auf, als das benachbarte große Brünn mit seinen 10.000 jüdischen Einwohnern. Kein Wunder also, daß eine jüdische Veranstaltung in dem kleinen Orte massenhaft Gäste aus der Nachbarstadt heranzieht, denen ja leider keine Gelegenheit geboten wird, echt jüdischen Festen anzuwohnen, die daher gezwungen sind, in dem von jüdischen Gelde erbauten und erhaltenen „Deutschen Haus beim Salvatorschmaus" zum Gaudium tschechischer und deutscher Antisemiten sich von deutschen Studenten prügeln und mit den Rufen: „Juden hinaus" traktieren zu lassen. Hatten wir im Jänner Gelegenheit, über eine gelungene Chanuka» feier in Königsfeld zu berichten, so freuen wir uns, über eine nicht minder gelungene Purimfeier Bericht zu erstatten, die in der vorigen Woche über Anregung des Brünner Kultusvorstandsmitgliedes Herrn Edmund Back, in Morgensterns Restaurationslokalitäten stattfand und einen überaus animierten Verlauf nahm. Diese Feier wies einen so zahlreichen Besuch auf, daß der Saal mit allen'Nebenräumen die massenhaft heranströmenden Gäste kaum fassen konnte. Das künstlerische Arrangement des Abends lag in den bewährten Händen der Frau Feiertag, einer kunstsinnigen Dame, der durch Ueberreichung eines prächtigen Blumenkorbes der Dank des Publikums ausgedrückt wurde. Die Darbietungen entsprachen durchaus der heiteren Purimstimmung, die ihren Höhepunkt in einem gelungenen Einakter erreichte, der allgemeine Heiterkeit und rauschenden Beifall auslöste. Besonders die Figur des Dieners Martin, durch Herrn Alexander Fein prächtig dargestellt, erregte stürmische Heiterkeit. Alle Mitwirkenden und zwar die Damen: Frl. Grete Back, welche einen launigen Prolog entzückend sprach, Frl. Veit, Frl. Fischel, Frl. Maffarik und Frl. Wolf (letztere beherrschte meisterhaft die Zither) und Herr Ing. Veit wurden durch schmeichelhaften Beifall ausgezeichnet. Dem Komitee, an dessen Spitze die Herren Edmund Back und Adolf Müller ständen, wurde für seine Müheleistung und für das Zustandekommen dieses schönen Festes, welches mit einem Tanzkränzchen erst in den Morgenstunden endete, allseits der beste Dank ausgesprochen. Ege?. (Verein „Ahavath Zion".) Am Sonntag, den 12. März 1911, hielt unser Ausschußmitglied Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. David Spitzer, Franzensbad, einen öffentlichen Vortrag im Saale des Hotels „Kronprinz Rudolf", der sich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Der Vortragende hatte als Thema: „Religion und Menschentum auf geistigem, staatlichem und sozialem Gebiete" gewählt. Reicher Beifall von Seite des mit ungeminderter, reger Aufmerksamkeit zuhörenden Publikums lohnte die trefflichen Ausführungen des Vortragenden. Czernowitz. (Jüdisch-nationale akademische Verbindung „Zephirah".) Die Chargenwahlen für das XXVIII. (Sommer)-Semester ergaben folgendes Resultat: cand. phil. Zeinwel Brettschneider, Präses; cand. zur. Heinrich Kubisch, Vizepräses; cand. zur. Jtzig Quecksilber, Schriftführer. Trebitsch. (Purim-Abend.) Der Dienstag den 14. März d. I. anläßlich des Purimfestes vom israelitischen Privat Krankenvereine veranstaltete Vorttagsabend gehörte unstreitig zu den gelungensten der heurigen Feste. Nach einer innigen Begrüßung durch den Vereinsobmann Herrn Lehrer Jakob Koratek wurde das Fest mit dem Chore „Wasserfahrt" von Mendelssohn, vorgetragen vom Tempelchore „Schir Zion", eingeleitet. Dank dem fleißigen Studium und der trefflichen Leitung des Herrn Oberkantor Fuchs wurden die Schwierigkeiten dieses Chores von den Sängern mit Leichtigkeit überwunden, so daß die musikalischen Schönheiten voll zur Geltung kamen. Der