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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-24 · 12 (24.3.1911) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
12 (24.3.1911)
Date
1911-03-24
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 12 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 189 Der Prophet Ezechiel und das Dezimalmaß. Aus einem Gutachten des Direktors des Zimentierungsamtes in Wien, I a e ck e l, Ende der Dreißiger-Jahre. Im Jahre 1821 beantragte der Staatssekretär und nachherige Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, John Quincy Adams, die Dezimaleinteilung für Maße und Gewichte und berief sich bei der Begründung seines Antrages auf die Heilige Schrift, und zwar auf den Propheten Ezechiel Kapitel 45, Vers 9 bis 21, welche lauten: »Denn so spricht der Herr: Stellt euch zufrieden, ihr Fürsten Israels, laßt ab von Frevel und Gewalttaten, handhabt Recht und Gerechtigkeit, wendet ab von meinem Volke euere Erpressungen, sprach Gott der Herr. Ihr sollt echte Wage und Gewichte, echte Scheffel und echtes Maß haben. Epha und Bath sollen von einem Gehalte sein, so daß 1 Bath der 10. Teil von Homer und das Epha auch der 10. Teil von Homer, denn nach dem Homer soll man Beide messen. Aber ein Sekel soll 20 Gera haben und eine Mina macht 20, 25 und 15 Sekel. Das soll nun ein Hebopfer sein, das ihr erhebet, nemlich den 6. Teil eines Epha von einem Homer Weizen und den 6. Teil eines Epha von einem Homer Gerste. Und von Oel sollt ihr geben einen Bath, nemlich je den 10. Bath vom Cor und den 10. Teil vom Homer, denn 10 Bath machen einen Homer." Die russische Regierung gegen die Ernennung eines jüdischen Generals in Frankreich. Die französische Zeitung „Eclair" meldet den folgenden charakteristischen Fall: „Zum Leiter des großen Generalstabes war der Ge neral Valabreque (ein Jude) ausersehen und seine Ernennung war auch schon beschlossene Tatsache. Kriegsminister Verteaux habe jedoch die Ernennung nicht bestätigt, weil der russische Generalstabschef sich mit aller Entschiedenheit dagegen ausgesprochen habe, mit einem jüdischen Generalslabschef der französischen Armee in Verkehr zu treten." Die Verantwortlichkeit über die Meldung muß natürlich dem „Eclair" überlassen bleiben. Ob General Valabreque wirklich Jude ist, ist uns nicht bekannt. Gewiß ist bloß, daß er, als Verwandter des Kapitäns Dreyfus, schon wiederholt als Jude hingestellt wurde. Caraffo Effendi über dc'n Zionismus. Bekanntlich hat in der türkischen Parlamentsdebatte, in welcher der Zionismus zur Sprache kam, auch der jüdische Abgeordnete von Salonichi, Carasso, einige Bemerkungen gegen den Zionismus gemacht. Caraffo hat nun im „Jeune Turc" seinen Standpunkt, der sich, wie es scheint, mit der Anschauung seiner Mandanten deckt, wie folgt präzisiert: „Zu Beginn dieser Bewegung wurde sie mir als eine solche dargestellt, die keinen anderen Zweck habe, als den in gewissen Ländern verfolgten Juden in der Türkei ein Asyl zu schaffen. Da unser Land über ausgedehnte Ländereien, die sich für die Einwanderung eignen, verfügt^ und die Fruchtbarkeit des Bodens bloß der Arbeitshände bedarf, die ihn kultivieren, habe ich in dieser Bewegung die Gelegenheit erblickt, unserem Lande wirtschaftliche Vorteile zu bieten und das mit dem Gedanken der Humanität zu verbinden und deshalb dieses Einwanderungsprojekt im ersten Momente protegiert. Später jedoch mußte ich mich überzeugen, daß vom gesetzlichen Standpunkte die eingewanderten fremden Juden erst nach fünfjähriger Seßhaftigkeit die ottomanische Staatsangehörigkeit erlangen können. Bis zu diesem Zeitpunkte müssen die eingewanderten Juden genau so, wie die übrigen Einwanderer, als Fremde angesehen werden. Die Gründung von Kolonien dieser Kategorie würde jedoch viele Unzukömmlichkeiten mit sich führen. Im übrigen kann ich es mir nicht erklären, weshalb die Führer der Bewegung darauf bestehen, diese Einwanderungsaktion mit dem Namen Zionismus zu benennen? Ist ihre Absicht wirklich keine andere, als den armen Verfolgten zu Hilfe zu kommen, indem sie ihnen die Möglichkeit bieten, in Sicherheit und Wohlstand zu leben, warum stehen sie nicht davon ab, ihrer humanitären Tätigkeit einen Namen zu geben, der sie nur verdächtigt und zu schädigen vermag. So oft ich über diese Hartnäckigkeit aufgeklärt werden wollte, erhielt ich niemals eine beruhigende Antwort. Das wollte ich mit meinen Ausführungen im Parlament gesagt haben. Aber mit welchen Intentionen wird über diese Frage von allen Seiten so viel Lärm gemacht? Ist es nicht klar, daß man einfach die Iuden zu diskreditieren sucht in den Augen unserer ottomanischen Mitbürger? So tief auch in unseren Mitbürgern die Ueberzeugung von der Loyalität der Iuden wurzeln mag. so bleibt es dennoch wahr, daß diese Campagne unglücklicherweise auf sie einen Schatten des Zweifels geworfen hat. der nur geeignet ist, das Vorurteil zu nähren. Ist es nun gerecht, diesen Zweifel bestehen zu lassen? Gewiß nicht. Das beste Mittel, ihn zu entwurzeln, wäre, meines Erachtens, dem Einwanderungsprojekt einen weniger verdächtigen Charakter zu geben, indem nicht Palästina als der einzige erstrebenswerte Ort für die Kolonisation hingestellt wird, und diese Bewegung nicht unter einem Namen zu führen, der zu verhängnisvollen Verdächtigungen führen kann. Hiernach bleibt mir nichts anderes übrig, als an die patriotischen und humanitären Gefühle jener Juden, die mit dieser Bewegung sympathisieren, den Appell zu richten, zu verhüten, daß ihr eine Deutung beigemessen werde, die irreparable Folgen haben könnte, nicht nur für sie selbst, sondern für alle ihre Konnationalen. Baron Hirsch's Million an die russische Synode. Anläßlich der Budgetberatung in der russischen Duma ergriff der parteilose Deputierte Uwarow bei dem Punkte „Synode" das Wort zur folgenden Anfrage: „Es wäre von großer Wichtigkeit, zu erfahren, woher die heilige Synode ihre ungeheuren Auslagen deckt? Weshalb veröffentlicht die Synode nicht die genaue Verrechnung der einzelnen von ihr verwalteten Kapitalien. Woher diese Kapitalien stammen, ist im allgemeinen bekannt, da ihre Herkunft in dem offiziellen Sammelbuch der Synode verzeichnet stehen. Aus dieser offiziellen Quelle ist u. a. zu ersehen, daß der jüdische Philanthrop Baron Moritz Hirsch im Jahre 1896 der Synode eine Million Francs zur Deckung der Bedürfnisse der russischen Kirche zum Geschenk gemacht hat. Es ist ein offenes Geheimnis. daß Baron Hirsch diese Schenkung machte, um dadurch aus Pobiedonoszew zu wirken und ihn zu bewegen, sich für die Abschaffung des jüdischen Ansiedlungsgebietes einzusetzen. Kaum war jedoch Pobiedonoszew im Besitze der Million, schürte er weiter gegen die Juden und verwendete das Geld zur Erhaltung des judenfrefferischen Organs der Synode „Kolokol". Uwarow verlangt, daß die Gebahrung der Synodegelder unter die Reichskontrolle gestellt werde. Der anwesende Vertreter der Synode gab ohne weiteres die Annahme der Millionenspende von Baron Hirsch zu, teilte auch mit. daß das Erträgnis dieser Widmung jährlich 17.000 Rubel ausmache. Ueber die Bedingungen und Verwendung der Spende schwieg sich jedoch der fromme Mann aus.

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