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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-02-24 · 8 (24.2.1911) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
8 (24.2.1911)
Date
1911-02-24
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette ISO Dr. Bwchs WocheMM. Nr. 8 Die Privat Schule für Religionsunterricht des Vereines „Adaß-Jisroel". hat Herrn Schulinspektor Profeffor M. K a n i tz folgendes Schreiben zugesendet: Unter dem Ausdrucke des lebhaftesten Bedauerns, Euer Hochwohlgeboren von der Aufsicht über die Privat-Religionsschulen scheiden zu sehen, beehrt sich der gefertigte Vorstand für die unserer Schule durch mehr als ein Dezennium gewidmete Sorgfalt und besonderes Wohlwollen den herzlichsten Dank zum Ausdrucke zu bringen. Mit dem Wunsche, daß es Euer Hochwohlgeboren noch lange gegönnt sei, segensreich und fördernd zu wirken, verbinden wir die Bitte, unserer Schule auch fernerhin eingedenk zu sein. Mit vorzüglicher Hochachtung Privat-Schule für Religionsunterricht des Vereines „Adaß-Jisroel" Wolf Pappenheim m p. H. Neumann w. p. Schriftführer. Obmann. Oesterreichisches Seehospiz. Die diesjährige Generalversammlung dieses Vereines findet Dienstag den 28. d., 6 Uhr abends, im Sitzungssaale der Israel. Knltusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, statt. Jüdische Toyubeehalle. (XX., Othmargrsse 46. (Haltestelle der Elektrischen: Jägerstraße.) Das Wochenprogramm ist wie folgt festgesetzt: Samstag den 35. Februar: Konzert. — Sonntag den 26. Februar: Rabbiner Dr. M. Roseuuumu: »Die Falaschas". (Mit Lichtbildern) — Montag den 27. Februar: Cand. phil. I. Krug: „D'Jsraelis Charakter und soziale Weltanschauung". — Dienstag den 28. Februar: Dr. K. Kupfer: „ Geschichte der Juden in Oesterreich-. (Zyklus.) — — Mittwoch den 1. März: Kustos Dr. B. WachsteiU: „Popper- Linkeus's Schriften". — Donnerstag den 2. März: Professor Dr. Ludwig Siuger: »Grillparzer und sein Werk". — Freitag den 3. März: Bibelvortrag. Beginn an Wochentagen um halb 8 Uhr, Samstag sowie an Soun- und Feiertagen um 7 Uhr abends. — Anmeldungen von Vorträgen und Mitwirkungen b'i Konzerten an den Obmann Doktor I. Smuuely, L, Fischerstiege 6, erbeten." * * Toynbeeballen-Konzert. Die bekannte Philantropin Frau Sofie Grüvfeld hatte sich Samstag den 11. d. M. in den Dienst der Toynbeehalle gestellt und das Arrangement eines Konzertäbends besorgt, das durch die Quantität und die Reichhaltigkeit des Programmes sich besonders glanzvoll gestaltete. Kammersängerin Baronin Olga b. Türk-Rohu, Violinvirtuostn F äulein Lukae, Pianistin Kl. Moeiui und Schriftsteller Wieländer besorgten den erosten Teil des Abendprogrammes, während Schriftsteller Vallas, Humorist Beuuo Wiiusch und die jugendliche Soubre,te Mizzi Schneider die heitere Muse vertraten. Stürmischer Beifall und herzliche Dankeskuudgebungen lohnten die trefflichen Darbietungen der Künstlerschar. Beth Haam (Jüdisches Volksheim). XVII., Hormayrgaffe 7 a. Samstag den 25. d. M., halb 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Dr. Bernhard Münz: „Das Kind". Mittwoch den 1. März, halb 8 Uhr abends: Herr Dr. Martin F o e r st e r : „Die Hygiene des täglichen Lebens mit Berücksichtigung unserer rituellen Vorschriften". »Deborah "Vorstellung. Wir haben über diese Veranstaltung schon einmal ausführlich berichtet und dringen nochmals in Erinnerung, daß dieses hochinteressante, in seiner Weise klassische, jüdische Stück Sonntag den 26. d. M. um 3 Uhr nachmittags im Bürgertheater zum letzten Male in dieser Saison zur Darstellung gelangt. Das volle Reinerträgnis kommt dem Beth Haam (Jüdisches Bolksheim) zugute. Karten an den Tageskaffen. Wie«. (Akademischer Verein „Jüdische Kultur".) Am 5. März d. I. wird der jüdische Novellist und Dramatiker Schalom Asch aus Warschau im Kursalon der Stadt Wien im Rahmen eines großen literarischen Abends seine eigenen Dichtungen zum Vortrage bringen. Dem Vereine ist es auch gelungen, eine Reihe hervorragender Kunstkräfte für diesen Abend zu gewinnen. Diese äußerst seltene Gelegenheit, den berühmten Diäiter. besten Werke in den meisten Kultursprachen übersetzt und verbreitet sind, vortragen zu hören, wird sicherlich dazu beittagen, einen zahlreichen Besuch aufzuweisen. Karten ä 6, 4, 2 und 1 K sind täglich von 7 bis 9 Uhr abends im Vereinslokale (II., Blumauergaffe 20) erhältlich. Wien. (Freitag-Abend-Vorträge im Beth - Hamidrasch „Talmud Thora", II., Malzgasse 16.) Am 24. Februar d. I.: Herr Rabbiner H. Schenk: „Die Psalmen". Am 3. März d. I.: Herr Professor Antscherl: „Meister und Meisterwerke der hebräischen Dichtkunst". Beginn jedesmal um 7 Uhr 45 Minuten abends. Wien. (B a r - M i z w a h.) Samstag den 35. Februar, Va9 llhr vorm., findet im Stadttempel die Bar-Mizwah-Feier des Georg Zerkowitz, Sohn des Herrn Karl Zerkowitz, Portier der Wiener Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, Obmann des Vereines jüdiicher Portiere und Hausbesorger, statt. Wien. (Jüdischer Ha ndlungsgehilfen-Verband, II., Taborstraße 20, Souterrain.) Sonntag den 26. d. M., Va^ Hb* nachmittags, Vortrag des Herrn Dr. Richard Birnbaum über »Vorträge". Dienstag den 28. d. M, Vortrag des Herrn Schriftstellers Maxim. Anin über: »Probleme der jüdischen Sozialpolitik". Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen./ Wien. Sonntag, den 26. d. M., 7a9 Uhr abends, findet im Festsaale des „Hotel Central", II., Taborstraße 8, das erste Konzert jüdischer Musik mit reichhaltigem Programm statt. Unter anderen werden auch die Herren Josef Grob (Gesang), Aron Bunin (Violine) und Nikolaus Znpanöic (Cello) milwirken. Zum Vortrage gelangen: Goldmark, Bruch, Rubinstein, Popper und Aron Bunin. Karten zu K 2.-, 1 50, 1*— und 0 70, sind an der Kasse erhältlich. Wien. Die „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler" befindet sich nunmehr in der Müllnergasse Nc. 35, Parterre. Wien. (Ein G edenkblatt.) Zwei verdienstvolle Veteranen im Lchramte sind vor wenigen Wochen in kurzen Intervallen zur ewigen Ruhe eingegangen, der eine — Gerson Feith — im hohen Alter von 82 Jahren, der andere — Max Deutsch — im 71. Jahre seiner irdischen L/ufbahn. Ein schmerzlicher Verlust für die beteiligten und befreundeten Kreise, ein unersetzlicher Verlust für die Schule. Mehr als fünfzig Jahre wirkte jeder von ihnen emsig und rastlos, still und unauffällig in segensreicher Werse, die bewährten Traditionen der alten Schule harmonisch vereinend mit den Prinzipien der modernen Pädagogik, beide im Besitze hervorragenden jüdischen Wissens, zu dem sich eine reiche Kenntnis der profanen Disziplinen gesellte. Not und Sorge, die gar oft au ihren Türen pochten, waren nicht imstande, die guten Lehrer in ihren Idealen zum Schwanken zu bringen. Und beide waren gute Lehrer, nicht etwa in dem vulgären Sinne, daß sie auf den ausgetretenen Geleisen einer veralteten Metbode des Religionsunterrichtes ihren Schülern moralhältige Kenntnisse übermittelten, die sich im mechanischen Aussagen von Sittensprüchlein erschöpften — mit Sittensprüchlein baut rran keine Eisenbahnen, die in das Zauberland der wahren Religiosität führen — sie waren vielmehr »gute Lehrer" im Sinne von »guten Richtern". Sie brachten das vornehmste und wichtigste Instrument eines tüchtigen Religionslehrers mit in die Schule, eins gutesHerz, das sie den zu einem gedeihlichen Unterrichte nötigen Resonanzboden im Herzen der Kinder finden ließ und mittels dessen sie das zartbesaitete Gemüt der Jugend in lebhafte Schwingungen zu br'ngcn verstanden. Reich gesegnet war der Wirkungskreis beider Jugendbildner, denn jeder von ihnen war ein Lehrer, auf den das Wort des Propheten angewandt werden kann: „Die Lehre der Wahrheit war in seinem Mund, kein Falsch ward gefunden auf seinen Lippen. — Gerson Feith und Max Deutsch verstanden es meisterhaft, unbeirrt von jeder Zeitströmung und unbekümmert um Verdächtigungen» die »Lehre der Wahrheit" in das empfängliche Herz der ihrer Obhut anvertrauten Jugend zu pflanzen und solcherart viele Generationen für das ererbte Gut der Väter zu begeistern, zu treuem, unentwegtem Festhalten an Judentum anzuspornen. Ihnen war die seltene Kunst eigen, sich in die Kindesseele zu versenken, sie fühlten und lebten mit den Kindern, nnd da es ihnen an der Gabe der Beredsamkeit nicht mangelte, vermochten sie dank di:ses Zauberstabes aus dem unergründlichen Meere der kindlichen Seele manch herrliche, reine Perle der Gottesbegeisterung hervorzuholen- Beide wirkten Jahrzehnte hindurch segensreich als Exhortanten, stets lauschte die Jugend mit Andacht den Worten der geliebten Lehrer. — „Und kein Fehl ward gefunden auf ihren Lippen!" Was sie l ehrten, das lebten sie auch! Streng religiös in Gesinnung und Tat, boten sie ihren Schülern und Schülerinnen ein glänzendes Vorbild echt jüdischer, sittenreiner Lebensführung. Sie kannten keine religiösen Ferien, während welcher sie sich etwa in eine weltentlcgene Sommerfrische zurückzogen, um daselbst, fern vom Getriebe des Großstadtlebens, ungestört über die Theorie des Zeremonialgesetzes nachzudenken; sie waren nicht kaffenbewußte Arbeiter im Weinberge des Herrn, die ihr Talent zur Erwerbung von Talenten auf Kosten des Unterrichtes ausnützen; es waren offene, ehrliche, aufrichtige Charaktere, wie solche nicht e st künstlich gezüchtet, sondern vom Haus aus gepflegt und in der Schule des Lebens herangebildet werden. Frei von jedem würdelosen Strebertum gingen sie ruhig ihres Weges, fern von jeder Hintertreppenpolitik hatten sie kein anderes Streben, als ihre Pflicht zu erfüllen. Und pflichtgetreue, gewissenhafte Lehrer waren beide. Man kann die Stunden zählen, die sie — durch Krankheit verhindert — zeit ihrer Tätigkeit der Schule ferngeblieben. Die durch sie verursachten Supplierungskosten haben den Unterrichtsetat unserer Gemeinde wahrlich sehr minimal belastet. Wenn sich nun trotzdem gar oft die wohl-

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