Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 28 (1911)
- Issue
- 4 (27.1.1911)
- Date
- 1911-01-27
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Dr. Blvchs Wochenschrift Gelte 67 Herrn. Nitzschke, Ans der Hundetürkei. 185 Seiten. Brosch. 1 Mk. geh. 1.40 Mk. Verlag Deutsche Bücherei Otto Koobs, Berlin W. 57, Bülowsträsse 89. Das Bach wird in allen, deren Heimat die Natur stiefmütterlich behandelt hat, die tiefsten Saiten rühren. Hier hat ein echter Künstler aus Sand und schattenloser Wüste Perlen herrlichster Poesie zu graben gewusst. Die barocke Form lässt die tiefen Gemütstöne umso ergreifender über unser Herz hinbrausen. Friedrich von Hindersin, Die Lehre vom All. Philosophisch-religiöse Betrachtungen. Leipzig, Otto Wigand m. b. H., 1910. Preis M. 3. Ein neues philosophisch-religiöses System, das sich an Spinoza, Plato und Kant anschliesst, der Weltanschauung Goethes nahe verwandt. Die Hauptlehren sind: Die Allehre Spinozas, sein Satz: Niemand ist wider Gott, wenn nicht Gott, die Einheitslehre der Inder, die Welt und Menschen als unlösbare Einheit betrachtet, die umfassende Toleranzidee (Toleranz auf religiösem, politischem und sittlichem Gebiet), die Theorie der zwei Welten, der sichtbaren und der ausser Zeit und Raum, die wir im Schlafe betreten, zwei Welten, die in Wahrheit eins sind, der griechische Eros als Urgrund der Welt, die Liebe, die sich selber verwandelt, und das, was sie liebt. Das Werk ist gut geschrieben und leicht lesbar. Kriefkastrrr. „Atter Abonnent". Sie sind im Irrtum. Unsere Aufgabe erachteten wir nie, „auf Abonnenten Rücksicht zu nehmen", sondern den allgemeinen jüdischen Interessen zu dienen. R. W in B. Der zusammen mit Prof. Beckmann als Leiter des neuen kaiserlichen Forschungsinstituts sür Chemie nach Berlin berufene Karlsruher Prof. Fritz Haber ist Jude; er stammt aus einer hochangesehenen jüdischen Familie in Breslau, ein anderes Mitglied in Leipzig genießt hohes Ansehen als Anwalt am Reichsgericht. „Kaph". Nach einer Amsterdamer Korrespondenz der „Kreuzztg." vom 8. d. M. hat der antisemitische Zar den Auftrag zur Errichtung eines Denkmals für Peter den Großen in dem holländischen Seehafen Zaandam einem jüdischen Bildhauer namens Leopold Bernstein erteilt. Dr. Hallert . . ., Wien. Nein, es ist keine Erfindung des antisemitischen Blattes, sondern eine wirkliche Tatsache, die aus Jerusalem gemeldet worden ist, daß Vertreter der dortigen jüdischen Bevölkerung beim Gouverneur von Jerusalem intervenierten — gegen die jüdische Einwanderung, die den ansässigen Juden auf wirtschaftlichem Gebiete Konkurrenz mache und ihre ökonomischen Interessen schädige. A- R. in Straßnitz. Der Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Herr Dr. Alfred Stern ist in Wien geboren. Drei Zionisten. Lesen Sie den Brief des Herrn Johann Kremenetzki, den wir heute an anderer Stelle veröffentlichen, und Sie werden verstehen, warum anständige Leute auf Angriffe der „Jüdischen Zeitung" und ihrer Macher nicht mehr reagieren. Notizen. Indisches Theater. Regie: M. Siegler Hotel Stefanie, II., Taborstraße 12. Freitag den 27., SamStag den 28. und Sonntag den 29. Jänner 1911: „D i e Eiserne Frau" von Zalatarewsky. — Sonntag Nachmittag, halb 4 Uhr: „Tochter Jerusalems" Operette von Ch. Wolfsthal. — Montag den 30. Jänner: „Rabbi Joselman n", Operette von A. Goldfaden. — Dienstag den 31. Jänner: „O p f e r u n g I s a k s", Operette von A. Golfade«. — Mittwoch den 1. Februar: „Ben Jakojw", Operette von I. Latainer. — Ab Donnerstag den 2. Februar, täglich: „K ö n i g S a l o m o n" von Professor Horowitz. — Donnerstag, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Gemeinderat", Komödie von M. Richter. — In Vorbereitung: „Der Gett" von Gisnet. — Im Smdium: „König Achaschwerosch" von A. Goldfaden. _ Allgemeine Depositen-Bank. Zufolge des auf Grund des § 3 der Statuten gefassten Beschlusses des Verwaltungsrates der Allgemeinen Depositen-Bank vom 20. Jänner 1911 wird das Aktienkapital der Gesellschaft von 20 Millionen Kronen auf 26 Millionen Kronen erhöht und es gelangen zu diesem Zwecke 15.000 neue mit j e K 400.— volleingezahlte Aktien zur Ausgabe, welche an dem Erträgnisse der Bank vom 1. Jänner 1911 an partizipieren. Auf Grund der dem Verwaltungsrat zustehenden Ermächtigung wird den Inhabern der dermalen im Umlauf befindlichen 50.000 Aktien (Nr. 1—50.000) das Bezugsrecht auf 7143 Stück der neuen Aktien unter folgenden Bedingungen eingeräumt: 1. Je 7 Stück der alten Aktien geben das Anrecht zum Bezug je einer neuen Aktie. Auf weniger als je 7 Stück der alten Aktien wird kein Bezugsrecht gewährt. 2. Der Bezugspreis ist mit K 495.— per Aktie, zuzüglich der vom 1. Jänner 1911 laufenden fünfprozentigen Zinsen nach dem Nominalbeträge von K 400.—, festgesetzt. 8. Die Anmeldung des Bezugsrechtes hat hei sonstigem Verluste desselben vom 23. Jänner 1911 bis inklusive 31. Jänner 1911 bei der Efiektenkassa der Allgemeinen Depositen- Bank, I., Schottengasse 1, bei den Wechselstuben derselben: I, Teinfaltstrasse 2. II., Taborstrasse 8, IV., Rainerplatz 2, VI., Mariahilferstrasse 89, VII., Neubaugasse 44, XIV., Sparkasseplatz 6, bei der Filiale in Steyer, Oberösterreich, bei Herren Berthold M. Schlesinger & Co., Budapest, Vaczi-Körut 48, und bei Herren Kaswin, Rohatyn & Co. in Stanislau während der Geschäftsstunden, das ist von 9—12 Uhr vorm, und von 2—4 Uhr nachm, zu erfolgen. 4. Aktionäre, welche das Bezugsrecht auszuüben beabsichtigen, haben dasselbe mittels einfacher Konsignation, für welche Formularien bei den Anmeldungsstellen ausgefolgt werden, anzumelden und unter einem die zum Bezöge berechtigenden Aktien (ohne Kuponbogen) beizubringen, welche nach Vornahme einer die erfolgte Ausübung des Bezugrechtes ersichtlich machenden Abstempelung zurückgestellt werden. 5. Bei der Anmeldung sind auf jede zu beziehende neue Aktie K 95.— bar einzuzahlen, über welche Zahlung Empfangsanzeige erteilt wird. Der Restbetrag von K 400.— ist nebst den vom 1. Jänner 1911 bis zum Zahlungstage laufenden fünfprozentigen Stückzinsen vom 1. April 19ll bis spätestens inklusive 30. April 1911 bei derselben Stelle, bei welcher die Anmeldung des Bezugrechtes erfolgte, auf einmal bar einzuzahlen. Bei Leistung der Restzahlung ist die Bestätigung über die erste Einzahlung zurückzustellen und es werden dagegen die entfallenden neuen Aktien mit Dividendenkupons, deren erster für das Geschäftsjahr 1911 gilt, ausgefolgt. Wien, 21. Jänner 1911. Allgemeine Depositen-Bank in Wien. Voranzeige! Demnächst erscheinen im Selbstverläge des Herausgebers Herrn Moritz Frühling, Wien, I., Postfach 31, „Militärbiographische Daten der k. u. k. Offiziere, Militärärzte, Truppenrechnungsführer und sonstigen Militär-Beamten jüdischer Nationalität" (zirka 3000) von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart, nach Chargengraden geordnet, mit Angabe ihrer Verdienste und Auszeichnungen. Preis K 1.80 (auch in Briefmarken) an angegebene Adresse. Beim Tempelvereine in Oderfurt (Mähren) ist die Stelle eines 3HZsua.tors der auch Nlipl pTQ tsmw sein muss, zu besetzen. Reflektiert wird auf eine tüchtige, musikalisch gebildete Kraft mit schöner Stimme, welche die Befähigung zur Schulung eines Tempelchores und zur Leitung des Gottesdienstes mit Orgelbegleitung besitzt. Mit dieser Stelle ist' ein jährliches Fixum von K 2000.— und ein nachweisbares Einkommen von K 1000.— bis 1200.— verbunden. Bewerber wollen ihre Gesuche mit mbap und Zeugnisabschriften und Nachweis über Familienstand bis 15. Februar I. J. an den gefertigten Vorstand gelangen lassen. Nur Berufene werden zum Probevortrage zugelassen. Dem Akzeptierten werden Reisespesen vergütet. Oderfurt, am 13. Jänner 1911. Der Obmann: Ed. Wechsberg. Konkurs. Bei der Isr. Knltasgemeinde Lnndenbiirg, Mähren, gelangt die Stelle des Rabbiners der zugleich den Religionsunterricht an der Mittel- und Bürgerschule zu versehen hat, zur Besetzung. Derselbe muss österreichischer Staatsbürger sein, das 35. Lebensjahr nicht überschritten haben und den Nachweis der akademischen Bildung erbringen. Die Bezüge werden nach Uehereinkommen festgesetzt werden und sind die betreffenden Gesuche bis längstens 16. Februar 1. J. an den gefertigten Kultusvorstand zu richten. Lundenburg, 13. Jänner 1911. Der Kultusvorstand: Josef Holländer. Raomtancixritnra Pädagogin, wünscht zur Gesellschaft DvdililvllolYIlWv> alleinstehender Dame Posten, würde auch nach dem Süden begleiten. Anträge sub: „Pädagogin“ an die Administration des Blattes.