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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-02-24 · 8 (24.2.1911) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
8 (24.2.1911)
Date
1911-02-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 8 Dr. Blochs WocheMM. Seite 131 verdiente Anerkennung nicht einstellen wollte und wenn auch namentlich die unausgesetzten Bemühungen des einen. Verbesserungen des methodischen Unterrichtes in der Volksschule durch Einführung neuer, von ihm hergestellter Lehrbehelfe zu erzielen, nicht immer genügende Beachtung fanden, so waren die edlen Männer dennoch in ihren Idealen nicht schwankend zu machen. Hatte ihnen auch die Schule des Lebens manch harte und bittere Prüfung auferlegt, sie bestanden dieselbe allezeit als charakterfeste Männer, die das Leben der Schule mit allen Fasern ihres Herzens liebten und durch die stete Berührung mit ihr neue Kraft zu neuem Schaffen gewanen. Lehrer sein, das heißt Kämpfer sein! Nunmehr ist der Kampf zu Ende, die wackeren Helden haben ihn würdig bestanden. Das Protokoll ihres Lebens liegt abgeschlossen vor uns; jedes Blatt in demselben ist rein und makellos, kein Fehl wird auf ihm gesunden. Angesichts der idealen Schöpfungen, die Gerson Feith und Max D e u t s ch zurückgelassen und durch welche sie sich ein unvergängliches Angedenken gesichert, darf ihnen das echte, unverfälschte Zeugnis nicht versagt werden: „Siehe, es war sehr gut!- Es war ein Leben von musterhaften Sitten, von ausdauerndem F l e i ß e; ihren Fortgang aber beklagen wir tiefbewegten Herzens. Als engere Kollegen vom Religionslehrervereine „Esra", dessen Mitgründer die Verblichenen gewesen, sagen wir ihnen Dank für die Vorbildlichkeit in Lehre und Leben, für die Liebe und Freundschaft, die sie uns stets bewiesen und die wir als eine köstliche Erinnerung an sie allezeit bewahren wollen. W. Breuer. Wien. Am 15. d. M. wurde von langem Leiden durch den Tod erlöst die Gattin des in den westlichen Bezirken Wiens als Vorsitzender der Bezirkskommiffion und etlicher humanitärer Vereine wohlbekannten Herrn Samuel Mohr zu Grabe getragen. Der Trauerzeremonie, die von Herrn Rabbiner Dr. G r u n w a l d und Herrn Kantor Schleifer vollzogen wurde, wohnten unter Anderen die Vorstände sämtlicher Vereine in den Bezirken XII bis XV bei. Ein großes distinguiertes Publikum bekundete durch Teilnahme an dem Leichenbegängnisse seine Sympathien für die trauernde Familie. A. R. Wien. (Anonyme Spende.) Herrn Hugo Tugendhat, Bankier, ist unter der Chiffre S. S. 100 eine Spende von K 2.— zugunsten des Israelitischen Blindeninstitutes in Jerusalem zugegangen. Wien. (Spende.) Dem Kaiser Franz Jofeph-Jubiläums-Knabenwaisenhauses, Wien, XIX., Probusgaffe 2, hat Frau Ernestine Kohn, Gattin des Klavierfabrikanten Rudolf K o h n, I., Himmelpfortgasse 20, zur Erinnerung an ihren verstorbenen Vater Bernhard Kohn s. A. ein prachtvolles, neues Klavier gewidmet. St. Pölten. Bei der am 16. d. M. stattgefundenen Generalversammlung des Tempelbauvereines der Kultusgemeinde St. Pölten gedachte der I. Schriftführer, Herr Julius Kohn, des Hinscheidens des hochherzigen Gönners des Vereines, Baron Albert v. Rothschild, worauf die Versammlung zum Zeichen der Trauer fich erhob. Generalversammlung des Brigittenauer israelitischen Unterftntzungsvereines. Der Brigittenauer israelitische Unterstützungsverein hielt am 8. d. M. in der Restauration des Herrn Hermann Kohn seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Obmann Herr Isidor Pollitzer begrüßte die erschienenen Vereinsmitglieder, insbesondere aber die Vertreterinnen des Brigittenauer israelitischen Frauenvereines, sowie die Vertreter des Tempelvereines und des Vereines „Die Brüder", erstattete hierauf seinen Bericht über die Tätigkeit des abgelaufenen Vereinsjahres. aus welchem sich ergab, daß der Verein rund X 6000.— an Bedürftige aller Art, arme Geschäftsleute, Kurbedürftige, arme Bräute, sehr häufig aber behufs Vermeidung von Delogierungen, verausgabt hat und widmete sodann einige Worte des Dankes und der Anerkennung dem zurückgetretenen Obmanne Jakob Kohn. Nach dem beifällig aufgenommenen Berichte beantragte das Mitglied Herr Josef Kohn, indem er das wohltätige Wirken des Vereines hervorhob und an einzelnen krassen Fällen zeigte, wie notwendig der Bestand des Unterstützungsvereines in der Brigittenau ist, dem Vorstande das Absolutorium zu erteilen. Diesem Antrag schloß sich der Ehrenpräsident dieses Vereines der Tempelvereinsobmann Herr Hermann Eltbogen, der im Laufe des Jahres sehr oft Gelegenheit hatte, die Hilfe des Unterstützungsvereines in Anspruch zu nehmen für Arme vollkommen an. Nach Annahme des Absolutoriums und Genehmigung des Rechenschaftsberichtes wurden per Akklamation gewählt hie Herren: Isidor Pollitzer zum Obmann, Dr. Lndwig Redlich Obmann-Stellvertreter, Bernhard Beck Schriflführer, Jfwor Brauner, zweiter Schriftführer, Sigmund Frommer, Kaffier, Moritz Schick und Siegfried Herrschau, Revieren. Ignatz Körner, Heinrich Hager. Adolf Theichthal, Bernhard Pollak, Geza Klinger, Heinrich Salomou. I. Rösner, Ludwig Rosenzweig Herrmaun Kohn, Vorstand. Austritte aus dem Judentum Vom 12. Februar bis inkl. 18. Februar 1911. Albrecht Hugo, Student, geb. 8. Mai 1887, Wien, XIX., SiJberg. 1. Baumann Ida, Volksschullehrerin, geb. 25. April 1845, XIX, Gymnasiumstrasse 60 a. Blomky Siegfried, Handlungsgehilfe, geb. 9. Mai 1887 in Wien. IX., Salzergasse 23. Breitenfeld Josef, Priv.-Beamter, geb.21. Oktober 1883 in Kamenicek, Bühmen, VIII., Piaristengasse 49. Dornhelm Alexander Friedrich, geb. 6. Oktober 1889, Lugos, VIII., Skodagasse 24. Ehrenstein Alfred, Ingenieur, geb. 31. Mai 1871, Rohrau, IX., Aiserbachstrasse 15. Ehrenstein Anna geb. Blitz, Maschinenoberkommissärsgattin, geb. 24. Juli 1884 in Prossnitz, IX., Aiserbachstrasse 35. Flesch Maximilian, Privatier, geb. 7. Mai 1839, Neu-Rausnitz, Mähren, XIII., Städt. Versorgung Lainz. Klein Peschin, Näherin, geb. 24. Juli 1881, Wien, XVIII., Edelhofergasse 6. Kurz Johanna, Maschinstickerin, geb. 21. Dezember 1873 in Rajka, Westfahlen, 11, Vorgartenstrasse 132. Landau Josefine, geb. 30. April 1886, Banjaluka, III., Stanislausg. 4. Löffner Leopold, Bahnbediensteter, 7. Juli, 1886, Wien, II., Rueppgasse 38. Popper Ernst, Kaufmann, geb. 10. Juni 1882, Wien, II., Taborstr. 11a. Singer Hildegarde, Geschäftsleiterin, geb. 25. September 1874, Wien, IX., Hahngasse 22. Schwarz Johanna, Privat, geb. 23. Jänner 1884 in Lewa, Ungarn, VI., Mariahilferstrasse 113. Wellisch Sofie, Privat, 13. Juli 1884, Lackenbach, IX., Pflugg. 6. Windner Dr. Leopold, prakl. Arzt, geb. 10. Oktober 1877, Wien, VIII., Strozzigasse 1. * * * Berichtigung. An die Redaktion von „Dr. Bloch's Oesterreichische Wochenschrift". Wien. Mit Bezug auf die in Ihrem geschätzten Blatte vom 17. Februar d. I. enthaltene Notiz über „Die fortgesetzte Selbstschändung der Täuflinge in Budapest" bitte ich Sie freundlich, nachfolgende Richtigstellung aufzunehmen: Ohne auf das Meritum des im beregten Artikel behandelten Gegenstandes einzugehen — nachdem fich dessen Details meiner Beurteilung entziehen — erlaube ich mir. Sie davon in Kenntnis zu setzen, daß Baron Alexander Hatvany-Deutsch nicht nur nicht getauft, sondern ein sehr guter Jude ist, der für Alles, was jüdische Interessen berührt, ein warmempfindendes Herz hat. Ein treuer Leser Ihres Blattes. Dlmütz. Bei der am 18. d. M. stattgefundenen Sitzung des Vorstandes der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde wurden einstimmig Herr Sekretär Arnold Stößler zum ersten und Herr Otto Friedländer zum zweiten Kantor der Kultusgemeinde ernannt. Die Tauflisten der Berliner Mischen Gemeinde. Auch die Berliner jüdische Gemeinde läßt seit Anfang dieses Jahres die Lifte der aus dem Judentum Austretenden öffentlich bekanntgeben. Ein jüdischer Gerichtsreferendar, der vor kurzer Zeit aus dem Judentum ausgetreten ist, aber es unangenehm empfindet, daß nun auch sein sonst sehr unberühmter und gleichgültiger Name an den Schandpfahl gelangt, wollte dies mit aller Gewalt hintertreiben. Da er auf dem Bureau der jüdischen Gemeinde natürlich keine Gegenliebe erwartete, läuft der junge Mann direkt aufs Polizeipräsidium. zu Herrn von Jagow, führt aus, daß die Publikation der aus dem Judentum austretenden Individuen ein grober Unfug, eine öffentliche Beschimpfung, jedenfalls eine gesetzwidrige Bloßstellung sei, und verlangt das sofortige Verbot dieser monatlichen Veröffentlichung. Polizeipräsident v. Jagow, ein vorurteilloser und hochgebildeter Mann, hört ruhig das Jammern des „juristisch"

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