Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-24 · 12 (24.3.1911) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
12 (24.3.1911)
Date
1911-03-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3021927-3021940--20062-3045080
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr 12 Dr. Bwchs Wochenschrift. Seite 193 in mustergiltiger Weise verköstigt wurden, auch in die Provinzstädte des Reiches getragen worden. Die vom Vereine »Einheit« ausgegebenen Lose präsentieren sich auch äußerlich in ihrer Form sehr einladend. Man sieht in 3 Abbildungen die mit den modernsten Behelfen ausgestattete große Anstaltsküche, in der Mitte die große, saubere Speisehalle selbst, in welcher Juden jeden Alters vergnügt ihre Mahlzeit einnehmen, rechts ist die Abbildung des separierten Saales sichtbar, den der Verein »Einheit« den jüdischen Hochschülern als »Llsusa aeaäöwiea judaica« zur Verfügung gestellt hat. Besonders lobenswert ist die Einrichtung in der Volksspeisehalle der »Einheit«, daß die jüdischen Festtage auch in der Feststellung des Menus ohne erhebliche Erhöhung der billigen Preise zum Ausdrucke gelangen. So wird es an Sabbaten und Festtagen geübt und so hat die Vereinsleitung auch am letzten Purimtage die Gäste der Volksspeisehalle mit einer P u r i m s u d e überrascht, wie sie in manchem bürgerlichen Hause nicht würdevoller und reichlicher zu sehen war. Und für die Zwecke dieser Speisehalle, welcher später noch andere in anderen Bezirken folgen sollen, ist das Reinerträgnis der Lotterie bestimmt. Abgesehen von dem humanitären Zweck bietet aber der Spielplan der Lotterie auch bedeutende Gewinnstchancen. Der gesamte Wert der Treffer beträgt K 63.000.—; darunter 4 Haupttreffer von K 30.000.—, K 6000.—, K 2000.— und K 1000.—, die auf Wunsch des Gewinners nach den üblichen Abzügen auch in barem Gelde ausbezahlt werden. Die Lose, zu K 1.— das Stück, sind im Lotterie- Bureau des jüdischen Vereines »Einheit«, I., Wollzeile 24 (Telephon Nr. 11.386) zu haben. Wien. (B a r - M i z w a h.) Otto Reiser, Sohn des Herrn Architekten Reiser, feierte am vergangenen Sabbat seine Bar-Mizwah- Feier. Zur Feierlichkeit erschienen unter anderen die Kultusvoryände A. Schramek und S. Brod. Ansprachen hielten Herr Rabbiner Abeles (Fugbach-Tempel), die Herren S. Brod und Prof. Nascher. Wien. Der Verein zur Ausspeisung und Unterstützung armer jüdischer Zugereister, II., Obere Donaustraße 87, veranstaltet Sonntag, den 26. März 1911 eine Wohltätigkeits-Akademie im Festsaale des Oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Eschenbachgasse 9. Beginn präzise 8 Uhr. Wien. Der Humanitäre Geselligkeitsverein der Holleschauer in ^ütcn, veranstaltet zu wohltätigen Zwecken am Samstag den 25. d.. 9 Uhr abends, im großen Saale des «Hotel Central", II., Taborstraße 8, eine Akademie mit darauffolgendem Tanzkränzchen, wo vorzügliche Kunstkräfte Mitwirken. Die Musik besorgt die Kapelle des k. u. k. Infanterie-Regiments Nr. 99. Eintrittskarten sind sowohl an der Kassa als auch bei dem Obmanne des Vereines Herrn Albert L ö w, IX., Schulz-Straßnizkigaffe 13 erhältlich. Max Darewsky. Die Wiener Konzertsaison ist um eine besonders fesselnde Erscheinung reicher geworden. Der blutjunge Mann, der sich Freitag in einem eigenen Konzert unserem Publikum vorstellte, ist ein glänzender Pianist und ein begabter Dirigent, vor allen Dingen aber eine echte, enthusiastische Müsikernatur. In all den großen und anspruchsvollen Aufgaben, die er Freitag „spielend" bewältigte, offenbarte sich außer einem interessant vielseitigen Talent auch eine ehrliche, gesunde Kunstliebe, ein von allen Mätzchen und Koketterien völlig freies, natürliches Auftreten — Eigenschaften, die nicht hoch genug gewertet werden können, weil sie auf eine unverbildete, heute schon bewußte und selbstständige Persönlichkeit schließen lassen; wir freuen uns, daß wir Max Darewsky nicht in die Kategorie der Sensationen kooptieren müssen, sondern zur Gilde der Künstler rechnen dürfen. Er spielte Beethoven (C-moll) mit besonders glücklichem Empfinden für den lyrischen Gehalt des Werkes, sehr fein und edel nuanciert und phrasiert, dann aber das G-moll-Konzert von Saint-Saöns, das ungeachtet seiner etwas wahllosen Stilmengung — dem frommen Augenaufschlag zu I. S. Bach (ein echt französischer Zug!) und der unbedenklichen neapolitanischen Straßenlyrik — noch immer zu den wirksamsten Stück n der Literatur gehört. Das reizend prickelnde Scherzo spielte Darewsky mit wunderschöner Delikatesse, duftig und durchsichtig, das Finale mit selbstverständlicher Beherrschung der beträchtlichen technischen Anforderungen. Dann aber übernahm er von seinem feinfühligen Begleiter Kapellmeister Gutheil den Taktstock und dirigierte das „Tannhäuser"-Vorspiel. Auch hier gelangten das rhythmische Gefühl, der klare Blick und die reiche innere Belebtheit des Künstlers zum Ausdruck, schöne romantische Schwärmerei durchdrang die ganze Wiedergabe. Auch diese Leistung war, gleich den pianistischen, eine erstaunliche und erfreuende. Man kann Darewsky einen überaus glänzenden Verlauf der so prachtvoll begonnenen Laufbahn prognostizieren. — Das Konzertbereins-Orchester bewahrte eine ebenso vortreffliche als würdige Haltung; es sei dafür bedankt. Das Publikum aber überschüttete Darewsky mit dröhnenden Beweisen echter Sympathie. 6. I*. Wien. Der Wohltätigkeitsverein „Fides" für den III. Wiener Gemeindebezirk hielt Mittwoch den 15. d. M. im Sitzungssaale des Bethauses III., Untere Viaduktgaffe 13, seine diesjährige Generalversammlung ab, deren überaus starke Beteiligung von dem regen Interesse zeugte, das die Mitglieder den Bestrebungen des Vereines entgegenbringen. Der Obmann Herr Josef Popper hielt nach Begrüßung der Anwesenden und Vortrag über die Entwicklung des Vereines im abgelaufenen Jahre dem verstorbenen Förderer des Vereines Herrn Baron Albert v. Rothschild einen warm empfundenen Nachruf, bei welchem sich die Versammlung zum Zeichen der Trauer von den Sitzen erhob. Besondere Befriedigung erweckte der Bericht des Kassiers Herrn S. Kanitzer, nach welchem, trotz gesteigerter Ausgaben gegen das Vorjahr, ein beträchtlicher Kaffaüberschuß aufzuweisen ist. Bei der nun vorgenommenen Neuwahl wurden folgende Herren gewählt: Josef Popper, Obmann; Dr. Josef Straffer, Moritz Kollmann, Obmannstellvertreter; Leo Schwarz. Schriftführer; S. Kanitzer, Kassier, und in den Ausschuß die Herren Rabbiner Dr. Armin Abeles, Josef Auerbach, Josef Friedl. S. Frost. S. Gottlieb. Ignatz Griinauer, Leon Juer. S. Metzger, M L. Popper, Philipp Popper, Isidor Silberknopf und Dr. Paul Straffer; zu Revisoren die Herren Theodor Kruh und Moritz Stern. Wien. („Hasomir", Verein z u r F ö r d e r u n g jüdischer Literatur u n d K u n st.) Samstag den 25. d. M. hält Herr Schriftsteller I. A. Loubetzky im Cafe Mocca I., Stubenring 12, einen Vortrag über S ch a l o m Asch. Beginn halb 9 Uhr abends. Gäste willkommen. Beth H aarn (Jüdisches Volksheim). XVII., Hormayergasse 7 a. Samstag den 25. b. M., 8 Uhr abends, Liederabend unter freundlicher Mitwirkung der Damen Fräulein Katay, Fräulein Neuhauser, Frau L ö w y und Frau B u b e r. Mittwoch den 29. d. M. Schlußfeier. I. Ansprache des Schriftstellers Hrrrn Heinrich Jork-Steiner. II. Konzert der Gesangschule Funk-Freund. Mittwoch den 15. d. M. las Herr Schriftsteller Heinrich Glücksmann Poesien und Prosawerke jüdischer Dichter in seiner bekannten, gemütsvollen und künstlerisch sorgfältig durchgefeilten Weise. Neu waren die Glossen und Epigramme von Dr. Walther Friedemann und ein Märchen-„Lichtle" von Frau Betty Friedemann. Diese Novitäten gefielen sehr gut, das Märchen ganz besonders. Samstag den 18. d. M. erschien Frau Dr. Arthur Mahler, die Gattin des bekannten Abgeordneten, am Vortragstisch. Ihr Thema lautete: „Die Selbsterziehung der Frau". Ganz besonders packend wirkten ihre Ausführungen über die Pflicht der Frau, sich dem Berufe des Mannes mit Verständnis zu nähern, um sich zu einer wahren Kameradin des Ehegatten zu erziehen. Auch was die ausgezeichnete Rednerin über die Stellung der jüdischen Frau in Ehe und Familie sagte, fand den verständnisvollsten Beifall. Den Abend schloß ein Konzert, in welchem sich Herr Kantor Leon Heller mit Arien und Liedern von Wagner, Schubert und Schumann auszeichnete. Eine kleine Sensation errregte der junge Violinist Mischa S t i l l m a n n, ein Knabe im schulpflichtigen Alter, der, begleitet von seiner kleineren Kollegin Sophie Heller, Stücke von Verdi, Wieniawsky und Burmester sicher und schön spielte. Jüdische Toynbeehalle. (XX., Othmargasse 46. (Haltestelle der Elektrischen: Jägerstraße.) Das Wochenprogramm ist wie folgt festgesetzt: Samstag den 25. März: Konzert. — Sonntag den 26. März: Dr. Leopold Plaschkes: „lieber Erbrecht". — Montag den 27. März: Rabbinatskandidat Bsla Fischer: „Pädagogik in Bibel und Talmud". — Dienstag den 28 März: Dr. K. Kupfer: „Geschichte der Juden in Oesterreich". (Zyklus.) — Mittwoch den 29. März: Doktor I. Samuely: „Ueber die Himmelskörper". (Mit Lichtbildern.) — — Donnerstag den 30. März: Frau Rahe! Edelstein: „Jüdische Privatbriefe aus dem 16. Jahrhundert". Buchbesprechung. — Freitag den 31. Marz: I. Rosner: Bibelvortrag. Beginn an Wochentagen um halb 8 Uhr, Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen um 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen bei Konzerten an den Obmann Doktor I. Samuely, I., Fischerstiege 6, erbeten. (P u r i m - F e st j a u s e.) Einen herzerfreuenden Anblick bot die Toynbeehalle am letzten Sonntag nachmittag dar. Da waren wieder die ärmsten Kinder der Brigittenau, mehr als 300 an der Zahl, von dem verdienstvollen Obmannstellvertreter Herr Karl Freund versammelt worden, um anläßlich des Purimfestes vergnügte Stunden zu verbringen, bewirtet und beschenkt zu werden. Wer einen solchen „Kinderjour" in der Toynbeehalle einmal mitgemacht hat, der muß gerührt und ergriffen daran zurückdenken und dieser Institution Freund und Förderer bleiben. Zunächst der Einzug der Kleinen: Herzlich be grüßen sie ihren Wohltäter Herrn Freund, den Veranstalter de

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.