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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-02-17 · 7 (17.2.1911) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
7 (17.2.1911)
Date
1911-02-17
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 7 Dr. Blochs Wochenschrift. Seite 113 wird uns aus Petersburg berichtet, daß der jüdische Charbiner Arzt, Dr. Hillersohn, ein neues Präparat zur Verhütung der Pest erfunden hat. Dr. Hillersohn hat das Präparat unter großer Gefährdung seines eigenen Lebens im Charbiner Pestspital konstruiert und es an vielen kranken mit Erfolg angewendet. Die Sanitäts-Kommission hat sich über die Erfindung Dr. Hillersohns sehr sympathisch geäußert und vorläufig das Gutachten des Petersburger Institutes für experimentelle Medizin abverlangt. Trotz dieser aufopfernden Tätigkeit der Juden in der Bekämpfung dieser und anderer Epidemien, die jahraus-jahrein in Rußland wüten, hört die dortige antisemitische Presse nicht auf, in verdummenden Berichten und Artikeln die Juden für den Ausbruch der Pest und ihre Verbreitung nach- Rußland verantwortlich zu machen. Man faßt sich an den Kopf und traut seinen Augen nicht, wenn man z. B. den folgenden Erguß des Regierungsorganes ..Rußkoje Znamja" liest: „Daß die Pest auf künstliche Weise gezüchtet und verbreitet wird, ist klar wie die Sonne. Die Inden haben es schon vorher prophezeit, daß die Pest kommen werde und ihre Prophezeiung ist in Erfüllung gegangen. Es gibt keine Stadt, in der nicht ein jüdischer Arzt wäre und nicht bereit wäre, für gute Bezahlung Pestbazillen auf der Straße zu zerstreuen. (?!) Die Pest wird sich über ganz Rußland ausbreiten, denn so hatte es das Synhedrion der Inden-Freimaurer beschlossen. Lange Zeit haben diese darüber beraten, ob sie sich dieses Mittels bedienen sollen, das schließlich auch den Juden teuer zu stehen kommen könnte, dafür beschlossen sie, die Pest erst sechs Jahre nach dem Kriege über Rußland zu bringen .... Es ist lächerlich und kindisch zu behaupten, daß die Pest sich auf dem gewöhnlichen Wege dadurch verbreite, weil die Leichen haufenweise unbeeidigt auf der Straße liegen blieben und weil die Reinlia keit zur Zeit des Krieges in der Mandschurei und seitdem viel zu wünschen übrig ließ. Rein und nein! Die Pest des zwanzigsten Jahrhundert wurde künstlich geschaffen und mit Absicht haben die Juden zu diesem Zwecke diesen Ort als Pestquelle gewählt, weil sie sicher sind, daß die Epidemie von hier gar bald nach Rußland hinübergreifen werde." Auf diese Weise wird bereits eventuellen Progromen auf Juden präludiert für den Fall, daß die Pest in dieser Intensität auch in Rußland ihren gefürchteten Einzug halten sollte. Die judenfreundliche' Kälte. In Rußland steht jetzt der sogenannte „administrative Pogrom" auf der Tagesordnung. Mit unglaublicher Rücksichtslosigkeit wird jetzt in allen Städten und Dörfern nach wohnungsrechtslosen Juden gefahndet und bei den vollständig unklaren Rechtsverhältnissen, die in bezug auf die Juden herrschen, endet jeder administrative lleberfall mit der Vertreibung zahlreicher Familien aus der betreffenden Gemeinde. Dieses Los ereilte kürzlich u. a. 100 jüdische Apothekergehilfen samt ihren Familien in Kiew und 20 jüdische Familien im Iekaterinoslawer Bezirke. Diese ausgewie-senen jüdischen Familien hätten diese Woche ihre langjährige, gewohnte Wohnstätte verlassen sollen, aber der russische Winterfrost war barmherziger als der russische Tschinownik. Die obere Behörde hat wohl die Verfügungen der internen Instanz, betreffend die Vertreibung der Iudenfamilien, gutgeheißen, jedoch mit Rücksicht aus die gegenwärtig in Rußland herrschende abnorme Kälte den Termin für die zwangsweise Vertreibung bis zum 15. April verlängert. Em großer jüdischer RechtsschutzvL'cband in London. Die jünsten Vorgänge in London haben gezeigt, daß, trotzdem dort mehrere jüdische Vereinigungen bestehen, noch immer die Notwendigkeit vorhanden ist, eine Organisation zu.schaffen, die in Fällen, wie diejenigen, die sich jüngst zutrugen, mit autoritativer Macht die Rechte der Ostender Juden nach außen hin zu vertreten und zu schützen in der Lage wäre. Die ersten Beratungen in dieser Angelegenheit haben bereits stattgefunden. Tie australische Regierung über Zangwills Anstralien- Projekt. In dem Berichte des australischen Ministerpräsidenten Newton Morre an das westaustralische Parlament befindet sich im Kapitel „Emigration" auch die folgende Stelle: ■ . j_ „Bei meiner letzten Anwesenheit in London sprachen bei mir die Vertreter der „Iüdisch-Territorialistischen Organisation" Mr. Zangwill und Spielmann vor und machten mir den Vorschlag, die australische Regierung möge der „ITO" in Westaustralien eine große Fläche Landes zur Verfügung stellen, um dort eine große Zahl Juden zu kolonisieren. Im Verlaufe meiner Unterredung mit Zangwill gewann ich die Ueberzeugung, daß seine Absicht ist, „Staat im Staate" zu gründen. Gegen ein solches Projekt läßt sich wohl einwenden.und die Regierung muß daher diese Vorschläge genau erwägen. Bis nun hat jedoch die Regierung noch keine Gelegenheit, sich mit diesen Vorschlägen eingehend zu befassen. Ableben des Dermatologen Dr. Siegmund Lustgarten. Am 22. Januar starb in Rewyork der Primarius der dermatologischen Abteilung des „Mount Sinai"- Hospitales, eines der größten Krankenhäuser von Rewyork, Dr. Siegmund Lustgarten, im Alter von 63 Jahren. Der Verstorbene war ein geborener Wiener und hat auch in Wien seine Studien absolviert. Dr. Lustgarten galt als Autorität auf dem Gebiete der Dermatologie, auf dem er sich auch literarisch betätigte. Er war Mitglied der größten amerikanischen und europäischen medizinischen Gesellschaften. Roosevelt und die rumänische!» Juden. Aus Rewyork wird berichtet: Der Präsident des „Verbandes der rumänischen Juden" in Rewyork Leo Wolfsohn und der Verbandssekretär Salomon Diamant hatten vorige Woche eine Unterredung mit dem Expräsidenten Theodore Roosevelt, in welcher die Frage der rumänischen Juden eingehend behandelt wurde. Die Vertreter des Verbandes teilten Roosevelt die letzten Berichte aus Rumänien mit. aus denen hervorgeht, daß die Lage der Juden in Rumänien immer taktloser wird. Sie baten schließlich Mr. Roosevelt, seinen großen Einfluß zugunsten der bedrückten rumänischen Juden an den geeigneten Stellen geltend zu machen. Mr. Roosevelt antwortete, daß es gegen die angenommenen Gepflogenheiten der internationalen Politik verstoßen würde, wenn er, als Erpräsident, sich in diese von Rumänien als „intern" bezeichnte Angelegenheit des Landes hineinmischen wollte. Die Frage selbst interessiere ihn jedoch in außerordentlichem Matze, er bitte daher die Vertreter des Verbandes, ihm eine Abschrift des Memorandums zu übersenden, welches die Leitung des Verbandes gegenwärtig über die Lage der Juden in Rumänien ausarbeitet. Vermischtes Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa in Wien I., Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenoffen. Anläßlich des Ablebens der sel. Julie Bauer: Von Heinrich und Helene Beer K 20, kais. Rat Richard Kind 10. Zusammen K 30. Anläßlich des Ablebens des sel. Wilhelm Spitzer: Von Manipulation M. Reumann K 40, Jacques, Josef und Julius Neu- Neumann 50, S. Glückselig 10. Zusammen K 100. Anläßlich des Ablebens der sel. Regine Goldfinger: Von Tbeodor Ehrenstein L 10, Albert Kende 10. Zusammen K 20. Anläßlich des Ablebens des sel. Pauline Hock: Von Isidor und Auguste Kanitz K 20, Irma und Alfred Grünbaum 30. Zusammen K 50.

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