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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-02-17 · 7 (17.2.1911) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
7 (17.2.1911)
Date
1911-02-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 112 spricht die Wünsche des Vereines der Kultusgemeinde zur Würdigung zu empfehlen. Das Vereinsmitglied Herr Gustav Pollak dankt gleichfalls dem Vereinsvorstande insbesondere dem Präses, Herrn Hermann Beck, für das zielbewußte Wirken zur Ehre Gottes. Nachdem noch der Vorsitzende die zahlreiche Beteiligung an der Versammlung mit einigen Dankesworten würdigte, schloß er die Versammlung. __ Wien. (Krankenunterstützungs-Verein „Menschenliebe".) Samstag, den 11. Februar, fand aus Anlaß des zehnjährigen Vereinsbestandes eine Iubiläumsfestsitzung statt, die einen würdigen und weihevollen Verlauf nahm. Außer den aktiven und vorherigen Vorstandsmitgliedern waren erschienen: Deputation des Jsr. Krankenvereines „Margarethen", Herr Oberkantor Bauer und Präsident des H. G. Vereines „Die Szeniczer in Wien, Deputation des Vereines der „Vrodyer", des Vereines „Witwen- und Waisenfondsverein Menschenliebe" Vereinsarzt Doktor Eman. Deutsch mit Gemahlin, Dr. Ferd. Rosenthal mit Gemahlin u. a. Nach einer herzlichen Begrüßung durch den Vereinspräses Dr. Julius Steinschneider folgte die Verlesung der eingelaufenen Briefe und -Telegramme (vom ehemaligen Obmannstellvertreter Löffler, d. Z. in Budapest, vom Krankenvereine „Montefiore" usw.) sowie weiters die Verlesung einer Statistik des Vereines durch den Schriftführer, worauf Vorstandsmitglied Herr Doktor Ignaz H. Körner die „Geschichte des Vereines" vortrug. Beide Referate, die ein schönes Bild der bisherigen Vereinstätigkeit ergaben, fanden allseits lebhaften Beifall: ebenso lebhaften Beifall fand ein Glückwunschgedicht der „Margarethener" Vereines, von Obmann Herrn Spitzer wirksam vorgetragen. Nachdem noch der bisher verstorbenen Vereinsmitglieder in pietätvollster Weise gedacht worden war, wurde über Antrag des Obmannstellvertreters, Herrn Mar Bellak, der Vizepräsident der Israel. Kultusgemeinde Wien, Herr Dr. Gustav Kohn welcher — durch Unwohlsein verhindert — sein Ausbleiben entschuldigt hatte, unter rauschendem Beifalle zum Ehrenmitgliede ernannt. Nach Schluß der offiziellen Sitzung blieben die Anwesenden noch bei einem Bankette beisammen, welches ebenso gemütlich, als animiert bis gegen Mitternacht währte und Dank der hervorragenden Leistungen des Restaurateurs Herrn Hermann Kohn allgemeine besondere Zufriedenheit hervorrief. Wien. (Abschieds fei er.) Sonntag fand im Sitzungssaale der isr. Kultusgemeinde zum Abschiede dein den wohlverdienten Ruhestand tretenden Religionsschulinspektors Herrn Dr. L. Langfelder eine Feier statt, bei welcher der Vorstand durch den 1. Vize-Präsidenten Herrn Dr. G. Kohn, ferner durch die Herren Vorsteher Dr. M. Steiner, kais. Rat I. Weil und Dr. Holpern, die Beamtenschaft durch die Sekretäre, kais. Rat Dr. Lieben und Dr. Adler und durch die Adjunkten E. Engl und G. Fuchsgelb vertreten war. Die gesamte Religionslehrerschaft, deren Inspektoren, zahlreiche Rabbiner und Proftfforen der Mittelschulen, di- Familie des Gefeierten, darunter Regimentsarzt Dr. A. Langfelder, waren erschienen, um an der Ehrung des allseits beliebten und hochgeachteten Inspektors teilzunehmen. Die Festrede hielt Professor Inspektor M. Kanitz. In formvollendeter Rede feierte der Sprecher den Jubilar als ein Muster von Bescheidenheit, Güte und Milde, der jede Ovation gern abaelehnt hätte. Der Redner betont aber, daß die Lehrerschaft in diesem Puntte dem Talmud nicht recht geben könne, der dem Gelehrten das Recht gäbe, sich einer Ehrung zu entziehen. Mit Dr. Langfelder wird eben der ganze Stand geehrt. Der Gefeierte, der den Namen Juda mit Recht trägt, hat in seiner Wirksamkeit nach allen Richtungen hin so gewirkt, daß er gepriesen werden'muß. Zum Schluffe teilt der Redner mit, daß die Lehrerschaft den Beschluß gefaßt hat, zur Erinnerung an den verdienstvollen Inspektor dessen Bild anfertigen zu laffen, damit noch künftige Geschlechter das Bild jenes Mannes sehen, welcher durch Pflichttreue, durch Vorzüge in seinem Amte sowohl als auch draußen im Leben sich auszeichnete. Er schließt mit dem Wunsche, der Jubilar möge das Otram cum dignitate noch lange Jahre in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit und Frische genießen. Prof. Dr. Weiß begrüßt den Gefeierten im Namen der wenigen noch lebenden Freunde und Kollegen, die ihn allezeit geliebt und geehrt haben. Landesschulrat Dr. Gustav Kohn rühmte des Jubilars immense Geistes- und bewundernswerte Herzensgüte. Sein Stre- Nr. 7 ben ging jederzeit dahin, gegen jedermann gerecht zu sein, und wenn er einmal von der Gerechtigkeit abgewichen ist, so war es ihm nur darum zu tun, die Schwäche jener zu erwecken, die zu verurteilen er berufen war. Der Vorstand schätze ihn sehr hoch, bedaure sein Scheiden und nur, um den Inspektor noch recht viele Jahre der Gemeinde zu erhalten, willigte er in die Versetzung in den Ruhestand ein und behält sich vor, den Rat des erfahrenen, tüchtigen Schulmannes recht oft in Anspruch zu nehmen. Mit herzlichen Wünschen auf sein ferneres Wohlergehen schloß er seine treffenden Ausführungen. Mit tränenerstickler Stimme dankte der Jubilar allen Erschienenen für die hohe Ehrung, schildert in bewegten Worten seine traurige Jugend, hebt die besonderen Verdienste des l. Vize-Präsidenten Dr. G. K o h n um die Hebung des Religionsunterrichtes und um die Förderung der. Religionslehrer in materieller und sozialer Hinsicht hervor, gedenkt der Freundestreue der beiden Herren Sekretäre kais. Rat Dr. Lieben und Dr. Adler, mit dem ihn schon eine vom Vater, seinen Studiengenossen in Prag, Med. Dr. Salamon Adler s. A. überkommene Freundschaft verbindet, und verspricht, daß ihn dieser Dank solange beseelen wird, solange ihm Gott das L'ben schenken werde. Abends vereinigten sich die Festesteilnehmer im Restaurant Guth. Lustige, geistreiche Ansprachen würzten das Mahl und ein Benschen in entzückender, echt traditioneller Weise vom Ober- Kantor Guttmann vorgetragen, beschloß die schöne, unvergeßliche Feier. Ableben des EhrMpräsidenten der Sarajewoer Sepharden- Gemeinde. Vor einigen Tagen starb in Sarajewo der Ehrenpräsident der dortigen Sepharden-Gemeinde Salamon Effendi Salom im Alter von 78 Jahren. Sein Leichenbegängnis gestaltete sich zu einer allgemeinen Trauerkundgebung aller Gesellschaftskreise. An demselben nahmen die Spitzen der Behörden mit dem Landeschef' Baron Weresamin und Ziviladlatus Baron Benkö teil. Am offenen Grabe wurden zahlreiche Reden gehalten, unter anderem auch sein langjähriger Freund, der pensionierte Intendant des Landesmuseums, Konstantin Hoermann. Salomon Effendi Salom war der Sohn eines Arztes, der in Bosnien eine hervorragende Stelle einnahm. Er selbst stand bei der seinerzeitigen türkischen Regierung und auch beim Volke in hohen Ehren und wurde in das erste türkische Parlament als Deputierter entsendet. Sultan Abdul Hamid ernannte ihn zum „Kaiserlichen Türsteher" und verlieh ihm eine Ehren-Uniform. Nach der Okkupation von Sarajewo im Jahre 1878 ernannte ihn Feldzeugmeister Baron Filippowitsch zum Vizebürgermeister der Landeshauptstadt und vertraute ihm die städtische Kasse an, da er als die geeigneteste Persönlichkeit für dieses verantwortungsvolle Amt empfohlen wurde. Von jener Zeit bis kurz vor seinem Ableben gehörte Salomon Effendi dem Sarajewoer Gemeinderate an, wo er eine rege Tätigkeit entfaltete. Im Jahre 1908 erschien er an der Spitze einer Huldigundsdeputationen der sephardischen Juden Bosniens und der Herzegowina in Audienz bei Kaiser Franz Joseph. Der Kaiser zeichnete den vortrefflichen Mann, der in der Geschichte seines Vaterlandes eine so bedeutende Rolle gespielt, durch eine huldvolle Ansprache aus. Nach der Audienz nahm Salomon Effendi an einer Beratung teil, die unter Vorsitz des Präsidenten der Wiener Kullusgemeinde Dr. Alfred Stern in Angelegenheit der jüdischen Wahlkurie für die bosnischen Juden abgehalten wurde, teil und beteiligte sich lebhaft an der Debatte. Ehre seinem Andenken! Die Pestepide'mie und die Juden. Die Pestepidemie in der Mandschurei rafft ungezählte Tausende von Menschenleben dahin: ganze Dörfer sind ausgestorben und es ist nicht abzusehen, wann und wo das schreckliche Massensterben Halt machen wird. An der Bekämpfung der Pest haben sich, soweit die russische Freizügigkeit auch für jüdische Aerzte Geltung hat, bisher hauptsächlich jüdische Aerzte beteiligt. Wir berichteten bereits, daß die wenigen Erfolge, die angesichts des Fatalismus der Bevölkerung bisher überhaupt erzielt wurden, den Injektionen mit dem Serum des jüdischen Arztes Dr. Chawkin zu, verdanken sind. Nun Dr. Blochs Wochenschrift.

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