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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-01-29 · 3 (29.1.1911) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
3 (29.1.1911)
Date
1911-01-29
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 50 Dr. Blochs Wochenschrift. Nr, 3 außer anderen zusammen: Mörike, Bischer, Reuter, Auerbach, Hebbel, KEer, Fontane, C. F. Mayer, Scheffel, Lynkeus, Baumbach, Salus, RideamuS, M. Roda Roda, Mühsam und Ettlinger. Diese prächtig ausgestatteten Proben berechtigen zu kühnen Hoffnungen auf eine glanzende Nachfolge. R. Ole Swendsen, Nordische Märchen. 1910. Modernes Verlagsbureau Curt Wigand, Berlin-Halensee. Ein eisiges Grausen weht aus diesen Märchen, ein trauriger Ernst schattet über diese Gestalten. Ungestüm bricht die Forderung des Herzens durch zähmenden Zaum. Wikinger Blut, wie es auch in Selma Lagerlöf zu Worte kommt. x. H. L. Strack, Jesus, die Häretiker und die Christen nach den ältesten jüdischen Angaben. Texte, Uebersetzung und Erläuterungen. Leipzig 1910. I. H. Hinrichs. Diese Schrift, ein Muster von Gründlichkeit und umsichtiger Forschung, zeigt wieder einmal, wie selbst ein so häufig erörtertes Thema durch meisterhafte Behandlung sich neue Seiten abgewinnen läßt. Wie in allen Arbeiten Stracks bilden auch hier unscheinbare Fußnoten wahre Fundgruben wertvollster Belehrung. Dagegen scheint der Autor die wichtige Talmudstelle Sabbath 30 II — Die Polemik zwischen Gamaliel und »jenem Schüler" — (vergl. Bloch, Studien zur Gesch. der Samml. der Althebr. Literatur S. 184) nicht zu kennen. In diesem Puntte bedarf die Schrift der Ergänzung. R. Rede« und Gleichnisse des Tschuaug-Tse. Deutsche Auswahl von Martin Buber. Leipzig 1910. Jnselverlag, M. 4.—, Pappbd. M. 5.—. Buber, dem wir so wertvolle Proben jüdischer Mystik verdanken, bietet hier aus dem Gedankenborn eines chinesischen Weisen eine Blütenlese von einer Schönheit und Tiefe, die Jedem, der das »Land der Mitte" nach dem Maßstabe unserer Diplomatie zu beurteilen gewohnt ist, überraschen müssen. Die systematische Darstellung im zweiten Teil des Buches zeigt alle Vorzüge Buber'scher Darstellungsgabe. R. „Worte Fichtes". (Band 13 der Sammlung „Die Weisheit der Völker".) Herausgegeben von Jul. Hilß. Mit zwei Bildern, Einleitung und vollständiger Bibliographie. In Leinenb. M. 2.50, Bütten-Ausgabe in Leder M. 6.—. (Minden in Wests. I. C. C. Bryns' Verlag.) Kant's Arbett war eine analytisch-kritische gewesen. Fichte, der sie als einzig möglichen AuSgangspuntt betrachtete, erstrebte und leistete die synthetische Schöpfung eines philosophischen SystemeS, das die Tatsachen des Bewußtseins in organischer Verknüpfung deduzierte, und zwar aus ihrem einzigen Grunde, aus der Urtätigkeit des Bewußtseins deduzierte: aus den Sich-selbst-Setzen des Ich. Sein Idealismus, der auf die Hegel und Schilling so reich befruchtend wirkte, steigt von den kühlen Höhen der Spekulation mit starkem Schritt in die Realität des Lebens hernieder und weist uns ein Ziel: Handeln, Charakter haben! Diesen ganzen Fichte bietet das vorliegende Buch, und bewmidernswert hat Hilß es verstanden, durch eine vortreffliche Auswahl und Anordnung seinen Helden in geradezu monumentaler Plastik erstehen zu laffen. H. Ehreuberg, Handbuch der Kunstgeschichte. 6. Aust. Mit 314 zum Teile ganzseitigen Abbildungen. Verlag I. I. Weber. Leipzig 1910. M. 6.— , in Geschenkeinband mit Goldschnitt M. 6.50. Diese Fülle des Stoffes in einen zierlichen Band zu fassen, muß schon auf den ersten Blick gerechtes Staunen wecken. Wenn man sich in das Buch vertieft, wird man von Neuem die Kunst des Verfassers bewundern, der hier nicht ein ödes Nachschlagewerk, sondern in fesselnder Form die belehrendste Lektüre bietet. Das Buch verdient seinen Ruf vollauf. R. »Die Stimme« Zentralblatt für Stimm- und Tonbildung, Gesangsunterricht und Stimmhygiene. Herausgegeben von San.-Rat Dr. Th. 8. Fiatau, Rektor K. Gast und Rektor Alois Gusinde. Verlag von Trowitzsch & Sohn, Berlin SW 48. Vierteljährlich H. 1.50. Aus dem Inhalte des Jännerheftes: „Der Kern jeder Sangesbildung“ von Dr. Hugo Löbmann-Leipzig; „Ueber Gesangskunst“; von Josef Hanas, Gesangsmeister in Prag; „Willkürliche Erzeugung einer Doppelstimme in musikalischen Intervallen bei einem Sänger“ von Sanitätsrat Dr. Th. 8. Flataü; „Zwei frühe Künder der neueren Stimmbildungskunst.“ Konrad von Zabern. — Blasius Rossettus. Von Dr. phiL Bernhard Ulrich-Danzig; ferner Berichte, Personalnachrichten, Kongresse usw. Dr. David Kiinstiinger. Altjüdische Bibeldeutung. Verlag M. Poppe lau er, Berlin. Dr. E. Biberfeld. Sabbathvorschriften. Volkstümlich dargestellt. Schriften des Verbandes der Sabbathfreunde Nr. 8. Bureau des Verbandes der Sabbathfreunde, Berlin C 2. Neue Friedricbstrasse 71. Krirfkast««. Herma«« Linker, Czernowitz, Martinovicgaffe. Wenden Sie sich an die Redaktion »Da Esperanza de Israel« in Buenos-Aires, Corrientes 1364, Dep. 6. Zionist i« Prag. Sie irren, nicht wir schaden Ihrer Partei, sondern Ihr eigenes Parteiblatt hat die Organisation umgebracht; denn es veröffentlicht stets die eigene Schande. — Folgendes lesen wir in diesem Blatte: Eines Ihrer ältesten und bewährtesten Parteigenoffen, der allerdings mit den Wiener Radaubrüdern nichts zu tun haben wollte, war gezwungen, einen wegen Ungebühr gekündigten Mieter seines Hauses einzuklagen. Der Kläger war nicht einmal zur Verhandlung erschienen. Der Geklagte erhielt 48 Stunden Arrest. Aber einer jener lieben und zionistischen Advokaterln, die das jüdische Leben in Wien vergiften, war gekommen, und er findet in der Verteidigung des Verurteilten Stoff, um den alten Parteigenoffen vor ein Vehmgericht der Partei zu laden. Das war für Ihre Partei in Oesterreich der Todesstoß. Jedes anständige Mädchen, das den Schekel zahlt, muß eigentlich fürchten, daß ihre privaten Beziehungen ausspioniert werden und daß man sie eines Tages, wenn sie irgendwie mißliebig wird, vor ein Porteigericht zftiert. Keine korrekte jüdische Frau darf mehr der österreichischen Organisation angehören, wenn sie nicht riskieren will, daß ein Vorkommnis in der Familie, ein Streit mit dem Dienstmädchen vor die Oeffentlichkeit gezerrt wird. Und welcher Geschäftsmann, welcher Arzt, kurz, wer ist sicher, daß er nicht irgendeinmal zu Gerichte muß. Sogar geklagt kann man werden, nicht nur klagen. Unbeschäftigte zionistische Advokaterln gibt es überall. Wer will es riskieren, daß jeder unangenehme Zwischenfall in semem Leben durch die Zeitungen geschleppt wird und noch dazu mit hämischen und beleidigenden Zötchen? — Wer da ruhig zusieht, macht sich zum Mitschuldigen dieser Leutchen, und jeder „Parteigenosse" sinkt unaufhaltsam in der allgemeinen Achtung, wenn er sich nicht von dieser Gesellschaft lossagt. Jetzt wissen Sie ganz genau, warum die „Organisation" in Oesterreich sich langsam auflöst. R. P. in Sambor. Die Nachrichten aus Palästina lauten allerdings dahin, daß das Ausbleiben eines genügenden Frühregens auf alle interessierten Kreise beunruhigend wirkt. Bis nun ist nur wenig Regen niedergegangen, so daß harter Boden noch nicht gepflügt werden kann. Ebenso sind die Zisternen in Jerusalem noch nicht gefüllt, worunter insbesondere die arme jüdische Bevölkerung sehr zu leiden hat. Die jüdische Gemeinde in Damaskus hat Rabbi Jakob Danon aus Jerusalem zum Chachambaschi gewählt und mit ihm einen Vertrag für fünf Jahre. abgeschlossen. Die jüdischen Gemeindeverhältnisse in Damaskus wie in vielen anderen Städten Syriens liegen sehr im argen, da es an jeder Organisation fehlt und die wichtigsten Institutionen einer jüdischen Gemeinde nur mangelhaft oder gar nicht eingerichtet sind. Notizen. Indisches Theater. Regie: M. Siegler Hotel Stefanie, II., Taborstrabe 12. Freitag den 20., Samstag den 21. und Sonntag den 22. Jänner 1911: „Rabbi Ioselman n", Operette von A. Goldfaden. — Sonntag Nachmittag, halb 4 Ubr: „König Lear" von I. Gordin mit Herrn Sam. Halm als Gast. — Montag den 23. Jänner: „Der Gemeinderat", Komödie von M. Richter. — Dienstag den 24. Jänner: „M ensch sol men sein", Operette von M. Schor. — Mittoch den 25. Jänner: „Schabes Kojdesch", Operette von S. Feinmann. — Donnerstag den 26. Jänner: „Jüdale der Blinde" von I. Latainer. — Ab Freitag den 27. Jänner: „D i e E i s e r n e Fra u',. In Vorbereitung: „König S a l o m o n". Voranzeige! Demnächst erscheinen im Selbstverläge des Herausgebers Herrn Moritz Frühling, Wien, I., Postfach 31, „Militärbiographische Daten der k. u. k. Offiziere, Militärärzte, Truppenrechnungsführer und sonstigen Militär-Beamten jüdischer Nationalität“ (zirka 3000) von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart, nach Chargengraden geordnet, mit Angabe ihrer Verdienste und Auszeichnungen.- Die Auflage dieses Druckwerkes wird durch die Anzahl der eingehenden Subskriptionen geregelt, dem Buchhandel somit nicht übergeben werden. Preis K 1.50 (auch in Briefmarken) au angegebene Adresse. Werte Glaubensgenossen helfet! Waise aus sehr achtbarer und berühmter ungarischer Rabbinerfamilie könnte jetzt einen Ernährer durch Verheiratung finden, wenn sie nur die allerbesckeidenste Heiratsausstattung besitzen würde. Spenden, auch in Briefmarken, nimmt, gerno zur Weiterbeförderung entgegen, Rabbiner Dr. D. Spiegel, G. Altona a.E. Königsstrasse 273.

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