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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1911-01-29 · 3 (29.1.1911) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
28 (1911)
Issue
3 (29.1.1911)
Date
1911-01-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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sir. 3 Sette 44 De. Blocks WochoiWM. langjährige Mitglied, nunmehrigen Kultusvorstand Herrn S. Brod, sowie Herrn Dr. S. Bloch, den Herausgeber der „Oesterreichischen Wochenschrift". Entschuldigt hatten ihr Fernbleiben die Herren: Landesschulrat Dr. Gustav Kohu, Gemeinderat Frank, Gemeinderat Melcher, Heinrich Goldschmied und Julius K o p st e i n. Der Schristsührer Herr Simon verliest das Protokoll der letzten Generalversammlung, das sodann verifiziert wird, worauf der Obmann Herr Bettelheim den Bericht über das abgelanfene Vereiusjahr erstattet. Revisor Herr Moser bringt den Gebahrungsausweis und das Bilanz - Konto zur Kenntnis der Generalversammlung. Beides wird einstimmig genehmigt und dem Vorstand das Absolutorium erteilt. Zum dritten Punkte der Tagesordnung berichtet Herr Bettel heim, daß Herr Kopstein eine Wiederwahl abgelehnt und trotz wiederholter Vorstellungen auf seiner Demission bestanden habe. Es sei dies umso bedauerlicher, als Herr Kopst e i u durch viele Jahre als Vorstandsmitglied dem Vereine schätzenswerte Dienste geleistet habe. Herr Dr. Deutsch beantragt, Herrn Ko Pst ein für sein Wirken den Dank der Generalversammlung auszusprechen und ihm mitzuteilen, daß dieselbe mit großem Bedauern seinen Entschluß, eine Wiederwahl abzulehnen, zur Kenntnis nehme. Herr Bettelheim bittet den Herrn G o l d s ch m i d t, der durch Krankheit am Erscheinen verhindert ist, wiederzuwählen, da Herr Goldschmidt eines der eifrigsten und gewissenhaftesten Vorstandsmitglieder ist und sich speziell als Tempelvorsteher große Verdienste um den Verein erworben hat. An Stelle des Herrn K o P st e i n schlägt Redner Herrn Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Hof- und Gerichtsadvokat nt Wien, zur Wahl in den Vorstand vor; Herr Doktor Kuöpfmacher hat fich viel mit jüdischen Fragen und Kultus- sowie Tempelangelegenheiten beschäftigt, auch schon Vorträge über Tempelweseu gehalten und ist zweifellos seine Geneigtheit, in den Vorstand einzutreteu, mit Freuden zu begrüßen. Herr Bettelheim fügt zum Schluffe hinzu: Nach Ablauf der dreijährigen Mandatsdauer erlischt auch mein Mandat und habe ich mich neuerdings um ein solches bei den Vereinsgenossen zu bewerben. Ich gehöre nunmehr 28 Jahre dem Vorstande als Obmänüstellvertreter und später als Obmann an und Sie, meine geehrten Herren, haben zweifellos Ihr Urteil über mich und meine Tätigkeit im Vorstand bereits längst fixiert. Ich will auch keine Kandidatenrede halten, sondern nur ganz kurz einige Punkte meiner Tätigkeit im Verlaufe der vielen Jahre streifen. In dem kleinen Bethause in der Harmoniegaffe, also vor 20 Jahren, haben wir die Predigten an den Freitagabenden als erstes Bechaus in Oesterreich eingeführt und von dort aus hat diese Neuerung fich über ganz Oesterreich verbreitet. Den Bau unseres herrlichen Gotteshauses habe ich mitangeregt und nach meinen schwachen Kräften fördern geholfen. Unser Vorstand hat den Verein Frauenhort ins Leben gerufen, deffen segensreiches Wirken ich Ihnen nicht weiter zu schildern brauche. Daß die Tempelvereine in Wien nicht mehr das find, was fie waren, sondern herangeblüht und gewachsen find, ist nicht zum kleinsten Teile unserem Vorstande zu danken. Die Einführung eines deutschen Gebetes ist gleichfalls auf uns zurückzuführen. Wenn die Generalversammlung also der Anficht ist, daß ich mein Mandat getreu auSgeübt habe, dann bitte ich Sie neuerdings um Ihr Vertrauen. (Lebhafter Beifall.) Kultusvorsteher Herr Adolf S ch r a m e k dankt namens der Kultusgemeinde für die Einladung und beglückwünscht den Verein zu seinem Vorstände und deffen hervorragenden Leistungen. Bei der hierauf folgenden Wahl werden die Herren G. Bettelheim, Herm. Goldschmied und Dr. Wilhelm Kuöpfmacher in den Vorstand, die Herren Salo Fuchs, Gerson Koralek, Leop. Hendl, Dr. Glogau, Pappenheim, Dr. Adolf Steiner, Josef Steiner, Isidor TrebLisch in den Ausschuß gewählt. Der Obmann des Tempel-Vereines für den VIII. Bezirk Herr Beck gibt seiner Freude über die musterhafte Verwaltung und Leitung dieses Vereines, von dem jeder andere lernen könne, Ausdruck. Er beglückwünsche den Verein zu seinen Erfolgen. Herr Dr.. Bloch beantragt, dem Obmanne und seinen Vorstandskollegen namens der Mitglieder und namens der Juden des IX. Bezirkes den Dank auszusprechen. (Lebhafte Bravorufe und Beifall.) Nachdem Herr B e t t e l h e i m noch auf einige Anfragen seitens einzelner Mitglieder geantwortet, verschiedene seitens der Mitglieder gegebene Anregungen dankend zur Kenntnis genommen und über deren Beschlußfassung seitens des Vorstandes der nächsten Generalversammlung zu referieren versprochen hat, schließ er mit dem Danke an die Anwesenden für ihr -zahlreiches Erscheinen die 44. Generalversammlung. ' ' Dr. Heinrich Friedjung. Mittwoch den 18. d. M. feierte der Historiker Doktor Heinrich F r i e d j u n g seinen 60. Geburtstag. Zur Ehrung Friedjüntzs hat sich ein Komitee aus dem Kreise seiner näheren Bekannten und Freunde gebildet, das ihm in seiner mit Blumen und Lorbeer geschmückten Wohnung sein lebensgroßes, vom akademischen Maler Rudolf Bacher ausgeführtes und vortrefflich gelungenes Porträt im prächtigen Rahmen überreichte. Dem Komitee gehören an: Rudolf Hans Bartsch, Doktor Edmund Benedikt, Alfred Freiherr von Berger, Doktor Anton B e t t e l h e i m, Dr. Karl G l o s s y, Professor Theodor Gomperz, Paul Hammerschlag, Ludo M. Hartman n, der ehemalige Ministerpräfident Dr. Ernst K o e r b e r, Herrenhausmitglied Ludwig L o b m e y r, Engelbert P e r n erst o r f e r, Hofrat Professor Eugen P h i l i p p o v i ch von Philippsberg, Präsident Ernst Freiherr von P l e n e r, Alb. F. Pribram, Professor Oswald Redlich, Josef Freiherr von Schenk, Karl Schön Herr, Präsident Prof. Ed. S u e ß, Präsident Dr. Josef U. n g e r und- Gustav Winter. Dem Jubilar kamen sehr zahlreiche schriftliche und telegraphische Glückwünsche zu. Persönlich beglückwünschte Doktor Ernst von Koerber den Jubilar. Ferner kamen unter anderem Sympathiekundgebungen vom Reichsgerichtspräsidenten Dr. Josef U n g e r, Peter Rosegger, früheren Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs Dr. Winter, Hvfrat Prof. Menzel, Robert G.e i t l e r, .Dr. Adolf Daum, Professor Arnold, Profeffor Richard H e u b e r g e r, Frau Helene Bettelheim, Baronin Amalie Falke, Professor Oswald Redlich, Dr. Josef Scholz, .Professor Alex. Weilen, Hans Schließmann und Professor S w o b o d a (Prag). Die galirische Enguete. Wie wir erfahren, sind zu der für den 23. d. M. einberufenen Enquete über die Notlage der Juden in Galizien 25 jüdische und 16 christliche Referenten eingeladen worden. Von jüdischer Seite wurden eingeladen die Abgeordneten Hofrat Sare, Dr. Adolf Groß, Doktor Löwenstein, Dr. Ignaz Landau, Adolf Stand, Dr. Kolischer, Dr. Ritte! und Dr. Diamand. Ferner der Präsident der Krakauer Kultusgemeinde Dr. Tilles, die Handelskammerpräsidenten Edler von Horrwitz (Lemberg) und Datner (Krakau), Bürgermeister Dr. Nimhin (Stanislau), Bürgermeister Dr. Steuermann (Sambor), Professor Rosenblatt (Krakau), Dr. Fruchtmann (Lemberg), Hermann Feldstein (Lemberg), Jakob Feuerstein (Drohobycz) usw. Den Vorsitz auf der für 4 Tage bestimmten Enquete wird Landmarschall Graf Badem führen. Die Verhandlungen werden keine öffentlichen sein, doch werden an die Presse Kommuniquees ausgegeben werden. Ein jüdischer Landesschulverein für Galizien. Aus Krakau wird berichtet: Auf Initiative des Herrn Dr. Rudolf Frühling in Krakau wurde ein jüdischer Landesschulverein für Galizien mit dem Sitze, in Krakau gegründet. Laut den von der Statthalterei bereits genehmigten Statuten verfolgt der Verein die folgenden Zwecke: Gründung und Erhaltung von Vorbereitungs- «t

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