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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-17 · 11 (17.3.1911) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
11 (17.3.1911)
Date
1911-03-17
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 11 Dr. Blochs Wochenschrift. Beite 177 tilität Frau Dr. Helene Silbiger. Im weiteren Teile des Programmes wurde das Lied „Ersatz fiir Unbestand" von Mendelssohn vom Chor hebräisch gesungen und mutzte unter stürmischem Applaus wiederholt werden. Der Erfolg des Abends muß zum großen Teil dem Vereinsdirigenten Herrn Feiwischeis zugeschrieben werden, der sich redliche Mühe gab, dem schönen Werke zum Siege zu verhelfen. Zu erwähnen wäre noch, daß der Verein eine Tournee unternimmt und in Rzeszow schon am Samstag den 19. d. M. und dann in Krakau Konzerte veranstalten wird. — Auch des rührigen und arbeitsfreudigen Ausschusses ist zu gedenken. Es ist wahrhaft dem ungemein sympathischen Vereine die beste Zukunft zn wünschen. Chiel P e r l st e i n. Bodenbach a. E. Anläßlich des Purimfeftes^veranstaltete der Tempelbauverein am 11. d. M. einen Unterhaltungsabend mit anschließenden Kränzchen. Das seriöse Proaramm enthielt Violmsoli, qesvielt von Fräulein Elsa Reiner aus P'ag, begleitet von Frau Ada Reiner. Jede einzelne Piece bezeugte die zur Vollendung gelangende Künstlerschaft der jungen Dame, die in Prag auch wiederholt öffentlich mit großem Erfolge gewirkt hat. Fräulein Martha Reumann, die züm ersten Male das Podium als Konzert'ängerin betrat, bereitete allen Zuhörern die freudigste Ueberraschung durch die bewundernswerten Fortschritte, die sie auf dem Gebiete der Gesangskunst gemacht, denn sie war bisher stets nur der Star des freiw lligen Tempelchores. Frau Ada Reiner als Bealeiterin erfaßte ihre nicht zu leichte Aufgabe in bester Art. Frau Dr. Fink brachte die Liszt'sche Rhapsodie mit Bravour zu Gehör und erntete reichen Beifall. Der humoristische Teil, ausgeführt von den Damen Anni Herschmann. Irma Reumann"»,id Hilde Pick, sowie den Herren Grünfeld. Kornfeld- Rewekluf, Pächter und Spitzer, entsprach durch die Aufführung des Lustspieles «Im Narrenhaus", der heiteren Purimstimmung. Das darauffolgende Kränzchen verlief in animiertester Weise.' Dank dem aufopfernden Komitee, an deffen Spitz; die Herren Dr. Anton Kugel und Alfred Pächter standen, brachte der Abend dem Tempelbauverein ein namhaftes Reinerträgnis. Oderberg. Aus Anlatz der Feier der silbernen Hochzeit des Herrn Josei und Frau Charlotte Zänker, welche am 25. Februar d. I. hier gefeiert wurde, beschloß eine außerordentliche Sitzung des hiesigen Bethausvereines, Herrn Josef Zänker in Anerkennung feiner vierzehnjährigen. großen Verdienste um len Bethausverein ein Ehrendiplom zu überreichen, welches ihm durch eine viergliederige Deputation unter Führung des hiesigen Bürgermeisters und Kultusvorstandes Herrn Viktor Lästig feierlich überreicht wurde. Aus diesem Anlaffe wurde am Samstag den 26. Februar d. I. ein besonderer Festgottesdienst abgehalten. Herr Rabbiner Dr. Josef Friedman« aus Troppau hielt die Festpredigt. Bei Betreten des Tempels wurde der Frau Zänker durch den Kultusvorstand Herrn Viktor Lustig ein silbernes Bouquet überreicht. Seitens des hiesigen Frauenwohltätigkeitsvereines, deffen Präsidentin die Jubilarin ist, wurde derselben durch eine viergliedrige Deputation unter Führung der Frau Olga Haas ein Ehrendiplom feierlich eingehändigt. Dem Jubelpaare, welches sich allgemeiner Beliebtheit erfreut, find seitens ihrer Freunde und Bekannten zahlreiche Glückwünsche zugegangen. Während des am 6. März d. I. aus Anlaß der Auflösung^ des Bethausvereines stattgefundenen Bankettes haben sämtliche Festredner unter Anderem besonders die Verdienste des Herrn Josef Zänker hervorgehoben und betont, daß Herr Josef Zinker seit Gründung des Bethansvereines, das heißt seit 14 Jahren, die Stellung des Tempelvorstandes bekleidete und auch gegenwärtig als Kultusrat und erster Tempelvorstand der Sache sein ganzes Können widmet. Beileidskundgebung dt!k Türkischen Juden an die Familie Rothschild. Der Großrabbiner der Türkei hat an die Hinterbliebenen des verstorbenen Baron Albert von Rothschild namens der ottomanischen Inden ein Beileidsschreiben abgesandt. Gin Interview mit König David. Von H. Jork-Steiner. Wir sind eine realistische Generation, die nur das anerkennt, was sich im Laboratorium Nachweisen oder mit dem Rechenstift darstellen läßt. Selbst der Künstler darf sich nicht zu sehr von dem körperlich Geschauten entfernen. wenn er nicht das verwunderte Kopfschütteln aller ernsten Männer erregen will. Es gibt trotzdenr noch immer wirre Köpfe, die sich in einer nicht nachweisbaren Traumwelt bewegen. Sie leben ein doppeltes Leben sozusagen. Manche von ihnen behaupten, daß wir Realisten an teilweiser Blindheit leiden und daher nur die Hälfte aller Erscheinungen zu sehen bekommen. Sie gehen sogar so weit, zu sagen, daß keine große Begebenheit sich auf Erden allein abspiele, daß vielmehr oben in den Lüften eine hohe, dem gewöhnlichen Sterblichen unsichtbare Welt sich regt, die alles mitfühlt, ordnet und leitet, was da unten sich entwickelt. Sie nennen das die Dimension der Idee. Manchmal ist es. als ob man den Phantasten beistimmen sollte: besonders an Orten, an denen große Ereignisse gezeitigt wurden, ist man dazu leicht geneigt. Eine dumpfe Schwere legt sich da auf uns. es ist, als ob die Geister der Lüfte das Gemüt belasteten. Und aus diesem geheimnisvollen Druck heraus löst sich eine neue Kraft, ein kaltes Schauen und Denken wird rege, ein helles Fühlen und zartes Empfinden erfrischt uns. ein erhebendes Ahnen zieht uns hinan. Wenn man z. B. vom Zionstor hinaufwandert. den Hügel empor, festen Willens, zu sehen, zu schauen in sich — unterhalb um sich und oberhalb — dann führt Einen die große Sehnsucht den rechten Weg in jene höhere Dimension,, in die Welt der Geister, an die wir so ungern glauben. Tiefe Ruhe lagert über der Gottesstadt. Aus dem Dunkel des Abends drängt klares Mondenlicht. das die Lüfte verklärt und die Gebäude ringsum in eine stille, überirdische Schönheit taucht — — Die glatten Mauern des Zionsklosters dehnen und strecken sich, die kleinen Kuppeln der Moschee Nebi Daed wölben sich ins Weite, und das schlanke Minaret steigt durch den Dunst empor, hinan zum Licht. Dort drinnen hat Christus mit seinen Iüngern das letzte Abendmahl genossen und unterhalb ruhen die lleberreste Davids, des Psalmisten, das Gebäude aber ist im Besitze der Moslem, die David als ihren Propheten verehren und Christus als einen Fürsprech bei Allah. Die übermenschlichen Geschehnisse des Platzes weiten den Bau vor dem geistigen Auge. -- — Von der Erde zum Himmel steigt er, ein mächtiger, feierlich leuchtender Dom. Die Tore öffnen sich weit, wir schreiten eine breite Treppe empor und kommen in einen Saal, an dessen Wänden kostbare Teppiche hängen. Vor uns eine Schaar von seltsam aussehenden Männern, die sich alle tief verbeugen. Zwei von ihnen kommen näher. Der Eine, umhüllt von kostbaren Gewändern aus Seide und einem Oberrock aus Linnen, klug und vornehmen Blickes, den wohlgepflegten langen schwarzen Bart in zwei Spitzen geteilt, glänzend von Oel und von Narben duftend, der Andere weniger kostbar, nur in Seide gekleidet, in der Hand eine Rolle aus Pergament. Er verbeugt sich tiefer, da der Vornehme spricht und auf ihn weist. „Hier Serajq, der Geheimschreiber Seiner Majestät! er sei Ihnen zugeteilt während der Zeit, da Sie unter uns weilen. Möge es Ihnen belieben, ihn als Kollegen zu betrachten." Seraja verbeugte sich immer tiefer und tiefer. „Welche Ehre tut Iosaphat, der große Kanzler seinem Knecht an!" Josaphat stellte die übrigen Herren vor: „Seine Exzellenz Joab, der Sohn Zerujas, der Kriegsminister Seiner Majestät." Das war ein Mann in kurzem Kleide, ringsum vvn Schildwerk gehalten, das Gesicht gerötet, die Nase gestülpt, der Bart struopig und fliegend. Der grimmige Herr verbeugte sich kurz und wandte sich rasch ab, daß sein Wehrgehänge rasselte. „Ihre Eminenzen Zadok und Achimelech, Priester des Herrn. Herr Oberst Benaja, Kommandant des Leibgarderegiments: Krethi und Plethi."

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