Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 11 (17.3.1911)
- Date
- 1911-03-17
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3020846-3021927-3021939--20049-3045066- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 11 Sette 181 Dr. Blochs Wochenschrift. im Geiste seines Vaters zu errichten. Wahrlich ein seltener Kibud av in unserem materialistischen Zeitalter! Noch sei eines Mannes gedacht, der ein, wenn auch indirektes Verdienst an diesem Buche hat: Des Schwiegervaters des Autors: R. Simon Mandl in Szenicz vulgo Szemnitz. Während 10 Jahre fand der Autor, wie eS damals üblich war, in deffen Hause Lebensunterhalt. Dieser Gepflogenheit, die dem gelehrten Schwiegersöhne sorglose Muße sicherte, verdankt die halachische Wissenschaft manche Bereicherung und unser Werk sein Entstehen. Und wenn die unbefangene Kritik etwas berichtigen muß, so ist es nur die Bezeichnung: »hakozin ham’romöm« für diesen frommen Mann in der instruierenden Einleitung des emsigen Herausgebers Herrn Leopold Katzburg. Gewiß, ein rn'romöm war er, aber wohl nur, weil er in diesem Fall kein Kozin war, sondern seinen kargen Gehalt als Szeniczer Gemeindebeamter mit seinem Schwiegersöhne (seinem größten Stolz) redlich teilte. So fand dieser die erforderliche Abgeklärtheit, um im Gedankenaustausch mit den ebenbürtigen Geistern im damaligen Szenicz, einem Jehudo Asmd, Hirsch Stampfen, Mordchai Sinnreich, vorliegendes Werk zu schaffen. Druck und Adjustierung desselben sind tadellos. Zu wünschen wäre nur, daß diesem I. Bande nebst zahlreichen Käufern im Jntereffe der damit verbundenen Förderung des Thorastudiums recht bald die anderen Bände folgen mögen! X. Ploni. Wiener hebräische Lehrmittel für die abessinischen Juden. In Florenz hat sich auf Anregung des Dr. F a i 11 o v i t s c h, der zweimal die Falaschas, das sind die Juden in Abessinien, besucht hat und nun eine eifrige Propaganda betreibt, um den abessinischen Glaubensgenossen materielle und moralische Hilfe angedeihen zu lassen, ein Komitee gebildet, das in Europa und Amerika Sammlungen veranstaltet. Es handelt sich in erster Leihe darum, Schulen für die Falaschas zu errichten, um ihnen, die infolge jahrhundertelanger Abgeschlossenheit jeden Kontakt mit der Aussenwelt verloren haben — bis vor kurzer Zeit wussten sie nicht einmal, dass es Juden ausserhalb Abessiniens gebe — die Kenntnis der hebräischen Sprache und der Bücher Moses zu übermitteln. Um diesen Zweck zu fördern, hat der Wiener pädagogische Schriftsteller Rudolf Fuchs dem Komitee seine bekannten Lehrmitte', die hebräische Fibel mit den dazugehörigen Wandtabellen, sowie die fünf Bücher Moses mit der Uebersetzung nach der Zeilenmethode, gesendet. Diese Bücher werdenauch ausserhalb Deutschlands und Oesterreich-Ungarnsin jüdischen Schulen mit Erfolg verwendet, um die Erlernung der deutschen Sprache zu erleichtern, und namentlich im Osten gibt es manchen Ort, wo das Studium der deutschen Sprache einzig und allein durch die Fuchs’schen „Bücher, ermöglicht wird. Das Falascha-Komitee hat das Geschenk Jdös Wiener Pädagogen mit Dank akzeptiert und diesem in der jüngsten Nummer der in Florenz erscheinenden „Settimana israelitica“ Ausdruck gegeben. Aretas IV., König der Nabatäer. Eine historisch-exegetische Studie zu 2 Kor 11, 32 f. Von Dr. Alphons Steinmann, Professor am kgl. Lyzeum Hosianum in Braunsberg. Grossoktav (VII u. 44) Freiburg 1909, Herders’sche Verlagshandlung. Die Arbeit sucht, entgegen der herrschenden Ansicht, aus dem zeitgeschichtlichen Hintergrund von 2 Kor. 11, 33 f. einen festen Stützpunkt für die Chronologie zu gewinnen. Diesen Hintergrund eröffnet die Mitteilung des Paulus über den nabatäischen Besitz der Stadt Damaskus. Dem angegebenen Zweck der Studie entsprechend werden zunächst die Nabatäer und ihr Oberhaupt Aretas betrachtet, wird sodann das Verhältnis des Aretas zu Damaskus unter dem dreifachen Gesichtspunkte der Eigentums-, Annexions- und Schenkungshypothese gewürdigt, um endlich das Vorgehen der Ethnarchen jenes Aretas gegen Paulus zu. beleuchten. Otto Schräder, Begraben und Verbrennen im Lichte der Religionsnnd Kulturgeschichte. Breslau 1910. M. u. H. Markus. Im knappen Rahmen eines Vortrags bietet der Verfasser die gediegenste Unterweisung über diese „brennende Frage“ vom kulturhistorischen Standpunkte. Er fordert am Schlüsse auf das Entschiedenste die Assistenz eines Geistlichen beim Verbrennungsakte. Das Heftchen ist seines gediegenen Inhaltes wegen höchst willkommen zu heissen. x. Das Eigenheim des Mittelstandes. Ratgeber für Bau oder Kauf eines eigenen Hauses mit Garten. Mit über 350 Ansichten und Grundrissen von Einfamilien- und Doppelhäusern nebst Angabe der Baukosten. Preis M. 3.—, geb. M. 4.— (Porto 30 Pfg) Westdeutsche Verlagsgesellschaft m. b. H. in Wiesbaden 35. Wer bauen lassen oder selbst Pläne entwerfen will, soll sich an der Hand guter Musterbeispiele ein Bauprogramm aufstellen; auch der Laie, denn der Architekt baut leichter und befriedigender, wenn er die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse seines Bauherrn kennt. Eine vorzügliche Gelegenheit dazu bietet dieses Buch, das Ansichten und Pläne für Eigenhäuser in allen Grössen und Preislagen enthält. Der Text ist lehrreich und praktisch, die Hausbeispiele gut gewählt. Für die interessierten Kreise ein wirklich zuverlässiges und brauchbares und angesichts seiner Reichhaltigkeit wohlfeiles Buch, ein Ratgeber, der sicher viel Freunde finden wird. Lhotzky H., Gott und die Religionen. Gunkel H., Die Religionsgeschichte und die älteste Wissenschaft. Berlin-Schöneberg 1910. Protestantischer Schriftenvertrieb, ä M. —.50. Lhotzky zeigt sich sehr schlecht beraten, wenn er (S. 9) schreibt, von Religionen, die sich der nationalen Beschränktheit entrissen und versuchten, sich in die Menschheit zu ergiessen, kenne er nur drei: „den Buddhismus, das Christentum und den Mohammedanismus“. Auch was er über die Mosis-Lehre sagt, verrät seine ganz unzureichende Kenntnis des Judentums oder seinen befangenen Standpunkt. Umso freundlicher kann man sich zu dem Vortrag von Gunkel stellen, der mit Recht die Aufgabe der alttestainentlichen Wissenschaft dahin bestimmt, dass sie uns die Träger der Religion des Alten Testaments im innersten Fühlen und Erleben erkennen helfe. x. Wie prüft man Kurszettel und Bilanzen? Leichtverständlicher Führer und Lehrmeister für sorgsame Kapitalisten und alle Leser der täglichen Börsen- und Handelsberichte. Mit zahlreichen Beispielen bearbeitet von P. Cb. Martens, Handelslehrer. Preis 1 Mark (Porto 10 Pfg.). Verlagsanstalt Emil Abigt, Wiesbaden 35. Diese Schrift wird Tausenden als ein praktisches Hilfsbuch gute Dienste leisten, denn es ist eine jedermann verständliche Anleitung zur Wertbemessung der Börsenpapiere, zur richtigen Beurteilung der Bilanzen und Prüfung der Geschäftsberichte, x. „Der Schatz“, David Pinskis vieraktige Komödie, die jüngst im Deutschen Theater in Berlin aufgeführt wurde, ist soeben im Theaterverlag Eduard Bloch-Berlin in Buchform erschienen. Der „Börsen-Conrier“ schreibt über die Buchausgabe des „Schatz“ von Piuski: „Bei der Lektüre tritt mehr und deutlicher als bei der Aufführung die satyrische Tendenz des Stückes und insbesondere die erzieherische kräftiger hervor als bei der Aufführung.“ Soeben erschienen! Gottesdienstliche Vorträge. Von Rabbiner Michael Leopold Goldstein in Wien. Zufolge des vortrefflich gediegenen Inhaltes ist dieses Werk besonders für Rabbiner und Kultusbeamte, wie auch als Familienbuch für jedes jüdische Hans sehr empfehlenswert. Preis 3 Kronen. Verlag J. M. Reif, Buchhandlung, Wien, I., Rabensteig Nr. 3. „Palästina“. Monatsschrift für die Erschliessung Palästinas. Herausgeber Adolf Böhm, Wien. Redaktion: Dr. Ernst Müller, Wien. Jahrgang VIII, 1911. Soeben ers.hienen Nr. 3. Aus dem Inhalte: Die archäologische Erforschung Palästinas. Einiges über den Orangenbau und seine Kultur. Kleinsiedelungen in englischen Kolonien. Die Auswanderung über Odessa im Jahre 1910 Vom jüdischen Nationalfonds. Eine Jugendzeitschrift in Palästina. Vom Bezalel. Vorschläge zur Palästina-Arbeit. Die Tätigkeit der „Ica“ in Palästina. Bücherbesprechung. Palästinareise. — Redaktion und Administration: Wien, IX, Türkenstrasse 9. Abonnementpreis: Oesterieich-Ungarn K 3.—, Deutschland M. 3.—, übriges Ausland Frcs 4. . Zahlstelle für Russland: B. A. Goldber, Wilna, Alexander-Boulevard 18. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden. Berlin C. 2. An der Spandauerbrücke 15. Begründet von Dr. Arthur Ruppin. Redigiert von Dr. Bruno Blau. Heft Nr. 3. 7. Jahrgang. März 1911. Inhalt: I. Abhandlungen. 1. Dr. Arthur Cohen, München: Georg von Mayr und die Statistik. (Zu seinem 70. Geburtstage.) — 2. Dr. Rudolf Wassermann, München: Ist die Kriminalität der Juden Rassenkriminalität? — 3. Dr. Salomen Margolin, St. Petersburg: Die neuesten Angaben über die Bevölkerungsbewegung in Russland. — 4. Dr. Heinrich Loewe, Berlin: Die Juden Preussens im Jahre 1817. — II. Statistisches Archiv. Geburten im Grossherzogtum Hessen 1908 und 190**. — Konfession der Gefangenen in den Zentralstrafanstalten Badens 1907. — Zahl der Juden in Tunis. — Geburten der nicht-muselmännischen Bevölkerung in den verschiedenen Gemeinden Alexandriens 1903 bis 1908. The Jewisch Review. Edited by Norman Bentwich. And. Dr. Joseph Hochmann, Contents : Editorial Notes : The Tercentenary of the Authorised Version of the Bible; Jewish and the Anti-Alien Agitation; Anglo-Jewish Congregational Organisation. — The Jewish Divorde : No Apology, Dr. M. G a s t e r. — The Status und Training of Jewish Ministers. Augustus Kahn. — Hebrew Sacred Poetry in the Middle Ages, II. Nina S a 1 a m a n. — Freud and Bergson, Henry M. S h e f f e r. The Free Jewisch Organisation II. I. E 1 b o g e n, (Berlin). — Reviews of Books : The Religion of Jsral, by rev. Morris Joseph; Eighteen Conturies, by Laurie Magnus etc. VoL L Nr. 8. March, 1911. London : Geo. Routledge & Sons., Ld. »Das freie Wort.« Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet von Carl Saenger. Herausgegeben von Max Henning. X. Jahrgang Nr. 24. Zweites Märzheft 1911. Inhalt: Zehn Jahre „Freies Wort“. — Offener Brief eines Römers an den deutschen Kaiser. — Cd. M. von Unruh : Wahlaussichten 1911. — John Westb o u r n e: Home-Rnle und Rome-Rule. — Professor Dr. J as tr»w: