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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-24 · 12 (24.3.1911) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
12 (24.3.1911)
Date
1911-03-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seüe 192 Dr. Blochs WoHenfchrift. Nr. 12 Goldmetall finden sich immer wieder die Worte: „Mit Ausnahme der Juden". Am Ende des vorigen Jahrhunderts, 1891 und dann im Jahre 1903, als den russischen Untertanen das Recht eingeräumt wurde, in Finnland Immobilien zu erwerben, wurde in den betreffenden Gesetzen ausdrücklich betont, daß dieses Recht sich auf die Juden nicht beziehe. Mit Ausnahme einer einzigen Erleichterung, wonach den Juden, die in Finnland. heiraten, das Verbleiben im Lande gestattet wird, hat sich die alte schwedische Gesetzgebung gegen die Juden in Finnland bis zum heutigen Tage in nichts geändert. Und die jetzige Regierungsvorlage über die Rechtslage in Finnland läßt gleichfalls den alten Rechtsbrstand unverändert. Der Fortschritt der Juden im Farmwesen. Der soeben erschienene Jahresbericht der „Jewish Agricultural and Aid Society" in Newyort enryält lehrreiche Daten über den Fortschritt der eingew änderten Juden auf dem Gebiete des Farmwesens. Zunächst erfahren wir, daß in den Vereinigten Staaten im Berichtsjahre 3339 jüdische Farmerfamilien eXistierten, die 2984 Farmen ihr Eigen nannten. Die meisten jüdischen Farmer wohnen im Staate Newyork, u. zw. 975 Farmer mit 840 Farmen. Es ist jedoch mit Bestimmtheit anzunehmen, daß es in den Vereinigten Staaten weit mehr jüdische Farmerfamilien gibt, als die obengenannte Gesellschaft angibt, da der Bericht nur diejenigen jüdischen Farmer in seine Statistik aufnimmt, die mit der Gesellschaft in Verbindung stehen. So erzählt der Bericht selbst, daß die Gesellschaft Kenntnis von der Existenz einer jüdischen Farmerkolonie in TSyrakuse, Staat Newyork, hat, mit der die Gesellschaft niemals in Berührung kam. Die größte Zahl dieser jüdischen Farmerkolonien sind wohlhabend und bearbeiten ihre Farmen ganz allein. Der Bericht konstatiert schließlich, daß die Gesellschaft gegenwärtig Gesuche von 1400 jüdischen Familien in Behandlung hat, die die Absicht haben, sich als Farmer zu etablieren, und durchschnittlich über ein Kapital von 1000 Dollars verfügen. Ebenso erfreulich ist die Mitteilung. daß die Zahl der jüdischen Farmarbeiter unter dm eingewanderten Juden täglich zunimmt. Die traurige Lage' der Juden in Tripolis. Wie die „Newyork Times" melden, erhielt das amerikanische Staatsdepartement von seinem Konsul in Tripolis die Meldung, daß daselbst sich 13.000 Juden in schrecklichster Notlage befinden. Abgesehen von der abnormalen Kälte und der verheerenden Hungersnot wüte jetzt im Judenviertel die Choleraepidemie. Konsul Wood teilt mit, daß die Juden, die ein Drittel der Gesamtbevölkerung von Tripolis ausmachen, in einem engen, schmutzigen Stadtviertel zusammengepfercht wohnen müssen. Tripolis, dessen Klima sonst ein sehr warmes ist, steht jetzt im Zeichen unerträglicher Fröste, so, daß die Juden keine Arbeit bekommen können: überdies leidet die Bevölkerung unter den Folgen der letzten Mißernte. Die amerikanische Gesellschaft vom Noten Kreuz überwies dem Staatsdepartement gleich nach Einlangen der Nachricht 1000 Dollars behufs Verteilung unter den notleidenden Juden in Tripolis. vermischtes. Kranzablöfungsfpeudeu zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstetteugasse 4 für arme kranke Glaubensgeu offen. Anläßlich des Ablebens des sei. Alexander Fisch l: Von Dr. Moriz Hellmann K 10, Heinrich Petschan K 10, Jznaz Rottmann 10, Albert Fisch! 10. Zusammen K 40. Anläßlich des Ablebens des sel. Alfred Koritschoner: Von Josef Bloch K 10, Dr. Hermann Deutsch 10. Zusammen K 20. Anläßlich des Ablebens der sel. Sali Hirschkorn: Von Jgn. Glück und Frau K 20, Dr. Albert Bachrach 20. Znsam. K 40. Anläßlich des Ablebens der sel. Exzellenz Mathilde Sieghart: Von Julius Stern K 40. Anläßlich des Ablebens der sel. Marianne Singer: Von Dr. Adolf Helder K 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Samuel H o l l i t s ch e r: Von Friedericke Hauser K 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Samuel Weiß: Von Firma Michael Neurath K 10, Emil Neurath 10, Ludwig Ullmann 3, Leopold Löwenbein 10, I. Löwenbein 10, Max Socholler 10, I Same! 10, Moriz Schneider 10, Ludwig Weinwurm 4. Zusammen K 77. Anläßlich des Ablebens des sel. Benedikt M. Hirschhorn: Von der Gattin Leopoldine Hirschhorn K 100, vom Schwager Jaques Landesmann 100. Franz Meix 50, Max Großmann 10, Arnold Adler 10. Zusammen K 270. Anläßlich des Ablebens der sel. Jeanette H e r z l: Von Johann Kremenetzky K 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Maxim. Spitzer: Von Heinrich Stiaßny K 5. Anläßlich des Ablebens der sel. Laura Scharmann: Von Ignatz Scharmann K 10. Wien. (Oberkantor Don F u ch s.) , Die Feier zu Ehren des Oberkantors Don Fuchs anläßlich seiner zehnjährigen Amtstätigkeit hat das Komitee auf den 20. April festgesetzt. Wien.. (Silberhochzeit.) Das Ehepaar Rudolf Weil und Frau Hermine geb. Schüller, VII., Zieglergasse 6, beging das Fest der Silberhochzeit, aus welchem Anlasse dem Jubelpaare zahlreiche Beweise der Sympathien zugingen. Bei dem veranstalteten Feste fanden die Gesangsvorträge von Frl. Bernstein und Herrn Oberkantor Dünnmann rauschenden Beifall. Viel Applaus erntete der humoristische Bortrag des Vereinsvorstehers Herrn Ernst Schüller. Der Jubilar spendete für den Tempel und für die Vereine größere Beträge. Wien. (Trauung.) Sonntag den 26. d. M., 12 sthr mittags, findet im Josefstädter Tempel, VIII, Neudeggergasse12, die Trauung des Fräuleins Ella Pollatschek, Tochter des Herrn Direktors Eduard Pollatschek. mit Herrn Dr. Erna Petö aus Budapest statt. Wien, XXI. (T r a u u n g.) Sonntag den 19. d. M. fand im festlich dekorierten Floridsdorfer Tempel die Trauung des Fräuleins Else Wodioka, Tochter des Kaufmannes und Hausbesitzers Herrn Ignaz Wodioka mit Herrn Hermann Grosuer statt. Unter den überaus zahlreichen Anwesenden bemerkte man die Großindustriellen Felix Pollak Edler v. Parnegg. Felix Hirsch Chef der Firma S. Bing. Leobenstein und Frau, Chef, der Firma A. Bachrich Herrn Blau. Wattafabrikant Weiner, Fabrikant Piowati und Frau, Fabrikant Rosenfeld und Frau. Kultusvorsteher Emanuel Grünwald und Frau, Obmann der Bezirkskommission Herrn Dr. Jakob König und Gabriel Dukes. Vorstand der Anglo-österr. Bank Ullrich und Frau, Chef der Firma Büchler Herrn Glanz. Chef der Mrma Arnstein und Konrad. Fabrikantin Frau Vogel und Doktor, Jakob Weiseles Söhne, Herr Ignaz Grünwald und Frau, Herrn Luftschitz und Frau, Herrn Zekendorf und Frau, Dr. Kaufmann und Frau, Dr. Münz, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Julius Tauber, Josef Billitz und viele Andere. Herr Rabbiner Dr. Rosenmanu wies in seiner eindrucksvollen Ansprache auf die hervorragende ehrenvolle Stellung hin, welche sowohl der Brautvater als auch der Bräutigam in der Geschäftswelt einnehmen, sowie auf die allgemeine Beliebtheit, deren sich beide erfreuen. Die kantoralen Funktionen versah Kantor Rosenberg mit Chor in exakter Weise. — Für das. Personal fand Mittwoch den 22. d. M. ein vom Chef Herrn Wodioka veranstaltetes Fest statt. Wien. Am 29. März, 8 Uhr abends, findet im Lokale der „Lese- und Redehalle für jüdische Hochschüler" ein Bortrag des Herrn Dr. S ch a p i r a über „Soziale Fürsorge im neuen Strafgesetzentwurf" statt. Wohltätigkeits-Lotterie des Vereines „Einheit". Die Lotterie-Verwaltung des jüdischen Vereines „Einheit" hat bereits mit der Ausgabe der Lose begonnen. Das große Interesse, welches dieser ausgesprochen jüdischen Lotterie besonders in der Provinz entgegengebracht wird, beweist, daß die Wichtigkeit der vom Vereine in Men, II., Malzgasse 12 errichteten jüdischen Volksspeisehalle in^den weitesten Kreisen der österreichischen Judenschaft anerkannt wird. Der Ruf dieser jüdischen Volksspeisehalle, in welcher täglich 1200 bis 1500 Mahlzeiten an unbemittelte Juden gegen ein mäßiges Entgelt verabreicht werden, ist von den Hunderten galizischer Schänker, die anläßlich der Schänkerdepujation in Wien in der Volksspeisehalle der „Einheit"

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