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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-03-10 · 10 (10.3.1911) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
10 (10.3.1911)
Date
1911-03-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 10 Dr. Vlochs Wochenschrift. Seite 157 Baß (auf die anwesenden Rabbinen), Dr. B l o ch und Siegfried Stein. Sämtliche Redner wurden durch reichlichen Beifall ausgezeichnet. Erster Kantor S ch l e i f e r erfreute die Versammlung wiederholt mit seinem meisterhaft vorgetragenen althebräischen Mischeberach und erntete reichen Beifall. Das Mahl wurde vom Restaurant PH. Neufeld beigestellt und befriedigte allgemein. Mitteilungen des L iftrikts-Komitees für Mähren nnd Schlesien vom Verbände „Zion". Der diesjährige ordentliche Distriktstag findet Sonntag den 12. März in M.-Ostrau statt. Beginn: 2 Uhr nachmittags. Lokal: Saal der Brauerei Straßmann. Tagesordnung des DT.: 1. Wahl des Büros. 2. Rechenschaftsberichte. 3. West-österr. und Gesamtorganisation. 4. Budgetberatung. 5. Neuwahlen. 6. Allfälliges. Der „Rechenschaftsbericht des D K" anerkennt die tüchtige Leitung der Zeitschrift „Palästina", deren Abonnement den Parteigenossen empfohlen wird. Von der „Jüd. Zeitung" dagegen wird geklagt, daß sie von Seiten des Redaktions-Komitees „nicht genügend überwacht" werde: »Inzwischen ist die »Jüd. Zeitung« mit 1. Jänner 1911 in andere liände übergegangen, ihre Schreibweise aber auch eine derartige geworden, dass das DK. den Stimmen und Zuschrif'en des Unmutes und der Missbilligung, die aus dem mähr.-schles. Distrikte hierüber laut wurden, nur zustimmen konnte und schon in der Sitzung des g. DK. in Prerau eine Resolution fasste, in der das Bedauern über den Ton der »Jüd. Zeitung« ausgesprochen und verlangt wurde, das ZK. möge seine Beziehungen zu derselben lösen. In der ZK.-Sitzung vom 15. Jänner 1911 wurde dann auch der Antrag, einen Vertreter des ZK. in das neue Redaktionskomitee zu entsenden, abgelehnt, so dass die »Jüd. Zeitung« nicht als . das Organ der west.-öst. Organisation zu betrachten ist.« Die Huldigungsadresse dc'r österreichischen Juvenschaft im Kunsthistorischen Museum. Die im Namen der Iudenschaft Oesterreichs anläßlich des 80. Geburtsfestes des Kaisers Franz Joseph überreichte, kunstvoll, ausgestattete Huldigungsadresse wurde auf Befehl des Kaisers im Kunsthistorischen Museum ausgestellt. Die Adresse, die vom jüdischen Kunstmaler David Markus in Wien.ausgeführt wurde, sowie die Kassette, dre nach einem Entwürfe des Architekten Spielmann von der Iuwelierfirma Kohn hergestellt wurde, wird von den Besuchern des Kunsthistorischen Museums stark bewundert. Die Adresse, die unter Glas liegt, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Adresse der Stadt Wien und es mag als eine besondere Auszeichnung für die Iudenschaft und die Künstler angesehen werden, daß mit der Adresse der Juden insgesamt drei Adressen im Kunsthistorischen Museum Platz gefunden haben. Der B'nei B'rith-Orden in dc'r Türkei. Wie „L'Aurore" zu melden weiß, ist der Delegierte des B'nei B'rith-Ordens, Herr Siegmund Berge! aus Amerika, in Konstantinopel eingetroffen und hat daselbst mit mehreren hervorragenden jüdischen Persönlichkeiten wegen Gründung von B. B.-Logen in der Türkei Rücksprache gepflogen. Herr Berge! hat eine Tournee auf dem Balkan hinter sich und es gelang ihm, in Serbien und Bulgarien Logen zu gründen. Oderberg. Am 5. d. M. hielt der israelitische Bethäusverein seine letzte Generalversammlung ab, in welcher der Beihausverein in eine Kultusgemeinde aufgelöst wurde. Herr Dr. Mar Beer aus M.-Ostrau, der vor 14 Jahren als erster — da er in Oderberg-Stadt Konzipient war — die Gründung des Bethausvereins anregte und seitdem ein treues Mitglied desselben blieb, beteiligte sich auch diesmal an der Generalversammlung und hielt eine Ansprache, in welcher er die Kultusgemeinde ermahnte, im konservativen Sinne die rituellen Anstalten zu leiten. Herr Dr. Mar Beer ist nämlich einer von den seltenen Advokaten, der orthodoxer Jude ist und der am Sabbath seine Kanzlei gesperrt halt. Nach der Generalversammlung begab sich die ganze Gemeinde in den Tempel, allwo zunächst ein Reguiem für weiland Albert von Rothschild abgehalten wurde, bei welchem Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Spira die Gedenkrede hielt. Hernach wurde ein Festgottesdienst abgehalten und Herr Rabbiner Dr. Spira bestieg abermals die Kanzel und zeichnete in einer wohldurchdachten Rede das Wirken des Beihausvereins und die Aufgabe der Kultusgemeinde. Ein Bankett vereinigte die meisten Mitglieder mit ihren Frauen, bei welchem die Herren Bürgermeister V. Lustig, Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Spira, Herr Doktor Goldklang, Herr Immerglück. Herr Josef Schwarz. Herr Oberkantor Goldmann. Herr Adolf Stößl und Herr Doktor Mar Beer geistreiche Toaste ausbrachten. Ein jüdischer Religionslehrc'r Mitarbeiter einer antisemitischen Zeitung. In der Plenarsitzung des Krakauer Kultusvorstandes interpellierte der Kultusrat Langrock über das schmachvolle Treiben des jüdischen Religionslehrers Salomon Spitzer, von dem es bekannt fei. daß er nicht nur Mitarbeiter. sondern auch materieller Förderer der polnischen antisemitischen Zeitung „Pravda" ist. Dieser famose Religionslehrer ist überdies Leiter einer jüdischen Schule in Krakau und mit dem Verfassen jüdischer Religionsbücher und mit der Uebersetzung der hebräischen Gebete ins Polnische betraut. Wie von verläßlicher Seite berichtet wird, hat der Präsident der Krakauer Kultusgemeinde in nichtöffentlicher Sitzung die Anklagen gegen Spitzer bestätigt. Man erwartet die baldige Amovierung. des antisemitenfreundlichen jüdischen Religionskehrers. Eröffnung einer jüdischen Mensa. Die vom ungarischen Israelitischen Landes-Kulturverein, im Hause Radaygasse 11/13, errichtete Studenten- Mensa wurde in Budapest, vormittags um 11 Ahr, in Anwesenheit eines zahlreichen Publikums feierlicherweifs ihrer Bestimmung übergeben. Die Feier wurde vom Präsidenten Baron Moritz Herzog mit einer kurzen Ansprache eröffnet, worauf Rabbiner Dr. Simon Hevesi in längerer Rede die kulturelle und soziale Bedeutung der Mensa erörterte. Redner sprach den Frauen Dr. Armin Neumann. Bela Hodosi, Samuel Horner und Dr. Artur Kleiner für ihren im Interesse der Schaffung der Mensa an den Tag gelegten Eifer seinen Dank aus. Nachdem im Namen der genannten Damen Frau Dr. Armin Neumann dem Redner für seine anerkennenden Worte gedankt hatte, schilderte Sekretär Dr. Ernst Weiller die Geschichte der Gründung der Mensa, worauf Dr. Jlles Hevesi im Namen der Vereinsmitglieder und Viktor Jordan im Namen der Jugend der Vereinsleitung. für die Errichtung der Mensa dankten. Die Anwesenden besichtigten sodann die Lokalitäten der Mensa, die bereits ihre Tätigkeit begann. Die Prozentnorm in ungarischen Schule'». Die russische Richtung beginnt nunmehr auch in Ungarn Schule zu machen. Wie ein ungarisches Blatt aus „eingeweihten Kreisen" zu melden weiß, habe der ungarische Minister für Kultus und Unterricht. Graf Johann Zichy. an die Direktion der Bildungsanstalt für Handelsschulprofessoren ein vertrauliches Rundschreiben gerichtet, in welchem diese aufgefordert wird, zur Vermeidung einer Ueberproduktion jährlich nicht mehr als 15 neue Zöglinge aufzunehmen und bei der Aufnahme auch auf die Verhältnisziffer der einzelnen Konfessionen des Landes Rücksicht zu nehmen. Nach diesem Prozentsatz dürfte jährlich nicht mehr als ein Siebentel jüdischer Hörer in die genannte Anstalt aufgenommen werden. Budapest. (Ein ge send et.) Zwei wichtige*Taaungen beschäftigten diese Woche die ungarische Iudenheit. Die orthodoxe Landesrepräsentanz, bestehend aus 40 Rabbinern-

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