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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-02-03 · 5 (3.2.1911) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
5 (3.2.1911)
Date
1911-02-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 5 Dr. Blochs Wochenschrift. Güte 77 Dieser Bericht wird unter lebhafter Beifallskundgebung einstimmig zur Kenntnis genommen. Ebenso wird der Kassabericht des Kassaverwalters Herrn Emil W i e s e l t h i e r genehmigt, wozu Revisor Herr Max Spitzer bemerkt, daß die Revision der Kassa eine so musterhafte Führung bekunde, daß er den Verein zu dieser und seinen Verwalter Herrn Wieselthier beglückwünsche, Das von ihm beantragte Absolutorium wird einstimmig erteilt. Obmann H o f m a n n hält Rückschau über Jene, welche den Bau des Tempels besonders eifrig gefördert, aber seine Fertigstellung nicht mehr erschauten. Es sind dies insbesondere die Herren kaiserl. Rat Adolf Lichtblau, Jakob Fischer und Karl Bamberger, deren Andenken gesegnet sei. Er dankt ferner dem Herrn Gustav Marburg für seine erfolgreiche Mitarbeit an der Spitze des Damen-Aktionskomitees, welches durch Veranstaltung von Festlichkeiten und Sammlung von Spenden große Erfolge erzielte. Obmann Jakob S. Straßberg beglückwünscht in längerer, wohlgefügter Rede den Verein zu dem erzielten, großen Erfolge, rühmt insbesondere den Zusammenhalt der Mitglieder des Vereines und die Opferwilligkeit der Tempelbesucher, w.elche sich in so schöner Weise in dem reichen Ertrage der Opferstöcke, Natun 1368688er (opfere im Stillen, unauffällig) kundgebe und wünscht dem Vereine eine erfolgreiche Zukunft. Herr Kultusvorsteher, Dr. Leo Halpern dankt namens der israelitischen Kültusgemeinde dem Vorstande für das geschaffene Werk. Er führt aus, daß diese Generalversammlung einem hohen Feste gleichkomme, da sie in den Räumen des nun vollendeten, schönen Gotteshauses stattfinde. Redner hebt insbesondere die Verdienste des Obmannes Herrn H o f m a n n um das Zustandekommen dieses schönen, zweckdienlichen Gotteshauses hervor und versichert, daß die Kultusgemeinde die Bestrebungen des Vereines wie überhaupt die aller Tempelvereine dankbar begrüße und in jeder Weise fördern wolle. Die Ausführungen des Redners, welcher als neugewählter Kultus Vorsteher die Kultusgemeiude zum ersten Male und in überaus sympathischer Weise vertritt, finden rauschenden Beifall. Gemeinderabbiner H. Reich vermißt im dem Jahresberichte die Nennung seines Namens und seiner Verdienste um die Erstehung des neuen Gotteshauses, was Obmann Hofmann damit motiviert, daß auch keines der derzeitigen Vorstandsmitglieder und Tempelfunktionäre namentlich angeführt sei, obwohl jeder Einzelne nach besten Kräften mitgearbeitet habe. Schließlich regt Rabbiner H. Reich die Gründung einer Bibelschule im Rahmen des Vereines an, damit die Jugend unserer beiden Bezirke Gelegenheit zur Vermehrung jüdischen Wissens finde. Herr Steinhardt wünscht, daß dem Jugendgottesdienste ganz besondere Aufmerksamkeit zu widmen sei, der erste Kantor zelebriere und der gesamte Chor mitwirke. Je feierlicher sich dieser Jugendgottesdienst gestalten werde, desto tieferen und nachhaltigeren Eindruck erwecke er in den Herzen der Kinder. Herr Stein beantragt die Drucklegung des vernommenen, letztjährigen Rechenschaftsberichtes und Zusendung an alle Kultussteuerträger der beiden Bezirke, um diese zum Beitritte zum Tempelvereine zu bestimmen. Herr Max Spitzer regt an, daß für die Folge vor Abhaltung jeder Generalversammlung eine Wählerversammlung einberufen werde, um über die Aufstellung neuer Kandidaten beschließen zu können, was der Obmann dahin abgeänderr wünscht, daß nicht der Vorstand, sondern die Vereinsmitglieder zur Einberufung einer solchen Wählerversammlung berechtigt sind, die auch der Vorstand freudigst begrüßen würde. Einen Antrag des Herrn Max Spitzer, die Statuten dahin abzuändern, daß statt der bisherigen 15 Vorstandsmitglieder 20 gewählt werden sollen, zieht Antragsteller über ihm gewordne Aufklärung, daß ein zu großer Vorstand eher ein Hindernis als ein Vorteil für die exakte Geschäftsführung sei, wieder zurück. Zum Schluffe schildert Obmann Hofmann die großen Verdienste, welche sich der langjährige Schriftführer Herr Franz Frankl durch seine dem Vereine gewidmete, unermüdliche Tätigkeit erworben, und bittet, diesem die höchste Auszeichnung zu verleihen, durch welche ihn der Verein ehren könne: Herrn Franz Frankl zum Ehrenmitgliede zu ernennen. Vorsteher Herr Friedrich Wiener stellt hiezu den Antrag, dies ohne Abstimmung durch Akklamation kundzugeben. (Lebhafter Beifall.) Schriftführer Frankl, sichtlich tiefbewegt von dieser Kundgebung, erklärt, daß er ein Feind jedes Hervorhebens seiner Person und seiner lediglich der Sache gewidmeten Tätigkeit sei. Er habe nicht das'Recht, sich der ihm schon gewordenen Kundgebung zu entziehen und danke der verehrten Versammlung, insbesondere aber dem Obmanne, dem Muster eines nach jeder Richtung gerechten und wohlwollenden Mannes, für die ihm zuteil gewordene Auszeichnung. Die durch Akklamation vorgenommenen Wahlen ergeben die Wiederwahl der ausgelosteu Vorstandsmitglieder Herren Josef Berger, Joachim Guttmann, Rudolf Lichtenst e i n, Friedrich Wiener und Sigmund W i e s n e r und der Herren Max Spitzer und Leopold Weißkopf zu Revisoren. Die 9. ordentliche Generalversammlung der Vereines Feauenhort. Ueberaus zahlreich hatten sich Freunde und Gönner dieses Vereines am Vormittag des 29. Januar in den stillvollen Räumen des Zeremoniensaales unseres Tempels im 9. Bezirk eingefunden, um dem Frauenhort ihre Sympathien zu bezeugen. Wir bemerkten unter den Anwesenden Frau Baronin Charlotte Königswarter, Hofrat v. Hahn, Gemeinderat Ellbogen, Rabbiner Dr. Gelbhaus. Dr. Bloch. Dr. Schn epp, die kais. Räte Schefftel, Carl Hirsch, Arnold Fröhlich, die Beiräte Wilhelm Hirsch. Julius Kopstein und Bezirksrichter Doktor Ernst B e t t e l h e i m. Fast sämtliche hervorragende Wiener Wohltätigkeitsvereine waren durch Deputationen vertreten oder hatten Begrüßungsschreiben gesendet, ferner Herr Präsident Dr. Alfred Stern, Vizepäsident Dr. Gustav Kohn, die Baron Hirsch- Stiftung. der Phil. Verein. Oberrabbiner Doktor Güdemann, Prof. Benedikt und andere. Frau Rosa Zifferer als Präsidentin begrüßte die Versammlung, der sie Herrn GottliebBettelheim als Vertreter der Kultusgemeinde vorstellte, und gab ihrem Bedauern Ausdruck, daß die 1. Vizepräsidentin Frau Regine Kopstein durch Wochen von ihrer Tätigkeit ferngehalten sei. Frau Zifferer gab in ihrer gewohnten formvollendeten und gedankenreichen Weise ein knappes Bild von der Tätigkeit des Vereines in den letzten zwei Jahren, in deren sich infolge der immer steigenden Rot unserer Glaubensgenossen und des Ausfalles der vielen Mitglieder, die der Verein durch den Tod verloren hat, leider als unwillkommener Gast, wie in jener berühmten Legende des Talmud, der Dalles erngenistet hat. was in einem Defizit von 4000 Kronen zum Ausdruck kommt, mit dem der Frauenhort das Jahr abschließt. Frau Zifferer hofft, daß die Mitglieder eher ein Defizit im Saldo als in der bewährten Hilfsbereitschaft des Vereines entschuldigen werden. Nachdem Herr Goltlieb Bettelheim in anerkennenden Worten das Präsidium gepriesen, das es verstanden, in den schwierigsten Zeiten eine so große Schar von tätigen Frauen um sich zu sammeln und den Frauenhort zu einem Edel-

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